Zusammengestellt von Roswitha Kraatz.
Der Begriff kennzeichnet die Zeit von 1378 bis 1417, in der gleichzeitig Päpste sowohl in der französischen Stadt Avignon als auch in Rom residierten. Das Konzil in Konstanz unter Leitung des Deutschen Kaisers Sigismund beendete die Spaltung und setzte die Anerkennung des neu gewählten Papstes Martin V. durch. ↑
Mit dem Erwerb eines Ablasses ist die Aufhebung von Straftaten, schlechten Handlungen und Verfehlungen verbunden; der Ablass verpflichtet den Gläubigen dazu, eine bestimmte Anzahl an Gebeten, religiösen Übungen wie den Besuch einer Messe oder an Geld und Gegenständen durchzuführen. Ablässe werden im Mittelalter häufig zur Finanzierung von Kirchenbauten ausgeschrieben. Nur der Papst kann Ablässe ausgeben und ihren Inhalt beschreiben. Berüchtigt ist in der Geschichte der Ablasshandel, mit dem Kardinal Albrecht von Brandenburg im 16. Jahrhundert Geld einwirbt, um neben dem Bistum Brandenburg auch noch den Erzbischofssitz in Mainz zu erhalten. Der Dominikanerorden stellt sich die Aufgabe, diesen Ablass zu vertreiben, wogegen Martin Luther scharf protestiert. Dieser Geldhandel führte mit wichtigen anderen Ursachen zum Ausbruch der Reformation. Theologisch steht im Hintergrund des Ablasses die Vorstellung von der Gemeinschaft aller Christen, der Lebenden und Toten. Gute Taten und Verdienste der Lebenden kommen nach dieser Auffassung Verstorbenen zu Gute und umgekehrt schützt und wirkt die Fürsprache von Verstorbenen und Heiligen für die noch Lebenden. ↑
Leiter einer Klostergemeinschaft der Benediktiner- und Zisterzienserorden; in anderen Orden heißt diese Position auch Guardian (Franziskaner), Prior (Augustineremiten) oder Propst (Prämonstratenser) ↑
Leiterin einer Klostergemeinschaft der Benediktiner- und Zisterzienserorden; in anderen Orden heißt diese Position auch Meisterin. ↑
Die Alexianer/Alexianerinnen gehören zu den alten traditionsreichen Krankenpflegegenossenschaften. Sie sind aus dem Beginen- und Beghardentum des Mittelalters in den großen Städten auf dem Gebiet des Erzbistums Mainz hervor gegangen. Diese Genossenschaften leben nach der Augustinerregel und widmen sich der Krankenpflege. Sehr früh haben sie ihre Mitglieder durch Ausbildung in Lehreinrichtungen professionalisiert. Mitglieder des männlichen Alexianerordens werden häufig mit dem Begriff „Barmherzige Brüder“ bezeichnet. Man nennt die Schwestern auch Cellitinnen oder Wartenonnen. Cellitinnen aus dem Kölner Kloster in der Kupfergasse unterhalten eine Niederlassung in Wiesbaden. ↑
» siehe auch Augustinerregel; Beginen; Cellitinnen;
Geweihte Priester müssen täglich eine Messe lesen; daher werden in den großen Stifts- und Pfarrkirchen eine Vielzahl an Nebenaltären im Chorraum und in den Seitenschiffen eingerichtet; viele dieser Stellen sind mit einer festen Pfründe verbunden, den Altaristenstellen. ↑
Hauptanliegen des um 1095 in Südfrankreich gegründeten Ordens ist neben der Seelsorge die Versorgung der Kranken. Als besonderer Heiliger wird Antonius, der als Eremit im 4. Jahrhundert in einer Wüste mit Tieren ein Gott geweihtes Leben geführt haben soll, verehrt. Nach ihm benennt sich die Gemeinschaft. Der Orden orientiert sich an den Regeln des Augustinus, wird 1298 in einen Chorherrenorden umgewandelt. Er unterhält 370 Spitäler im 15. Jahrhundert in Europa. ↑
» siehe auch Chorherren;
Das Antoniterkreuz oder Antoniuskreuz – hat die Form eines T oder Tau (nach dem Buchstaben im griechischen Alphabet); es soll auch den Hirtenstab des heiligen Antonius nachbilden; die Universität Gießen führt das Antoniuskreuz in ihrem Wappen und erinnert so an ihre Gründung (Übernahme des Besitzes und von Gebäuden des Antoniterklosters Grünberg). ↑
» siehe auch Antoniter;
Im Mittelalter weit verbreitete Krankheit; ein Pilz, der durch unsachgemäße Lagerung wie Feuchtigkeit am Mutterkorn des Getreides entsteht, verursacht eine Vergiftung mit schweren Krankheitssymptome wie Schädigung des Herzen, der Nieren, Absterben von Fingern und Zehen, Ausschlag und Erbrechen; der heilige Antonius gilt als Helfer im Krankheitsfall; da die Menschen meinen am Fieber zu verbrennen, erklärt sich so der Begriff „Antoniusfeuer“. Besonders der Antoniterorden macht es sich zur Aufgabe, den Kranken in seinen Hospitälern zu helfen. ↑
» siehe auch Antoniter;
Die Antoniter beanspruchen das sog. Antoniusschwein auf ihren Spendentouren durch die Dörfer und Städte; dies bedeutet, dass Ferkel zur Mast auf Kosten der Allgemeinheit in der Ortschaft frei herumlaufen und nicht am Fressen gehindert werden dürfen. Die Schweine werden auf der jährlichen Quest mitgenommen. ↑
Zur besseren Verwaltung und Betreuung der Gläubigen werden die Bistümer in Archidiakonate aufgeteilt. In diesen Amtsbezirken üben Archidiakone kirchenrechtliche Aufgaben, wie die Einsetzung von Priestern oder Entscheidungen bei Verstößen gegen das Kirchenrecht, aus. ↑
Ein wichtiger Orden für die gesamte Diözese Limburg ist im 19. Jahrhundert der der Armen Dienstmägde Jesu Christi. 1851 gründet Katharina Kasper aus dem Westerwaldort Dernbach die Kongregation der Armen Dienstmägde Jesu Christi. 1855 werden Statuten für die Gemeinschaft durch den Limburger Bischof Blum bestätigt. 1860 erkennt der Papst die Genossenschaft an, bestätigt 1870 die Ordensregeln. Der Orden verbreitet sich schnell im Westerwald, Taunus und im Rheinland. In vielen Orten des Bistums übernehmen die Schwestern die Kinderbetreuung neben der Krankenambulanz und bauen Schulen auf. Sie kümmern sich um Arme und Kranke, Waisen und Obdachlose in den Gemeinden. Besonders ist ihnen wichtig, gegen den Bettelmannhandel zu kämpfen. Die Schwestern erhalten eine fundierte medizinische, fachwissenschaftliche und pädagogische Qualifizierung in Ausbildungszentren. Der Orden entwickelt sich zu einer der wichtigsten Krankenpflegeeinrichtungen. Er bietet für Frauen eine Perspektive durch Ausbildung, berufliche Tätigkeit auf ein selbstbestimmtes Leben. Im Kulturkampf werden Schulen und Waisenhäuser des Ordens geschlossen, die Einrichtungen der Krankenversorgung bleiben bestehen. 1882 gelingt die Wiedereröffnung der Kindergärten, damals Kinderbewahranstalten genannt. Die Zahl der Niederlassungen wächst rapide, um 1880 existieren allein im Bistum Limburg neben dem Mutterhaus 25 weitere Häuser. ↑
» siehe auch Bettelmannhandel; Kindergarten; Kongregation; Kulturkampf;
Die Kongregation der Franziskanerinnen von der ewigen Anbetung wird 1863 durch Wilhelmine Bonzel in Olpe im Sauerland gegründet. Die Aufgabe wird in der Betreuung von Kindern und in der Krankenpflege gesehen. Die Gründerin wird 2013 selig gesprochen. ↑
» siehe auch Franziskanerinnen;
Der Orden der Armen Schulschwestern unserer lieben Frau wird 1833 durch Karolina Gerhardinger im Bistum Regensburg gegründet. Die Schwestern arbeiten weltweit in Schulen, Kinderheimen, Kindergärten und Waisenhäusern. Sie sehen ihre Aufgabe in der Erziehung und Ausbildung von Kindern und Jugendlichen und eröffnen in Groß-Auheim die St.Josef-Schule. Die Schwestern leben nach der Augustinerregel. ↑
1845 gründet in Aachen die Fabrikantentochter Franziska Schervier die Armen Schwestern vom heiligen Franziskus, einen Frauenorden, der sich die franziskanische Regel (Hilfe und Unterstützung für alle Mitmenschen ohne Unterschied, eigene Besitzlosigkeit) als Ziel setzt. In Aachen prägen die Frühindustrialisierung mit ihren sozialen Problemen und die Epidemie von 1832 die Gesellschaft der Stadt. Die Schwestern engagieren sich früh in einer Armenküche und der Krankenpflege. Sie betreuen in der verheerenden Choleraepidemie von 1849 Kranke und Sterbende, sind in den großen Kriegen des 19.Jahrhunderts in Lazaretten tätig (1864, 1866, 1870/71). Sie kümmern sich um die Armen und Vernachlässigten in der Gesellschaft. Besonders in den Städten Nord- und Mitteldeutschlands, wie in Frankfurt und Kassel, bauen die Aachener Niederlassungen auf. Nach ihrer Gründerin werden sie auch Schervier-Schwestern genannt. Franziska Schervier wird 1974 seliggesprochen. ↑
» siehe auch Franziskanerinnen;
Der Reichsdeputationshauptschluss von 1803/1804 und damit das Ende des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation verändert die politischen Zuständigkeiten für die Armenfürsorge. Durch die Säkularisation werden die Klöster aufgehoben, ebenso ändern sich die alten Gutsherrschaften und Dorfgemeinschaften. Zwar beginnt in allen französischen Departements, so auch im Königreich Westfalen, der Aufbau staatlicher Fürsorgeeinrichtungen, aber die neuen, durch den Wiener Kongress festgelegten Grenzen ändern die Zuständigkeiten. Bis 1850 sind in der Regel die Heimatgemeinden für die Armenfürsorge zuständig, dieses Prinzip wird um die Jahrhundertmitte durch den sog. „Unterstützungswohnsitz“ abgelöst. Damit sind die Gemeinden für eine große Anzahl an Menschen zuständig, die im Krankheitsfall ohne Einkommen bleiben, wie Dienstboten, Handwerksgesellen, Fabrikarbeiter, Tagelöhner, Gewerbegehilfe, für die sich der Begriff der „labouring poor“ etabliert. Als Antwort auf diesen Pauperismus entstehen zahlreiche neue katholische Orden, ebenso die evangelische Diakonie. ↑
» siehe auch Diakonisse; Säkularisation;
Nach dem Ersten Weltkrieg lässt sich in der alten Prämonstratenserabtei Arnstein an der Lahn die Kongregation von den Heiligsten Herzen Jesu und Mariens und der Ewigen Anbetung nieder. 1982 legt das Generalkapitel drei zentrale Aspekte für die Ordenstätigkeit fest: Aufbau einer gerechteren Welt in Solidarität mit den Armen, geschwisterliche Verbundenheit aller Ordensmitglieder, dauernde Erneuerung. In über 33 Ländern arbeiten heute Ordensmitglieder in Schulen, Sozialstationen, Waisenhäusern, Bildungsstätten und Missionseinrichtungen. ↑
Mit diesem Sammelbegriff werden Gemeinschaften bezeichnet, die sich an der Augustinerregel orientieren; dazu gehören auch die Augustiner-Chorfrauen und die Augustiner-Eremiten, die sich durch ein strenges Gelübde und enge Lebensregeln auszeichnen; für Augustinerinnen taucht der Begriff „moniales“ in den Quellen häufig auf. ↑
» siehe auch Chorherren; Chorfrauen; Eremiten;
Geistliche und Weltliche bilden religiöse Gemeinschaften, die in Gebäuden an einer Kirche wohnen. Sie verpflichten sich auf die Einhaltung strenger Lebensregeln und fester Gebetsformen entsprechend der Augustinerregel. Die Gebete, Gesänge, Lesungen und Messen finden im Chorraum der Kirche statt; sie leisten damit Chordienste, in denen häufig an die Gründer und Kirchenstifter erinnert wird. ↑
Der Orden (OESA - Ordo Eremitarum S. Augustini) entsteht in der europaweiten Bettelordensbewegung im 13. Jahrhundert. Viele in Italien als Eremiten lebende Mönchsgruppen schließen sich zusammen und werden 1256 durch den Papst anerkannt. Sie sind nicht den Diözesanbischöfen, sondern nur dem Papst unterstellt. An der Spitze des Ordens steht ein General (Prior generalis); Priester und Laienbrüder tragen einen schwarzen Habit mit nach hinten unten spitz zulaufender Kapuze und einem Gürtel. Die hessischen Klöster werden in aufstrebenden Städten, meist von Mainz oder Erfurt ausgehend gegründet. Organisatorisch sind die Klöster in einer Provinz zusammengefasst, die von einem Provinzialkapitel geleitet wird. An der Spitze des gesamten Ordens steht ein Generaloberer mit dem Generalkapitel. Die Leitungspositionen werden durch Wahl und auf Zeit festgelegt. Wie die anderen Bettelorden sehen die Augstinereremiten ihre Hauptaufgabe in der Seelsorge und damit der Betreuung der Bevölkerung. ↑
Die Augustinerrregel (Regula sancti Augustini) ist vor 393 entstanden und wird dem Kirchenlehrer und Bischof Augustinus von Hippo zugeschrieben und ist damit älter als die Benediktinerregel: Sie stellt grundlegende Normen für ein Zusammenleben im Kloster auf mit dem Ziel, in einer Gemeinschaft nach Vollkommenheit zu streben und die Nachfolge Christi im Alltag zu leben, ähnlich wie in den ersten christlichen Gemeinden; dazu gehören die gelebte Liebe/Caritas für alle Menschen als zentraler Teil, weiter der gemeinsame Besitz und die friedliche Lösung von Konflikten. Strenge Ess- und Bekleidungsvorschriften, feste Gebetszeiten und Gehorsam prägenden Alltag. Aus diesen allgemeinen Leitsätzen entwickeln die Ritterorden, Dominikaner, Prämonstratenser, Serviten u.a. konkretere Ordensregeln (sog. Konstitutionen). ↑
» siehe auch Dominikaner; Prämonstratenser; Ritterorden;
Die Barmherzigen Brüder leben nach der Augustinusregel. Sie sind zum größten Teil Laienbrüder und legen außer den drei gewöhnlichen Gelübden als viertes das Gelübde der Hospitalität (Krankenpflege und Versorgung für alle Menschen) ab. ↑
» siehe auch Franziskaner;
Die Gemeinschaft der Barmherzigen Schwestern vom Dritten Orden des hl. Franziskus wird 1844 in Troppau gegründet. Die Schwestern arbeiten in der Armen- und Krankenbetreuung und unterhalten viele Schulen. Der Orden ist in Böhmen und Mähren weit verbreitet. Nach dem Zweiten Weltkrieg werden die Schwestern in der CSSR verfolgt. Viele flüchten in den Westen, so auch in den Großraum Gießen, wo sie in Großen-Buseck eine neue Niederlassung gründen. Als Mutterhaus sehen sie ihr Kloster in Troppau/Erzbistum Olmütz an. ↑
» siehe auch Franziskanerinnen;
Beginen nennt man Frauen, die ihr Leben Gott weihen, ohne in ein Kloster einzutreten. Sie betreuen die Armen und Kranken in einer Stadt, setzen ihr Eigentum in der Sozialfürsorge ein und leben in einer Art religiösen Gemeinschaft. ↑
In der Zeit des Nationalsozialismus 1933 bis 1945 schließen sich viele evangelische Pfarrer und Diakoniegemeinschaften in der Bekennenden Kirche zusammen; sie kämpfen gegen die nationalsozialistische Rasseideologie als unvereinbar mit dem christlichen Glauben. ↑
ältester der noch heute bestehenden Mönchsorden; der Gründer, Benedikt von Nursia, stirbt 547 und gilt durch die Festlegung der Ordensregeln als Begründer des europäischen Mönchtums. Drei zentrale Gelübde bilden den Kern der Klosterregeln: stabilitas = innere und örtliche Beständigkeit; conversio morum = Umkehr zu monastischer Sittenstrenge; obedentia = Gehorsam gegenüber dem Abt; „Ora et labora“ - Beten und Arbeiten als zentrale Aufgaben der Klosterinsassen. Die Mönche tragen einfache Kleidung, einen braunen Habit. Auf den Synoden von Aachen 816 und 817 werden mit kaiserlicher Unterstützung (Karl der Große) einheitliche Regeln für alle Klöster des Frankenreiches durch Abt Benedikt von Aniane festgelegt; im 10.-12. Jahrhundert erlebt der Orden eine neue Blütezeit. ↑
» siehe auch Habit;
Ältester der noch heute bestehenden Frauenorden; der Gründer, Benedikt von Nursia, stirbt 547 und gilt durch die Festlegung der Ordensregeln als Begründer der europäischen Orden. Drei zentrale Gelübde bilden den Kern der Klosterregeln: stabilitas = innere und örtliche Beständigkeit; conversio morum = Umkehr zu monastischer Sittenstrenge; obedentia = Gehorsam gegenüber dem Abt; „Ora et labora“ - Beten und Arbeiten als zentrale Aufgaben der Klosterinsassen. Die Nonnen tragen einfache Kleidung, einen braunen Habit. Auf den Synoden von Aachen 816 und 817 werden mit kaiserlicher Unterstützung (Karl der Große) einheitliche Regeln für alle Klöster des Frankenreiches durch Abt Benedikt von Aniane festgelegt; im 10.-12. Jahrhundert erlebt der Orden eine neue Blütezeit. ↑
Diese Art Kinderhandel ist um 1840 im Westerwald verbreitet. In armen Familien werden Kinder und Jugendliche im Alter von 3-14 Jahren für Geld und Kleidung vermietet und müssen als Straßenmusikanten, in kleinen Manufakturen oder in Hafenstädten arbeiten. Die Kinder ziehen mit den Unternehmern nach Rußland, Ost- und Nordeuropa. Die Bettelmusikanten treten in den holländischen Seestädten, in Frankreich und England auf. In der Mitte des 19. Jahrhunderts zählt man über 100 Westerwälder „Unternehmer“, die bis in die Goldgräberstädte Amerikas, auf den Balkan, nach Palästina, Syrien und Ägypten reisen. ↑
Zu den Bettelorden, die auch als Mendikanten bezeichnet werden, zählen die Franziskaner, Dominikaner und Augustiner-Eremiten, ebenso die Karmeliten und Kapuziner, eine strenge franziskanische Richtung. Die Bettelorden entstehen im 13. Jahrhundert, als die Rückbesinnung auf urchristliche Werte wie Nächstenliebe, Hilfe für sozial Schwache und eine Frömmigkeitsbewegung den Zeitgeist prägten. Verzicht auf Reichtum und Wohlstand, Armut, Gottsuche und Gebet gelten als Lebensziel. Die Orden lassen sich in den Städten nieder, sie engagieren sich in der Seelsorge und der karitativen Betreuung der Bevölkerung. Die Priester und Prediger werden gut ausgebildet, den Ordensmitglieder werden durch ihre Vorgesetzten Aufgaben zu geteilt; sie sind nicht an einen Ort gebunden, sondern sind auch von Termineien aus in der Region tätig. ↑
» siehe auch Augustiner-Eremiten; Dominikaner; Franziskaner;
Im 19. Jahrhundert schließen sich alte und neue Benediktinerklöster zur 1863 gegründeten Kongregation zusammen. Namensgebend ist das Kloster Beuron im oberen Donautal. Die Ordensregeln orientieren sich stark an den alten ursprünglichen Klosterverfassungen. ↑
» siehe auch Benediktiner; Kongregation;
Im 15. Jahrhundert schließen sich mehrere Klöster zusammen, die eine Reform des Klosterlebens anstreben. Die strengen ursprünglichen Klosterregeln sollen wieder den Alltag bestimmen: Armut, Gebet, Keuschheit, Arbeit, Gehorsam und Nächstenliebe. Diese Reformbewegung geht vom Benediktinerkloster Bursfelde an der Weser, in der Nähe von Hann. Münden, aus und erfasst viele hessische Klöster. Gefördert wird die Kongregation durch die hessischen Landgrafen und die Erzbischöfe von Mainz. ↑
» siehe auch Benediktiner;
Die Cellitinnen gehören zu den alten traditionsreichen Krankenpflegegenossenschaften. Sie sind aus den Beginen des Mittelalters hervo gegangen. Diese Genossenschaften leben nach der Augustinerregel und widmen sich der Krankenpflege. Die Mitglieder werden in Lehreinrichtungen professionell in der Krankenpflege ausgebildet. Man nennt die Schwestern auch „Wartenonnen“. Cellitinnen aus dem Kölner Kloster in der Kupfergasse unterhalten eine Niederlassung in Wiesbaden. ↑
» siehe auch Alexianer/Alexianerinnen; Augustinerregel; Beginen;
Chorfrauen werden die Mitglieder der Ordensgemeinschaften genannt, die sich in ihrer Lebensführung verpflichten, regelmäßig im Chorraum der Kirche zu beten. Im Gegensatz zu Mönchen und Nonnen geben sie sich in ihren Versammlungen eigene Regeln (sog. Konstitutionen); ihnen ist persönlicher Besitz erlaubt; sie können auch wieder austreten, bringen persönliche Bedienstete und eine Mitgift mit; die Institution wird als Stift bezeichnet. ↑
Alle Kloster- und Stiftsinsassen sind verpflichtet, regelmäßig im Chorraum der Kirche zu beten oder auch zum Lobe Gottes zu singen (Horen = Stundengebete). Im Chorraum steht im Zentrum der Altar, wo die Messe gefeiert wird. An den Seiten befindet sich das Chorgestühl, in dem die Mitglieder der Gemeinschaft ihren Platz haben. Häufig ist der Chorraum durch eine Abtrennung, einen Lettner, vom übrigen Kirchenraum abgeteilt. ↑
Chorherren werden die Mitglieder der Ordensgemeinschaften genannt, die sich in ihrer Lebensführung verpflichten, regelmäßig im Chorraum der Kirche zu beten. Im Gegensatz zu Mönchen und Nonnen geben sie sich in ihren Versammlungen eigene Regeln (sog. Konstitutionen); ihnen ist persönlicher Besitz erlaubt und sie leben in einem Stift. ↑
Die Gemeinschaft der Claretiner, ein Missionsorden, so genannt nach ihrem Gründer, wird 1848 in Katalonien gegründet und existiert seit 1934 in Frankfurt. Die Priester arbeiten in der Seelsorge für internationale Pfarreien. ↑
1808 wird der Krankenpflegeorden durch den späteren Kardinal von Köln Clemens August Freiherr Droste zu Vischering nach dem Vorbild der Barmherzigen Schwestern des hl. Vinzenz von Paul gegründet. Nach ihm erhält diese Genossenschaft der Barmherzigen Schwestern von der allerseligsten Jungfrau und schmerzhaften Mutter Maria ihren Namen als Clemensschwestern. Viele Niederlassungen des Ordens liegen in Westfalen, in Niedersachsen und am Niederrhein. Das Mutterhaus steht in Münster. ↑
Mit Consuetudines/ Konstitutionen sind die Verfassung, Regeln einer Kloster- oder Stiftsgemeinschaft gemeint; diese können zwischen den einzelnen Klöstern voneinander abweichen; so variieren bspw. Ernährungsvorschriften, wie Anzahl der einzuhaltenden Fastentag, Bekleidungsfragen usw.; Alltagsanforderungen werden im Rahmen der allgemeinen Ordensregeln präzisiert und regionalen Bedingungen angepasst. ↑
1935 wird eine Umfrage in den Landkreisen des Bezirksverbandes Nassau zu den Sozialstationen in kirchlicher Trägerschaft durchgeführt. Dabei stellen die Parteiorgane die positive Einstellung der Bevölkerung zum Orden wegen seiner erfolgreichen Krankenambulanzenen fest, sehen darin eine Gefahr für den Nationalsozialismus. In fast allen hessischen Städten und Gemeinden liegen die ambulante Krankenpflege, die Kinderbetreuung und viele Krankenhäuser in der Hand der Katholischen Orden und der protestantischen Diakonie. Mit dieser Denkschrift beginnt eine neue Phase der antikirchlichen Politik der Nationalsozialisten. Krankenhäuser und Ambulatorien werden vom Staat übernommen, 1941 werden alle Kindergärten enteignet, die Nähschulen verboten und die Jugendarbeit eingeschränkt. ↑
» siehe auch Klostersturm;
In Marburg-Wehrda wird 1908 das Diakonissen-Mutterhaus "Hebron" gegründet, das bis heute das Zentrum des Deutschen Gemeinschafts-Diakonieverband e.V. ist. Vorrangiges Ziel dieser Diakonissenrichtung ist die Pflege eines christlichen Gemeinschaftslebens, die Verkündigung der christlichen Lehre neben dem sozialen Engagement. ↑
» siehe auch Diakonisse; Mutterhaus;
Der Ritterorden wird 1190 im Zuge der Kreuzzüge im Heiligen Land (heute Israel) gegründet. Die Mitglieder sind an ihrem weißen Mantel mit einem schwarzen Kreuz zu erkennen. Bis 1300 werden in Europa über 300 Niederlassungen gegründet. In diesen sog. Kommenden leben mindestens 12 Mitglieder, orientiert an dem Vorbild Jesu mit seinen zwölf Aposteln. Die Kommenden unterstehen einer Ballei, bspw. der von Marburg; alle Balleien des Alten Deutschen Reiches werden von einem Deutschmeister geleitet. Der Deutsche Orden wird 1803 in Deutschland aufgelöst. Nach dem Zweiten Weltkrieg genehmigt der Bischof von Mainz 1948 den Aufbau eines Provinzhauses in Darmstadt und damit der ersten Niederlassung des Ordens in seinem ursprünglichen Stammland nach 140 Jahren. Die Ordensbrüder und -schwestern sind in der Pfarrei Hl. Kreuz tätig. Die Schweestern leiten von 1951 bis 1982 den katholischen Kindergarten. ↑
Im 14. Jahrhundert entsteht in den Niederlanden eine geistliche Bewegung, die sich das Leben Christi zum Vorbild nimmt. Der Alltag soll durch Hilfe und Unterstützung der Armen und Schwachen, Gebet und Arbeit geprägt sein. Auf persönlichen Besitz wird verzichtet, da das Streben nach Eigentum von der Auseinandersetzung mit der christlichen Lehre und der Versenkung in Gott, abhält. Viele Männer und Frauen schließen sich als sog. „Brüder und Schwestern vom gemeinsamen Leben“ in klosterähnlichen Gruppen zusammen. Häufig übernehmen sie – besonders die Frauen – die Augustinerregel, um so den Schutz der Bischöfe als geistliche Institution zu erhalten. Männer und Frauen tragen eine schlichte Kleidung, die sich nicht von der Tracht der Bauern und Tagelöhner unterscheidet. Die Brüder vom gemeinsamen Leben tragen wie das einfache Volk die Gugel – eine Art Zipfelmütze, die über die Schulter auf den Rücken fällt, was zum Namen „Kugelherren“ führt. ↑
Im 19. Jahrhundert fühlen sich viele Menschen innerhalb der protestantischen Kirche verpflichtet, Menschen in Not zu helfen. In kirchennahen Organisationen wird Sozialarbeit geleistet, wird Diakonie (aus dem griechischen Wort für Dienst abgeleitet) als Auftrag der christlichen Lehre verstanden. ↑
Der weibliche, religiös geprägte Beruf „Diakonisse“ entsteht in Deutschland und Europa in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Menschen, die von der Erweckungsbewegung in der evangelischen Kirche geprägt sind, initiieren soziale Projekte, kümmern sich in der Zeit des Pauperismus um die wachsenden Randgruppen der Gesellschaft. Orientiert an den neuen katholischen Frauenkongregationen, entwickelt sich in den protestantischen Gebieten die Lebens- und Arbeitsgemeinschaft der Diakonisse. Frauen engagieren sich in der Lösung der Sozialen Frage im Alltag, in der Mädchen- und Frauenbildung und organisieren eigene Verbände. Die Schwestern werden in sog. Mutterhäusern ausgebildet. Sie sollen sich der Kindererziehung und der Krankenpflege widmen. Seit 1855 entstehen neue Diakonissen-Mutterhäuser mit zahlreichen Niederlassungen in vielen Orten des Kaiserswerther Verbundes (Gründer ist Theodor Fliedner), der Diakonissen aus Nonnenweier und der Waldecker Diakonissen aus Arolsen auf dem Gebiet des heutigen Hessen. Die Schwestern tragen eine Tracht und treten in einer feierlichen religiösen Zeremonie der Gemeinschaft bei. ↑
» siehe auch Kindergarten; Kongregation;
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts entstehen besonders in den großen Städten religiös motivierte Frauengruppen, die sich der Krankenpflege und Kindererziehung widmen, ein Gemeinschaftsleben pflegen, sich aber nicht einem Mutterhaus anschließen. ↑
» siehe auch Diakonisse; Mutterhaus;
1840 gründet Regine Julie Jolberg (1800-1870) gemeinsam mit Freundinnen ein Haus zur Versorgung von vernachlässigten Kindern. Daraus entsteht in Nonnenweier/Baden ein Mutterhaus für Diakonissen, das sich dem Kaiserswerther Verband anschließt. Zum Diakonissenhaus gehört eine Schule für Kinderpflegerinnen. ↑
» siehe auch Kaiserswerther Verband; Mutterhaus;
In der 1836 gegründeten Kaiserswerther Diakonissenanstalt von Friederike und Theodor Fliedner, einem protestantischen Pfarrerehepaar, werden Frauen für ihre Arbeit im Sozial- und Bildungsbereich ausgebildet. 1853 gibt es bereits 128 Diakonissen, darunter 22 Lehr- und Probeschwestern. Zum Komplex Kaiserswerth gehören neben dem Diakonissenhaus ein Krankenhaus, ein Waisenhaus, eine Kleinkinderschule, eine Elementarschule und Handwerksbetriebe. Von Kaiserswerth aus wird die Entstehung weiterer Mutterhäuser gefördert; in diesen werden eine Ausbildung und Vorbereitung für den Beruf und das religiöse Leben als Diakonisse vermittelt, orientiert am Vorbild der katholischen Frauenorden. Die Diakonissen sind an der Kaiserswerther Kleidung mit weißer Haube zu erkennen. 1916 schließen sich 13 Mutterhäuser zum Kaiserswerther Verband zusammen. ↑
» siehe auch Diakonisse; Kaiserswerther Verband; Mutterhaus;
Die Kongregation der Dienerinnen des heiligsten Herzen Jesu wird Mitte des 19. Jahrhundert in Frankreich gegründet. Der Frauenorden sieht seine Aufgabe in der medizinischen Betreuung und Versorgung der Armen und Schwachen einer Gesellschaft. ↑
» siehe auch Kongregation;
Pfarrer Ferdinand Ludwig de Cooman gründet 1816 in Belgien den Orden der „Zusters Dienstmaagden van Maria“ oder „Des religieuses servantes de Maria“, auf Deutsch „Dienstmägde Mariens“. Die Schwestern arbeiten im Bildungsbereich und übernehmen caritative und soziale Aufgaben. ↑
Der Orden wird durch Dominikus (1173-1221) gegründet, dessen wohlhabende Familie aus Caleruega, nahe Burgos, stammt. Er lebt als Chorherr am Domstift von Osma im Norden Spaniens und organisiert eine Gruppe von Predigern, die theologisch ausgebildet der Bevölkerung die Ideen des Christentums nahebringen und die religiösen Schriften erklären sollen. Die Mönche verzichten auf Besitz und leben vom Almosensammeln (Bettelorden). Der Orden wird 1216 durch Papst Honorius III. anerkannt. Er gilt als der große Predigerorden des Mittelalters, der sich dem Papsttum und einer konservativen Auslegung theologischer Schriften verpflichtet fühlt. Er spielt daher eine zentrale Rolle in der Inquisition, der sog. Ketzer- und Hexenverfolgung. ↑
» siehe auch Mendikanten;
Der Orden wird durch den hl. Dominikus (1173-1221) gegründet, ein erstes Kloster bereits 1205. Die Nonnen tragen ein weißes Gewand mit einem schwarzen Überwurf; ihre Hauptaufgaben sind das Gebet und die Auseinandersetzung mit den Heiligen Schriften. ↑
1866 gründen der Dominikanerpater Jean Joseph Lataste und die Ordensfrau Henri–Dominique Berthier eine neue Kongregation in der Dominikanergemeinschaft. In ihr finden Schwestern, die sich um weibliche Gefangene kümmern, und ehemalige Häftlinge nach ihrer Entlassung eine Zukunft. ↑
Teil eines Klostergebäudes; Schlafbereich der Mönche/Nonnen. ↑
In der Zeit des frühen Mittelalters gründen viele Adlige Kirchen und Klöster, die sie mit Besitz ausstatten. Sie behalten sich das Recht, den Pfarrer oder den Abt/ Vorsteher des Klosters einzusetzen und die Gerichtsbarkeit, vor. Mit dem Aufbau einer Verwaltungsstruktur für die gesamte Kirche (Einrichtung von Kirchenprovinzen, Archidiakonaten …) und der Zentralisierung der geistlichen Macht in Händen der Bischöfe und Erzbischöfe verschwinden die Eigenkirchen. ↑
→ Institutum Beatae Mariae Virginis (Englische Fräulein, Maria Ward Schwestern)
Eremiten sind Menschen, die als Einsiedler, völlig alleine leben und ihr Leben dem Gebet und der Versenkung in Gott widmen. ↑
Die Mitglieder des Deutschen Diakonieverbandes sehen ihre Aufgabe in der Verbreitung der evangelischen Lehre durch die Betreuung von Kinder- und Jugendgruppen, der Herausgabe von religiösen Texten (Marburger Blättermission), Durchführung von religiösen Veranstaltungen wie Bibelseminaren. Seit 1909 missionieren Diakonissen in China, seit 1929 in den USA und seit 1932 in Brasilien; nach dem Zweiten Weltkrieg wird die Mission u.a. auf Japan, Thailand und Ruanda ausgeweitet. ↑
» siehe auch Deutscher Diakonieverband;
Inhaltliche Vorgaben für die Ordensgelübde im Neuen Testament; damit sind gemeint die Verpflichtung für ein gottgeweihtes Leben in einem Orden oder einer Kongregation auf Keuschheit (Matthäus-Evangelium 19,12; Markus-Evangelium 10,29), Armut (Matthäus -Evangelium 5,48 und 19,21; Markus-Evangelium 10,17) und Gehorsam (Markus-Evangelium 9,35 und 10,43) ↑
Im Herzogtum Nassau wird am 11.11.1850 der Verein für die Evangelische Kirche im Herzogtum Nassau (EVIM) gegründet. Er setzt sich zum Ziel, die Umsetzung der lutherischen Lehre in der Gesellschaft zu fördern und Arme und Kranken zu unterstützen. 1851 wird der Verein als Teil der „Inneren Mission“ durch das Innenministerium zugelassen. 1853 wird das erste „Rettungshaus“ in Wiesbaden errichtet, in dem Diakonissen aus Kaiserswerth arbeiten. In Wiesbaden entwickelt sich das Paulinenstift als Zentrum der Diakoniebewegung in Nassau. Auch nach dem Anschluss des Herzogtums an Preußen besteht der Verein weiter bis heute. ↑
» siehe auch Diakonisse;
Exemtion bedeutet Herausnahme aus einer politischen Gewalt; die Klostergemeinschaft ist nur dem Papst verantwortlich, keiner weltlichen politischen Gewalt. Dies gilt für die Ritterorden und den Zisterzienserorden. ↑
» siehe auch Ritterorden; Zisterzienser;
Franziskus von Assisi (1182-1226), Sohn einer reichen Patrizierfamilie in Siena, gibt als junger Mann sein privilegiertes Leben auf und verschenkt seinen Besitz an Bedürftige. Er lebt in Armut und sorgt für Kranke und Arme der Gesellschaft. Er vertritt radikale Ideen vom Wert und der Achtung aller Menschen, ohne Ansinnen von Geburt und Stand. Ebenso schätzt er die Natur in all ihrer Vielgestaltigkeit, der Tier- und Pflanzenwelt, Wasser und Gestein. In allem sieht er die Präsenz Gottes. Viele gleichgesinnte Menschen schließen sich ihm an und bilden eine Gemeinschaft; seiner Schwester Clara folgen viele ähnlich denkende Frauen. Die Mitglieder des Ordens verstehen sich als „minores“, das meint die einfachen, minderen Mönche und Nonnen, woraus sich der Begriff „Minoriten“ ableitet. Papst Innozenz III. erkennt 1210 den Orden der Franziskaner und den der Klarissen an. Die Ordensmitglieder verzichten auf eigenen Besitz und leben von Almosen und Geschenken (Bettelorden – Mendikanten). ↑
» siehe auch Mendikanten;
Die Franziskanerbrüder vom Heiligen Kreuz arbeiten im Herz-Jesu-Krankenhaus (heute Frauenklinik) in Darmstadt. Das Krankenhaus wird bis zur Zeit des Nationalsozialismus durch die Brüder getragen, dann müssen sie es zwangsweise verkaufen. ↑
» siehe auch Franziskaner;
Franziskanerinnen ist ein Sammelbegriff für viele Orden, die sich im Grundsatz nach der Regel des Hl. Franziskus (Dienst am Menschen ohne Ansehen der Person, Armut und Besitzlosigkeit) richten. ↑
» siehe auch Franziskaner;
Franziskus von Assisi (1182-1226), Sohn einer reichen Patrizierfamilie in Siena, gibt als junger Mann sein privilegiertes Leben auf und verschenkt seinen Besitz an Bedürftige. Er lebt in Armut und sorgt für Kranke und Arme der Gesellschaft. Er vertritt radikale Ideen vom Wert und der Achtung aller Menschen, ohne Ansinnen von Geburt und Stand. Ebenso schätzt er die Natur in all ihrer Vielgestaltigkeit, der Tier- und Pflanzenwelt, Wasser und Gestein. In allem sieht er die Präsenz Gottes. Viele gleichgesinnte Menschen schließen sich ihm an und bilden eine Gemeinschaft, ebenso seine Schwester Clara. Ihr folgen viele ähnlich denkende Frauen. Die Mitglieder des Ordens verstehen sich als „minores“, das meint die einfachen, minderen Mönche und Nonnen, woraus sich der Begriff „Minoriten“ ableitet. Papst Innozenz III. erkennt 1210 den Orden der Franziskaner und den der Klarissen an. Die Ordensmitglieder verzichten auf eigenen Besitz und leben von Almosen und Geschenken (Bettelorden – Mendikanten). Sie betreuen die Armen, Kranken und Schwachen und verkündigen das Lob Gottes. ↑
» siehe auch Franziskaner; Klarissen;
Die Ordensgemeinschaft wird 1859 in Schwarzach (Schwarzwald) gegründet und stellt sich die Betreuung der armen Bevölkerung als Aufgabe. Die Schwestern kümmern sich um die große Anzahl verwaister und verwahrloster Kinder im Land, bauen Waisenhäuser, Schulen und Kindergärten auf. Der Kulturkampf erzwingt eine Schließung des Konventes, die Schwestern wandern in die USA aus. Hier gründet sich die Genossenschaft der Franziskanerinnen neu (St. Josefs-Kloster in Milwaukee); der Orden kehrt nach Europa zurück, kauft ein Sanatorium mit Heilquelle, das Erlenbad im Großherzogtum Baden. Es wird namengebend für den Orden. Nach dem Ersten Weltkrieg wird Erlenbad zum neuen Mutterhaus und zur Zentrale des Ordens. Die Schwestern unterhalten Schulen, Krankenhäuser, Kindergärten, Altenheime und Sozialstationen. ↑
» siehe auch Franziskanerinnen; Kindergarten; Kulturkampf;
Die Franziskanerinnen von Thuine im Emsland (Franziskanerinnen vom Heiligen Martyrer Georg) sind eine 1869 gegründete katholische Gemeinschaft, die sich nach den Regeln des heiligen Franziskus (Dienst am Menschen ohne Ansehen der Person, Armut und Besitzlosigkeit) richtet. Die Schwestern arbeiten hauptsächlich im Bildungs- und Sozialbereich. Sie unterhalten Schulen, Internate, Krankenhäuser, Alten- und Behindertenheime. ↑
» siehe auch Franziskanerinnen;
In einer Gebetsbruderschaft (Fraternität) verpflichten zwei Klostergemeinschaften sich gegenseitig in Gebete aufzunehmen und zu benennen. ↑
Mit der Ablegung eines feierlichen Eides werden Mitglieder in eine Klostergemeinschaft aufgenommen. Unterschieden wird zwischen dem einfachen (auf Zeit) und dem ewigen (strenges) Gelübde in einer religiösen Feier (Profess). Mit der Ablegung der Gelübde verpflichten sich die Nonne/ der Mönch die Regeln der Klosterordnung einzuhalten, das Ordensgewand zu tragen und der Äbtissin/Abt Gehorsam zu leisten. Häufig gehört das Schneiden einer bestimmten Frisur (Tonsur bei den Mönchen = kreisrund ausrasierte Stelle in einem Haarkranz, Abschneiden der langen Haare bei den Frauen) dazu. Das Gelübde wird nach einer Ausbildungszeit (Noviziat) abgelegt. Die Ausbildungszeit ist in den Orden unterschiedlich gestaltet; meist folgt auf eine Postulantenzeit (eine Art Traineezeit) das Noviziat (Lehrlings- und Gesellenzeit) und dann der Profess, das Ablegen des „Ewigen Gelübdes“ mit der endgültigen Aufnahme in die Ordensgemeinschaft. ↑
Die großen Ordensgemeinschaften berufen in festgelegtem Turnus ein Generalkapitel ein, zu dem alle Klöster des Ordens Vertreter, in der Regel den Abt, Propst, Prior oder Guardian schicken müssen. Das Generalkapitel berät über Fragen der Klosterregeln, aber auch über politische Fragen wie der Parteinahme im Abendländischen Schisma oder in Regionalkonflikten. ↑
» siehe auch Kapitel (1);
Die Gemeinschaft der Fratres de Misericordia de Montabaur wird 1858 durch Peter Lötschert, geboren 1820 in Höhr-Grenzhausen im Westerwald, gegründet. Er engagiert sich in der Krankenpflege, lässt sich beim Alexianer Orden in Aachen ausbilden und auf ein Klosterleben mit Gleichgesinnten bei den Dernbacher Schwestern in Montabaur vorbereiten. In Limburg legt die Gruppe vor Bischof Blum 1858 die Ordensgelübde ab. In Hadamar wird das erste Hospital der Gemeinschaft errichtet (1856), 1860 ein weiteres in Montabaur, das zum Zentrum der Gemeinschaft wird. 1864 erhalten die Brüder die ersten Konstitutionen, Ordensregeln, die sich an denen der Kapuziner in Koblenz orientieren. Im Ersten Weltkrieg dienen viele Brüder als Soldaten in der Armee oder als Sanitäter. Besonders kümmern sich die Brüder um geistig und körperlich behinderte Menschen. In der Zeit des Nationalsozialismus wird die Gemeinschaft verfolgt, viele der Brüder im Rahmen der sog. Sittlichkeitsprozesse und wegen angeblicher Devisenvergehen angeklagt. Die Kongregation gliedert sich heute in drei Provinzen, die deutsche, niederländische und amerikanische. Im Mutterhaus in Montabaur befindet sich das Archiv des Ordens. ↑
» siehe auch Alexianer/Alexianerinnen;
Die Gorzer Bewegung ist eine Reformbewegung, die im 10. Jahrhundert zur Erneuerung des Klosterlebens entsteht und von Gorze in Lothringen ausgeht. Im deutschen Reichsgebiet schließen sich rund 160 Klostergemeinschaften den Ideen von der Wiederbelebung der benediktinischen Regeln an. ↑
Eine Grangie ist ein großer Hof eines Klosters, wo Landwirtschaft in Eigenbau betrieben wird; der Hof liegt meist außerhalb eines Ortes und ist häufig von allen weltlichen und kirchlichen Steuern und Abgaben befreit; auf den Grangien arbeiten Laienbrüder, sog. Konversen. ↑
Bereits 1818 wird in Frankfurt auf der Konferenz der oberrheinischen Staaten (Baden, Württemberg, Hessen-Darmstadt, Kurhessen, Nassau, Frankfurt) über die Gründung eines Bistums Limburg beraten. 1827 werden neue kirchliche Verwaltungsgrenzen im Gebiet des Deutschen Bundes gezogen und das Bistum Limburg auf dem Gebiet des Herzogtums Nassau eingerichtet. Das Verhältnis zwischen protestantischem Staat und katholischer Kirche ist sehr konfliktbeladen. Der Staat mischt sich in die Bischofswahl, die Verwaltung des Kirchenvermögens und die Besetzung der Pfarreien ein; das Verhältnis wird als „Staatskirchentum“ charakterisiert. Die päpstliche Bulle „Provida solersque“ legt 1821 die neuen Bistumsgrenzen für Deutschland fest; sie werden in der Bulle „Ad domini gregis custodiam“ von 1827 durch Papst Leo X. endgültig geregelt. ↑
Der Vorsteher eines Franziskanerkloster wird mit diesem Begriff bezeichnet; seine Rechte und Aufgaben gleichen denen der Äbte in den klassischen Klöstern. ↑
» siehe auch Franziskaner;
Ordenstracht, eine spezielle Kleidung, die von Mönchen und Nonnen getragen wird; dazu gehört für Frauen ein Kopfschleier, für die Männer meist eine Kapuze (Kukulle) und eine Kutte. Durch die Farbe der Kleidung unterschieden sich die Orden, bspw. die grauen Mönche = Zisterzienser. ↑
» siehe auch Ordenstracht;
In Darmstadt wird am 13. Juni 1906 der Hessische Diakonieverein e.V. durch engagierte Pfarrer und Bürger der evangelischen Kirche gegründet. Er bildet Kinderpflegerinnen und Krankenschwestern in eigenen Einrichtungen in Darmstadt, Hamburg und Groß-Gerau aus. Die Diakonissen arbeiten in zahlreichen Gemeinden, Krankenhäusern und Kindergärten, gehören aber nicht einem Mutterhaus, sondern dem Verband an. ↑
» siehe auch Diakonisse; Kindergarten; Mutterhaus;
1526 wird in Homberg (Efze) die Auflösung der Klöster für die Landgrafschaft Hessen beschlossen. ↑
Der Begriff bedeutet in das Kloster eingebunden sein; inkorporierte Pfarreien werden durch das Kloster geleitet, gehören rechtlich zum Kloster. ↑
Viele evangelische Gläubige sehen im 19. Jahrhundert ihre Aufgabe darin, soziale Missstände durch privates Engagement zu bekämpfen. Für diese Ansätze in der Kinder- und Jugendbetreuung und der Armenversorgung prägt 1848 Johann Hinrich Wichern auf dem Kirchentag in Wittenberg den Begriff „Innere Mission“. Aus den vielen Einzelmaßnahmen entsteht eine eng mit den evangelischen Kirchen verbundene Bewegung, die sich in einem 1849 gegründeten Verein für Innere Mission organisiert. ↑
In England initiiert Mary Ward (1585 – 1645) eine Bewegung, die sich die religiöse und kulturelle Bildung von jungen Mädchen als Aufgabe stellt, daher der Name „Englische Fräulein“. Die Englischen Fräulein fühlen sich den Jesuiten eng verbunden. Ihre Klöster bleiben in der Säkularisation bestehen, die Schwestern halten ihre Mädchenschulen weiter geöffnet. Auch während des Kulturkampfes bleiben die Schulen in Bensheim, Viernheim und Darmstadt offen. 1938 werden die Schulen durch den Nationalsozialistischen Staat geschlossen, nach Kriegsende 1945 wieder als Ordensschulen geöffnet. ↑
» siehe auch Kulturkampf; Säkularisation;
Als Gegenbewegung zur Reformation gründet im 16. Jahrhundert Ignatius von Loyola, ein spanischer Adliger, den Jesuitenorden und unterstellt ihn direkt dem Papst. Die Jesuiten sehen ihre Aufgabe in der Verbreitung und Festigung des katholischen Glaubens. Die Jesuiten entsenden Missionare in alle Kontinente und gründen Schulen in Europa. Sie engagieren sich in der Seelsorge und im Bildungsbereich, in der Priesterausbildung und der wissenschaftlichen Arbeit. ↑
Johannesschwestern von Maria Königin werden auch nach ihrem Gründungsort als Leutesdorfer Schwestern bezeichnet. Die Gemeinschaft entsteht 1919 und wird 1928 durch den Trierer Bischof anerkannt. Die Schwestern arbeiten im Exerzitienhaus Weiterstadt/Braunshardt und im Exerzitienhaus der Mainzer Diözese in Dieburg. ↑
Dieser Ritterorden wird bereits 1113 durch den Papst anerkannt. Er entsteht in Jerusalem, wo im Johannes-Hospital europäische Ritter, die im Zuge der Kreuzzüge ins Heilige Land kommen, Kranke und Pilger betreuen. Die Mitglieder sind an ihrem roten Mantel mit einem weißen Kreuz zu erkennen. Zu den Klosteranlagen gehören Hospitäler und Krankenstationen. ↑
» siehe auch Ritterorden;
Deutsche Diakonissenmutterhäuser, die sich an den Regeln des Mutterhauses in Kaiserswerth orientieren, schließen sich 1916 zu einem nationalen Verbund zusammen, um mit dieser gemeinsamen Organisation ihre Interessen gegenüber dem Staat zu vertreten. ↑
» siehe auch Diakonisse; Mutterhaus;
Geweihte Priester schließen sich im Mittelalter häufig zu Gemeinschaften zusammen, die nicht einem Orden angehören. Sie legen keine Gelübde ab, führen aber ein gemeinschaftliches, durch gemeinsamen Besitz und Regeln geordnetes Leben. Man kennzeichnet diese Weltpriester als Kanoniker in einem Stift oder Dom; die Mitgliedschaft in einem Stift ist mit Vorrechten, sowohl materieller wie auch geistiger Art, verknüpft. So haben die Kanoniker des Weilburger Stifts bspw. das Recht, ein Haus in der Stadt zu beziehen und müssen nicht – wie in vielen Mönchsorden – im Dormitorium (Schlafsaal) des Klosters leben. ↑
Zum Kapitel gehören die stimmberechtigten Mitglieder eines Klosters, eines Stiftes oder an einem Dom. In den Männerklöstern haben die Kapitelmitglieder priesterliche Weihen, in einem Stift besitzen sie mindestens eine Pfründe des Stiftes und niedere Weihen. ↑
» siehe auch Generalkapitel;
Mit Kapitel bezeichnet man auch die Versammlung der Vollmitglieder eines Klosters oder Stiftes. Sie kommen in einem großen Versammlungsraum, dem Kapitelsaal, täglich zusammen, wo ein Kapitel aus der Bibel oder anderen geistlichen Schriften verlesen wird. ↑
» siehe auch Stift;
Versammlungssaal, Teil eines Klostergebäudes. ↑
Die Kapuziner sind eine Abspaltung von der großen franziskanischen Ordensgruppe, die konsequent das Armutsideal umsetzt. Der Orden entsteht im 16. Jahrhundert; die Mönche widmen ihr Leben dem Gebet und der Betreuung der Armen, Kranken und Schwachen in der Gesellschaft. Sie leben häufig in kleinen Einsiedeleien auf dem Lande, um der Landbevölkerung nahe zu sein. Die Kapuze am schlichten braunen Habit führt zum Namen der Gemeinschaft. ↑
» siehe auch Franziskaner;
Die Unbeschuhten Karmelitinnen gehören zu den Bettelorden, die keine staatlichen Zuwendungen erhalten und von Spenden und durch eigene Berufstätigkeit leben. Das Kloster St. Gabriel der Karmelitinnen Unserer Lieben Frau vom Berge Karmel wird 1948 in Hainstadt gegründet. ↑
Der Orden wird 1891 von Anna Maria Tauscher in Berlin gegründet und sieht seine Aufgabe besonders in der Betreuung vernachlässigter Kinder. In der Pappelallee 61 im Stadtteil Prenzlauer Berg von Berlin errichtet sie das heute noch existierende St. Josefsheim für arme und hilfsbedürftige Kinder. In Offenbach betreibt der Orden seit 1927 ein Kinderheim, das Marienheim. ↑
Kartause nennt man einen Wohnort eines Mönchs, der alleine in einem abgeschlossenen Haus/ einer Hütte/ einem Raum und als Eremit, d.h. ohne soziale Kontakte, lebt. Der Orden der Kartäuser entsteht Ende des 11. Jahrhunderts in Frankreich, in der Nähe von Grenoble, in Chartreuse. 1170 wird der Orden durch den Papst anerkannt. In Hessen bestehen nur zwei Kartäuserklöster (Peterstal und Eppenberg). ↑
Neben den Komtureien unterhält der Deutsche Orden Niederlassungen in vielen kleineren Orten, wo Einkünfte und Abgaben aus dem Umland gesammelt und verzeichnet werden. Der Begriff Kastnerei verweist einerseits auf die Sammelbehälter = Kasten in diesen Häusern, als auch auf die Rechnungsbücher, in denen die Ein- und Ausgaben verzeichnet werden und die in Kästen verschlossen werden. Der Deutsche Orden entwickelt schon im 13. Jahrhundert ein vorbildliches Buchungssystem. ↑
Der Begriff Keller/ Cellerar kennzeichnet ein Amt im Kloster; der cellerarius ist der Wirtschaftsfachmann, der Ökonom eines Klosters oder Stiftes; häufig fällt auch der Begriff Kämmerer. ↑
Betreuungs- und Bildungseinrichtung für Kinder ab drei Jahren ↑
» siehe auch Kindergarten;
Das soziale Elend in vielen Gemeinden Hessens, Seuchen, Kinderarbeit und Hungersnöte führen dazu, für die Kleinkinder seit den 1840er Jahren verstärkt eine Lösung zu suchen. Diese neuen Einrichtungen werden als Verwahrschulen bezeichnet, in Hessen meist von den neuen Schwesternorden des 19. Jahrhunderts betreut. Der Orden der Armen Dienstmägde Jesu Christi gehört zu den Trägerinnen der Kleinkinderbetreuung und sorgt durch seine zahlreichen Kindergärten besonders im heutigen Hessen für eine einheitliche Ausgestaltung der Kindererziehung. Die in Ordensschulen ausgebildeten Schwestern arbeiten nach Lehrplänen, orientieren sich an den christlichen Jahresfesten und wirken durch Veranstaltungen mit den Kindern in die Gemeinde hinein. ↑
» siehe auch Arme Dienstmägde Jesu Christi (Dernbacher Schwestern); Bettelmannhandel;
Zweiter Orden der Franziskaner; gegründet durch die hl. Clara, daher oft auch Clara-Orden genannt; verpflichtet auf die Regeln des Franziskanerordens. ↑
» siehe auch Franziskaner; Franziskanerinnen;
Klause ist eine kleine Hütte, Behausung, die einsam in einem Wald oder häufig im Gebirge gelegen ist; zu manchen Klausen gehört eine kleine Kapelle. ↑
Nonnen müssen in Klausur wohnen, d.h. sie sind von der „männlichen“ Öffentlichkeit ausgeschlossen und werden von ihr getrennt. In vielen Klosterkirchen haben Nonnen ihren architektonisch abgetrennten Bereich vom übrigen Kirchenraum. Der Begriff kommt aus dem Lateinischen claustrum – abgeschieden, verschlossen. In vielen Männerklöstern leben die Mönche ebenfalls Klausurräumen. ↑
Im 19. Jahrhundert genutzter Begriff für den Kindergarten ↑
» siehe auch Kindergarten;
Als Kleriker bezeichnet man einen Mann, der geistliche Weihen der Kirche, wie Diakon, Priester, Bischof, besitzt. ↑
Im 15. Jahrhundert geht vom Kloster Böddeken nahe Paderborn eine Reformbewegung aus, die zum Ziel hat, die alten mönchischen Ideale eines Gott geweihten Lebens in Gebet und Arbeit wieder zu beleben. Die Mönche in Bödekken schließen sich der Windesheimer Kongregation an. Mit Unterstützung von Landesherren und Bischöfen visitieren und kontrollieren sie viele Mönchs- und Nonnenklöster. ↑
» siehe auch Windesheimer Kongregation;
Das Klostergesetz vom 31.05.1875 ist Teil des Kulturkampfes im Deutschen Reich, hat aber nur in den Preußischen Gebieten Gültigkeit. Auf der Grundlage des Gesetzes werden alle Orden (bis auf die Krankenpflegeorden) auf preußischem Gebiet geschlossen, die Insassen ausgewiesen. Die verbliebenen Orden stehen unter der Aufsicht des Staates und dürfen keine neuen Mitglieder aufnehmen; für die Schulen, Kindergärten, Waisenhäuser und weitere Bildungseinrichtungen kann ein Aufschub von bis zu vier Jahren beantragt werden. Damit bleiben die Klöster der Vinzentinerinnen, Dernbacher Schwestern und der Barmherzigen Brüder bestehen, sie verlieren aber ihre Kindergärten und schulischen Einrichtungen. Viele Orden verlagern ihre Wirkungsstätte ins benachbarte Ausland, gehen nach England oder in die USA. Die Schwestern betreuen weiterhin Ambulanzen, Pflegeheime und Krankenhäuser. Ab 1882 werden die staatlichen Maßnahmen gelockert. 1887 werden fast alle staatlichen Einschränkungen mit dem sog. Friedensgesetz aufgehoben. Viele Ordensniederlassungen entstehen neu, übernehmen Kindergärten, Krankenhäuser und andere soziale Einrichtungen. ↑
» siehe auch Alexianer/Alexianerinnen; Arme Dienstmägde Jesu Christi (Dernbacher Schwestern); Kindergarten; Kulturkampf; Vinzentinerinnen;
Begriff der NS-Propaganda, mit dem die Phase des verschärften Kampfes gegen die katholische Kirche gekennzeichnet wird. Trotz des Konkordates des NS-Staates von 1933 mit der katholischen Kirche versucht der Staat die Kirche zu vernichten. Ab 1935 werden in den sog. Klosterprozessen verstärkt Verfahren wegen vorgeblicher Sittlichkeitsvergehen und von Devisenvergehen vieler Klöster durchgeführt. ↑
» siehe auch Denkschrift zur Ausschaltung der konfessionellen Wohlfahrtseinrichtungen;
Eine Kommende (Komturei) ist eine Niederlassung der Ritterorden mit einer bestimmten Größe; eine Kommende entspricht einem Kloster der klassischen Orden; der Begriff bezeichnet die Gemeinschaft an einem Ort; dieser wird auch als Komturei bezeichnet, an deren Spitze ein Komtur steht. Die Position des Komturs entspricht der eines Abtes bei den Benediktinern. ↑
» siehe auch Ritterorden;
Kongregation, Orden, Genossenschaft – die Begriffe werden synonym genutzt; gemeint ist die Gründung einer religiösen Gemeinschaft wie zum Beispiel die der Armen Dienstmägde Jesu Christi ADJC, die nach einer festgelegten Ordnung leben. Häufig leben Menschen gemeinsam in einer religiösen Kongregation, ohne feierliche Ordensgelübde abzulegen. ↑
Zum Konvent gehören alle Mitglieder eines Klosters, die sich auf die Klosterregeln durch Gelübde verpflichtet haben. ↑
Observanten – Konventuale: zwei Richtungen der Franziskaner, die sich im 15. Jahrhundert entwickeln; den Observanten geht es um die strikte Einhaltung des Armutsgebotes, so wie es Franziskus als Gründer des Ordens fordert; sie lehnen jeden Besitz für ein Kloster ab; die Konventualen stellen verstärkt die Gemeinschaft vor Ort in den Mittelpunkt, deren Ausstattung mit Besitz sie fordern und fördern. ↑
» siehe auch Franziskaner;
Männer und Frauen, die zu einer Klostergemeinschaft gehören, auch einen Eid geleistet haben, aber keine kirchlichen Weihen besitzen; es sind sog. Laienbrüder oder Laienschwestern, die den Wirtschaftsbetrieb des Klosters aufrechterhalten. ↑
Männer und Frauen, die von der Devotio moderna (Nachfolge Christi durch Gebet, Arbeit und Nächstenliebe) erfasst werden, schließen sich als Brüder und Schwestern vom gemeinsamen Leben in klosterähnlichen Gruppen zusammen. Häufig übernehmen sie – besonders die Frauen – die Augustinerregel, um so den Schutz der Bischöfe als geistliche Institution zu erhalten. Männer und Frauen tragen eine schlichte Kleidung, die sich nicht von der Tracht der Bauern und Tagelöhner unterscheidet; das einfache Volk trägt die Gugel – eine Art Zipfelmütze, die über die Schulter auf den Rücken fällt, was zum Namen „Kugelherren“ führt. Die Kugelherren (Fratres devoti) begründen Schulen, um die Auseinandersetzung mit den Lehren des Christentums zu fördern, leiten Schreibstuben und betreiben eine Buchdruckerwerkstatt. Die Gemeinschaften sind in den Städten sehr erfolgreich und stehen so häufig in Konkurrenz zu den einheimischen Handwerkern. Weiter stören sich die Städte an der Vergrößerung des Grundbesitzes der religiösen Gemeinschaft, da so Steuern entfallen (sog. Tote Hand). Dies führt in einer Reihe von Fällen zu Beschränkungen durch die zuständigen Erzbischöfe. ↑
» siehe auch Devotio moderna;
Ab 1871 versucht Bismarck durch zahlreiche Gesetze (Maigesetze, Klostergesetze, Kanzelparagraph...) den Einfluss der katholischen Kirche in Staat und Gesellschaft einzuschränken. 296 Ordensniederlassungen werden geschlossen, Priester und Bischöfe verfolgt. Letztlich misslingt dieses Vorhaben, alle Gesetze werden zurückgenommen und bis auf die Verankerung der Zivilehe und der staatlichen Aufsicht über alle Bildungseinrichtungen aufgehoben. Die Katholische Partei, das Zentrum, gewinnt Stimmen in den Reichstagswahlen. ↑
» siehe auch Klostergesetze;
Versammlung der Dekanatsvertreter; bspw. in der Wetterau die Vertreter der Kleinarchidiakonate von Ilbenstadt, Obermockstadt, Konradsdorf, Langenselbold und der Dekanate Mariagreden u.a. ↑
Der Orden des Heiligen Lazarus wird im 12. Jahrhundert als Ritterorden in Jerusalem gegründet. Die Mitglieder sehen ihre Aufgabe in der Betreuung der Kranken. Der Begriff „Lazarett“ hat hier seinen Ursprung. ↑
Mit dem aus dem Griechischen stammenden Wort bezeichnet man die festgelegten Formen von Gottesdiensten, Taufen, Begräbnissen. Die Liturgie regelt alle religiösen Feiern, beschreibt Inhalt und Anzahl der Gebete, Gesänge, Lesungen und Verhaltensweisen. ↑
Mit Mainzer Freiheit bezeichnet man die direkte Unterstellung der Klöster unter den Erzbischof von Mainz in Abgrenzung zu Papst und Kaiser bzw. anderen Eigenkirchenherren. Dazu gehört auch die Vogtfreiheit; das Kloster, das Stift steht unter Schutz und Hochgericht des Erzbischofs von Mainz. ↑
Im Krieg der Mainzer Stiftsfehde wird um die Besetzung der Mainzer Erzbischofsposition gekämpft. Das Amt des Mainzer Erzbischofs ist mit der Kurfürstenwürde und dem Amt des Erzkanzlers im Alten Deutschen Reich verbunden. 1459 wählt das Stiftskollegium mit knapper Mehrheit Diether von Isenburg gegen Adolf von Nassau zum Erzbischof von Mainz. Von Isenburg verweigert die für eine Amtsbestätigung nötigen Abgaben an den Papst, der daraufhin Adolf von Nassau unterstützt. In dem ausbrechenden Krieg geht es auch um die Anerkennung der Kurfürstenwürde für die Pfalzgrafen, dem Bruder Diethers, und die Freiheitsrechte der Stadt Mainz. Der Graf von Württemberg und der von Baden, die Bischöfe von Metz und Speyer und der Erzbischof von Trier beteiligen sich an den Kämpfen neben weiteren Fürsten. Zahlreiche Städte, Landschaften und Burgen werden verwüstet, viele Menschen sterben in diesem Krieg. Adolf von Nassau bleibt Erzbischof bis 1475, die Stadt Mainz verliert ihre Stellung als Reichsstadt, der Pfalzgraf sichert seine Kurfürstenwürde und das Erzbistum Mainz ist für die Zukunft hoch verschuldet. Nach dem Tode Adolfs von Nassau wählt das Domkapitel erneut Diether von Isenburg, der bis 1482 regiert. ↑
→ Institutum Beatae Mariae Virginis (Englische Fräulein, Maria Ward Schwestern)
Die Marianisten sind ein katholischer Schulorden, der sich besonders der Marienverehrung verpflichtet. Der Orden arbeitet in über dreißig Ländern der Erde. Er wird 1817 in Frankreich gegründet. ↑
Wie beim Ablass steht die Vorstellung von der Gemeinschaft aller, der lebenden und toten Christen dahinter. Die Lebenden, Adlige, Bürger, Bauern, Menschen aus allen Ständen, stiften Geld, Gegenstände, Rechte und vieles mehr an Klöster und Stifte. Dafür verpflichten sich die Mönche und Nonnen mit dem Gebet an die Stifter zu erinnern und so diesen über den Tod hinaus zu helfen. Viele Stiftungen sind an die Vergabe von konkreten Sozialleistungen, wie kostenlose Essensverteilung oder Kleidungsstücke, gebunden. ↑
» siehe auch Seelgerätstiftung;
Anderer Begriff für Bettelorden (lat. mendicare = betteln); dazu zählen die Franziskaner, Dominikaner und Augustiner-Eremiten, ebenso die Karmeliten und Kapuziner, eine strenge franziskanische Richtung; die Bettelorden entstehen im 13. Jahrhundert, als die Rückbesinnung auf urchristliche Werte wie die Nächstenliebe, die Hilfe für sozial Schwache und eine Frömmigkeitsbewegung den Zeitgeist prägen. Verzicht auf Reichtum und Wohlstand, Armut, Gottsuche und Gebet gelten vielen als Lebensziel. Personen wie Franziskus von Assisi, Elisabeth von Thüringen oder Dominikus von Guzman prägen diese Ordensgründungszeit. Der Begriff Minoriten wird dagegen nur auf Franziskaner angewendet. ↑
» siehe auch Augustiner-Eremiten; Bettelorden; Dominikaner; Franziskaner;
Die Kongregation wird nach dem Ersten Weltkrieg 1920 durch Dr. Wilhelm Berning, Bischof von Osmabrück, mit Unterstützung des Ordens der Schwestern von der göttlichen Vorsehung gegründet. Ihre Aufgaben sehen die Schwestern in der Mission, Seelsorge, Kinder- und Krankenbetreuung. Das Mutterhaus liegt in Meppen; 1922 lässt sich die Gemeinschaft in Graal-Müritz, nahe Rostock an der Ostseeküste, nieder. In der Zeit des Nationalsozialismus wird das Mutterhaus beschlagnahmt, die Schwestern müssen Meppen verlassen und ziehen in das bischöfliche Gut Nette in Haste bei Osnabrück um. Hier befindet sich heute das Zentrum des Ordens, der nach dem Zweiten Weltkrieg auch nach Schweden (Uppsala) und nach Südamerika (Paraguay, Brasilien) geht. ↑
Die Schwesterngemeinschaft, Missionsschwestern vom Heiligsten Erlöser, ist ein junger Orden; er wird 1957 in Gars am Inn gegründet, was zur Bezeichnung „Garser Schwestern“ führt. Die Schwestern sehen ihre Aufgaben darin, durch ein vorbildhaftes Leben Zeichen zu setzen und Menschen in Notsituationen zu unterstützen. In ihren Vorstellungen orientieren sie sich an dem Orden der Redemptoristen. ↑
» siehe auch Redemptoristen;
In Hiltrup (Hiltruper Schwestern) bei Münster gründet Pater Hubert Lincken um 1900 einen Missionsorden für Frauen. Die Schwestern sollen den christlichen Glauben in den deutschen Südsee-Kolonien verbreiten. Eine Vielzahl an Niederlassungen entsteht weltweit. Heute liegt das Haus der Generalleitung des Ordens in Rom. ↑
Die Mönchische Lebensform beinhaltet: - Stabilitas loci (Verbleiben am Ort, im Kloster), - tägliches Lesen geistlicher Schriften (lectio divina, Brevier), - Regelfestlegung und Befolgung der Consuetudo – Gehorsam und Disziplin, - Consuetudo – fest gelegter Tagesablauf, Kleidung, Wahlen, Ämter, - apostolisches Leben: Leben wie die Apostel als Nachfolger Christi durch ein vita activa und vita contemplativa (aktive Leben der Glaubenslehre und der Versenkung in die Glaubensinhalte/Meditation) - Imitatio Christi – Nachfolge des Lebens von Christus. ↑
» siehe auch Benediktiner;
Das Mutterhaus ist das Zentrum eines Ordens, einer Kongregation oder eines Diakonissenverbandes. Es legt für die Mitglieder spezielle Regeln des Zusammenlebens fest. Im Mutterhaus werden Schwestern und Diakonissen aus- und weitergebildet; von hieraus werden Schwestern und Diakonissen ausgesendet, hierhin kehren sie zurück, hier verleben sie ihren Ruhestand. Das Mutterhaus übernimmt die Aufgabe einer Familie, es ist zentrale Fürsorgeeinrichtung für seine Mitglieder.Zwischen 1855 und 1864 werden viele neue Mutterhäuser gegründet. Die Vorteile eines Lebens als Schwester oder Diakonisse im 19. Jahrhundert sehen viele Frauen in der Möglichkeit ein selbstbestimmtes Leben führen zu können; sie schätzen die soziale Sicherheit, den Erwerb einer Ausbildung, eigene Verdienstmöglichkeiten und das hohe Prestige dieses Lebensweges. Der Zugang ist für Frauen aus allen Schichten frei. ↑
» siehe auch Diakonisse; Kongregation;
Das Herzogtum Nassau setzt sich über die Eigenverwaltung im Bistum Limburg hinweg. Der Staat versucht Pfarrer einzusetzen, das Kirchenvermögen zu kontrollieren und zu verwalten und die Konfessionsschulen zu beeinflussen. ↑
Der französische Orden eröffnet im 19. Jahrhundert Niederlassungen in Holland, in der Schweiz und nach dem Kulturkampf in Hünfeld. Die deutsche Abteilung des Ordens ist auf die Missionierung in den deutschen Kolonien, besonders Deutsch-Südwestafrika, ausgerichtet. Behördliche Bedingung für die Zulassung in Deutschland ist die Ablösung der deutschen Oblaten vom Mutterhaus in Paris und ihre Verselbständigung (1894). Die politische Gemeinde Hünfeld und der Bischof von Fulda, Kardinal Kopp, unterstützen 1896 den Bau des Bonifatiuskloster als Philosophisch-Theologische Hochschule. Oblaten stellen die Militärseelsorger der deutschen Truppen in Namibia. Im Nationalsozialismus werden die Ordensmitglieder verfolgt, 1941 das Kloster geschlossen. Am 2.August 1946 werden Bibliothek und Kloster mit amerikanischer Unterstützung wiedereröffnet. Die Oblaten engagieren sich nach 1945 besonders in der Betreuung der Vertriebenen und Flüchtlinge. ↑
» siehe auch Kulturkampf; Weiße Väter;
Observanten – Konventuale: zwei Richtungen der Franziskaner, die sich im 15. Jahrhundert entwickeln; den Observanten geht es um die strikte Einhaltung des Armutsgebotes, so wie es Franziskus als Gründer des Ordens fordert; sie lehnen jeden Besitz für ein Kloster ab; die Konventualen stellen verstärkt die Gemeinschaft vor Ort in den Mittelpunkt, deren Ausstattung mit Besitz sie fordern und fördern. ↑
» siehe auch Franziskaner;
Die Opus Spiritus Sancti Gemeinschaft der Heilig-Geist-Schwestern wird 1950 auf Anregung des Limburger Bischofs Wilhelm Kempf und des Pfarrers von Mammolshain/Taunus, Bernhard Bendel, gegründet. Sie ist ein kontemplativer Orden, der sich Gebet und soziale Arbeit als Aufgabe stellt. ↑
Benediktiner: schwarze Tracht, Talar, Gürtel, Skapulier, beim Chorgebet und bei der Predigt eine Kukulle (schwarzer, faltenreicher Mantel); Zisterzienser: weißer Talar, schwarzer Gürtel, schwarzes Skapulier und schwarze Kapuze; Karthäuser und Prämonstratenser: weiße Tracht; Augustiner: schwarze Kutte mit weißen Ärmeln, schwarzer Ledergürtel, lange, spitze weiße Kapuze; Dominikaner: weißer Talar und Skapulier mit spitzer, weißer Kapuze; beim Beichthören und bei der Predigt schwarzer offener Mantel mit Kapuze; Franziskaner und Observanten: braune Kutte mit brauner Kapuze; Kapuziner: braune Kutte mit langer Kapuze; Jesuiten: gewöhnliche Priesterkleidung. ↑
Der Missionsorden der Pallottiner gründet 1892 das erste Pallottinerkloster auf deutschem Boden in Limburg. Da nur deutschen Personen die Missionierung in deutschen Kolonien erlaubt wird, genehmigt die preußische Regierung den Aufbau des Missionshauses 1897 in Limburg, um Missionare für Kamerun auszubilden. 1901 übernehmen die Pallottiner die Mission der Ureinwohner in Nordwestaustralien. Nach dem Ersten Weltkrieg arbeiten Pallottiner aus Limburg in Chile (1921), Zentralkapland (1922), Argentinien (1925), Kanada (1944), gründen Niederlassungen in Schlesien, Ostpreußen, Danzig, der Tschechoslowakei und Ungarn. In der Zeit des Nationalsozialismus wird der Orden verfolgt, das Missionshaus beschlagnahmt. Nach dem Krieg kehren die Pallottiner zurück. Die philosophisch-theologische Hochschule wird von Limburg nach Vallendar/Schönstatt verlegt. Die Pallottiner engagieren sich in der Vertriebenenseelsorge in Westdeutschland, gründen eine Vielzahl neuer Niederlassungen. 1964 kehren sie nach Kamerun zurück und eröffnen hier 1991 ein Studienhaus. ↑
» siehe auch Pallottinerinnen;
In Limburg wird 1895 mit neun Schwestern eine Niederlassung der Gesellschaft des katholischen Apostolats, der Pallottinerinnen, gegründet, mit dem Ziel, in der deutschen Kolonie Kamerun als Missionsschwestern zu arbeiten. 1896 gehen die ersten vier Schwestern aus Limburg nach Kamerun, um die dortigen Missionare zu unterstützen. Sie leiten Krankenambulanzen, gründen Elementarschulen und kümmern sich um Frauen und Waisen. 1901 wird als Mutterhaus des Ordens in Deutschland das Kloster Marienborn in Limburg errichtet, das bis 2019 existiert. Im Ersten Weltkrieges müssen alle Missionarinnen die ehemalige deutsche Kolonie Kamerun verlassen und kehren ins Mutterhaus zurück. Nach 1918 arbeiten die Schwestern in der Krankenpflege, in Kindergärten und in der Seelsorge. Weitere Niederlassungen werden in England und den USA, in Mittel- und Südamerika, Afrika, in der Schweiz und Polen gegründet. Bis 1968 befindet sich das Generalat der Pallottinerinnen in Limburg, wird dann nach Rom verlegt. ↑
» siehe auch Pallottiner;
Sammelbegriff für kirchliche Gewänder und Ausstattungsgegenstände aus Textil für religiöse Räume und Gebäude ↑
Zentral für den mittelalterlichen christlichen Menschen ist es, mit der Taufe in die Kirchengemeinschaft aufgenommen, mit einem Begräbnis verabschiedet zu werden. Im Alltag sind die Predigten, das Abhalten von Messen und Beichten für ihn wichtig. Diese Aufgaben und Rechte sind an eine Pfarrstelle gebunden, die dafür Zahlungen und Abgaben erhält. ↑
Pfründe sind fest gelegte Einkommen oder Besitzansprüche, die mit einem bestimmten Amt oder einer Aufgabe verbunden sind. So kann beispielsweise die Aufnahme in ein Stift damit verbunden sein, dass man die Erträge eines bestimmten Grundstücks erhält. ↑
Pitanzen sind Zusatzmahlzeiten, die zu besonderen Anlässen im Jahresablauf von Privatpersonen gestiftet werden und durch die Klöster und Stifte ausgegeben werden; verwaltet werden sie durch einen Pitanzmeister in großen Klöstern. ↑
Zu Beginn des 12. Jahrhunderts gründet der Adlige Norbert von Gennep aus Xanten nach einem Leben als Chorherr, Wanderprediger und Priester eine neue strenge Chorherrengemeinschaft, orientiert an den Regeln von Augustinus. Ein asketischer Lebensstil, Verzicht auf Besitz und Eigentum und die Arbeit in der Seelsorge und Betreuung der Bevölkerung prägen das Ordensleben. Den Namen erhält der neue Orden nach dem ersten Kloster der Gemeinschaft, das im Tal von Premontré entsteht. Er wird 1126 durch Papst Honorius II. bestätigt und breitet sich schnell in ganz Europa, auch im heutigen Hessen aus. Die Chorherren tragen ein weißes Gewand, das an ein weißes Bußgewand erinnern soll. An der Spitze des Gesamtordens steht ein Generalabt, dem die einzelnen Zirkarien = Provinzen, untergeordnet sind. Im Zentrum der Niederlassung steht eine Kirche, ein Stift, in der Chordienst gehalten wird. Früh bildet sich ein weiblicher Zweig des Ordens heraus, nachdem in der Anfangszeit häufig Doppelklöster existierten. Überwiegend adlige Personen treten diesem Orden bei, spenden und stiften umfangreiche Güter. ↑
Zu Beginn des 12. Jahrhunderts gründet der Adlige Norbert von Gennep aus Xanten nach einem Leben als Chorherr, Wanderprediger und Priester eine neue strenge Chorherrengemeinschaft, orientiert an den Regeln von Augustinus. Ein asketischer Lebensstil, Verzicht auf Besitz und Eigentum und die Arbeit in der Seelsorge und Betreuung der Bevölkerung prägen das Ordensleben. Den Namen erhält der neue Orden nach dem ersten Kloster der Gemeinschaft, das im Tal von Premontré entsteht. Er wird 1126 durch Papst Honorius II. bestätigt und breitet sich schnell in ganz Europa, auch im heutigen Hessen aus. Die Chorherren tragen ein weißes Gewand, das an ein weißes Bußgewand erinnern soll. An der Spitze des Gesamtordens steht ein Generalabt, dem die einzelnen Zirkarien = Provinzen, untergeordnet sind. Im Zentrum der Niederlassung steht eine Kirche, ein Stift, in der Chordienst gehalten wird. Früh bildet sich ein weiblicher Zweig des Ordens heraus, nachdem in der Anfangszeit häufig Doppelklöster existierten. Die Prämonstratenserinnen sehen ihre zentralen Aufgaben im Gebet und in der Meditation, auch der Betreuung von Armen und Kranken. Überwiegend adlige Personen treten diesem Orden bei, spenden und stiften umfangreiche Güter. ↑
Lehrer in einem Kloster; als „praeceptor Germaniae“ wird Hrabanus Maurus bezeichnet, der als Abt des Klosters Fulda und als Erzbischof von Mainz im 9. Jahrhundert bedeutende religiöse Schriften verfasst und die Kirche im Karolinger Reich prägt. ↑
Der Bettelorden der Dominikaner hat sich besonders der Auslegung der christlichen Lehre und dem Kampf gegen Ketzer verpflichtet mit dem Mittel der Predigt; daher der Name. ↑
» siehe auch Bettelorden;
Meist der Vertreter des Abtes oder des Propstes im Kloster; er steht dem Konvent vor und kann disziplinarische Maßnahmen ergreifen. ↑
» siehe auch Abt;
Versammlung aller Klostervertreter (meist mindestens der Abt und sein Stellvertreter) einer Provinz. ↑
» siehe auch Kapitel (1);
Regelmäßige Sammlung von Geld und Waren durch Antonitermönche, Quästoren, die in einem bestimmten Bezirk Spenden und Almosen einsammeln. Mit päpstlichen Bullen und Ermächtigungen der Erzbischöfe von Mainz ausgerüstet, führen die Grünberger Antoniter ihre jährlichen Almosensammelfahrten (Quest) bis in die Städte an der Nordsee wie Stade aus. Zum Sammelbereich gehören der nördliche und östliche Bereich des Erzbistums Mainz, das Erzbistum Bremen, die Bistümer Verden, Minden, Paderborn und Osnabrück. Die Erlaubnisscheine werden gegen eine Geldzahlung meist jährlich neu in den Diözesen ausgegeben. Erleichtert wird das Betteln durch ortsansässige Bruderschaften der Grünberger Antoniter wie in Bremen. ↑
» siehe auch Antoniter;
Der Rat der Stadt übernimmt einerseits die Kontrolle über die Wirtschaftsführung eines Klosters oder Stifts, muss andererseits auch für die Unterhaltung der Bauten und die soziale Absicherung sorgen. Besonders in den großen Reichsstädten stehen Klöster und Stifte unter Aufsicht der Städte. ↑
Der Orden des Heiligsten Erlösers (Congregatio Sanctissimi Redemptoris), wird 1732 in Italien gegründet. Das Leben der Priester ist durch strenge Regeln geprägt. Sie arbeiten in der Pfarrseelsorge, in der Volksmission, bieten Exerzitien und Besinnungstage, Beicht-, Gesprächs- und Telefonseelsorge an, engagieren sich in der Jugendarbeit, in Schulen, an Universitäten und besonders in sozialen Brennpunkten. ↑
Teil eines Klostergebäudes, Speisesaal. ↑
Im 14. und 15. Jahrhundert entwickeln sich in mehreren Oren Reformbewegungen, die die ursprünglichen Ideale eines Klosterlebens in den Mittelpunkt stellen. ↑
» siehe auch Bursfelder Kongregation; Windesheimer Kongregation;
Kanoniker, also geweihte Priester, die nach einer Ordensregel, meist der Augustinerregel, in einem Gebäude an einer Kirche zusammenleben, nennt man Regularkanoniker. Sie legen ein Gelübde auf Ordensregeln ab, sind aber keine Mönche. ↑
» siehe auch Chorherren;
Nach der Reformation wird auf dem Konzil von Trient (1545 - 1563) mit einer Vielzahl an Maßnahmen versucht, die katholische Kirche zu erneuern und so die Gläubigen für den Katholizismus zurück zu gewinnen. Gefördert wird die Rekatholisierung, auch als Gegenreformation gekennzeichnet, in vielen Territorien durch die Festlegungen des Augsburger Religionsfriedens (1555), der die Entscheidung über die Konfession der Bevölkerung in die Hände der Landesherren im Deutschen Reich legt (cuius regio – eius religio). ↑
Teile des Körpers einer oder eines Heiligen oder besondere Gegenstände, die mit einem Heiligen in Verbindung stehen. ↑
In der Kreuzzugsbewegung des 12. Jahrhundert bilden sich große Gemeinschaften heraus, die von adligen Rittern getragen werden. Für sie gelten Mönchsregeln, wie Gehorsam, Besitzlosigkeit und die Einhaltung von Tagesgebeten und Messfeiern. Der Kampf mit der Waffe wird mit religiösen Pflichten verbunden. Versorgung der Pilger, Reisenden und Kranken gehört ebenfalls zu den Aufgaben. Die großen Ritterorden der Johanniter und der Deutschordensritter sind in Provinzen (Nationen, Zungen) organisiert; Vorsteher = Baiuus/ ballivus (mittellateinisch) = Verwalter organisieren eine Ballei; diese untergliedern sich in Priorate mit einzelnen Kommenden und Komtureien. Ritter, Priester, Brüder oder Halbbrüder leben in den Gemeinschaften. Zu diesen großen Wirtschaftseinheiten gehören auch Laien, Dienstleute und Tagelöhner. ↑
» siehe auch Deutscher Orden; Johanniter; Kommende;
Der Untergang des Alten Reiches in der Zeit Napoleons führt zur Aufhebung aller bis dahin noch bestehender Klöster und Stifte; sie werden verweltlicht = säkularisiert. Die jeweiligen Landesherren übernehmen den gesamten Besitz, Gebäude, Inventar, Bibliotheken und Archive der Klöster; die Mönche und Nonnen müssen die Häuser verlassen; sie werden zum Teil entschädigt. 1803 werden im Gebiet des Herzogtums Nassau alle Klöster aufgehoben, insgesamt 18 Männer- und 8 Frauenklöster. Der Auflösungsprozess zieht sich bis 1817 hin. In diesem Jahr wird das letzte Kloster der Franziskanerinnen in Limburg aufgelöst. . ↑
Der Orden der Salesianer wird 1859 in Italien durch den hl. Don Bosco (1815-89) in der Industriestadt Turin gegründet. Die Gemeinschaft sieht ihre Aufgabe in der erzieherischen Betreuung von Jugendlichen besonders in den Großstädten. In Einrichtungen des Ordens werden Jugendliche aufgenommen, um sie vor Verwahrlosung zu schützen und ihnen eine Ausbildung zu geben. In Hessen arbeiten die Salesianer in Sannerz, Wiesbaden, Kassel und Marienhausen. ↑
Um die Heiligkeit als Charakteristikum gibt es einen Streit zwischen den Dominikanern (Position: Maria ist normaler Mensch, der durch Gott geheiligt wurde) und Franziskanern (Position: Maria ist eine herausgehobene Person - unbefleckte Empfängnis); 1479 wird der theologische Streit in Marburg ausgetragen. ↑
Die Kongregation der Schwestern der christlichen Schulen von der Barmherzigkeit wird 1807 in Cherbourg von Julie Postel gegründet mit dem Ziel, Kinder und Jugendliche im christlichen Sinne zu erziehen. 1862 wird in Heiligenstadt im Eichsfeld die erste deutsche Niederlassung aufgebaut. Nach diesem Provinzialhaus in Thüringen werden sie auch Heiligenstädter Schulschwestern, auch Schwestern der Heiligen Maria Magdalena Postel genannt. 1920 wird die deutsche Ordensprovinz durch den Papst zur eigenständigen Kongregation erklärt. In Kassel leiten sie seit 1892 die sog. Engelsburg, heute ein voll ausgebautes Gymnasium. ↑
» siehe auch Kongregation;
Entstanden ist die Schwesterngemeinschaft 1903 in München. Sie widmet sich ausschließlich der Krankenpflege. Die Schwestern verstehen sich als Tertiarinnen, d.h. sie folgen den Ordensregeln des hl. Franziskus, tragen ein einheitliches Gewand, legen aber keine Gelübde ab. Seit 1925 werden die Frauen feierlich in einer kirchlichen Zeremonie in den Orden aufgenommen. Das Mutterhaus liegt auch heute noch in München. ↑
» siehe auch Franziskanerinnen;
Die Kongregation der Schwestern Unserer Lieben Frau wird 1803 in Amien durch Julie Billiart gegründet und setzt sich besonders die Erziehung und Ausbildung von Mädchen und Frauen als Ziel. Der Schulorden unterhält in Bad Nauheim seit 1926 die Lioba-Schule. ↑
» siehe auch Kongregation;
Der Orden der Schwestern unserer Lieben Frau vom Berge Sion wird in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts gegründet. Er sieht seine Hauptaufgabe in der Erziehung zur Ökumene, zum Verständnis und Ausgleich mit dem Judentum und den unterschiedlichen Konfessionen. ↑
1844 wird der Orden durch Clara Fey, Tochter aus einer wohlhabenden Tuchfabrikantenfamilie in Aachen, gemeinsam mit engagierten Frauen gegründet. Sie kümmern sich um verarmte und verwahrloste Kinder in der Stadt, eröffnen für sie eine Armenschule, um ihnen Bildung zu ermöglichen. Im Kulturkampf (1872) muss der Orden (600 Schwestern, die 12 000 Kinder und Jugendliche betreuen) seine Einrichtungen schließen und Aachen verlassen. Er kehrt nach 1878 wieder zurück; die Schwestern arbeiten in sozialen Bereichen. ↑
Männer und Frauen, die von der Devotio moderna (Nachfolge Christi durch Gebet, Arbeit und Nächstenliebe) erfasst werden, schließen sich als Brüder und Schwestern vom gemeinsamen Leben in klosterähnlichen Gruppen zusammen. Häufig übernehmen sie – besonders die Frauen – die Augustinerregel, um so den Schutz der Bischöfe als geistliche Institution zu erhalten. Männer und Frauen tragen eine schlichte Kleidung, die sich nicht von der Tracht der Bauern und Tagelöhner unterscheidet. Sie sind gut ausgebildet und fördern die Verbreitung von Wissen. Die Gemeinschaften sind in den Städten sehr erfolgreich und stehen so häufig in Konkurrenz zu den einheimischen Handwerkern. Weiter stören sich die Städte an der Vergrößerung des Grundbesitzes, da so Steuern entfallen (sog. Tote Hand). Dies führt in einer Reihe von Fällen zu Beschränkungen durch die zuständigen Erzbischöfe wie bspw. in Naumburg. Hier wird die Größe der Schwesterngemeinschaft 1493 durch den Erzbischof von Mainz begrenzt. ↑
Der Orden wird 1849 als Kongregation der Schwestern vom Göttlichen Erlöser durch Elisabeth Eppinger in Bad Niederbronn im Elsaß gegründet. Von hier breitet er sich in die entstehenden Industriestädten, wie Karlsruhe, Würzburg, München, Wien, aus. Die erste Niederlassung des Ordens im Bistum Mainz wird in Darmstadt gegründet. In diesem existieren zwischen 1861 und 1934 34 Niederlassungen (Krankenambulanzen, Krankenhäuser, Kindergärten, Altenheime). Die Schwestern vom Göttlichen Erlöser sind auch als Niederbronner Schwestern – nach ihrem Herkunftsort Bad Niederbronn im Elsass – bekannt. Daneben werden sie als Bühler Schwestern bezeichnet nach dem Mutterhaus der Provinz Baden-Hessen in Bühl. Ihre Aufgabe sehen die Schwestern in der Verpflegung armer Kranker und der Betreuung von Randgruppen. ↑
» siehe auch Kongregation;
Die Kongregation der "Schwestern vom Guten Hirten" wird 1835 in Frankreich gegründet und verbreitet sich von hier aus in Europa. Sie sieht ihre Aufgabe in der Betreuung und Unterstützung der Armen, Schwachen und besonders der Kinder. 1997 wird der Orden von den Vereinten Nationen als NGO (Non-Govermental-Organisation) anerkannt. ↑
Die Kongregation der Schwestern vom Heiligen Geist wird 1857 in Koblenz durch Anna Maria Hoelscher gegründet mit Zustimmung des Trierer Bischofs. Die Schwestern orientieren ihre Klosterordnung an der Regel des hl. Augustinus. Als vorrangige Ziele sehen sie die Pflege der Kranken und die Erteilung von Schulunterricht an. In den Kriegen von 1866 und 1870 arbeiten sie in Lazaretten. Durch den Kulturkampf verlieren die Schwestern ihre Schulen und beschränken sich auf den sozialen und medizinischen Bereich. 1887 wird der Marienhof in Koblenz als neues Mutterhaus und Krankenhaus bezogen, 1910 erhält der Orden die päpstliche Anerkennung. Die Schwestern arbeiten in der Krankenpflege, leiten Kindergärten, Altenheime und Nähschulen. In Frankfurt und Duisburg führen sie „Monikaheime“ für sog. „gefallene Mädchen und Frauen“. 1925 existieren 47 Niederlassungen der Kongregation. ↑
» siehe auch Augustinerregel; Kongregation; Kulturkampf;
1851 wird die Niederlassung der Kongregation der Schwestern von der göttlichen Vorsehung in Finthen bei Mainz mit Förderung durch Bischof von Ketteler gegründet. Die Schwestern widmen sich der schulischen Erziehung der Kinder, besonders der Mädchen auf dem Lande und der Krankenversorgung. Von Mainz aus werden 24 Niederlassungen im Großherzogtum Hessen, seit 1856 weitere in den USA gegründet. Der Orden unterhält Schulen, Krankenhäuser, Kindergärten und Altenheime. In ordenseigenen Bildungseinrichtungen wird der Nachwuchs ausgebildet (Krankenpflegeschulen, Akademien). Bis zum Beginn des Kulturkampfes werden 26 Krankenstationen überwiegend im ländlichen Raum im Bistum Mainz durch Schwestern betreut; dazu kommen Koch-, Näh-, Strick- und Haushaltsschulen; nach dem Kulturkampf zwischen 1874 und 1914 gelingt die Neugründung von 66 Stationen (Kindergärten- und krippen, Schulen, Waisenhäuser, Ambulanzen, Alten- und Mädchenheime). Nach ihren Gründungsort werden sie auch Mainzer Schwestern genannt. ↑
» siehe auch Kindergarten; Kongregation; Kulturkampf;
Der Orden entsteht 1842 in Oberschlesien (Neiße). Dorothea Wolff und ihre Schwestern arbeiten seit 1832 in der Krankenpflege vor Ort (Choleraepidemie), orientieren sich am Vorbild der heiligen Elisabeth von Thüringen und geben sich 1842 eine Ordensregel. Die Bevölkerung gibt ihnen den Namen „Graue Schwestern“, da sie nur schlichte Kleidung aus grauem Tuch und einen grauen Hut tragen. Das Erbe der Eltern wird zum finanziellen Grundstock der Gemeinschaft, die schnell großen Zulauf erhält. Bereits 1859 gehören 11 Filialen mit 60 Mitgliedern zum Verein, der sich der ambulanten Krankenpflege widmet, er wird in diesem Jahr als Orden durch den Erzbischof von Breslau anerkannt. Um 1890 hat der Orden bereits über 300 Niederlassungen in Ost- und Westpreußen, Thüringen, Schweden, Norwegen, Dänemark und Italien. Nach dem Zweiten Weltkrieg werden die Schwestern aus Osteuropa vertrieben; viele lassen sich in Westdeutschland nieder, so auch in Hadamar. ↑
» siehe auch Kongregation;
Der Orden der Katharinerinnen besteht seit 1571 und widmet sich der Krankenbetreuung und Versorgung von alten und schwachen Menschen. Im Ermland in Ostpreußen bauen sie Schulen und Krankenanstalten auf, leiten Waisenheime und Sozialstationen. Während der Zeit des Kulturkampfes gehen die Schwestern nach Finnland, nach England (Liverpool) und Brasilien. Nach 1890 bauen sie erneut eine Vielzahl an schulischen und sozialen Einrichtungen in Ostpreußen auf. Am Ende des Zweiten Weltkrieges fliehen viele Schwestern in den Westen. In Schlitz sind sie in einem Alten- und Pflegeheim tätig. ↑
Die Schwestern von der Missionsgesellschaft „Königin der Apostel“ leiten seit 1919 eine Krankenambulanz in Butzbach. Sie sind im Kindergarten der Gemeinde, dem Montessori-Kinderhaus Sankt Martin, auch heute (2020) tätig. Der ursprüngliche Name der Gemeinschaft lautet Missionsgesellschaft von der Unbefleckten Empfängnis, auch Genossenschaft der Unbefleckten Empfängnis Mariens. ↑
» siehe auch Kongregation;
Das St. Hedwigs-Sanatorium in Bad Nauheim wird durch Schwestern des Ordens von der Unbefleckten Empfängnis geleitet. Das Mutterhaus des Ordens liegt im heutigen Polen, in Neiße. Die Schwestern kommen nach dem Zweiten Weltkrieg nach Bad Nauheim. Der Orden ist im Zusammenhang mit der religiösen Diskussion zur Unbefleckten Empfängnis Mariens entstanden (1854), bevor das Dogma durch den Papst ausgesprochen wurde. Der Orden nennt sich auch Missionsschwestern von der Unbefleckten Empfängnis. ↑
» siehe auch Kongregation;
Teil eines Klostergebäudes; mit Scriptorium bezeichnet man den Schreibsaal; hier werden Bücher kopiert und kostbare Handschriften erstellt. ↑
Als Vorsorge für das Sein nach dem Tode stiften Menschen Geld, Gegenstände und Rechte. Besonders im 11. und 12. Jahrhundert erhalten die Klöster Wiesen, Wälder, Weinberge, Zinseinkommen und vieles mehr von Adelsfamilien und Bürgerlichen gespendet. Als Gegenleistung werden Messen abgehalten, Gebete gesprochen, aber auch Armenspeisungen vorgenommen und Hospitäler unterhalten. ↑
» siehe auch Memorialstiftung;
Betreuung der Menschen durch einen geweihten Priester; dazu gehören Taufen, Hochzeiten und Sterbefälle, die Abnahme der Beichte, das Halten von Messen, Gottesdiensten und das Predigen. ↑
Durch die Kölner Erzbischöfe wird seit dem Ende des 11. Jahrhunderts eine Reform der Benediktinerklöster ihrer Diözese veranlasst, so bspw. im Kloster Flechtdorf. Es geht um eine Beachtung der ursprünglichen Mönchsideale und die Unterstellung unter erzbischöfliche Aufsicht. ↑
» siehe auch Reformbewegung;
Der Orden der Religious Sisters of Mercy (Barmherzige Schwestern von Alma) wird 1831 von Catherine McAuley (1778–1841) in Irland gegründet. Die Schwestern verpflichten sich sozial tätig zu sein und sich der Kranken und Armen anzunehmen. Der Orden hat 2003 weltweit ungefähr 10.000 Mitglieder und ist in verschiedenen Kongregationen organisiert. Im Odenwald leitet er seit 1992 das Marienhaus in Breuberg. ↑
Der Orden wird 1948 im Bistum Erznakulam/Kerala (Südindien) gegründet. Ihre Aufgabe sehen die Schwestern in der Betreuung von Familien, Frauen und Kindern; zusätzlich arbeiten sie in der Krankenpflege. ↑
Teil eines Ordensgewandes; damit ist eine Art Überkleid gemeint, das mit einem großen Halsausschnitt über den Kopf gezogen wird und an den Seiten rechts und links offen bleibt. ↑
Begriff für die geistlichen Vorrechte, die mit einer Weihe und mit der Übernahme einer Position in der Kirche, wie einem Pfarramt oder einem Kanonikat, übertragen werden. ↑
Viele Orden unterhalten Stadthöfe, wo die Abgaben und Einnahmen aus dem Besitz in der Stadt gesammelt und Produkte der Klöster verkauft werden. Zu den größeren Stadthöfen gehören Kapellen, Wohn- und Wirtschaftsgebäude. Sie dienen für Reisende als Gaststätten und als Notariate und Gerichtsstätten. ↑
Geweihte Priester, die an einer Kirche wirken, leben häufig in einem Stift zusammen. Damit bezeichnet man sowohl die Gebäude, das Land und alles Eigentum, das zu dieser Kirche gehört, als auch die Organisationsform. Die Stiftinsassen unterstehen keinem bestimmten Orden, leben aber nach ähnlichen Regeln wie der Abhaltung des Chorgebetes und der Übernahme sozialer Aufgaben. Im 9. Jahrhundert wird unter dem Vorsitz von Karl dem Großen auf der Synode von Aachen (816 - 819) festgelegt, nach welchen Regeln sich das Leben von Priestern an einer Kirche ausrichten muss; auch die Größe eines Stiftes/ Klosters wird festgelegt; die Anzahl der geistlichen Personen orientiert sich nach der mit Einkommen ausgestatteten Stellen/Positionen, den sog. Pfründen, um die Lebensgrundlagen abzusichern. Auch für Frauen besteht die Einrichtung von Stiften. Meist treten Töchter aus Adels- und Bürgerfamilien in Stifte ein, vergrößern durch ihre Mitgift das Stiftsvermögen. ↑
Niederlassung eines Ordens in meist größeren Orten. Hier halten sich Mönche auf, die einerseits mit Almosensammlungen zum Unterhalt der Gemeinschaft beitragen, andererseits predigen sie in den umliegenden Ortschaften und betreuen seelsorgerisch die Bevölkerung. Ein päpstliches Privileg gibt den Bettelorden (Franziskaner, Dominikaner, Augustinereremiten und Antoniter) das Recht, Geld und Güter zu erbetteln, zu terminieren. ↑
Von den Ideen der Bettelorden fühlen sich im 13. Jahrhundert auch viele Laien angesprochen, die keine religiöse Ausbildung haben. Sie schließen sich meist dem Franziskanerorden an, verzichten auf ihren Besitz und arbeiten in Spitälern und in der Armenfürsorge. Häufig bilden sie eigenständige Wohngemeinschaften (Nachfolge Christi bei Verzicht auf den eigenen Besitz und der Weihe des Lebens in der Sorge für die Armen und Verlassenen der Gesellschaft). Innerhalb der franziskanischen Bewegung werden die Männer/Mönche als erster, die Frauen/Nonnen als zweiter Orden bezeichnet, so diese Laiengruppen als Dritter Orden/ Tertiaren. ↑
» siehe auch Franziskaner;
Der in Österreich 1868 gegründete Orden der Töchter der göttlichen Liebe setzt sich als Ziel, die Bildung und Ausbildung von Kindern und Jugendlichen zu ermöglichen. ↑
Der 1833 in Lüttich gegründete Frauenorden der Töchter vom Heiligen Kreuz engagiert sich in der Krankenpflege und der Ausbildung von Kindern und Jugendlichen, vorrangig junger Mädchen und Frauen. Die Gemeinschaft orientiert sich an den franziskanischen Regeln. In Bebra kümmern sich die Schwestern seit 1953 besonders um Flüchtlinge aus Ostdeutschland und Osteuropa. ↑
» siehe auch Franziskanerinnen;
Geistlicher Besitz in den Städten und Gemeinden, der nicht steuer- und abgabenpflichtig ist. ↑
Der Orden der Ursulinen widmet sich besonders der Erziehung und Ausbildung von Mädchen und gründet Schulen besonders in den Städten. Die Schwestern leben nach der Regel des hl. Augustinus und der hl. Angela von Merici (1474-1540). In England initiiert Mary Ward (1585 – 1645) eine ähnliche Bewegung, daher der Name „Englische Fräulein“. Die Ursulinen/Englische Fräuleins fühlen sich den Jesuiten eng verbunden Nach dem Zweiten Weltkrieg übernimmt der Schulorden eine Mädchenschule der Englischen Fräulein in Offenbach und baut diese zu einem großen Mädchengymnasium aus. Dieses besteht heute weiter in Trägerschaft des Bistums Mainz und ist für Mädchen aller Religionen offen. ↑
» siehe auch Englische Fräulein;
1734 gründet Kardinal Armand Gaston de Rohan-Soubise, Bischof von Straßburg, die Soeurs de la charité, in Straßburg, die sich auf den heiligen Vinzenz von Paul (1581-1660) berufen. Dieser gilt als Begründer der neuzeitlichen Caritas, als Betreuer der Armen und Kranken. Die Ordensschwestern absolvieren eine medizinische Ausbildung, und werden zur bekanntesten Krankenpflegeinstitution ihrer Zeit mit über 290 Häusern und rund 1500 Schwestern im 18. Jahrhundert. 1868 wird der endgültige Name der Gemeinschaft, „Genossenschaft der Barmherzigen Schwestern vom hl. Vinzenz von Paul“, durch königliches Edikt bestätigt. Nach der Gründung eines Mutterhauses in Fulda 1834 übernehmen die Vinzentinerinnen in fast allen ost- und nordhessischen Orten (91) die soziale Versorgung der Bevölkerung. Meist wünschen Pfarrer oder die politische Gemeinde die Entsendung von Schwestern. Zwischen dem Bistum, der kurhessischen, nach dem Kulturkampf mit der preußischen Regierung werden Verträge über die Finanzierung und die Arbeitsbereiche ausgehandelt. Die Schwestern bauen in der Regel eine Krankenambulanz auf, eröffnen Kindergärten und Haushaltsschulen. Sie sehen ihre Hauptaufgabe in der sozialen Betreuung der Bevölkerung ohne Ansehen der Konfession. Innerhalb des Ordens erhalten alle Schwestern eine Ausbildung im medizinischen oder pädagogischen Bereich. Damit bietet der Orden eine der wenigen beruflichen Ausbildungswege für Frauen im 19.Jahrhundert. Im Ersten Weltkrieges richtet der Orden eine Vielzahl an Lazaretten ein. Die freiheitliche Verfassung der Weimarer Republik ermöglicht einen weiteren Ausbau der Niederlassungen. In der NS-Zeit werden die Kindergärten und Waisenhäuer durch den Staat geschlossen, nach Kriegsende wiedereröffnet. ↑
» siehe auch Kindergarten; Kongregation; Kulturkampf;
Kontrolle des Lebens im Kloster durch Äbte anderer Klöster; mit den Visitationen, die im bestimmten Rhythmus durchgeführt werden (bei den Prämonstratensern alle drei Jahre), soll die Einhaltung der Klosterregeln und auch einer sinnvollen Wirtschaftsführung gesichert werden. Im 15. Jahrhundert beauftragen zunehmend die Landesherren Äbte aus Reformklöstern Visitationen durchzuführen (Haina, Caldern, Ahnaberg…). ↑
Der Orden der „Missionsgesellschaft der Afrikamissionare“ wird durch den Erzbischof von Algier, Kardinal Charles Martial Allemand Lavigerie, 1868 in Lyon gegründet. Ziel der Gemeinschaft ist es, den christlichen Glauben in den europäischen Kolonien zu verbreiten. Bewusst sollen die Priester und Brüder sich an die Lebensbedingungen der Menschen vor Ort anpassen, ihre Sprache lernen und ihre Kultur achten. Der weiße Burnus der Beduinen wird daher als Ordensgewand übernommen und prägt den Namen der Missionsgesellschaft bis heute als Weiße Väter. ↑
Ende des 12. Jahrhunderts gründen Freunde und Schüler des Eremiten Wilhelm von Malavalle (gestorben 1157), der südlich von Siena lebte, eine neue Gemeinschaft, die sich einem strengen Leben verpflichtet. Dieser Orden orientiert sich seit 1256 mit Zustimmung des Papstes Alexander (1254-1261) an der Benediktinerregel, nachdem er kurzzeitig zwangsweise mit den Augustinereremiten zusammengeschlossen worden war. Die Mönche sehen ihren Aufgabenbereich in der Predigt, im Messen lesen, Beichte hören, der Krankenfürsorge und im Unterrichten, weniger in der Almosensammlung und unterscheiden sich so von den Bettelorden. ↑
Ein Zusammenschluss mehrerer Klöster, die sich seit der Mitte des 14. Jahrhunderts für eine Reform des Klosterlebens einsetzen. Die Bewegung geht vom Stift Windesheim aus und stellt besonders das gemeinsame Chorgebet in den Mittelpunkt des klösterlichen Alltags. ↑
» siehe auch Kongregation; Reformbewegung;
Niederlassung des Zisterzienserordens, Kloster der Zisterzienser. ↑
Der Orden entsteht Ende des 11. Jahrhunderts, um Reformen im Mönchsleben umzusetzen. Die Mönche lassen sich in unerschlossenen Gebieten nieder, leisten Zivilisations- und Kultivierungstätigkeit. Körperliche Arbeit – Roden von Wäldern, Landwirtschaft, Ausübung von Handwerken, Sicherung des Alltags durch Eigentätigkeit, Bau von Kirchen und Klöstern werden mit Gebet, Meditation, Fasten und sozialer Tätigkeit verknüpft. Ziel ist die Selbstversorgung der Gemeinschaft. Damit erschließen die Zisterzienser große Bereiche des Alten Deutschen Reiches und modernisieren die landwirtschaftlich geprägten Regionen. Sehr früh entstehen Frauenklöster innerhalb des Ordens. Auch sie unterwerfen sich dem strikten Tagesablauf und dem Gebot von Gebet und Arbeit. Die Zisterzienserklöster sind direkt dem Papst unterstellt. ↑
Der Zisterzienserorden entsteht Ende des 11. Jahrhunderts um Reformen im Mönchsleben umzusetzen. Die Mönche lassen sich in unerschlossenen Gebieten nieder, leisten Zivilisations- und Kultivierungstätigkeit. Körperliche Arbeit – Roden von Wäldern, Landwirtschaft, Ausübung von Handwerken, Sicherung des Alltags durch Eigentätigkeit, Bau von Kirchen und Klöstern werden mit Gebet, Meditation, Fasten und sozialer Tätigkeit verknüpft. Ziel ist die Selbstversorgung der Gemeinschaft. Vermutlich wird 1113 das erste Frauenkloster in Frankreich gegründet, das die Zisterzienserregel übernimmt. Der Orden steht der Gründung von Frauenklöstern skeptisch gegenüber, da für die Gemeinschaft nach den Regeln eine Selbstversorgung gewährleistet bleiben soll. Dies ändert sich mit dem 13. Jahrhundert. Verstärkt entstehen Frauenklöster innerhalb des Ordens. Auch sie unterwerfen sich dem strikten Tagesablauf und dem Gebot von Gebet und Arbeit. Die Zisterzienserklöster sind direkt dem Papst unterstellt. ↑
» siehe auch Zisterzienser;
Zollfreiheit – diese ist ein wichtiges Element der wirtschaftlichen Grundlagen für ein Kloster. So gewährt Kaiser Friedrich I. bspw. 1186 dem Kloster Gottesthal die Befreiung von Zöllen an Rhein und Main. (in: Urkundenbuch Frankfurt, Böhmer/Lau, S. 14, Nr. 28). ↑