Der weibliche, religiös geprägte Beruf „Diakonisse“ entsteht in Deutschland und Europa in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Menschen, die von der Erweckungsbewegung in der evangelischen Kirche geprägt sind, initiieren soziale Projekte, kümmern sich in der Zeit des Pauperismus um die wachsenden Randgruppen der Gesellschaft. Orientiert an den neuen katholischen Frauenkongregationen, entwickelt sich in den protestantischen Gebieten die Lebens- und Arbeitsgemeinschaft der Diakonisse. Frauen engagieren sich in der Lösung der Sozialen Frage im Alltag, in der Mädchen- und Frauenbildung und organisieren eigene Verbände. Die Schwestern werden in sog. Mutterhäusern ausgebildet. Sie sollen sich der Kindererziehung und der Krankenpflege widmen.
Seit 1855 entstehen neue Diakonissen-Mutterhäuser mit zahlreichen Niederlassungen in vielen Orten des Kaiserswerther Verbundes (Gründer ist Theodor Fliedner), der Diakonissen aus Nonnenweier und der Waldecker Diakonissen aus Arolsen auf dem Gebiet des heutigen Hessen. Die Schwestern tragen eine Tracht und treten in einer feierlichen religiösen Zeremonie der Gemeinschaft bei.
» siehe auch Kindergarten; Kongregation;