Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen

Regesten der Landgrafen von Hessen

1293 Januar 31

Heinrich I. verspricht dem Erzbischof von Mainz Hilfe gegen Braunschweig

Regest-Nr. 347

Überlieferung | Regest | Originaltext | Nachweise | Textgrundlage | Zitierweise
Überlieferung
Ausfertigung: Hauptstaatsarchiv München, Mainzer Erzstift, fasc. 41, Pergament. Rechts und links stark beschädigtes Reitersiegel mit Rücksiegel.
Drucke: Gudenus, Codex diplomaticus sive anecdotorum 1, S. 868 Nr. 411.
Regesten: Hempel, Inventarium 2, S. 8 Nr. 8; Duysing, Versuch 1, S. 258 Nr. 866; Regesten der Erzbischöfe von Mainz 1,1, S. 53 Nr. 307; Regesten der Landgrafen von Hessen 1 Nachdr., S. 117/118 Nr. 325.
Literatur: Weidemann, Landgraf Heinrich I., S. 449; [1293 Herbst Regesten der Landgrafen von Hessen 1 Nachdr., S. 120] Nr. 332.
Regest
Fritzlar. - Landgraf Heinrich gelobt dem Erzbischof Gerhard von Mainz Hilfeleistung gegen den Herzog Albrecht von Braunschweig (Brunswicensis) mit folgenden Bestimmungen: der Landgraf schließt mit dem Herzog keinen Frieden ohne Wissen und Willen des Erzbischofs. Landgraf und Erzbischof stellen je 100 wohlbewaffnete Ritter oder Knappen zur Besetzung der von den beiderseitigen Hauptleuten als geeignetste bezeichneten festen Plätze. Alles, was dem Herzog abgewonnen wird, fällt an den bisherigen rechtmäßigen Eigentümer; unbewegliches Gut, das keinem der Verbündeten gehört, nehmen sie in diesem Falle in gemeinsamen Besitz. Gefangene Hauptleute und Bannerherrn (illi qui baniriis utuntur propriis) werden zu gleichen Teilen verteilt, die übrigen gefangenen Ritter, Knappen und Leute nach der Anzahl der gestellten Hilfstruppen, "quod manzal vulgariter appellatur." Streitfragen über diesen Vertrag entscheiden die in andern Urkunden genannten vier Schiedsrichter; für den Fall ihrer Uneinigkeit wird der Edle Philipp von Falkenstein als Mittelsmann bestimmt. Die Strafe des Vertragsbruches ist 1000 Mark Kölner Pfennige (1 Pfennig = 3 Heller), für deren pünktliche Zahlung binnen Jahresfrist der Landgraf seine Stadt und Burg Gudensberg (Gudensperg), der Erzbischof Burg und Stadt Naumburg (Nuenburg) zum Pfande einsetzt; im Weigerungsfalle behält der andre Verbündete das Pfand bis zur geleisteten Zahlung. Dieser Vertrag erlischt nach Beendigung des Krieges mit dem Herzog, während die übrigen zwischen dem Landgrafen und dem Erzbischof errichteten Verträge weiter bestehen bleiben.
Siegler: Landgraf Heinrich.
Datum: d. et a. apud Fritslariam 1293 pridie Kal. Februarii.
Eine Urkunde, in der vier mainzisch-hessische Schiedsrichter genannt sind, ist aus den Zeiten Erzbischof Gerhards nicht bekannt; der Vertrag von 1290 Juli 1 ([Grotefend-Rosenfeld, Landgrafenregesten 1, S. 109/110] Nr. 297) kann wohl hierbei nicht in Betracht kommen.
Nachweise

Weitere Personen

Hessen, Landgrafen, Heinrich I. · Mainz, Erzbischöfe, Gerhard II. von Eppstein · Braunschweig-Wolfenbüttel-Göttingen, Herzöge, Albrecht II. · Falkenstein, Philipp [I.] von

Weitere Orte

Fritzlar · Mainz, Erzbischöfe · Braunschweig, Herzöge · Köln, Pfennige · Gudensberg, Burg · Gudensberg, Stadt · Naumburg, Burg · Naumburg, Stadt

Sachbegriffe

Erzbischöfe · Bündnisse · Hilfe, militärische · Herzöge · Frieden · Ritter · Knappen · Hauptleute · Plätze, feste · Gefangene · Bannerherren · Hilfstruppen · Beute, Aufteilen der · Städte · Burgen · Pfänder · Währungen, Kölner Pfennige · Pfennige, Kölner · Verbündete · Verträge · Verträge, Ende von · Landgrafenitinerar

Textgrundlage

Stückangaben, Regest

Grotefend-Rosenfeld, Landgrafenregesten 1

Zitierweise
Landgrafen-Regesten online Nr. 347 <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/lgr/id/347> (Stand: 17.2.2014)
 
Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde