1845 gründet in Aachen die Fabrikantentochter Franziska Schervier die Armen Schwestern vom heiligen Franziskus, einen Frauenorden, der sich die franziskanische Regel (Hilfe und Unterstützung für alle Mitmenschen ohne Unterschied, eigene Besitzlosigkeit) als Ziel setzt. In Aachen prägen die Frühindustrialisierung mit ihren sozialen Problemen und die Epidemie von 1832 die Gesellschaft der Stadt. Die Schwestern engagieren sich früh in einer Armenküche und der Krankenpflege. Sie betreuen in der verheerenden Choleraepidemie von 1849 Kranke und Sterbende, sind in den großen Kriegen des 19.Jahrhunderts in Lazaretten tätig (1864, 1866, 1870/71). Sie kümmern sich um die Armen und Vernachlässigten in der Gesellschaft.
Besonders in den Städten Nord- und Mitteldeutschlands, wie in Frankfurt und Kassel, bauen die Aachener Niederlassungen auf. Nach ihrer Gründerin werden sie auch Schervier-Schwestern genannt. Franziska Schervier wird 1974 seliggesprochen.
» siehe auch Franziskanerinnen;