Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen

Regesten der Landgrafen von Hessen

1362 Mai 18

Hermann von Falkenberg erhält Schloß Rosental als Pfand

Regest-Nr. 11579

Überlieferung | Regest | Originaltext | Nachweise | Textgrundlage | Zitierweise
Überlieferung
Ausfertigung: Hauptstaatsarchiv München, Mainz, Domkapitel fasc. 117.
Stückbeschreibung: Pergament.
Abschriften: Staatsarchiv Würzburg, Ingrossaturbuch 6, fol. 87.
Drucke: Wenck, Hessische Landesgeschichte 2, UB, S. 412 f. Nr. 397 (gekürzt).
Druck der Gegenurkunde Hermanns von Falkenberg: Wenck, Hessische Landesgeschichte 2, UB, S. 414 Anm.
Regesten: Wenck, Hessische Landesgeschichte 2, UB, S. 412 Nr. 397; Regesten der Erzbischöfe von Mainz 2,1, S. 335 f. Nr. 1502.
Regest
Miltenberg. - Erzbischof Gerlach [von Mainz] verpfändet mit Einwilligung des Dekans Rudolf und des ganzen Domkapitels dem Ritter Hermann von Falkenberg und seiner Frau Else das erzbischöfliche Schloß Rosental, Burg und Stadt, mit allem Zubehör für 2000 Flor. Goldgulden; davon hat er 1750 an Ludwig Schenk und Hermann von Schweinsberg (Swens-) gegeben, denen es von weiland Erzbischof Heinrich [von Mainz] verpfändet worden war, die übrigen 250 soll Hermann im Einverständnis mit dem erzbischöflichen Landvogt zu Rusteberg verbauen. Ferner hat Hermann die fünf Dörfer in der Bulenstrut, nämlich Dodenhausen (Tudenhusen), Battenhausen (-husen), Haddenberg (Hadewerken), Willingeshusen und Sebbeterode (Sewerterode), die zu dem Rosental gehören, für 800 Schillinge Turnosen von Ludwig Schenk und Hermann von Schweinsberg gelöst; diese hatten die Dörfer von dem Ritter Johann Gruszinge gelöst, dem sie Werner Milchling (Milche-) mit Einwilligung Erzbischof Heinrichs versetzt hatte. Auch darf Hermann lösen, was sonst von Gütern und Gülten, die zum Rosental gehören, versetzt ist; er soll dann den Erzbischof durch den Landvogt oder Kellner zu Amöneburg benachrichtigen. Ferner versetzt der Erzbischof dem Hermann den erzbischöflichen Anteil am Gericht Geismar, das zwischen dem Kloster Haina (Hegene) und Frankenberg liegt, mit allem Zubehör für 1094 Flor. Goldgulden, die Hermann ihm zum Kauf des Gerichts geliehen hat. Die ganze Summe beträgt also 4054 Gulden. Der Erzbischof soll den Hermann im Besitze von Geismar gegen den Landgrafen von Hessen seinen Neffen, schützen. Geschieht es nicht, so werden die 1094 Gulden auf Rosental geschlagen. Rosental steht dem Erzbischof gegen jeden offen. Er kann nur die ganze Pfandschaft zusammen lösen. [...].

Wortlaut der Datierung

G. zu Mildenberg an dem mitwochen nach der dominiken Cantate 1362.

Originaltext
Wir Gerlach von Gots Gnaden des heiligen Stules zu Menz Erzbischoff, des heiligen Romischen Riches zu Tutschen Landen Erscanzler bekennen offentlich mit diesem Brieffe, das wir mit Wissen, Willen und Verzugnis der erbaren weisen Lute Rudolff Dechant und des gemainen Capitels unsers Stiefftes zu Mentz versatzt han recht und redelich Herman von Falckenberg, Ritter, unserm lieben Getruwen und Elsen siner elichen Wirtin und desselben Hermans rechten Erben unser und unsers Stieffts Sloß Rosenthal Burg und Statt, mit allem deme das darzu gehort, ersucht und unersucht, in Holze, in Felden, in Walden, in Wassern, Weiden, mit Gerichten, Doerffern, Lande und Leuten, wie man das nhennen mag, vor zweytausend Gulden von Florenz gut von Gulde und swer von Gewichte etc. Auch hat der egnant Herman von unserm Geheiß gelost die funf Dorffer in der Bulenstrut, mit Namen Tudenhusen, Battenhusen, Hadewercken, Willingeshusen und Schwerterode, die zu dem Rosenthal gehorent, von Ludwig Schencken und Herman von schweinsberg vor achtzehenhundert Schilling Turnuse, die sie losten von Johan Grußinge, Ritter, dem sie versazt hatten Worner Milcheling mit Willen und Verhengnus etwan Erzbischoffs Heinrichs unsers Vorfharn etc. Anderwerts han wir den obgenanten Herman, Elsen seiner Wirtin und desselben Hermans rechten Erben versatzet und versetzen mit diessem Briff unser und unsers Stiffts Theil des Gerichts Geismar das gelegen ist zwuschen Hegen dem Cloister und Franckenberg, mit aller seiner Zugehorung, wie die genant sein, vor tausent Gulden und vier und neunzig Gulden von Florenz gut von Gulde und swer von Gewichte, die unß derselbe Herman geluhen hat, und damit wir desselb Gericht gekaufft han und bezalt. Also wirt deß obgeschrieben Gelts in einer ganzen Summen vier tausend Gulden und vier und funfzig. Unnd sollen wir, unser Nachkhomen und Stiefft den egnanten Herman, Elsen sine Wirttin und Hermans rechte Erben egnant des Gerichts Geißmar wern vor dem Landtgraven von Hessen, unserm Neven, ohne alle Hindernuß. Mochten wir sie des Gerichts nit gewehren, als vorgenandt ist, so sollten die tausend Gulden und vier und neunzig Gulden dan uf dem Rosenthal, und allem deme das darzu gehort, sthen mit den vorgenant Summen Gelts etc. Auch soll Herman, Else und Hermans Erben egenant das Cloister Hene und waz darzu gehoret, das uns geistlich und werntlich sthet zu verantworten, trewlich schirmen und schuren, und by sinen Fryheiten und Rechten behalten, und keinen unrechten Bedrang an sie legen etc. Zu Urkunde aller vorgeschrieben Dinge ist unser Ingesigel mitt unsers Capittels Ingesigell an diesen Brieff gehangen --- der geben ist zu Miltenperg an dem Mittwochen nach der Dominicken Cantate, nach Christi Gepurt dreyzehenhundert Jahr, darnach in dem zwey und sechzigsten Jhare.

Sprache des Originaltextes

deutsch

Nachweise

Ausstellungsort

Miltenberg

Aussteller

Mainz, Erzbischöfe, Gerlach von Nassau

Empfänger

Falkenberg, Hermann [II.] von

Weitere Personen

Mainz, Domdekane, Rudolf · Falkenberg, Else von, Frau Hermanns [II.] · Schenk zu Schweinsberg, Ludwig [I.] · Schenk zu Schweinsberg, Hermann [I.] · Mainz, Erzbischöfe, Heinrich III. von Virneburg · Gruszinge, Johann, Ritter · Milchling, Werner · Hessen, Landgrafen, Hermann II.

Weitere Orte

Mainz, Erzbischöfe · Mainz, Domkapitel · Rosental, Burg · Rosental · Rusteberg · Bulenstrut · Dodenhausen, Dorf · Battenhausen (Gem. Haina/Kloster) · Haddenberg, Dorf · Willingshausen, Dorf · Sebbeterode, Dorf · Amöneburg, Kellner · Haina, Kloster · Geismar, Gericht · Frankenberg

Sachbegriffe

Erzbischöfe · Ritter · Ehefrauen · Dekane · Domkapitel · Burgen · Währungen, Florentiner Gulden · Burgen, verpfändete · Pfandschaften, Auslösen von · Landvögte · Dörfer · Gülten · Landvögte · Kellner · Gerichte · Klöster · Währungen, Goldgulden

Textgrundlage

Stückangaben, Regest

Reg. Erzb. Mainz 2.1

Original

Wenck, Hessische Landesgeschichte 2, UB

Zitierweise
Landgrafen-Regesten online Nr. 11579 <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/lgr/id/11579> (Stand: 11.12.2019)
 
Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde