Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen

Regesten der Landgrafen von Hessen

1302 Mai 25

Einigung über das Erbteil Mechthilds, Tochter Heinrich I.

Regest-Nr. 435

Überlieferung | Regest | Originaltext | Nachweise | Textgrundlage | Zitierweise
Überlieferung
Ausfertigung: Staatsarchiv Marburg, Grafschaft Ziegenhain. Pergament. Leicht verletztes Löwensiegel.
Regesten: Regesten der Landgrafen von Hessen 1 Nachdr., S. 150/151 Nr. 415.
Literatur: Kuchenbecker, Analecta 12, S. 398; Rommel, Geschichte von Hessen 2, Anm. S. 68 Nr. 45 und S. 73 Nr. 50; [1302-1303 Regesten der Landgrafen von Hessen 1 Nachdr., S. 149] Nr. 412 und [1302 Mai 25 Regesten der Landgrafen von Hessen 1 Nachdr., S. 151 Nr. ] 416.
Regest
Rauschenberg. - Otto, junger Landgraf von Hessen, einigt sich mit seinem Schwager, dem Grafen Gottfried von Ziegenhain (Zcigenhayn, Zcie-genhayn), über das Erbteil, das Gottfrieds Gemahlin Mechthild, Ottos Schwester, nach dem Tode ihres Vaters (Landgraf Heinrichs) erhalten soll. Gottfried verzichtet für sich, Mechthild und ihre Erben auf diese Erbschaft, wogegen Otto sich verpflichtet, ihm dafür 1600 Mark Kölner (collescher) Pfennige, einen Pfennig zu 3 Hellern oder 2 Wetterauern (wetreybesche, weterreibeche) gerechnet, zu zahlen und dafür die Burg Merlau (Merlowe) zum Pfand einsetzt, aus der Gottfried eine jährliche Rente von 150 Mark bis zur Zahlung der 1600 Mark beziehen soll und für die ihm im Verlustfalle eine andre Burg zu verschreiben ist. Landgraf Otto gelobt dem Grafen ferner Hilfe gegen jedermann; besonders will er mit seiner Stiefmutter (der Landgräfin Mechthild) und seinem Bruder (Landgraf) Johann sowie ihren Bundesgenossen nicht eher Frieden schließen, als bis er den Grafen Gottfried wegen der Burg Merlau voll befriedigt hat, wenn dieser sich nicht selbst mit dem Abschluß eines Friedens einverstanden erklärt. Nach Zahlung der 1600 Mark fällt die Burg Merlau wieder an Landgraf Otto zurück. Otto gibt ferner seine Einwilligung dazu, daß Gottfried die von Ottos Vater zerstörte Burg in Burg-Gemünden (Gemunden an der straze) jederzeit wieder aufbauen darf, und will ihm dabei behilflich sein. Er bezeugt, daß Graf Gottfried ihm Hilfeleistung gegen jedermann, besonders gegen seine (Ottos) Stiefmutter und seinen Bruder Johann bis zur Beendigung des Erbfolgekrieges zugesagt hat und beschwört diesen Vertrag auf das Sakrament.
Zeugen: Graf Otto von Waldeck (Waldecke), Landgraf Ottos Schwager, Gerhard von Seelheim (Selheym), Dechant zu Fritzlar (Vrizlar), Ludwig Kalb (Calp), Erwin von Trohe (Dra), Ludwig von Marburg (Marpurg), Gottfried von Winnen (Winden), Rudolf von Leimsfeld (Lumesfelt), Friedrich von Schwarzenberg (Svarzenberg), Konrad Vogel, Widerold von Anzefahr (Anzenvar), Slegeren (Slegeregen) u. a.
Siegler: Landgraf Otto.
Datum: a. et d. in der Stadt Ruschenberg 1302 an S. Urbans Tag des heiligen Papstes.
Nachweise

Weitere Personen

Hessen, Landgrafen, Otto I. · Ziegenhain, Grafen, Gottfried VI. · Falkenstein, Mechthild von, Frau Philipps [I.], verw. Gräfin von Ziegenhain, geb. Landgräfin von Hessen · Hessen, Landgrafen, Mechthild, Frau Heinrichs I., geb. Gräfin von Kleve · Hessen, Landgrafen, Heinrich I. · Hessen, Landgrafen, Johann · Waldeck, Grafen, Otto I. · Seelheim, Gerhard von · Kalb, Ludwig · Trohe, Erwin [I.] von · Marburg, Ludwig von · Winnen, Gottfried von · Leimsfeld, Rudolf von · Schwarzenberg, Friedrich von · Vogel, Konrad · Anzefahr, Widerold von · Slegeren

Weitere Orte

Rauschenberg · Ziegenhain, Grafen · Köln, Pfennige · Merlau, Burg · Burg-Gemünden, Burg · Waldeck, Grafen · Fritzlar, Dechant

Sachbegriffe

Schwäger · Töchter · Schwestern · Verwandte · Erbteile · Ehefrauen · Erbschaften · Burgen · Währungen, Kölner Pfennige · Pfennige, Kölner · Pfandschaften · Renten, jährliche · Verschreibungen · Hilfe, militärische · Brüder · Stiefmütter · Frieden · Erbfolgestreitigkeiten · Erbfolgekriege · Verträge · Grafen · Dekane

Textgrundlage

Stückangaben, Regest

Grotefend-Rosenfeld, Landgrafenregesten 1

Zitierweise
Landgrafen-Regesten online Nr. 435 <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/lgr/id/435> (Stand: 17.2.2014)
 
Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde