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Regesten der Landgrafen von Hessen

1420 Februar 11

Vergleich zwischen den thüringischen Landgrafen

Regest-Nr. 8837

Überlieferung | Regest | Originaltext | Nachweise | Textgrundlage | Zitierweise
Überlieferung
Ausfertigung: Hauptstaatsarchiv Dresden, Nr. 5800. 8 Siegel unten aufgedrückt; die 5 ersten undeutlich.
Drucke: Lünig, Reichsarchiv 8, S. 207; Horn, Friedrich der Streitbare, S. 836; Urkunden der Markgrafen von Meissen Abt. B 4, S. 43-45 Nr. 67; Eckhardt, Rechtsgeschichte der Stadt Eschwege 1, S. 157 f. Nr. 164 (Teildruck).
Regesten: Eckhardt, Rechtsgeschichte der Stadt Eschwege 1, S. 157 Nr. 164.
Regest
Graf Friedrich von Beichlingen, Graf Heinrich XXIV. von Schwarzburg, Hugold von Schleinitz, Ritter Apel Vitzthum, Siegfried von Schönberg, Burggraf Albrecht von Kirchberg, Günther und Heinrich von Bünau vereinbaren einen Vergleich zwischen den Landgrafen Friedrich IV., Wilhelm II. und Friedrich dem Jüngeren von Thüringen, Markgrafen zu Meißen.
Originaltext
Es ist zcu merken, daz alß huten am suntage - exurge - virczen hundirt iar darnach in dem czwenczigsten yare zcwischen den - herren Frideriche dem eldern, herren Wilhelme und herren Friderichen dem iungern gebrudern und gefettern alle landgraven in doringen und marcgraven zcu Missen umbe irrethum, den sy undir einandir gehabt habin, zcu Dresden bered und beteidinget ist, alß hirnach geschrebin stet. (1) Czum irsten, daz die herren alle drie - eynen briff gebin sollen, in deme sy bekennen, daz sy uff die briffe, die sy gesworn habin, siczczen wollen und daruff lande und lute gehuldet und gesworn habin und daz sy ouch dieselbin brive, alß die von worte zcu worte luten und uzwiesen, halden und volfuren wollen ane alle geverde. (2) Ouch so sollen herre Friderich der elder und herre Wilhelm gebruder herren Friderich dem iungern irem vettern gunnen, zcu vorseczen adir zcu vorkouffen vor fumffundczwenczig tusind Rynische gulden, daz er syne schulde damitte abegerichten moge, und wo er daz geld hintu^et und syne schulde abeloset, daz sal er herren Frideriche und hern Wilhelme - wissen laßen. (3) Ouch so sollen die - hern alle drie alle ir voite eyne rechte erbhuldunge globen und sweren laßen und daz sich keyner entseczen lasse, der den man an syne stad seczczen worde, habe denne vor sulche glubde und eide gethan, alß der, den man abeseczet, vor gethan hat. (4) Ouch so ist bered und beteidinget, daz - frauwe Anna herren Friderichs des iungern eliche gemahel getruwelicin davor syn sal, daz herren Frideriche und herren Wilhelme und iren erbin sloße, stete, merkte, dorffer, lande noch lute in den landen zcu Doringen und zcu Missen und wo herre Friderich der iunger die hat, nicht entwand werden, und sal yn iren briff gebin, daz so zcu halden ane arg und ane allis geverde. So sollen ouch in sulcher maße herren Friderichs des iungern rete, die er eczund hat adir hirnach nehmen und seczen worde, getruwelichin davor syn, daz herren Frideriche und hern Wilhelm gebrudern und iren erben sloße stete, merkte, dorffer, lande noch lute nicht entwand werden in dheyne wiß, und sollen yn des ouch iren briff gebin, also zcu halden ane geverde. (5) Ouch so sollen die obin genante frauwe Anna und rete davor syn, daz herren Friederichs des iungern hoff und ampte redelichin nach synem besten bestalt werden, daz er furder in sulche schuld und unrad nicht kome. (6) Ouch so sollen die herren alle drie vor landen und luten uzsagen laßen, daz sy so uff sulche briffe und teidinge siczczen wollen, und sollen ouch mitte sagen laßen undernstlichin heissen graven, herren, manne und stete, lande und lute, daz zcu halden, alß die brive, daruff sy gesworn und gehuldet habin, uzwiesen, daz ouch geschen sal vor sente Walpurge tage schirst komende ane geverde, und wilche graven, herren, manne und stete sulche huldungen nicht gethan hetten, die sollen ez noch thu^en, und iczlich herre sal die synen vormogen, daz sy daz thun. (7) Ouch alß herre Wilhelm vorgnant iczund zcu dem Romischen konig riitet, der sal getruwelichin vorsuchen, daz er von dem konige semptlich belehint werde herren Frideriche dem eldern und herren Frideriche dem iungern unschedelich, also wenne herre Friderich der elder adir herre Friderich der iunger vor den konig komen, daz er sy denne ouch semptlich belehen unde daz marcgrave Wilhelm darumb widder slosse, land noch lute gebe. Were abir, daz man brive, geld adir geschenke gebin adir thun solde, daz mag er wol thun nach redelichkeit und nach irer aller drier besten, und waz er sulches geldes uzgibet, darczu sollen marcgrave Friderich der elder und der iunger iczlicher den dritten pfennyg gebin. (8) Ouch ist bered und beteidinget umbe Esschenwege und Suntra, alß die herren Friderich der iunger an den lantgraven von Hessen gewieset hat, daz er an denselbin von Esschenwege und von Suntra irfaren solle, ab sy herren Frideriche dem eldern und herren Wilhelme gebrudern eyner erbhuldunge bekennen. Bekenten sy der nicht, so sal herre Friderich der iunger synen vettern darczu behulffen sin, daz man sy darczu brenge, daz sy die erbhuldunge thun. (9) Und daruff sollen ouch alle graffen, herren, rittere und knechte, stete und alle die, die in diesin sachen vordacht syn, wilches wesens die synd, pfaffen adir leygen, von den hern allen drien unvordacht und unbehabt bliben und syn, und die hern sollen ouch iren unwillen genczlich gein yn abethun ane geverde. Und daz diese teidinge von den hern allen drien - stete, gancz und unverruckt gehalden werden, des zcu bekentniß und merer sicherheit habin wir Friderich grave und herre zcu Bichelingen und grave Heinrich von Swarczpurg herre zcu Sundershusen und Arnstete vor herren Frideriche den iungern und wir Hugold von Slynicz, Apel Viczthum ritter und Syffrid von Schonenburg vor hern Friderich dem eldern und wir Alberecht burcgrave von Kirchperg herre zcu Kranchfeld, Gunther und Heinrich von Bunau vor hern Wilhelme gered und gelobet, daz sy die teidinge, alß obin geschrebin stet, stete, gancz und unverruckt halden sollen ane allen intrag und ane allis geverde, und haben des zcu bekentniße unser ingesigele by einander hiran laßen drucken.

Sprache des Originaltextes

deutsch

Nachweise

Weitere Personen

Beichlingen, Grafen, Friedrich [II.] · Schwarzburg-Sondershausen, Grafen, Heinrich XXIV. · Schleinitz, Hugold von · Vitzthum, Albrecht · Schönberg, Siegfried von · Kirchberg, Grafen, Albrecht · Bünau, Günther von · Bünau, Heinrich von · Sachsen, Kurfürsten, Friedrich I. der Streitbare · Meißen, Markgrafen, Wilhelm II. der Reiche · Thüringen, Landgrafen, Friedrich IV. der Friedfertige · Thüringen, Landgrafen, Anna, Frau Friedrichs IV., geb. Gräfin von Schwarzburg · Hessen, Landgrafen, Ludwig I.

Weitere Orte

Thüringen, Landgrafen · Meißen, Markgrafen · Dresden · Eschwege · Sontra · Sondershausen · Arnstadt (Ilmkreis/Thüringen) · Kirchberg, Burggrafen · Kranchfeld

Sachbegriffe

Grafen · Markgrafen · Ritter · Burggrafen · Vergleiche · Streitigkeiten · Schiedsgerichte · Huldigungen · Eide · Urkunden, Beschwören von · Schulden · Währungen, Rheinische Gulden · Gulden, Rheinische · Verkäufe · Geld, Aufbewahrungsorte · Erbhuldigungen · Vögte · Ehefrauen · Dörfer · Städte · Märkte · Erbe, Sichern von · Schlösser · Fürsten, finanziell entmündigen · Entmündigungen, finanzielle · Ehefrauen, als finanzielle Vormünder · Lehen · Belehnungen · Könige, römische · Geschenke · Bestechungsgelder

Textgrundlage

Regest

Eckhardt, Eschwege

Stückangaben

UB Markgrafen von Meißen 4

Original

UB Markgrafen von Meißen 4

Zitierweise
Landgrafen-Regesten online Nr. 8837 <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/lgr/id/8837> (Stand: 09.08.2020)
 
Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde