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Regesten der Landgrafen von Hessen

1345 August - Anfang 1346

Klagen Erzbischof Heinrichs von Mainz gegen Landgraf Heinrich II.

Regest-Nr. 10771

Überlieferung | Regest | Originaltext | Nachweise | Textgrundlage | Zitierweise
Überlieferung
Ausfertigung: Hauptstaatsarchiv München, Mainz, Domkapitel, fasc. 154 a (Hessen, Nr. 87), neu Mainz fasc. 408.
Rückvermerke: Hic continentur articuli, quibus d. h(einricus) impeciit lantgravium terre Hassie, u.: ad Hassiam R..
Drucke: Stengel, Nova Alamanniae 2,2, S. 527 Nr. 793; Demandt, Quellen Fritzlar, S. 367-369 Nr. 205 (Teilabdruck).
Regesten: Regesten der Erzbischöfe von Mainz 1,2, S. 520-522 Nr. 5396.
Regest
Erzbischof Heinrich [von Mainz] klagt die Friedensbrüche (fredebruche), die gegen ihn vom Landgrafen von Hessen geschehen sind.
A im Amte Amöneburg:
1) Der Landgraf und seine Amtleute haben uf dem gewiheten kirchof zů dem Kirchane, einen burglichen bůwe gebu^wet auf dem Gut des Deutschordens, wie der Ordensmeister von deutschen Landen vor dem Kaiser und anderen Fürsten und insbesondere vor den Drei, die wir uber unsern friden gekorn hatten geklagt habe. Der Erzbischof verlangt Zerstörung des Baues, weil seine Einrichtung den Fridebriefen widerspricht;
2) Der Landgraf und sine gwalt haben den Hessenstein (-sin-) gebaut auf dem Eigentum der geistlichen lude ... von Heyne, deren Kloster durch den Bau ewelichen verderbet ist. Der Erzbischof verlangt Abbruch, zumal das Haus in die von dem Erzstift lehnrührige faudie gebaut ist.
3) Der Landgraf hat die Nuwestad zů Frankenberg gebaut in die erzbischöfliche Grafschaft Battenberg (-tin-) in unser herschaft gericht und eygen. Der Erzbischof verlangt Abbruch.
4) Der Landgraf hat das Haus Arnstein (-sstein) auf erzbischöfliches Eigen gebaut; er soll das abtun;
5) Des Landgrafen Burgmannen und Diener Johann von Lyme, Eckehart von Kappel (-e), Wintre von der Lichtenau (Liechtenowe), Walther von Giflitz (Gyffilcze) u.a. haben des Erzbischofs Diener und brydesser, des Kellners zu Amöneburg (-me-) maig und knecht Heynrich von Bilstein (Byl-) gefangen genommen, schwer mißhandelt, sodaß er ein Schmerzensgeld von mehr als 1000 Mark beanspruchen kann, und dadurch dem Kellner einen nachweisbaren Schaden an verluste uf dem felde, an artzeten und Kost (kosten) von mehr als 200 Pfund Heller zugefügt und halten ihn noch gefangen; die Täter aber reiten nach wie vor in des Erzbischofs Schlösser zu Gudensberg (-dins-), Rotenburg (-denberg), Melsungen (Mil-), zů der Lichtenowe und anderswo nach Belieben ein und aus. Der Erzbischof verlangt, daß der Landgraf daz ri^echte und kere.
6) Die vom Heiligenberg (Heylgenberge), unse und unses stiftes verzalten, die zwei Kirchen abgebrannt, Priester gefangen, erzbischöfliche Leute in stocken gedodet und gelenet haben, und alle Tage wider recht als si kheine schulde zů uns und zů unserme stifte hant, rauben und brennen, liegen (ligent) in des Landgrafen Schlössern. Der Erzbischof verlangt unter Berufung auf die Friedebriefe, daß der Landgraf daz riechte. Der Schaden beläuft sich auf mehr als 1000 Mark Silbers.
7) Der Landgraf hat den erzbischöflichen Pfaffen gemeynlich zu Hessen verboten, dem Erzbischof in der herkömmlichen Weise zu dinen. Dieser hat davon einen Schaden von mehr als 150 lodige marg. Er verlangt, daß der Landgraf uns daz widerkhere.
8) Der Landgraf hat den Klöstern allen, namentlich zu Hasungen, Breitenau (Breydenowe), (Spies-)Kappel (-e), verboten, ihm zu dienen mit fůre und mit anderme dienste gemäß dem Herkommen und dem zweimaligen Urteile der Drei zu Werkel(e). Der Erzbischof verlangt, daß der Landgraf das riechte und daz gebot abe dů und uns besserunge darumme dů.
9) Der Landgraf hat die von Löwenstein (Le-), die sich mit ihren Häusern Löwenstein und Itter (-e) mit dem Stift verbündet haben, an sich gezogen. Der Erzbischof verlangt, daß der Landgraf das abe dů, want es in dem frieden geschehin ist.
10) Der Landgraf hat fehebede genommen und Schatzungen von den erzbischöflichen paffen geystlich und weltlich. Er soll das richten.
11) Als der Kirchain gebaut wurde, haben das Landgrafen, Amtleute und Gesinde den erzbischöflichen Untertanen uf den kirchove und in dem gerichte groz gůt genommen und ihnen Schaden zugefügt, der nocht nicht widertan ist, abgesehen davon, daß Volpracht von Derimbach sein Teil gemäß Urteilsspruch geriechtet hat.
12) Adolf Schurenfloz hat dem Flecken, erzbischöflicher Bürger zu Amöneburg, seine Schafe weggenommen, und dieser kann nicht zu seinem Rechte kommen.
13) Ein landgräflicher Burgmann hat aus einem erzbischöflichen Wald gewaltsam Holz weggeführt.
14) Der Landgraf hat seinen Amtleuten befohlen, dem erzbischöflichen Amtmann von der Nuwenstad zu widersagen, weil dieser die Fuhrleute die uffe der straze farent, kheret durch die Nuwestad, wie dies doch seit mehr als 80 Jahren Gewohnheit sei. Der Erzbischof bittet, daß der Landgraf das abe dů, da doch in den Friedebriefen geredet sei, daz die strasse sal gien, als si von alter getan hat.
15) Dem Erzbischof ist von Ulrichstein durch Brand und Raub ein Schaden von 400 Pfund Heller zugefügt worden vor Nidda (Nyddehe).
B. Im Amte (Hof-)Geismar.
1) Der Landgraf und sine gewalt lassen die erzbischöfliche Burgmannen und Bürger zu (Hof-)Geismar, paffin und leyen in ůnserm lande gesessin des Reinhardswaldes (Reynhartswaldis) nicht gebrauchen in der herkömmlichen Weise. Der Erzbischof verlangt, daß der Landgraf das abetu und den Erzbischöflichen den Schaden richte, den der Erzbischof auf 1000 Mark Silbers schätzt.
2) Conrad, Herr zu Schöneberg (-onen-), fing Bürger von (Hof-)Geismar und nahm ihnen ihre Pferde uff unseme walde, allerdings in guden truwen. Die Gefangenen wurden gelöst zu dem stocke und die Pferde zurückgekauft für 228 Mark Pfennige; außerdem mußten die genannten Bürger schwören, ihm 4 lötige Mark zu zahlen, sobald sie könnten (ob sy^e ůmer also riche wu^erden), die sie ihm auch noch der erstin besatzunge zahlten. Der Erzbischof verlangt Wiedergutmachung. Ebenso intsedde Conrad von Schöneberg den erzbischöflichen Bürgern von (Hof-) Geismar uffe dem velde vor der stad und fügte ihnen an pferden, an kůwen und andern stucken einen Schaden zu von 200 Mark Pfennigen. Der Landgraf soll das weder kerin.
3) Derselbe hat uns und den unsern Schaden getan durch Brand und Raub an Kirchen, Kirchhöfen und Dörfern: zu Gottbüren (Godisburen) 1000 Mark Pfennige, zu Wülmersen (Wulversin) und an dem hene vor der Sababurg (Zappinbůrg) 200 Mark Pfennige, zu Bensdorf (Beynstorf) 200 Mark, zu Beberbeck (Bebirbecke) 200 Mark, zu Ludenbeck (Lebike) 300 Mark, zu Hombressen (Humbresschin) 200 Mark, zu Rodersen (Ru^ederssin) 150 Mark, zu Nordgeismar (Nort-) 150 Mark, zu Hümme (Hum-) und Haldungen 150 Mark, zu (Ober-)Meiser (-ssir) 400 Mark, ferner zu Kelze (-lcze) und zu Bünichheim (Bummencheim) an 200 Mark Pfennige. Der Landgraf soll das alles samt dem Schaden ersetzen.
4) Nachdem in desir veyde der Ritter Herr Johan von Bellersheim (-dirs-) den genannten Bürgern einen achttägigen Frieden entboten hatte, hat der gen. Conrad von Schönberg drei der Bürger gefangen, 22 Pferde genommen und einem Bürger seinen Zehnten entführt. Der Schaden wird auf 60 Mark Pfennige geschätzt.
5) Als danach der Domdechant und der Graf von Virneburg (Firnen-), des Erzbischofs Bruder, den Bürgern enboit, eynen fride vierzent tage zu haltene, der zů Folde gemachit wart, fing er elf der erzbischöflichen Bürger von (Hof-)Geismar; acht davon hat er geschatzid an 20 Mark, die andern drei hat er noch samt den andern, die er uns auch abgevangin hat. Auch nahm er den Bürgern 20 Pferde und 6 Morgen Hafer (habern) in demselben Frieden. Schaden und Raub (die namen) schätzt der Erzbischof auf 50 Mark Pfennige. Der Landgraf soll das gut machen, als reht ist.
6) Derselbe Conrad von Schonberg rannte vor die erzbischöfliche Stadt (Hof-)Geismar; da hielten des Landgrafen Burgmannen hinder und sine gebrodetin knethe und seines Sohnes Knechte und wollten die Bürger virhouwen han undtaten das zu iren husen und wider drin, also als unse herrin in vrede sassen mit einander. Auf demselben Ritt nahmen sie des Erzbischofs armen Leuten drei Pferde zu Ludenbeck (Lepbeke). Den Raub schätzt der Erzbischof auf 6 Mark Pfennige. Er bittet, daß der Landgraf dies gut mache, als reht ist.
7) Der Wintze (von der Lichtenau) rannte vor die Stadt zu (Hof-)Geismar und nahm zwei Pferde und verwundete drei Bürger. Es waren aber des Landgrafen Burgmannen und Knechte dabei; der Landgraf soll deshalb den auf 20 Mark Pfennig geschätzten Schaden ersetzen.
8) Des Erzbischofs Freunden entboten den Bürgern durch Otten von Falkenberg, daß sie in Fulda mit den Freunden des Landgrafen einen Frieden geschlossen hätten bis zum nächsten Walpurgistag über drei Jahre; sie sollten mit Conrad Herrn von Schönberg vier Wochen lang Frieden halten. In dieser Zeit würden des Erzbischofs Freunde zu tage komen (und solden wir endin, als unse fru^ent firfaszit hetdin). An demselben Tage aber, an dem sie den Frieden geben sollten, lag der Landgraf eine halbe Meile entfernt bii en mit seiner were und wollte ihnen ihre Frucht vorderbit han und wolde fu^er zůten geschozzin han. Die Bürger hatten an ihrer Frucht, die sie vorzeitig einbringen mußten, einen Schaden von 200 Mark; diesen soll der Landgraf ihnen ersetzen.
9) Des Erzbischofs Burgmann Sander von den Husen wurde gefangen, nach Trendelburg (Drendinborg) geführt und an 72 lötige Mark geschatzt. Der Landgraf soll ihm das weder keren, als reht ist. Auch fing Conrad von Schönberg den erzbischöflichen Burgmann Friderichin von Bůla und schatzte ihn an 24 Mark Silbers; der Erzbischof verlangt, daß der Landgraf yme dar weder kere, als reht ist.
10) Der erzbischöfliche Amtmann Stebin von Haldessen wurde doit geslen, und drei von den Bürgern von (Hof-)Geismar, von denen ein Teil in den stocken dot blebin ist. Soweit der Schaden, der dem Erzbischof und seinen Bürgern und den Seinigen widerfahren ist, den wir und si^e kuntliche bewisen mogen in der kuntschaft.
11) Der Landgraf hat zu gegebin zu roden die strůt zů Udenha(u)sen, die der Erzbischof von des Stifts wegen geerbt hat (in geerbit sin). Der Landgraf soll das widerkehren und abtun.
12) Seit dem Beginn der Verhandlungen in Fulda und seitdem Erzbischof und Landgraf in guden frede ... sitzen, haben des Landgrafen Burgmannen und Diener aus dessen Schlössern (und wider dar in) das Dorf Kaldern, kirchen und kirchobe, verbrannt und somit ane die doden einen Schaden von an die 1000 lötige Mark Silbers angerichtet. Diesen soll der Landgraf dem Erzbischof wider tun.
13) Der Landgrafen gebůre uff der Ä(h)ne haben zu Kalden zwei Mann erschlagen, um daz, daz si penden in irme holcze. Der Landgraf soll dem Erzbischof das keren und richten.
14) In derselben Zeit sind fünf landgräfliche Burgmannen von Rotenburg (-denberg), insbesondere Erwin und Heinrich von Romrod (Růmrode) u.a., mit des Erzbischofs Feind von Heringen losgeritten und halfen, dem Erzbischof mehr denn an 100 Mark Schaden tun; der Landgraf soll den richten.
C. Von der Stadt Fritzlar wegen beschuldigt der Erzbischof die Amtleute von Gudensberg (Gůdins-):
1) Johann von Linne kam in gefrengnisse mit denen von Fritzlar (-its-) und die Drei urteilten, daß er den Fritzlarern 40 Pfund Pfennigen wyder dun sollte, was er aber nicht tat. Darnach enseide er ihnen da ward ihr Feind unirklaget und unirvolget, und als die Sache vor die Drei kam, gelobte er eine rechte Sühne, entseide ihnen aber zum zweiten Mal und tat ihnen hindersal mehr als zu 300 lötige Mark und beheldit sich des in des Landgrafen Schlössern zu Gudensberg (Gůdins-) und zu der Altenburg (-dinbru^eg).
2) Conrad von Wichdorf fing einen Bürger auf der Straße und führte ihn nach Gudensberg (Gůdins-) und überantwortete ihn dem Johann von Lymne; der führte ihn nach Altenburg (-din-) und schlug ihn in einen Stock und můsten yme den abe rechtin. Die Fritzlarer und der arme Bürger namen des ... wol 50 phunt pheninge zu hindirnisse an den smerzen, den he leit, in eyme gůden frede.
3) Conrad Sasse und Johann von Lynne, Burgmannen zu Gudensberg (Gůdins-), fingen einen Bürger von Fritzlar blutheden und schazeden ihn; er hat des zu schaden 50 lötige Mark Silbers.
4) Conrad von Wichdorf drängt die Bürger von Fritzlar, die erbe han zu Werkel (-e) und zu Wehren (Werhene); wan si ir gůt eren oder snyden sollen, so legit he is en in kommer. Das tut er seitdem er dy gerechte gehabt hat, und er hat ihnen da bennen wohl 200 Pfund Hessir ... phenninge abe geschaczit, also als is von aldir nicht gewest ist.
5) Der Erzbischof hat ayne gemeyde zu Werkel (-kle); der underwindet sich Conrad von Wichdorf und mäht sie und führt sie heim. Der Erzbischof und seine armen Leute haben dadurch 100 Pfund zu hindernisse.
6) Die Bürger zu Cassel (-e) nahmen einen Bürger zu Fritzlar (-its-) 12 Malter Früchte in dem Dorf zu Niedermöllrich (Nedirn Melderich) und führten sie nach Gudensberg (Gůdins-).
7) Tylo von Wehren (Werhene) nahm einer Bürgerin zu Fritzlar (-itz-) 6 Malter Korn; der Landgraf hieß ihn die zurückgeben, es ist aber noch nicht geschehen.
8) Die von Gudensberg (-dins-) und anderen Städten des Landgrafen beherbergen die Feinde des Erzbischofs Johann von Linne , Helgenbergen, Strekefuszin zum Schaden und hindirnisse des Erzbischofs, der Stadt Fritzlar (-its-) und ab unsers landes.
9) Friczo von Röhrenfurth (Rorinfurt), ein Burgmann zu Melsungen (Mil-), hat einem Bürger zu Fritzlar (-its-) seine Pferde genommen und zu der Lichtenau (Lichinowe) geführt und da verkauft. Der Bürger hatte dadurch 10 Pfund Hessir phenninge zů hindernisse.
10) Des ryches straze ging von altersher durch die Stadt Fritzlar (-its-). Der Landgraf und seine Amtleute haben die Straße mit Gewalt verlegt (gewysit) von den von Fritzslar durch sin lant hin. Davon haben die von Fritzlar mehr als 1000 phunt phenninge zů hindernisse.
11) Johann von Linne vorbu^edit und wu^estet aus des Landgrafen Schlössern den von Fritzlar ihr Gut wo is ligit in des lantgrebin gerechtin; sie haben dadurch zu hindernisse mehr als 100 Mark lötigen Silbers.
12) Die von Gudensberg (Gůdins-) beherbergen Ywan und Summerfelden und Ruben und Genossen, die das Stadtsiegel von Fritzlar gefälscht haben, wofür sie vor dem ryche verurteilt wurden, und verantworten sie. Die Fritzlarer haben ihre Auslieferung verlangt, aber nicht erreichen können.
13) Johann von Linne und Heiligenberger und Genossen sind zweimal (zwerunt) mit den Fritzlarern zu Verhandlungen zusammengetreten (zu tagen gewest); die Verhandlungen haben sich aber zerschlagen. Johann von Linne hat auch ein fünfgliedriges Schiedsgericht abgelehnt. Darnach haben Johann von Linne und Heiligenberg und Genossen und des Landgrafen Burgmannen und gebroten knechte nu^e an St. Margaretentag (1345 Juli 13) zu Gudensberg (-tins-) in der stat in den zingelen und uff der strasse gelegentlich eines freien Jahrmarktes Fritzlarer beraubt und 15 oder 16 Bürger gefangen genommen und auf sein Haus zu Boemelburg geführt, wo sie diese in stocken gefangen halten. - s.d.
Originaltext
