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Regesten der Landgrafen von Hessen

1506 August 11

Testament Landgraf Wilhelm II.

Regest-Nr. 10656

Überlieferung | Regest | Originaltext | Nachweise | Textgrundlage | Zitierweise
Überlieferung
Drucke: Kopp, Bruchstücke 1, S. 169-187 Nr. V.
Regest
Testament Landgraf Wilhelm II. von Hessen.
Originaltext
Testament Wilhelm des Iiten oder Mittlern Landgrafen zu Hessen 1506.
In Namen der Heyligen Dreyfaltigkeit des Vatters des Sohnes unnd des heyligen geists Amen. Nachdem nichts gewissers ist dan der todt, auch nichts ungewißers dan des todts stunde und Zeit, des haben wir von Gotts gnaden Wilhelm Landtgrave zu Hessen grave zu Catzenelnbogen, zu Diez, zu Ziegenhain und zu Nidde etc. gesundes leibes und vernunfft angesehen menschliche gebrechlichkeit ihrer wandelbahren natur in uns Selbst als andern leuthen erkennen begehren heyls und der Wohlfahrunge Unser selen nach dem ende unsers lebens und auch des frieden unser underthanen des Fu^erstenthumbs Hessen und ander unser herrschafften mit hilff Gotts in dieser gegenwärtigen unsers lesten willens ordnung oder seilgereits vor zu seynde, Sezen und offenbahr machen diese nachgeschrieben ordnunge und selgeret nach loblicher und bestetigter geweende und rechte: doch mit solcher protestation und bezeigunge. Ob das nicht genugsamb wehre oder nichte nach recht eins Testaments. So wollen wir das es tuge und Crafft haben soll nach rechte einer schrifft unnd ordnunge unsers lesten willens darauff wir in Crafft dieser schrifft offentlich protestiren.
Zum Ersten, Nachdem wir nicht Edlers haben wan die Seele von Gott dem Allmachtigen geschaffen, So befehlen wie dieselben in die barmherzigkeit des Allmechtigen gotts, in den verdienst des bittern leydens unsers herrn Jesu Christi und vorbet der benedigeten Jungfrawen Marien, Unser Engels Aposteln Sanct Johans und heubtfrawen Sanct Elizabeten, Sanct Wilhelms, Sanct Christoffers, Sanct Georgen, Sanct Sebastian, Sanct Niclaus, Sanct Wulfgangs, Sanct Valentins, Sanct Sigmundts, der heyligen drey Ko^einige, Sanct Catharinen, Sanct Barbern, Sanct Annen, und andern lieben heyligen unser Seele gnade und trost zu erwerben, das wir von grunde unsers herzen andechtiglich begehren, Wilch gemelten lieben heyligen wir als zu unsern patron sonderlich in Zeit unsers lebens geeret, in unserm gebet gehabt und userwehlet haben,
Zum andern unsern leichnam in begra^ebnus da unser voreltern ihr graff bisher gehabt han. Nemlich in das monster Sanct Elisabeten unser Haubtfrawen zu Marpurg.
Zum dritten wollen wir vor allen dingen das man nach unserm to^edtlichen abschiedt, den Gott der Allma^echtige nach seinen Go^ettlichen willen zu langwueriger Zeit gereit zu befristen uf das vorderlichst so das geschehen mag ein begegnus mit vigilien und sellmeßen gehalten werden soll, doch nicht nach gewohnheiten als Fu^ersten begegnus mit heischunge anderer Fu^ersten oder ihrer Ra^ethe, Sondern mit geistlichen Personen unser Fu^erstenthumbs und Herschaffte, die man darzu bequemlich erheischen mag, oder sonst ungeheischen kommen werden, und denselbigen kein Rost, Sondern die praesenz dester hoher geben, dmait und das in ubunge Go^ettlicher Dienste durch das eßen undt trincken zu der Zeit kein Zersto^erunge oder misbrauch geschehe, Und auch Gott dem Allmechtigen ungefallens, auch in bywesen unser rethe und Hoffgesinde, Es sollen auch almusen umb Gotts willen gegeben werden,
Man soll auch unser hoffgesinde vier wochen nach unser hinfart bey einander behalten und dem futter und mal geben und was wir ihnen schuldig bliben werden, gu^etlich entrichten und darnach erlewben.
Zum vierdten sezen wir und bescheiden unsern Harnasch Baner und die besten drie unser hengste gekleit wie sich das gehoret in Sanct Elizabethen Monster zu Marpurg so unser begengnus do geschicht und unser beste gu^elden stu^eck zu einer Casseln, auch ein gu^elden stu^eck in unser Stifft Sanct Martens Kirchen zu Cassel und was dan furter von unsern schuben und rocken von goldstu^ecken und syden gewande erfunden werden, sol man theilen und geben in Kirchen und Cloester Wo das unser selgereter und executores gut und am bequemlichsten hin bedunken wirdet.
Zum fu^enfften sezen wir und wollen das ein Ewige Singmeße ta^eglich zu halten in die ehre des bitter leidens Christi Unsers Herrn zu Merxhusen im Closter ufgericht und gestifftet werden soll, doch also ob solche meße uf hohe Feste sich zu halten nicht wolt geboren, So sall man die nachgelaßen meße uf andere nachfolgende Tage lesen und halten und darin soll kein ander begengnus oder selgeredt gezogen werden, Sondern allein diese meße unser und der verscheiden Fu^ersten und Fu^ersten zu Heßen, unser gemaheln und erben seelen zu heyl und trost gestifft seyn, Es wehr san Sache, das wir solch Stifftunge und entrichtung dieses nechst nachfolgenden artickels dem Closter Merxhusen bie unserm leben selbst gethan hetten,
Zum sechsten sezen wir und bescheiden demselbigen Cloester und Convente zu Merxhusen, das solch Meße ußgericht werden, uf das sie deshalben nicht beschwernus tragen eine almusen. Nemlich Siebenhundert gu^elden damit dieselbige Bru^eder des Convents gedachten Cloesters in einer gewisen Stette Ja^ehrliche Zinsen erkauffen sollen, bie genanten Cloester ewiglich zu bleiben.
Uf das nun diese vorigen und andere nachfolgende Artickel nach ordnunge unsers lesten willens so viel statlicher usgericht und verfolgt werden mo^egen, So sezen und ordnen wir derselben lesten willens ordenunge und selgerets zu Executores und usrcihtere Unser Ra^ethe und Lieben getrewen Conraden von Wallenstein unsern Hoffmeistern, Friedrichen Trotten Unsern Marschalk, Ludewigen von Boyneburg Unsern Stadthaltern an der Loena, Conraden von Mansbach Ritter, Unsern Ambtman zu Vache und Rudolffen von Weybelingen unsern Cammermeister, dar Zu ordnen wir denselbigen Unsern Ra^ethen, auch zu unsern Lieben Andechtigen Rath und getrewen Doctor Rulanden Dechandt Unsers Stiffts Sanct Mertens Kirche zu Caßell als vor einen mit Executor in geistlichen Sachen dies testament beru^eren. Geben den in Crafft dieser ordenunge in aller besten form und maas, wie das von rechts wegen beschehen soll oder mag allen in sambt oder iglichen in sonderheit Vortheilt gewalt Crafft und macht diese ordnunge So es uf Gotts verhengnus zum falle kommen wu^erde zu sich zu nehmen, zu offenen, zu lesen, und sich der inhalt zu halten in aller maas wie iwr ihnen das befohlen und zu ihnen das vertrawen haben,
Wir wollen auch uf ganzer ernstlichen meynunge das die obgenanten unsers lesten willen ordnunge Executores oder usrichter mit sambt Doctor Rulanden sollen auch sein Vormunden und Vorweser der Hochgebohrnen Fu^erstin Frawen Annen geborn Herzogen von Mecklenburg etc. Landgräfin zu Heßen Unsers lieben Bruders seiner Gemahlin frawen Annen Unser lieben Schwägerin und unser beeder Kinder, doch iglichen zu seiner gerechtigkeit, uss gertreulichst als wir das denselben uf ihre Seele ere und eyde uns gethan deshalben befohlen haben, in allen ihren Sachen behu^elffen und berathen zu seyn desgleichen Unsern Landen und Leuthen getreulich vorzustehen aller Zinse, renthe, gefelle und gerechtigkeiten alles inkommens, wie solches namen haben soll oder mag nichts davon usgescheiden, Unsers Fu^erstenthumbs Herschafften und graffschafften Cazenelnbogen, Diez, Ziegenhayn und Nidda etc. sich zu unterwinden damit dem Fu^erstenthumb zu gute getreulich handeln auch denen alle Jahr rechenschafft thun, vor Zwo^elffen vier geistlichen uf den Pra^elaten Vieren uf der Ritterschaft uf dem Fu^erstenthumb zu Heßen gebohrn, und vieren uff den Stetten, Nemlich sollen die vier Pra^elaten seyn, die wu^erdigen geistlich unser lieben Andechtigen ein Abt zu Breydenawe, ein Abt zu Hayne, ein Commendator des huses teu^etsch ordens zu Marpurg, und ein praeceptor des huses Sanct Anthenien zu Gru^enberg, die vier von der Ritterschafft Herman Rytesel unser Erbmarschal Johan von der rabenaw Ritter Joest von Baumbach und Peter von Treysbach, die viere von Stetten ein Bu^ergermeister zu Cassel, zu Marpurg, zu Eschwege und zu Giesen.
Und so es geschehe das der vieren von adel einer oder mehr jetz im nechsten artickel gemelt todts abgehen wu^erde, So soll der Wohlgebohrn unser lieber Oheim Rath und getrewer Philipps Grave zu Waldecken oder aber wo der nicht noch an leben wehre Grave henrich von Waldecken, andere bequemliche an der verstorben stadt dar zu zu erwehlen und zu ordnen macht haben, doch das alle wege zween an der Loene und zweene hier dießeit spißes dar zu sollen genommen und gesezt werden, Wo die gedachten unsers Executores nit einmu^etig ander darzu erwelten oder ein mehrers machten,
Ob auch der vierer von adel einer oder emhr sust ewig gebrechlich wu^erde, so soll auch an des oder der Stadt dan erwehlung geschehen, wie im nechsten artickel gemelt stehet,
Und wan solche Rechenschafft ie zu zeiten geschehen seyn, so soll man die Register wieder hinter sich legen, in gewarsamb des Schlos Spangenbergk, Es sollen die Zweo^elffe vor den die rechenschafft also geschicht den gnanten unsern gesaßten Executores Vormunden und Verwesern geloben und schwehren zu iederzeit der Rechnunge, was sie in oder von der Rechnung ho^eren nicht zu ufinbaren iemandts oder auch von dem ufheben und den gefellen, anders dan wo untrewlicher mangell im innehmen oder usgeben oder sus gebrech in der rechnung in einem oder mehr artickle wu^erd funden, dan Solchs an Ritterschaft und Landschafft gelangen zu laßen und ihres rats dagegen haben und gebrauchen,
Und sollen die obgemelten Vormunden und vorweser ihre saze und wohnunge haben, Sonderlich Welcher unter ihnen zu Zeit unsers to^edtlichen abgangs an unserm hofmeister ambt ist, zu Cassel uf dem Schloß, Friedrich Trodt, zu Ru^eßelsheimb als ein Ober Ambtmann daselbst Ludwig von Boyneburg uf dem Schlos Marpurg, Conrad von Mansbach ritter in der Nidder graffschafft als Oberambtman und Rudolff von Weiblingen zu felsberg oder wo es zum felde kommen wu^erde zu homberg in Heßen uf dem Schloß,
Und wo Conrad von Wallenstein ieß unser hoffmeister in ieß unsers todtlichen abschiedts nit unser hofmeister ist, so soll derselb seinen Sieß in Eschwege uf dem Schlos haben, Darzu sollen ihrer iglichen Jahrlich seine Knechte, Knaben und pferde zuverhalten ein zimblich ambtsgifft gegeben werden, nach gewohnheit wie iwr iez geben es wehre dan das dieselbigen ihr gedu^engte ambtspflicht geredt hetten,
Es ist auch unser meynunge, das diese unsere ordnunge und lezter wille, so balt die nach unser hinfart todtlichen ero^efnet wu^erde, das die genanten fu^enff Vormu^enden und Verweser sollen unser Grafen und Herrschafften zusammen verbotten, ein Theil an Spis und das ander gen Buzbach und zu diese unser ordnunge lesen und o^efnen oder sie allesambt gen Marpurg zusammen bescheiden,
Und Wir obgenanter Landtgrave Wilhelm heißen und gebieten uss aller ho^echst wir das thun sollen und mo^egen iez und mit Crafft dieses unsers lezten willen und ordnung alle unser graven Ritterschaft, Ambtleuthe und Landschafft unterthan und verwanthen uf die aide und pflicht, dmait uns ein ieder zu dießer Zeit zu gethan ist, So zum falle unsers to^edtlichen abgangs durch schickunge des Allmechtigen sich wu^erde begeben den vielgemelten fu^enf Vormunden und Vorwesern, auch ihren nachkommen an ihr stadt geszt, dieweill ihre Vormundschafft wehret, in handeln und geschefften dieser ordnung ohnweigern gehorsam und gewertig zu seyn: Und sollen darnach die fu^enff Vormu^ender und Verweser auch zu stundt etlich uf ihne verordnen die diese unser gesazte ordnunge Unser herrn und freunden, Nemblich unserm herrn Vettern und gevattern herrn herman Erzbischoffen zu Co^elln, Unserm herrn und Oheimb herrn Jacoben Erzbischoffen zu Trier und Unserm Oheimb und Schwehir herzogen Georgen von Sachsen als handthabern dießes unsers lezten willen ordnunge vortragen und eroffenen und Ihre Ldn. von unserwegen uss fleißigst bitten anzunehmen, So denselben fu^enf Vormu^enden und Vorwesern in ihrer Vormundschafft einher mangel oder anstos ufstehen und begegen wu^erde, hilff rath und beystandt zu thun, Als ihr ieder ingleichen fall wollten gern gethan haben,
Nachdem aber die obgemelten fu^enff Vormu^enden und vorweser gleich als andern mentschen sterblich seyn und in dem falle ihr einer oder mehr todts halben auch abgehen wu^erde, So sollen die andern die am leben bleiben in der oder der verstorben stette einen oder mehr zu vormunden, uf dem Fu^erstenthumb zu Hessen oder ingeschlossen graffschafften geborn laut dießen unser ordnung macht haben zu erwehlen doch herman Rydtesell zuvor einen andern wo der am leben ist, der oder die dan auch mit aiden und gelobden dieße unser ordnunge und selgeret trewlich zu halten und zu handthaben sich verpflichten sollen,
Und ob es geschehe, daß die Vormunden und Vorweser in der Mahle eins andern zweiffleufftig wu^erden so soll der vom groeßern Theil erwelt, stat haben Wo aber kein großer theil wehre, Welchen theil dan der Wohlgeborn Unser Grave Philips von Waldeck oder so der nicht am leben wehre, grave Henrich von Waldecken obgenant zufal thun wirdt dabey soll es bleiben, doch so unterscheidentlich die von ungnaden vor uns gescheiden und bey unsernn leben entweder zu gnaden kommen wehren, laut diesen unser ordnung zu Vormunden Vorwesern oder anders nicht erwelt werden sollen.
Es sollen auch die fu^enf Vormu^ender und vorweser von den underthan unser Fu^erstenthumb und herrschaffte noch niemandes anders kein geschenk noch verehrung nehmen noch ihne zu gute nehmen laßen in einige weg, wie iemand gefehrlicher weiße erdenken mo^echt, in sachen unser erben fu^erstenthumb Lande, leu^ethe, Unterthanen und verwandten belangende auch sie mit keiner gewalt ihrenthalb beschwehren und wo dieselben Vormunden und vorweser oder ihre nachkommen von andern Fu^ersten Graven herrn oder iemandts anders rath oder dienstgelt verschrieben hatten, das sollen Sie uf und abschreiben auch in mitler Zeit dieser Vormundschafft nit anemen. Das wir ihne in ihre Seele ere und aide befehlen und gehabt haben wollen, Und uf das und damit dannach sie sich zu erhalten und ihre entpfelln laut dieser ordnunge ihne beschehen, so viel trewlicher williger und statlicher zu wilfu^eren haben, So bescheyden wir Ihn iedem zu und uber ihre ambts pflicht zweyhundert gu^elden, Welches auf den Cammern der heu^eser Cassel oder Marpurg zu bezahlen, damit sie sich begnu^egen lassen und frembdes Goldes noch geschencks nit nothdo^erfftig seyn do^erffen, Auch Mitler Zeit dieser Vormundschafft frembde Solde, dienstgeld oder belohnunge von niemands anemen, oder in Zeit der Vormundschafft des vorgedunge machen, zu usgang der Vormundschafft des wartende zu seyn, doch ob ihr einer von frembden gereiten rat oder dienstgeld hette, laßen wir zu das er das behalten, doch also wo er sust oder die das Dienstgeld geben oder besoldung sie usm brieff gebe, das er solchs fry stu^ende zu handeln als ob das nit zu gegen wehre, was diese ordnung betrifft und wie wohl gedachter Rudolff von Weyblingen uf unsern Fu^erstenthumb und Land nicht gebohrn ist, So haben wir ihne doch als mit Vormunden und Vorweßern zu dieser unser ordnung gesezt und erwehlt, angesehen seinen getrewen Diensst, Befehlen darumb und wollen das er nach unserm todtlichen abgange am Cammermeister ambt dieweil er das usrichten kann und daran nicht argwohnig funden wu^erdet, soll behalten werden, auch wie im fordern artickel angeregt wu^erdet, das die Vormunder alle gefelle ufheben sollten, das soll also verstanden werden, das genanter Rudolff ein einiger ufheber und furter usgegeben werde nach ordnung, wie iez am hoffe und befelln dan zur zeit der mit formunden, Und ob sich hiebeneben erfunden einige usachtige schuldner schreibungen oder auch zusage, damit wir zur bezahlung verhafft wehren, oder die wir gethan hatten, soll gehalten gegulden und uss trewlichst und forderlichst vergnu^gt und usgericht werden,
Wir wollen auch und begehrn uf aller ernstlichst als wir iemmer mo^egen bey mit befelchende, das unser Executores ufrichter und befelchhaber dieses unsers lezten willens und ordnung, in allen trewen ufsehen und mit ho^echsten fleiß daran seyn wollen, das die angefangen freu^endtschafft zwischen gedachtem unserm Oheim und Schweher Herzogen Georgen von Sachsen uns und unser beeder Kindern so balt die ihre Jahre und alter erreichen nach vermo^egen der verschreibung daru^eber sagen und nach ordnunge der heyligen Kirchen ohne allen uszug uss forderlichst fu^ellenpragt werde und geschehe, das auch solchs in keinem weg abe oder zurucke gehe,
Wir bescheiden auch iglicher Jungfern welche zu der Zeit unsers abgangs an unserm hofe unbestat funden werden zweyhundert, und der hoffmeistern zweyhundert gulden, nach dem die hoffmeisterin umb ihren sold gedient hat,
Es sollen furt meher von gedachten Vormunden und Vorwesern keine ambtleu^eth oder Ambtknechte angenommen werden, Sie haben dan zuvoran ihre aide und pflichte gethan, In aller maasen wie der fu^enf vormu^ender aid uns hieru^eber gethan verlaut und us sich hat,
Auch wollen wir uss hoechst mit dieser unser ordnung unsers lezten willens empfohlen und beschloßen haben, dasm it fleis darnach getracht und geschehen soll, das alle Cloestere in unserm Fu^erstenthumb Graffschafften und herschafften, sollen zu der reformation bracht werden und ob daran zimblicher almusen gebreche, die sol man von unsern gu^etern Gott dem Allmechtigen zu Lob und ehren darzu strecken und geben,
Unser begehr und befehl ist auch hiemit ernstlicher meynunge das die vormunder und Vorweser zu stundt nach unsern to^edtlichen abschied unser seel zu trost sollen ordnen und bestellen, gehalten und gelesen zu werden, So viell und als manche Meße als tag ist und seyn in fu^enf Jahren,
Es ist auch kundtlich und offenbahr, das wir in irrung mit Unserm Schwagern herzogen Johanne von Cleve, und Grave Johanne von Naßaw dan wir an unsern lebtagen des rechten nit weigerung gethan noch vorgegangen haben, So ist das unser hochste wille und meynunge, das denselben uf ihre anspru^eche rechts nach Kayserlichen rechten und des Richs ordnunge wiederfahre gedie und geschee ungeweigert und unverzo^eglich,
Wu^erde auch uffu^endig das bey unserm Regiment von uns selbst oder von unsern entpfellen iemant ubernommen wehre, unverorsacht und wedder recht davor wirs doch nicht achten oder halten So entpfehlen wir dan obgemelten Vormu^endern und Vorwesern in ehre seele und aide die sachen zu verho^eren so sich iemandes des verclagen wu^erde von uns beschwert, alsdan uss best zu handeln und nach ihrem erkentnus dem beschwerten erstattung zu thun,
Nachdem und dewyl wir Raben von Reckerot undt Henzen von Breydenbach von Jugent uferzogen haben So bescheyden wir ir iglichem insonderheit Sechshundert gu^elden, die ihnen uss forderlichst nach unserm todt entricht und bezahlt werden sollen, Doch wo wir sie in Zeit unsers leben mit lehen oder andern gu^etern nicht begifften,
Wir haben auch befunden, das in fordern Jahren mancherley beschwehrnus durch gu^enstige urtheill uf den Cantzleyen erlangt, unsern unterthan begegent seyn und darumb mit zeitigem guten rathe ein Hoffgericht zu Marpurg verordent doch noch nicht daßelb so stattlich mit solcher Person und sonderlich gelehrten als wir zeithin in willen gewest seyn und ist darumb unser ganze Meynunge wille und befehl das durch die Vormunden und Vorweser in dem kein sperrung gemacht werde, Sonder mit fleis darob zu seyn, das es unverru^eckt fu^er und fu^er in leiblichen wesen ohn einig abgehn gehalten und auch mimt den geschickten person die man dar zu bekommen mag beszt und bestalt werde, dmait das daßelbig dweyl das Fu^erstenthumb unvertheilt ist, in langwierigen Zeiten unverru^eckt beßentlich und stattlich bleibe da durch das stracke recht den armen als dem reichen nach igliches sachen wu^erde mu^ege wiederfahren,
Begeben sich auch die Dinge also das wir unser erben unser bruder oder sins libs erben, sonder mans erben abgehen und to^edtlich verscheyden wu^erden, das der Alma^echtige Gott zum besten verhu^ete, So wißen wir die vorgenannten Vormunden und Vorweser an die hochgebohrnen Fu^ersten unser Oheimen von Sachsen und sonderlich das sie unsern Oheim und Schweher herzogen Geo^ergen zum ersten zu ersuchen als zu dem wir besondern vertrawen glauben haben und tragen,
So es aber geschehe, Das wir nach unserm to^edtlichen abschied ein oder mehr manlich Kind Fu^ersten zu heßen hinter uns verließen, Wan dan der einer oder mehr zu ihren Sechzehen Jahren kommen, soll man sie zu rathe und handelungen ziehen in des Fu^erstenthumbs sachsen, Und so dan ihr einer Achtzehen Jar als wu^erdet, den das Regiment ubergeben, Und sollen dan die Vormu^enden von der Vormundschafft tretten, Liesen wir aber kein Manlich Kinder Fu^ersten zu Heßen hinter uns, So soll es mit unsers bruders Manlichen Kindern die Fu^ersten zu Heßen wehren Ob sein liebe der hette oder verliese also auch gehalten werden,
Wir befehlen auch unserm Canzlar Doctor Johan Engelender am Cantzlar ambt und ander unser Ambtheber an Ambten zu behalten, dwyl sie daran zu bleiben vermu^egelich, tu^eglich und geneigt seyn, Und doch auch also das sie sich doran halten als ihnen zustehet und gebu^ehret an welchen enden man Ambtleu^ethe oder Knecht nottu^erfftig ist und haben will,
Damit auch wir von unsern geordneten handthebern dieser unser ordnunge den Fu^ersten unsern herrn Vettern Ohemen und Schweher obgemelt in langwierigen freundtlicher gedencken gehabt und behalten werden, auch das sie unser bitlichs begehren desto gutwilliger ihrer handthabunge zuvolnstrecken, annehmen nit die gabe sonder unsern geneigten guten fr. willen, So wir des zu ihnen vor andern tragen ansehen, So ordnen und bescheiden wir ihrer iglichen einen unsern besten Silbern und ubergu^elden Schawer zu werden nach unserm to^edtlichen abgange,
Und zum beschlus dieses unsers lezten willens ordenunge, die wir wollen unverbru^echlich und unwiederruflich gehalten haben, So ist uss ho^echst auch unser befelch begehr und wille an die fu^enf unser Executores Vormunden und Vorweser unser Wyb Kinder nachgelaßen Lande und leu^ethe Ob aber wir kein Kinder hinter uns verliesen Unsern Brudern und seine Kinder in Zeit der Vormundschafft gu^etlich, einiglich und sich freundtlichs willens gegenander zu fleißigen, zu behalten, und das ihr keins dem andern zu wieder handeln sondern sich einmu^etiglich mit einander schließen und handeln,
Damit auch das die gemelten unser geseßten Executores und Vormunden hievor und dieser unser ordnunge kein verdacht argwohn oder wieder willen mo^egen haben bey unsern herrn und freunden, auch unsern Unterthan und das die ihnen desto gutwilliger seyn, So bezeigen wir hiermit der Wahrheit, das dieselben unser geszten Executores Vormunden und Vorweser wir nie keinen hierzu zu rath genommen, dan sie vor oder nach ihrer versiegelung hievon auch kein wißenschafft gehabt, Sondern dieße unser ordnunge und lezten willen also unwißende uf trewen und glauben, so sie und gestelt, versiegelt haben,
Und so halbe die gedachten unser Executores Vorweser und Usrichter dieße unsers lezten willens ordnunge nach unserm to^edtlichen abgange, geo^effnet und wie obangezeigt unser Landtschafft die fu^er gehalten und lesen laßen haben, Sollen sie und zu stundt derselbigen unser Landtschafft geloben zu Gott und seinen heyligen einen aid, wie sich gebu^ehret mit leiblichen usgereckten fingern, schwehren diese Unser ordnung und seelgereit unsers lezten willen wie vor und nach gemelt steht, getrewlich zu halten alle und iede puncta und articul auch die zu handthaben den nachzugehen und zu geleben, sonder alle gefehrde, wie menschen sie die erdencken ko^enten oder mo^echten,
Ob aber beru^ehrten unser geszten Executores Vorweser und Vormunden nach unserm to^edtlichen abgange einer oder mehr diese unser ordenunge und lezten willen zu volnstrecken, anzunehmen oder der zu schicken zu haben in Weigerung stunde, So sollen die andern die solchs annehmen gewalt und macht haben, andere an ihre stat uf den vieren der Ritterschaft die die Rechnunge mit zu ho^eren wie gemelt verordent seyn zu erwehlen,
Wir wollen auch und begehrn hiemit ernstlicher meynung, das nach unserm to^edtlichen abschied unser Executores und vorweser in Zeit ihrer Vormundschafft der Römischen Königlichen Mt. uf ihr erfordern und begehren in sachen des heyl. Ro^emisch Reich und den christen glauben betreffen so viel solchs nach ziemlichen anschlage unser erben und das Fu^erstenth. zu Heßen, beru^ehren mag, gehorsam leisten und gewertig seyn sollen, Inmaßen wir in Zeit unsers lehens Seiner Ko^enigl. Mt. allerwege willig, geneigt und gehorsam gewest seyn,
Und wo nach unserm to^edtlichen abgange, die Ober Ambtleu^ethe unser Obern und Niedern Graffschafft Cazenelnbogen sollten verendert, und mit Ober Ambtmannern bestelt und besezt werden, So befehlen wir und begehren ernstlich nach gelegenheit derselbigen das damals unser Executores Vorweser die mit treffenlichen, tu^egenlichen frommen Personen uf dem Fu^erstenthumb zu Heßen gebohrn und darin geseßen, so offt und dick solchs in Zeit ihrer Vormundschafft die notturfft erfordert, bestelt und besezt werden sollen,
Nachdem wir glaubhafftig verstanden, daß zu Jerusalem die observanten, so das heylige grab, Unsers herrn Jesu Christi, in verwahrung: ein go^ettlich, redlich fro^emblich, reformirt leben und wesen, die ordnung in gewohnheit haben, daß sie frembden nottu^erfftigen Bilgerinnen, die umb Gottes willen das heylige Grab suchen, ihre almusen miltiglich mittheillen, So seßen und bescheiden wir mit Crafft gegenwertigen unsers lezten willens ordenunge, das denselbigen observanten und Bru^edern zu Jerusalem, nach unserm todt unsere Executores, Vorwesern und Vormunden, auch unsere erben fu^er und fu^er, alle Jahr 100 fl. von unsertwegen gewislich durch bestendige und gewiße wechsell zu werden verschaffen, und es also bestellen und machen sollen, das daran nimmermehr einiger gebruch oder unterlaß geschehe, durch einigen weg, Dieweil wir auch verstehen, das sie die bru^eder gedachter observanten zu zeiten mangell leiden, und dies soll also durch erben, erbnehmen und besizer des Fu^erstenthumbs zu Heßen, die Zeit solch Cloester zu Jerusalem in beru^ehrtem wesen stehet, verfertiget und verschafft werden, Wo anders wir solches in Zeit unsers lebens selbst nicht verfertigen und nottu^erfftige versicherung machen,
Wir wollen und sezen, das diese unser Executores und Verweser und Vormunden unser unsers Bruder Wieb und Kinde Land und leu^ethe, in keinen weg entsezt oder von den unsern zu widder gelebt werden soll, es wehr dan sache das sie offentlicher untrew erkandt wu^erden, alsdan soll es geschehen mit Rath und wißen unsers Ohem und Schwehers herzogen Georgens von Sachsen, ob er am leben wehre und unser gemein landtschafft den wir also hiemit das befohlen haben wollen.
Und des alles zu wahrer und glaubhafftiger uhrkunde han wir genanter Landtgrave Wilhelm diese ordenunge und seilgeret unsers lezten willens eigentlich ubersehen, gelesen und iglichen articul und punct mit unser eiben handt unterschrieben und darzu unser fu^erstlich gros Majestat Insiegel an ein sieden schnur umb und umb durch diese selbigen schrifftlichen ordnunge durchzogen festiglich thun hencken und darzu gedachten unser ra^ethe und gesezten Executores Vorweser und Vormunden ihr iglicher sein Insigel auch hieran hengen laßen Geschehen zu Cassel am Dienstag nach des Zwelfbotten Sanct Jacobs tage, in den Jahren nach Christi Unsers herrn gebuhrt, tusendt fu^enf hundert und Sechs,
Und wir Wilhelm von Gottes gnaden, Landtgraff zu Heßen graff zu Cazenelnbogen, zu Diez, zu Ziegenhayn und nidda, Bekennen offenlich in dieser schrifft mit unser selbst handen unterschrieben, das wir unsere Ra^ethe und lieben getrewen Conraden von Wallenstein unsern Hoffmeister, Friederichen Trotten unsern Marschalck, Doctor Hernichen Rulanden Dechant St. Mertins Kirchen zu Caßell, Ludwigen von Boyneburg unsern Stadthaltern an der Lohna, Conraden von Manspach Rittern unsern Ambtman zu Vacha und Rudolffen von Weiblingen unsern Cammermeistern mit fleis gebeten haben, an diese Charten darinnen wir eine ordnung unsers lezten willens haben us guter wißen, schrieben und verzeichnen laßen, und mit geelen schnu^eren von seyden gemacht und unserm anhangen großen Mt. Siegel verschloßen, die wir nach unserm to^edtlichen Abschiedt, den Gott der Allma^echtige zu langer Zeit geradt zu befristen wollen, gehalten hat, zu mehrer Sicherheit und großer Kundschafft dieser handlung ihre ingesiegle by das unsere auch zu hangen, des wir obgenanten mit nahmen siener Fürstl. Gn. Ra^ethe also hieran umb Seiner Gn. bete willen die doch sust in allen andern fa^ellen und zu aller Zeit us haben zu gepieten, gethan bekennen, Sonder gefehrde und argelist, auch uns und unser Erben ohne schaden, Datum Caßell am Dienstag nach Laurenty zur Carthus zum Eppenberge mit unser eigen hande unterschrieben am Donnerstag nach Laurenty Anno Domini Millesimo quingentesimo sexto.
W.L.Z.H.
m.pr.
dieß ist ein Zustaz Unser von Gots gnaden Wilhelms Landgraffen zu Heßen etc. lesten willens undt ordenunge mit unserm Siegil undt pethschafft versiegelt.
Nachdem wir Wilhelm von Gotts gnaden Landtgrave zu Heßen Grave zu Cazenelnbogen, zu Diez, zu Ziegenhayn und zu Nidda hievor mit guter fu^erbetrachtung unßer Selen zu heyl undt trost auch unserm Fu^erstenthum, landen und leuten zu gute eine ordenunge undt Saßunge unßers lezten willenß wie es nach unßerm to^edtlichen abgange soll gehalten werden, gemacht beschloßen undt mit unßerm großen Maiesta^et-Insiegel versiegelt, darzu auch unsere rethe undt lieben getrewen Conraden von Waldenstein iezt unßern Hoffmeister Friedrichen Trotten iezt unsern Marschalg. Doctor Rulanden Dechant Sanct Martins Kirchen zu Caßell, Ludewigen von Bo^eneborg unßern Stathalter an Loene Conraten von Mansbach Ritter unsern amptmann zu Vache und Rudolffen von Weyblingen unßern Cammermeister Ire Insiegel daran hangen laßen haben. Aber dwyl wie iezt mit schwacheyt unsers lyebs befallen sein undt mitler Zeit bedacht, etliche artickel wie sie hernach gesezt stehen, Die wier in willen gehabt bie unserm leben ußzurichten Nachdeme wir nu nit wißen mu^egen. wie es der Almechtig gott mit solcher unßer zugefallen Krankheit mit unß schicken wirdet So han wier solche artikel hierein als ein addition beru^ertes unßers fur gemachts undt beschloßen lestenn willens wollen auch hiemit geseßt Inmaßen das vorig unser Selgeret undt lester wille wie gemelt beschloßen ußgericht undt fu^ellenstregt werden sollen.
Zum ersten ordenen undt bescheiden wier daß unser Executores sollen geben von Unser wegen hundert gu^elden dem Observanten Closter zue Marpurg barfu^eßer orden undt die ihrem Procuratori libbern undt sollen dieselbigen geistlichen herren, Unser Seelen zu Heyl undt trost, gott vor unß anda^echtglich bitten mit seelmeßen undt andern gottesdienst. Gott zu lob undt ehren.
Zum andern sollen dieselbigen Unsere Executores zu stundt nach unßerm to^edtlichen abgange tusendt gu^elden umb gottes willen im Fu^erstenthumb zue Heßen undt in den obern undt Niedern Gravschafften Cazenelnbogen Hußarmen, nothu^erfftigen Leuten geben undt teylen. also der Sechshundert Ins Fu^erstenthum undt vierhundert In die zwo graffschaffte Cazenelnbogen.
Zum dritten sollen unser Executores Vormunden undt Vorweser geben in ieglichs reformirt Closter In unserm Fu^erstenthumb undt Landtschafften Zwenzig gu^elden, undt darumb sal man zue stunt nach unserm to^edtlichen abgange In ieglichem derselbigen Closter uns unser Seelen zu heyl undt trost, mit vigilien undt Seelmeßen auch anderm gotts dienste anda^echtiglich begeen und Ja^erlich unser geda^echtnuß auch mit vigilien und selenmeßen haltten.
Zum vierden sollen Unser Executores auch geben zue Cassel uff den Stifft Sanct Martinß Kirchen zwenßig gu^elden, undt sollen dieselbigen Stifftsherren zu stunt nach unserm to^edtlichem abgange uns auch unser Seelen zu troest mit vigilien und Seelenmeßen begeen undt also auch dan ja^ehrlich mit vigilien undt Selenmeßen unser geda^echtnuß halten, Gott zu lob undt ehren, undt unser Selen zu troest.
Wir ordnen undt bescheyden der hochgebornen Fu^erstin Frauen Annen geborn Herzogin zu Mecklenborg Landtgra^effin zu Heßen etc. unser lieben gemahlin nach unßerm to^edtlichen abgange unsern gu^elden halßrinck mit dem Thu^erkis, robin undt Perlin, undt unser gu^elden halsband mit den zincken, das zu liebe Unser dabie zu freuntlichen gedencken habe.
Undt dwyl Reinhart von Boeneborg selbiger der zue Fu^ersteneck gewonet. undt am lezten unser amptman zu Liechtenberg geweist. In unßerm Dienst vor Umbstatt verwunt undt todt blieben ist, dem wier zugesagt haben sinen Soen genannt Rabe gna^ediglich zu versehen, undt zu versorgen, damit sich derselb an schaden oder abbruch seiner geschwister zu verhalten haben solt so ist unser wille und unser ernst befehl hiemit an Unser Executores Vormunder und Verweser daß sie nach unserm to^edtlichen abgange demselbigen Raben von Boeneborg Reinharts seeligen Soen von Unsern gewunnen undt eroberten gu^etern sollen geben undt zur ordenen wo anders wier solchs in Zeit Unsers leben nit selbst ußgericht hette. so viel das Vierdehalb tusendt gu^elden wehrt sey. Damit wier Ine iezt begifftigen undt begifftigt haben wollen.
Wir wollen auch das nach unserm to^edtlichen abgange derselb Knabe Rabe von Boeneborg In Dienst behalten undt mit unserm soene Landtgraven Philipsen zum besten ufferzogen werden wol. Unser Executores sollen auch sein Vormunder seyn, In Zeit siner unmu^endigen Jahre. undt getreuelich mit beru^erter begnadigung vorstehen, undt so er zu sinen Mu^endigen Jahren kompt, sollen sie Ime die beru^erten gegebene gu^eter zustellen, doch soll er die zu lehn haben und tragen von dem Fu^ersten undt Fu^erstenthumb zu Heßen, undt alle ufgehaben Notzunge Ime zum besten angelegt werden sollen.
Diesen nachgeschrieben unsern Dienern undt Knechten sollen Unser Executores Vormu^ender und verweser auch geben undt ußrichten nach Unserm to^edlichen abgange eher sie verorlobt werden so sie zu der Zeit noch in Unserm dienste sein. Und wier Ine bie Unserm leben das nit entrichtung gethan oder sust etwas davor gegeben hetten.
Item Wilhelmen von Rockerot Zweyhundert gu^elden.
Item Friedrich von Boeneborg Zweyhundert gu^elden.
Item Melchior von Bodenhusen Zweyhundert gu^elden.
Item Hansen von Hundelßhusen Zweyhundert gu^elden
Item Meternich Zweyhundert gu^elden
Item Hansen von Berlibschen Zweyhundert gu^elden
Item Bastian von Wyters hunder gu^elden
Itwm Wilhelm Meisenbuge hunder gu^elden
Item Caspar Meisenbuge hunder gu^elden
Item Symon von Boeneborg den wir iezt bie unß in unser Camern han hundert gu^elden.
Item Bonus hundert gu^elden
Item Curde Troescher hundert gu^elden
Item Johann von Linsingen hundert gu^elden
Item Valten von Bischofferode hundert gu^elden
Item Wilcken von Bischhusen hundert gu^elden.
Undt dwyln uns dan auch Bernhart unser Cammer Knecht treuelich undt fro^emlich gedienet hat, so ordenen und sezen undt wullen wier daß unser Executores demselbigen Bernhart unser huß zue Spangenbergk das etwan Ern Eberts Volswenken seeligen geweist ist, nach unserm to^edtlichen abgange sin leben lang geben undt zustellen, sich deßen zu gebruchen. Darzu sollen sie Ihme auch geben undt vergewißern, daß er ja^erlich zwenzig gu^elden oder so viel werts gewißlich fallen habe. Und derselb Bernhard soll sich nicht uß dem Fu^erstenthumb zu Heßen zu andern herrn oder Graffen thun undt wo er uff der Cameren by Unßern Soen Lantgraffen Philippsen blieben will, so sal man Ine darzu behalten.
Hansen von Zwingenberg unßerm Schreiber den wier iezt bie unß uff der Camern han, demselbigen soll man nach unserm to^edtlichen abgange Harnisch undt Pferdt darzu Zwenzig gu^elden zu zerunge geben und wo er blieben wolt In dienst beneben dem Cammermeister Rudolffen von Weyblingen so soll man Ine behalten undt Ine darumb ziemlich belonunge geben.
So ordnen undt sezen wier daß nach Unserm to^edtlichen abgange Geo^ergen Nußbicker izt Unserm Schultheyßen zu Cassell. der uns die vorige unßere ordnunge wie beru^ert, auch diese geschrieben hatt, hundert gu^elden, sollen von Unßer wegen durch Unßer Executores gegeben werden.
Hanse unßerm Barbierer dem sol man nach unßerm to^edtlichen abgange drießig gu^elden geben.
Unst nachdem wier In unßerm vorigen Testament undt ordenunge Unßers lezten willens beschloßen, geordenet undt gesezt haben. das nach unserm todlichen abschydt Friederich Trot zu Ru^eßelsheym, alß ein Ober Amtman und Conrsat von Manßbach Ritter In der Niddergraffschafft Cazenelnbogen als daselbs ein Oberamptman seyn undt Ire size haben sollen, So ordenen sezen und wollen wier, daß alsdan so es zu deme falle keme, das gott nach sinen gottlichen gnad zu langer Zeit fristen wulle Tyle Wulff von Gudenberg undt Herman von Reckeroth. die an den orten iezt unser Oberamptleute seyn mit andern Eherlichen ampten sollen durch unser Executores versehen werden.
Dwyl aber Speten seligen nach gelaßen Witwen die von Buchenau in dem beru^erten Huse zu Spangenberg sizt das wier ihr ingethan, undt iezt Bernharten unserm Cammerknecht zu geordnet und bescheiden han wie obgeru^ert dwyl sich nun dieselbe Buchemanin alßo im witwen stat unverendert bie Iren Kindern undt Erbarlich ha^elt, soll man sie in dem huse sizen laßen, undt dem gedachten Bernhartten zu Spangenbergk ein ander huß wo er das haben will keuffen undt zustellen sin lebenlang. Actum zur Carthus zum Eppenberg fritags nach Laurenty Anno dni Millesimo quingentesimo sexto. Alles mit Unßer handt unterzeichnet undt unßerm großen Maiestat Ingesiegel. Doch mit furbehalt nach Unserm gefallen mehr hierzu sezen.
Item den Steyn gelegen by Wormß am Ryen den wir haben un vorgangenen Krygßla^eufften erobert der dan halb Pfalzgraffs undt halb des Bischoffs von Wormß gewesen ist, Sezen ordenen bescheiden wyr undt wollen mit diesem Unserm lezten willen daz die genant iezo in Unserer heuptordnung undt Testament bevelhaber undt Ußrichter syn so baldt wier verscheiden von dieser welt, das wier den Allma^echtigen Gott bitten umb gnaden sich zu gedachtem Bischoffe fu^egen, undt ihm syn theil wie he den vor gehat habe mit aller syner zugeho^eren widdergebe, wie hee das vor ingehabt habe. Doch also mit versorckniß, das dem Fu^erstenthumb zu Heßen von gedachtem Bischoff oder den Synen zu dem andern teil kein schade geschen oder hyndernu^eß.
Die zwey Tu^echer von Syden undt goldt gemacht zu Co^ellen uff dem Ryßdag gekaufft bescheyden wier Unserer Gemael sich derselben zu gebruchen nach unserem todt.
Wier bescheiden auch undt wollen, das nach Unerm to^edtlichen aschyt, Unsere Executores Unsers lezten willens undt ordnunge, der Ro^emischen Ko^eniglichen Mayesta^et unserm allergnedigsten Herrn Unsern braunen Hengst der Unsers hoffmeisters Conrats von Wallenstein gewesen ist, mit Sattel Zeugen undt gerede alles mit Sammet u^eberzogen auch silbern u^ebergu^elten andres Creuzen undt fu^er Isen daruff: uss reynlichst undt schicklichst gemacht undt zugericht, darzu auch unßeren gu^elden ritter Sant Geo^ergen mit den robinen dyamanten, Smaracken etc. und den dryen großen perlen darahn sollen schicken undt von unserwegen geben, mit undertha^eniger bitte unser da by in gna^edigem gedenken zu haben, auch unser Seelen guts nach zu thun zu verschaffen undt Irer ko^e. Mayt. Unser weib undt Kinder Ire Lande undt leute darzu Ire Vormu^enden von Unß befohlen seyn zu laßen und des abschieds zu Co^elln gna^ediglich Ingedenck zu seyn.
Unser Executores sollen auch dem hochgebohrnen Fu^ersten Unserm lieben Ohem undt Schwager hernn Henrichen dem eltern Herzogen zu Brunßwig und Lu^eneborg nach unserm sterblichen abgange den Braunen hengst so sein liebe Uns am Neuelichsten geben undt zugeschickt hatt, widder schicken undt darzue seiner liebe Unser Birschambrost das Neue mit winden, Ko^echer stra^elen undt aller siner zugeho^er geben, Unser dabie zu gedencken.
Es sal acuh Joachim der Narre wohl gekleidet Ro^emisch Ko^e. Mt. mit dem Hengste, undt unser rethe einer daneben geschickt werden Ko^e Mt. die u^eberlibberunge des Ritters Sant Geo^ergen Hengstes undt Joachim des Narren zu thun, wie sichs uffs formlichst gebu^ert undt der undertha^enigen bit den armen Narren von Unsertwegen In gna^edigem befelh zu haben undt zu behalten.
Undt nachdem vorige und diese unser ordenunge unsers lesten willens in der Yle durch unß gesezt undt gemacht worden, das vergeßen ist: an wilchem ortt von menniglichen undt nach nothurfft des Fu^erstenthumbs undt Landtschafften sachen am fordersten undt ehersten angesucht sol werden, so wullen wier undt ordenen hiemit, daß die Canzley an dem ortt da unser hoffmeister, alß durch unß geordenet, sinen ansiz haben, sol auch daselbs das ansuchen gescheen undt die sachen verfertiget werden, undt der Hoffmeister die andern zu bescheiden haben nach gelegenheit undt nothurfft dersachen, undt wilchem unter den andern etwas fu^erfiele Ine das auch unverzu^eglich wißen zu laßen, und sonderlich sal dieß sein undt gemeint In grosen schweren sachen doran unsern landen undt leuten gelegen were.

Sprache des Originaltextes

deutsch

Nachweise

Aussteller

Hessen, Landgrafen, Wilhelm II.

Weitere Personen

Wallenstein, Konrad [II.] von · Trott, Friedrich [III.] · Boyneburg, Ludwig von · Mansbach, Konrad von · Waiblingen, Rudolf von · Ruland, Heinrich · Hessen, Landgrafen, Anna, Frau Wilhelms II., geb. Herzogin von Mecklenburg · Hessen, Landgrafen, Anna, Frau Wilhelms I., geb. Herzogin von Braunschweig-Lüneburg · Riedesel zu Eisenbach, Hermann IV. · Nordeck zur Rabenau, Johann von · Baumbach, Jost von · Treisbach, Peter von · Waldeck-Eisenberg, Grafen, Philipp II. · Waldeck-Wildungen, Grafen, Heinrich VIII. · Köln, Erzbischöfe, Hermann IV. von Hessen · Trier, Erzbischöfe, Jakob II. von Baden · Sachsen, Herzöge, Georg der Bärtige · Kleve, Herzöge, Johann II. · Nassau-Dillenburg, Grafen, Johann V. · Reckerod, Rabe von · Breidenbach, Heinrich von · Engellender, Johann · Boyneburg, Reinhard d.Ä. von · Boyneburg, Rabe [IV.] von · Hessen, Landgrafen, Philipp der Großmütige · Rockerot, Wilhelm von · Boyneburg, Friedrich d.J. von, gen. Hohenstein · Bodenhausen, Melchior von · Hundelshausen, Hans von · Meternich, landgräflicher Diener · Berlepsch, Hans d.Ä. von · Weiters, Hans von · Meisenbug, Wilhelm [II.] · Meisenbug, Kaspar · Boyneburg, Simon von · Bonus, landgräflicher Diener · Troescher, Curt · Linsingen, Johann von · Bischofferode, Walter von · Bischhausen, Wilcken von · Bernhard, Kammerknecht · Volswengk, Eberhard · Zwingenberg, Hans [II.] von · Nußpicker, Georg · Hans, Barbier Landgraf Wilhelm II. · Wolff von Gudenberg zu Itter, Thiele · Reckerode, Hermann [II.] von · Buchenau, die von, Witwe des Speten · Joachim, Hofnarr Landgraf Wilhelm II. · Braunschweig-Wolfenbüttel, Herzöge, Heinrich der Ältere

Weitere Orte

Ziegenhain, Grafen · Nidda, Grafen · Diez, Grafen · Marburg, Elisabethkirche · Kassel, St. Martin · Merxhausen, Kloster · Vacha, Amtmänner · Mecklenburg, Herzöge · Breidenau, Äbte · Haina, Äbte · Marburg, Deutscher Orden · Grünberg, Antoniter · Kassel, Bürgermeister · Marburg, Bürgermeister · Eschwege, Bürgermeister · Gießen, Bürgermeister · Waldeck, Grafen · Spangenberg, Burg · Kassel, Burg · Rüsselsheim, Oberamtmann · Marburg, Schloß · Homberg, Burg · Eschwege, Burg · Butzbach · Marburg · Köln, Erzbischöfe · Trier, Erzbischöfe · Sachsen, Herzöge · Kleve, Herzöge, Nassau, Grafen · Marburg, Hofgericht · Jerusalem · Marburg, Barfüßer · Lichtenberg, Amtmann · Fürsteneck · Umstatt · Spangenberg, landgräfliches Haus · Kassel, Schultheiße · Eppenberg, Kartause · Worms · Pfalz, Kurfürsten · Worms, Bischöfe

Sachbegriffe

Testamente · Seelstiftungen · Grafen · Heilige, Maria · Heilige, Johann · Heilige, Elisabeth · Heilige, Wilhelm · Heilige, Christoph · Heilige, Georg · Heilige, Sebastian · Heilige, Niclaus · Heilige, Wolfgang · Heilige, Valentin · Heilige, Sigmund · Heilige, Katharina · Heilige, Barbara · Heilige, Anna · Begräbnisse, Organisieren von · Begräbnisorte · Hofgesinde, Versorgung von · Räte · Harnische · Banner · Pferde, Vererben von · Stifte · Kasel, goldene · Kleider, seidene · Klöster · Almosen · Zinsen, jährliche · Testamentsvollstrecker · Vormünder · Renten · Gefälle · Vormundschaften, jährliche Rechnungslegung · Rechnungslegungen, vormundschaftliche · Äbte · Deutscher Orden · Antoniter · Mönche, Antoniter · Ritter · Erbmarschälle · Bürgermeister · Schlösser · Register, Hinterlegen von · Residenzpflichten · Knechte · Amtmänner, Lohn für · Ämter, Kosten für · Eide · Erzbischöfe · Vormünder, Wahl von · Bestechungen, Verbot von · Vormünder, Verbot der Vorteilsannahme von · Dienstgelder · Lohn · Hofmeisterinnen · Bedienstete, weibliche · Mägde, Mitgift für · Amtleute · Amtknechte · Diensteide · Streitigkeiten, Regelung im Testament · Hofgerichte · Legate, persönliche · Testamente, persönliche Legate · Erben, männliche · Leibeslehenserben, fehlende männliche · Vormundschaften, Ende bei Volljährigkeit · Kanzler · Könige · Mönche, Observanten · Observanten · Pilgerinnen · Testamente, Zusatz zu · Barfüßer · Mönche, Barfüßer · Seelmessen · Vigilien · Halsketten · Edelsteine, Türkise · Türkise · Perlen · Söhne · Lehen · Belehnungen · Kinder, Erziehung von · Diener · Knechte · Kammerknechte · Ämter, lebenslange · Schultheiße · Barbiere · Häuser, Kauf von · Witwen, Legate für · Witwen, Wiederheirat von · Pfalzgrafen · Bischöfe · Beute, Rückgabe von · Kriege · Tücher, seidene · Seide · Stoffe, Vererben von · Pferde, Vererben von · Jagdausrüstungen · Armbrüste · Rubine · Edelsteine, Rubine · Diamanten · Edelstein, Diamanten · Smaragde · Edelstein, Smaragde · Hofnarren

Textgrundlage

Stückangaben, Regest

Kopp, Bruchstücke 1

Original

Kopp, Bruchstücke 1

Zitierweise
Landgrafen-Regesten online Nr. 10656 <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/lgr/id/10656> (Stand: 20.07.2019)
 
Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde