Diese Art Kinderhandel ist um 1840 im Westerwald verbreitet. In armen Familien werden Kinder und Jugendliche im Alter von 3-14 Jahren für Geld und Kleidung vermietet und müssen als Straßenmusikanten, in kleinen Manufakturen oder in Hafenstädten arbeiten. Die Kinder ziehen mit den Unternehmern nach Rußland, Ost- und Nordeuropa. Die Bettelmusikanten treten in den holländischen Seestädten, in Frankreich und England auf. In der Mitte des 19. Jahrhunderts zählt man über 100 Westerwälder „Unternehmer“, die bis in die Goldgräberstädte Amerikas, auf den Balkan, nach Palästina, Syrien und Ägypten reisen.