Diz sind die fredebruche, die wir Heinrich ertzebischof zů Meintze klagin von unsere und unsers stiftes wegen, die uns geschehen sint, an uns und an den unsern von deme lantgreven von Hessen, von sinen amptluden und sinen dy^enern und frunden, die ime zů verantwertene stient in deme ampte zů Ameneburg und daz da zů geho^eret in werntlichen und geistlichen sachen, und heyschen und bidden, daz uns und unserme stifte und den unsern diese nachgeschriben fredebruche von dem lantgreven geri^echtet und widertan werden, als recht ist. I^us. Zů deme ersten klagen wir, daz der lantgreve von Hessen und sine amptlude hant einen burglichen bůwe gebůwet uf den gewiheten kirchof mit gemureten khemenaten, berfriden, erkern, blanken graben und zogebrucken, also als uf derselben pherre zů der ziit gegenwortig was godes licham, der dauf, der kreseme und die graft der toden, und hant daz getan uff der geystlichen lude gůt des důtschen ordens, als ouch der meyster von dutschen landen des ordens selber uns geklaget hat vor dem kheysere und vor andern ... fu^ersten und herren und mit namen vor den ... drin, die wir uber unsern friden gekorn hatten, und heischen und bidden, daz der lantgreve uns den vorgenanten burglichen bůw an der kirchen, an de(m) kirchove dar bi und dar ane abe dů gar und gentzlichen, want unser fridebrieve, die zwischen und beydersite gegeben sint, haldent, daz beider herren frunt und undertan geistlich und werltlich sullent bliben sitzen in iren gerichten, in iren gůden, in iren friheiden und eren, als si von alder und vor dem krige sazen und mit namen vor dem fri^eden. II^us. Ouch klagen wir, daz der vorgenante lantgreve und sine gewalt hant gebůwet de Hessinstein uf der geistlichen lude eygen gůt von Heyne, die uns und unserme stifte verntlich und geystlich stient zů verantworten und ir kloister mit demselben bůwe ewelichen verderbet ist, und heischen, daz der lantgreve uns den bůw abe dů, want ez in den fridebrieven versprochen ist, als vorgeschriben steit, und ist uch daz vorgenante hus gebuwet in die faudie, die von uns und unserme stifte zů lehen gient. III^us. Ouch klagen wir, daz der vorgenante lantgreve die Nuwestad zů Frankenberg gebuwet hat in unsere grafschaft zů Battinberg in unser herschaft gericht und eygen und heischen, daz der lantgreve uns die abe dů. IIII^us. Ouch klagen wir, daz der vorgenant lantgreve daz hus Arnsstein uffe uns und uf unsers stifts eygen gebůwet hat, und heischen, daz er uns daz abe dů. V^us. Ouch klagen wir, das Iohan von Lyme, Eckehart von Kappele, Wintze von der Liechtenowe, Walther von Gyffilcze und andere, die des lantgreven burgmanne und dienere sint, Heynrichen von Bylstein unsern dy^ener und broydessere und unsers kelners maig und knecht zů Ameneburg gevangen hant und sine fu^esse in eyme stocke abe gefůlet hant, daz der vorgenante Heinrich umme du^esint marg nicht gelidden wolde han, und ist ouch noch ir gevangen und hant ouch deme vorgenanten unserme kelnere zů Ameneburg zů schaden bracht mit disem gevenknisse, daz er kuntlichen bewisen will, an verluste uf dem felde, an artzeten und kosten me dan zweyhundert phunt heller, und ri^eden die vorgenanten sine burgmanne zů der ziit ussere sinen slossen und wider dar in und ligent noch alletage da inne zů Gudinsberg, Rodenberg, Milsungen zů der Liechtenowe und anderswo, wa si wollen, und heischen und bidden, daz uns der lantgreve daz ri^echte und kere. VI^us. Ouch klagen wir, daz die Heylgenberge, unser und unsers stiftes verzalten, die uns nachbirrent, zwo kirchen abe gebrant hant, pristere gevangen hant, unsere lude in stocken gedodet und gelemet hant, und alletage roubint und birrent wider recht, als si kheine schulde zů uns und zů unserme stifte hant, in des lantgreven slossen ligent und gelegin hant und iren phenning da inne verzerint, wo sie wollent in sime lande und heischen, daz der lantgreve und daz riechte, als recht ist, want in den fredebrieven geschriben steit, daz dieamptlude gesworn hant, daz iederman des andern gůt beschudden sulle als sin selbes, und schadet uns und den unsern daz me dan dusint marg silbers. VII^us Ouch klagen wir, daz der lantgreve unsern paffen gemeynlich zů Hessen verboden hat, daz si uns niht indienen, als si von rechte und von alter getan hant biz her, und hat si dar zů gehalden, daz mit namen in den fredebriven versprochen ist, und han dez me dan anderhalphundert lodige marg schaden und heyschen, daz der alntgreve uns daz widerkhere und sich an kheynen stucken wider uns unser paffen underzihe und ane neme. VIII^us. Ouch klagen wir, daz der lantgreve verboden hat und verbu^edet, daz alle klo^estere zů Hessen, Hasungen, Breydinowe, Kappele und andere, wie sie genant sin, uns niht endienten mit fůre und mit anderme dienste, als si von alter getan hant und als ez zů Werkele und anders zů zweyn malen von den drin geteilet ist, daz alle geystliche lu^ete uns und unserme stifte zů verantwortene und zů verdedingen sten und nieman anders nach den fredebrieven, und heischen, daz uns der lantgreve das riechte und daz gebot abe dů und uns besserunge dar umme dů. VIIII^us. Ouch klagen wir, daz die von Lewenstein sich mit iren husen Lewenstein und Ittere zů uns und unserme stifte verbunden hant, und die der lantgreve an sich zu^ehet und gezoget hat, als wir hoffen, daz er dez zů rechte ich getůn moge, und heischen, daz uns der lantgreve daz dů, want ez dem frieden geschehin ist. X^us. Ouch klagen wir, daz der lantgreve fehebeden genomen hat und schatzungen von unsern paffen geystlich und werltlich, daz nieme geschach, und heischen, daz er uns daz riechte. XI^us. Ouch klagen wir, dů der Kirchain gebuwet wart, daz des lantgreven amptlude und ir gesinde unsern undertanen, burgmannen, bůrgern, paffen und andern luden uf den kirchove und in deme geriechte groz gůt genomen hant und schaden getan hant und des nicht widertan ist ,dan daz her Volpracht von Derimbach sin teil geri^echtet hat, als i^eme geteylet wart, und heischen, daz der lantgreve uns und den unsern daz wolle riechten. XII^us. Ouch klagen wir, daz Adolf Schurenfloz Flecken unserme burgere zů Ameneburg sine schafe geweldekliche genomen hat, und kann ime khein recht darum widerfaren und bidden, daz der lantgreve uns daz kere und riechte. XIII^us. Ouch klagen wir, daz B(...) von Ve(...) des lantgreven burgman zu D(...) und andere (...) geriden sint uff unsern walt zů (All?)indor(f) mit gewappenter hant und mit gewalt und hant daz zu gefuret zů (...) vol holtzes, und bidden, daz uns der lantgreve daz kere. XIIII^us. Ouch klagen wir, daz der lantgreve hiez widersagen sine amptlude dem amptmanne von der Nuwenstad umme daz, daz er die fůrlu^ede, die uffe der straze farent, kheret durch die Nuwestad, als biz here und bi namen me wan achtzig iare daz gewonheit ist gewest, als wir und unser amptman zů der Nuwenstad daz wol bringen wollen, und bidden, daz der lantgreve uns daz abe dů, want in den fri^edebrieven geredet ist, daz di straze sal gien, als si von alter getan hat. XV^us. Ouch klagen wir, daz wir von Ulrichstein gebrant und uns genomen ist vor Nyddehe, und heischen, daz uns der lantgreve das riechte; den schaden achten wir zů unserme teyle wol an vierhundert phunt heller.
B. Dit sint die fredebruche, die wir Heinrichen erczbischof zu Mentze clagen von unsers und unsirs stiftis wene, die uns geschen sint an uns und an den unsern von dem lantgreben von Hessin und sinen amptluden und sinen dynern, die yme zu virantworttene teynt, in deme ampte zu Geismar und daz dar zu gehoret, in werntlichen und in geystlichen sachen, und eyschin und bidden, das uns und ůnserme stifte und den unsern dese nachgescribenen fredebruche von deme lantgreben geryhtes und wider tan werden, als reht ist. 1. Zu deme erstin clagin wir, daz der lantgrebe und sine gewalt unser burgman, burgere zu Geismar, paffin und leyen in ůnserm lande gesessin des Reynhatwaldis nicht lazzent gebruchen, als sy daz von alder her bracht hant und als in den fredebriven begriffin ist, und des biden und heyschin wir, daz uns das der lantgrebe abetu und uns und den unsern richte den schaden, der uns da von geschen ist, den wir aichin und hoffen zu bewisene an dusent marg silbers. 2. Ouch clagin wir, daz Conrad herre zu Schonenberg veynk unser burgere von Geysmar und naym in ire perde uffe unseme walde in guden truwin, also als sy^e yme geschenkit hattin in unser stad zu Geismar; di gevangene worden geloist zu dem stocke und di perde wi^edergekouft vor zweihundert und zwentzig und aiche marg penninge, dar bobin můstin di selbin burgere zu den heilgin swerin, daz si yme vier lodige marg geben, ob sy^e ůmer also riche wu^erden, di hant di ůme bezalit noch der erstin besatzunge und eyschin, das der lantgrebe uns und unsen burgern daz weder kere und allen schaden, der unsern burgern da von komen ist. Ouch clagen wir, daz der selbe Conrad herre von Schonenberg intsedde unsern burgern von Geismar und schadete en uffe dem velde vor der stad an perden, an kůwen und andern stucken, als sy daz bewisin mogen, zu zweinhundertten marken pennygen, und eyschin, daz der alntgrebe, uns und unsern burgern daz weder kerin. 3. Ouch clagen wir, daz er uns und den unsern zu schaden getan hat an brande, an roube kirchen und kirchobe und an dorfern mit namen zu Godisburen důsint marg pennyge, zu Wulversin und an dem hene vor der Zappinbůrg zwei hundert marg pennyge, zu Beynstorf zwei hundert marg pennyge, zu Bebirbecke zwei hundert marg pennyge, zu Lebike dri hundert marg pennyge, zu Humbresschin zwei hundert marg pennyge, zu Ru^ederssin ander halp hundert marg pennyge, zu Nortgeismar andirhalp hundert marg pennyge, zu Humme und Haldunge andirhalp hundert marg pennyge, zů Meissir vier hundert marg pennyge, und eyschin und biden, daz der lantgrebe uns und unsern burgern daz wider tu und kere und auch den schaden den wir da von han und die unsern; ouch ist geschadet zu Kelcze und zu Bunnencheim an zweyhundert marg penninge. 4. In desir veyde inpoit her Iohan von Beldirsheim ritter unsern vorgenanten burgern eyn vryde aiche tag zu haltene; in deme vryde vink der vorgenante Conrad von Schonenberg unsir burgere dry^e von Geismar und naym en zwei und zwentzig perd und intfurte eyme unseme burgere da selbis sinen zehinden; daz biden wir und eyschin, daz der lantgrebe uns und unsere vorgenanten burgere an sessig marg penninge 5. Dar nach enboit unsern burgern, die vorgenant sint, der dumdechan und der grebe von Firnenburg unser bruder eynen fride vierzen tage zu haltene, der zů Folde gemachit wart; in dem selbin vriede fyng he unser burgere von Geismar eylfe, der hait aiche geschatzid an zwentzig marg, die andern dri, die hat he noch mit den andern, die he uns auch ab gevangin hat; ouch nam he unsern burgere zwentzig perde und ses morgen habern in deme selbin frede und eyschin, daz man uns dir wider kere und wider tu, als reht ist; den schaden und die namen aichen wir an funfzig marg penninge. 6. Ouch clagen wir, daz der selbe Conrad von Schoneberg rante vor unse stad Geismar, da hilden des lantgreben burgman hinder und sine gebrodetin knethe und sines sones knehte und wolden unse burgere virhouwen han und dedin daz zu iren husen und wider drin, also als unse herrin in vrede sassen mit einander; uff dem selbin ry^ede nam si unsern armen luten dru^e perde zu Lepbeke; dit biden wir, daz der lantgrebe und weder kerin, als reht ist; die name aichen wir an ses marg penninge. 7. Wir clagen ouch, daz Wintze rante vor unse stad zu Geismar und man zwei pert und wůnde drii unser burgere; das waren aber des lantgrebin burgman und sine knehte myde, und eyschin, daz der lantgrebe uns und unsern burgern daz wider kerin, als reht ist; daz aichin wir an zwenczig marg penninge. 8. Ouch clage wir, daz unse fru^ende intpoden unsern burgern von Geismar bii Otten Falkenberg, daz si zů Folde einen vrede gemachit hettin mit des lantgrebin frůnden, als nů zu sente Walpurge tag wirt obir dri iar, und solden mit dem dickenanten Conrad hern von Schonenberg einen frede gebin vier wochin; binnen dem fredin solden unse fru^ent zu tage komen und solden wir endin, als unse fru^ent firfaszit hetdin, das dadin si gerne; des selbin tagis, do si den vrede gebin solden, du^e lag der lantgrebe bii en uffe eine halbin myle und hatde sine were und wolde unsern burgern ir frůht verderbit han und wolde fůr zůten geschozzin han; des hant sii zů schaden zweihundert marg an irer frůht, di sie zu unziit můstin enbringen und ouch an andern stucken, und eyschin uns daz uns und in der lantgrebe en daz weder kerin. 9. Ouch clage wir, daz Sander von den Husen unse burgman gefangin wart und wart gefu^ert zu der Drendinborg und wart da geschatz an zwo und siefzig lodige marg; dit eysche wir, daz uns und yme der lantgrebe daz weder kere, als reht ist. Ouch fienk Conrad von Schoneberg Friderichin von Bůla unsen burgman und schatzete en an vier und zwentzig marg sylbers, und eischin, daz der lantgrebe uns und yme daz wederkere, als reht ist. 10. Ouch clage wir, daz Stebin von Haldessin unse amptman doit geslen ist in desin dingen und unser burger drii von Geismar, der ein teil in den stocken dot blebin ist; daz der lantgrebe uns daz rehte und weder kere nach deme, daz unser fredebrive sprechint. Dit ist der schade, der uns und unsen burgern und den unsen widervarn ist, den wir und si kuntliche bewisen mogen in der kuntschaft. 11. Ouch clage wir, daz der lantgrebe hat zu gegebin zu roden die strůt zů Udenhasen, da wir in geerbit sin von unsis stiftis wene, und biden und eyschin, daz uns und unseme stifte der lantgrebe daz widerkere, als reht ist, und abe tů. 12. Ouch clagen wir, daz sint der ziit, daz man fruntliche zuschen uns und dem lantgreben tedinget und tage zu Fulde leisten und in guden frede mit em sitzen, daz unser dorf Kalden kirchen und kirchobe verbrant sint, daz des lantgreben burgman und dienern getan hant zu sinen slozzen und wider dar in, den schaden achten wir an dusent lodige marg silbers ane die doden, und eischen, daz der lantgrebe uns daz wider dů und kere. 13. Ouch clagen wir, daz des lantgreben gebůre uff der Ane uns alda selbis zu Kalden zwene man dot geslagen han um daz, daz si penden in irme holcze, und eischen, daz der lantgrebe uns daz kere und richten. 14. Ouch clagen wir, daz bin deser selber ziit des lantgreben, burgman funfe von Rodenberg mit namen Erwin und Heinrich von Růmerode und andere sine burgman mit unsern viende dem von Heringen geredin sint und hulfen da schaden uns důn me dan an hůndert marg, und heischin, daz uns der lantgrebe den richte.
C. Dit schuldege wir Heinrich erczebischoff zů Mencze dy amtlude von Gůdinsberg von unser stat von Fritslar weyne. I. Zů erstin, daz Iohan von Linne in gedrengnisse queme mit den von Fritslar, und daz quam zů dagen vor dy dri unde wart Iohanne geteilt, daz he den von Fritslar vierzig phunt pheninge wydir důn sůlde, und des en tet he nicht; dar nach entseide he en und wart ir vient unirklagit und unirvolget, also als si eme ny rechtis ůz gegingen, und daz vart ůf beyde siden gesazt an di dri und dar uf gelobede Iohan eyne rechte sůne ůf di dri recht zů nemene und zů gebende und gaben dar uf den dren yre sache ůf beyde syden beschriben und daz des an den von Fritslar ny brůch wart; da en poben entseide he en anderweit und hat in hindirsal getan me wan zů dren hundirt lodigen markin und beheldit sich des zů Gůdinsberg und zů der Aldinbůrg und andirs in des lantgreven slozzin, und eyschin, daz der lantgreve uns daz von fryde wegen kere. II. Ouch schuldege ich die selben amtplude von der von Fritslar weyn, daz Conrad von wichdorf eynen borger vieng ůf der straze und fůrte den zu Gůdinsberg und antworte en Iohanne von Lynne, dy fůrte en zů der Aldinburg und slůg en in eyn stog, und můsten yme den abe rechtin, des namen dy von Fritslar und der arme burger wol fůmzig phunt pheninge zů hindirnisse an den smerzen, den he leit, in eyme gůden frede, und eischen, daz der lantgrave uns daz richte. III. Oůch klagen wir, daz Conrad Sasse und Iohan von Lyme, bůrgmanne zů Gůdinsberg, fingen eyn unsern burger von Fritslar und blutheden und schazeden den also, als sie keyne schůlde zů den von Fritslar en hatten, und hat der arme burger des zu schaden funfzig lodige marg silbers, und eischen, daz der lantgrebe uns daz richte und wydirkere von fredes wegen. IIII. Oůch klagen wir, daz Conrad von Wichdorf drengit dy burger von Fritslar, dy erbe han zů Werkele und zů Werhene, wan si ir gůt eren oder snyden sollen, so legit he is en in kommer und hat daz getan syder der ziit, daz he dy gerechte hat gehat, und hat en da bennen abe geschaczit wol zwey hundirt phunt Hessir ... phenninge, also als is von aldir nicht gewesit ist, und eischen, daz der lantgrebe uns daz richte und wyderkere von fredes wegen. V. Ouch han wir eyne gemeyde zů Werkle, der under windit sich Conrad von wichdorf, und mehit dy und fůrt sie heim und han wir und unse armen lude des hundirt phunt zů hindirnisse und eischen, daz uns der lantgrebe daz richte und widerkere. VI. Ouch namen die burger zů Cassele eyme unsem burger zů Fritslar zwelf maldir fruchte in dem dorf zů Nedirn ; elderich und furten dy zu Gůdinsnerg, und eischen, daz der lantgrebe uns das richte. VII. Ouch klagen wir, daz Tylo von Werhene eyner burgerschin zů Fritslar nam ses maldir kornes und heisz der lantgrebe daz wydir geben, und en ist noch nicht geschen; daz eischen wir, daz uns der lantgrebe daz richte und wydirkere. VIII. Ouch klagen wir, daz dy von Gudinsberg und anders lantgraven steden halden unser viende Iohanne von Linne, Helgenbergen, Strekefuszin und ere geselleschaf uf unsern und unser stede zů Fritslar und al unsers landes schaden und hindirnisse, und eischen, daz der lantgrebe uns daz wyderkere und richte. IX. Ouch klagen wir, daz Friczo von Rorinfurt eyn burgman zů Milsungen hat eym burger zů Fritslar sine phert genomen und hat dy gefurt zů der Lichinowe und hat si da vorkauft, des hat der burger zů hindirnisse zehen phunt Hessir phenninge, und eischen, daz der lantgrebe uns daz richte und wyderkere. X. Ouch klagen wir, daz des ryches straze von alder habe gegange durch unse stad zů Fritslar, des hat der lantgrebe und dire amtplude dy straze mit gewalt gewysit von den von Fritslar durch sin lant hin, des hant dy von Fritslar me wan tůsint phunt phenninge zů hindirnisse, und eischen, daz der lantgrebe uns daz richte und kere. XI. Ouch klagen wir, daz Iohan von Linne ůz des lantgreben sloszen den von Fritslar vorbu^edit und wu^estet ir gůt, wo is ligit in des lantgrebe gerechtin; des hant si zu hindirnisse me wan hundirt marg lotiges silbers, und eischen, daz der lantgrebe daz wider tů und kere. 12. Ouch klage wir, daz dy von Gůdinsberg halden Ywan und Summerfelden und Ruben und ere gesellschaft, dy unser stad von Fritslar ingesigel gefelschit hatten und han, und ouch han wir si vor dem ryche erwonnen, und ouch vorzalt waren und sint, und hant dy zů dagen gefurt und vor antworten dy vor und nach, und hant dy von Fritslar en der felscher zů gemůdit, als eyn recht ist, und en han uns der niht geantwort; daz eischen wir, daz uns der lantgref daz richte und widerkere; und hant ouch die von gudensberg die vorgenanten velscher verantwortit und gehalden als lange, biz si uzer irer stat reden des selben tages und fůr in unser stat zu Fritschelar geschozzen. XV. Furbas clage wir, az unsir stat zu Fritslar mit Iohan von Linne und Heiligenberger und ir geselleschaf zwerunt zu tagen sint gewest und buden in recht umb recht zu tun, daz virslugen sii und wolden io zu setzin raub und brant, des enwolden dy von Fritslar nicht tu^en; ouch wolden dy von Fritslar han gesaczt ir sache an zwene und daz Iohan von Linne ouch iz hatte geseczt an zwene und an einen funften, daz virslug her und wolde des nicht tu^en; dar nach hat Iohan von Linne und Heiligenberg und anders ir geselleschaft und des lantgravin burgman und sin gebroten knechte, die da by waren, daz zu Gutinsberg nu^e an sante Margareten tag in der stat in den zingelen und uff der straze daz ir genomen wart und unsir burgere wol funfzehen oder sehzehen gevangen wurden, also das ein fry jarmarte da waz; ouch namen sii in des lantgraven dorfen phert, da sii die gevangen uff furten uff sin hus zu Boemelburg, und halden die da in stocken, und eischen, daz der lantgrave uns daz richte und widertuwe.

Sprache des Originaltextes

deutsch

Nachweise

Aussteller

Mainz, Erzbischöfe, Heinrich III. von Virneburg

Weitere Personen

Hessen, Landgrafen, Heinrich II. · Lyme, Johann von, landgräflicher Diener · Kappel, Eckhard von · Lichtenau, Wintre von der, landgräflicher Diener · Giflitz, Walther von, landgräflicher Diener · Bilstein, Heinrich von, mainzischer Knecht · Löwenstein, die von · Dernbach, Volprecht [I.] von · Scheurenschloß, Adolf · Flecken, mainzischer Bürger in Amöneburg · Ulrichstein, der von · Schöneberg, Konrad [III.] von · Bellersheim, Johann von · Virneburg, Grafen · Lichtenau, Wintze von · Falkenberg, Otto [III.] von · Husen, Sander von · Bula, Friedrich von · Haldessen, Stephan von · Romrod, Erwin von · Romrod, Heinrich von · Heringen, der von · Linne, Johann von · Wichdorf, Konrad von · Sasse, Konrad, Burgmann in Gudensberg · Wehren, Thiele [I.] von · Helgenberge · Strekefuszin · Röhrenfurth, Friedrich [I.] von · Ywan, Fälscher · Summerfelden, Fälscher · Ruben, Fälscher · Heiligenberger

Weitere Orte

Mainz, Erzbischöfe · Amöneburg, Amt · Hessenstein, Burg · Frankenberg, Neustadt · Battenberg/Eder, Grafschaft · Arnstein (Gem. Neu-Eichenberg), Haus · Amöneburg, Kellner · Gudensberg, Burg · Rotenberg, Burg · Melsungen, Burg · Lichtenau, Burg · Hasungen, Kloster · Breitenau, Kloster · Spies-Kappel, Kloster · Werkel · Löwenstein, Burg · Itter, Burg · Amöneburg, Bürger · Nidda · Hof-Geismar, Bürger · Fulda · Trendelburg · Udenhausen · Kalden, Dorf · Rotenburg · Reinhardswald · Gottsbüren · Wülmersen · Sababurg · Bensdorf · Beberbeck (Gem. Hofgeismar) · Ludenbeck · Hombressen · Rodersen · Nordgeismar · Hümme · Haldungen · Ober-Meiser · Kelze · Bünichheim · Fritzlar · Fritzlar, Bürger · Gudensberg, Amtleute · Gudensberg, Burg · Altenburg (Gem. Niedenstein), Burg · Gudensberg · Werkel · Wehren · Kassel, Bürger · Niedermöllrich, Dorf · Melsungen, Burgmannen · Lichtenau · Gudensberg, Jahrmarkt · Boemelburg, Burg

Sachbegriffe

Erzbischöfe · Frieden, Bruch von · Klagen · Ämter · Burgen, illegaler Bau von · Burgen, Zerstören von · Kaiser · Deutscher Orden · Klöster · Lehen · Erzstifte · Städte, Erweiterung von · Grafschaften · Eigengüter · Burgmannen · Diener, landgräfliche · Kellner · Knechte · Gefangene · Schadensersatzleistungen · Schmerzensgelder · Arztkosten · Schlösser · Einkommen, Ausfall von · Öffnungsrechte · Lehen, Einzug von · Schatzungen · Steuern · Bürger · Vieh, Diebstahl von · Schafe · Wälder, Holzdiebstahl in · Friedebriefe · Straßen, Sicherheit auf · Dörfer · Brandschatzungen · Raub · Pferde, Diebstahl von · Ernten, Vernichten von · Fehden · Stadtsiegel, Fälschen von · Fälscher · Verbrechen, Fälschungen · Straßen, Verlegen von · Amtleute · Verbrecher, Ausliefern von · Kemenaten · Zugbrücken · Burgen, Bebauung in · Erker · Burggräben · Währungen, Hessische Pfennige · Pfennige, Hessische

Textgrundlage

Stückangaben, Regest

Reg. Erzb. Mainz 1.2

Original

Stengel, Nova Alamanniae 2

Zitierweise
Landgrafen-Regesten online Nr. 10771 <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/lgr/id/10771> (Stand: 10.12.2019)
 
Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde