Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen

Regesten der Landgrafen von Hessen

1405 März 20

Landfriedensbündnis zwischen Hessen, Braunschweig und Mainz

Regest-Nr. 11275

Überlieferung | Regest | Originaltext | Nachweise | Textgrundlage | Zitierweise
Überlieferung
Ausfertigung: A: Hauptstaatsarchiv Hannover, Celle Or. Des. 8 Nr. 385.
B: Staatsarchiv Marburg, Urk. 1, Nr. 3990 ⟨Altsignatur: Staatsarchiv Marburg, Samtarchiv, Schublade 63, Nr. 18 VCC⟩.
Stückbeschreibung: B: Membran und Schrift durch Moder stark beschädigt (lt. Findbuch).
Siegel: A: Von den ursprünglich anhängenden 5 Siegeln nur noch die des Erzbischofs, des Landgrafen und Herzog Ottos erhalten. B: Die anhängend zwei Siegel gut erhalten (lt. Findbuch).
Drucke: Deutsche Reichstagsakten 5, Nr. 476; Urkundenbuch der Herzöge von Braunschweig 10, S. 6-12 Nr. 2; Küch, Hermann II., S. 151 ff.; Küch, Quelle, S. 154.
Regesten: Urkundenbuch der Herzöge von Braunschweig 10, S. 6-8 Nr. 2; Demandt, Quellen Fritzlar, S. 500 Nr. 361.
Regest
Friedberg. - Erzbischof Johann von Mainz, die Herzöge Bernhard und Heinrich von Braunschweig und Lüneburg, Landgraf Hermann von Hessen und Herzog Otto von Braunschweig, Sohn des Herzogs Otto, errichten mit einander einen gemeinen Landfrieden auf die Dauer der nächsten sechs Jahre. Sicher sollen sein alle Kirchen und Kirchhöfe, welche geweiht sind oder während dieses Friedens geweiht werden, und alles was sich darauf und darin befindet, mit Ausnahme von Reisigen und reisiger Habe, alle Pfaffen und geistliche Leute mit Leib und Gut auf der Straße und wo sie sonst reiten oder wandern, ihre Häuser und Höfe, worin sie wohnen, ihr Gut darin, ihr Vieh und ihre Schafe, ferner alle Klöster und Hospitäler mit allem ihrem Gut darin, ihr Gesinde mit seinem Gute, die Höfe, welche die Klöster durch ihr eigenes Gesinde bearbeiten lassen und alles, was darin ihnen und ihrem Gesinde eigen ist. Alle Pilger, die von ihrem Herrn oder seinem Amtmanne oder von dem Rate ihrer Stadt und von ihrem Pfarrer ein Schreiben bei sich haben, sollen mit Leib und Gut auf der Straße sicher sein. Sie sollen aber schwören, daß sie auf ihrem Weg hin und zurück keine Bosheit oder Vergehen verüben wollen. Es sollen der Pflug und die Eggen mit den Pferden und Ochsen, mit Unterspann und nachlaufenden Füllen, mit zwei Menschen bei jedem Pflug und zwei Menschen bei jeder Egge, von denen der eine säet, der andere egget, ferner alle Feldarbeiter, Winzer und Hopfenbauern auf dem Wege von Haus nach dem Felde und zurück und während der Zeit, daß sie den Acker bauen oder in Weinbergen und Hopfenbergen arbeiten, sicher sein, ebenso alle Düngerwagen, Erntewagen, Weinwagen, diejenigen, welche Wein aus den Weinbergen tragen oder ihm vom Felde zur Kelter bringen, mit Pferden, Ochsen und allen zu den Wagen gehörenden Leuten, alle Mäher, Schnitter und Fruchtbinder. Auch alle reisende Kaufleute, welche ihres Herrn, unter dem sie seßhaft sind, oder eines Landrichters besiegeltes Schreiben mit sich führen und ihr Geleit und Zoll bezahlen, sollen mit Leib und Gut in der genannten Herren Landen und Gebietern sicher sein. Sie sollen sich aber jedes Jahr solche Schreiben geben lassen. Niemand darf diese Kaufleute mit oder ohne Gericht verhaften oder ihre Güter mit Beschlag belegen oder anhalten, der Kaufmann sei denn Selbstschuldner oder habe es durch ein Vergehen veranlaßt. Wer sich an Pflug, Egge, Dünger-, Ernte- oder Weinwagen, an den dazu gehörenden Leuten, an Kaufleuten und Pilgern vergreift, so daß er Pferde oder Ochsen ihnen wegnimmt oder an den Kaufleuten und Pilgern ein Verbrechen begeht, der kann vor der Beschuldigung böslichen Vorsatzes sich nicht reinigen. Sondern es soll der Kläger, daß ihm derselbe den Schaden oder Schmerz bereitet hat, mit zwei biedern Männern guten Leumundes welche den Frieden beschworen haben, durch einen Eid erhärten und alsdann der Verklagte binnen vierzehn Tagen Ersatz leisten, widrigenfalls der Kläger ihn sofort verurteilen lassen kann. Niemand soll sich an dem andern vergreifen oder ihm Schaden tun, es sei denn, daß er Feind desselben wird und gegen ihn seine Ehre von einer Sonne zur andern öffentlich verwahrt, so daß ein Tag und eine Nacht bis zu dem Angriff verstreicht. Hat jemand Feindschaft, so daß er Abklage (Fehdeankündigung) tun will oder muß, so soll er sie, wie es herkömmlich ist, zu dreien Tagen und sechs Wochen tun und jedes Angriffes auf das Gut dessen, dem sie geschehen ist, und auf die Seinen sich während dieser Zeit enthalten. Wer nicht zu den Waffen geboren ist, soll keine eigenen Pferde, um damit auf Raub ausreiten, halten, auch keine eigenen Ritte oder Fehden unternehmen; ausgenommen sind hiervon die Städte, die sich in den Landfrieden aufnehmen lassen. Auch soll niemand auf Buschklepperei ausgehen oder Buschklepper halten, behausen und hegen oder ihnen förderlich sein. Niemand darf geraubtes Gut, das in den Landfrieden gehörte und deshalb hätte sicher sein sollen, kaufen oder zu sich nehmen. Wer mit oder ohne Vorsatz sich daran vergeht, soll das Geraubte dem Eigentümer, der sich als solchen ausweist, unverzüglich wiedergeben und sich von der Beschuldigung böslichen Vorsatzes reinigen. Tut er dies nicht, so darf man ihn ohne weiteres verurteilen. Der Landrichter soll nicht in Sachen, welche Lehen, Eigen und Erbgut betreffen, erkennen, sondern sie weisen, wohin sie gehören. Wer zum Turnier oder sonst aus dem Lande zu ritterlichen Übungen reitet, soll auf dem Wege hin und zurück mit allen seinen Knechten, seiner Habe und seinem zu den Waffen gehörenden Zeuge Frieden haben. Alle rechten Jäger mit ihren Pferden, Hunden, Feldspiel und anderm zum Waidwerke gehörenden Zeuge sollen, wenn sie in ihres Herrn Gebiete jagen, Frieden haben, ausgenommen nächtliche Nachsteller (Wilddiebe). Wer diesen Frieden vorsätzlich bricht, den soll man sofort in die Acht und Vehm des Gerichtes und Landes tun, wo es geschehen ist; er soll recht- und friedlos sein; jeder, der bei des Reiches und Königs Banne dazu aufgefordert wird, soll ihn angreifen helfen. Die Lehen eines solchen Friedebrechers sollen auf seine Erben oder rechtmäßige Lehnsfolger verfallen sein. Wer ihn vorsätzlich oder wissentlich behauset, heget oder ihm förderlich ist, soll gleich ihm in jedem gerichtlichen Verfahren überführt sein. Wenn die zum Landfrieden gehörenden Fürsten, Grafen, Herren oder Städte ausziehen und zu Felde liegen und einem unter ihnen oder von einem der Ihrigen der Frieden vorsätzlich gebrochen wird, dem soll, falls man seiner habhaft wird, sein Recht geschehen und sie wollen einen Monat nach Beendigung des Feldzuges in Freundschaft oder nach dem Rechte Vergütung dafür leisten, ausgenommen Hals und Hand. Wer unvorsätzlich den Frieden bricht und sich erbietet zu schwören, daß er es unvorsätzlich getan hat, soll vierzehn Tage nach der Mahnung in Freundschaft oder nach dem Rechte Vergütung leisten, widrigenfalls er den Schaden, wie groß der Kläger mit zwei unbescholtenen biedern Leuten den Betrag desselben eidlich angibt, ersetzen soll. Von der Beschuldigung des Friedbruchs kann der Beschuldigte sich durch einen Eid und den Eid zweier unbescholtener biederer Männer, die den Frieden beschworen haben, reinigen. Für eine mit ihrem Rat vor die Gerichtsstätte des Landfriedens vorgeladene Gemeinde legt der Bürgermeister mit zwei unbescholtenen biederen Ratsherren derselben Stadt, die den Frieden beschworen haben, den Eid ab. Ein oder mehrere aus einer Stadt vorgeladene Bürger können in obiger Weise mit zwei unbescholtenen Eideshelfern aus ihren Mitbürgern, welche den Frieden beschworen haben, ihre Unschuld eidlich erhärten; jedoch soll man ihrer auf ein Mal nicht mehr als sechs vorladen. Reinigt sich der Angeklagte nicht von der Beschuldigung, so soll er den Schaden, wie große der Kläger mit zwei unbescholtenen Eideshelfern den Betrag desselben eidlich angibt, innerhalb vierzehn Tagen vergüten. Diese beiden Eideshelfer eines ritterbürtigen Mannes oder eines Reisigen sollen ehrbare Mannen, eines den Rat und die Gemeinde einer Stadt vertretenden Bürgermeisters erbare Ratsherren, eines oder mehrer Bürger ehrbare Mitbürger sein. Den Vorgeladenen, die ihre Unschuld beweisen wollen, und ihren Zeugen soll auf der Reise hin und zurück drei Tage vorher und ebensoviel nachher, mögen sie des Unrechts überführt werden oder nicht, Sicherheit gewährt sein; sie aber dürfen sich auch gegen dieselbe nicht vergehen. Jeder der verbündeten Herren soll in seinem Lande einen Landfriedensrichter einsetzen und dieser eidlich verpflichtet werden, nur obigen Bestimmungen gemäß zu richten. Geschieht es anders, so ist es ungültig. Der Vorzuladende soll vor das nächste Landgericht desjenigen Herren, unter welchem der Kläger seßhaft und in welchem die Tat verübt ist, geladen werden. Wird jemand zu gleicher Zeit nach zwei Gerichtsstätten vorgeladen, so braucht er nur vor derjenigen Rede und Antwort zu stehen, vor die er zuerst vorgeladen und die ihm die nächste ist. Wird einer der verbündeten Fürsten oder ein Fürst, den sie noch in den Landfrieden aufnehmen, vorgeladen, so darf er statt seiner einen seiner Mannen oder Amtleute, der bieder und zu den Waffen geboren ist, mit Vollmacht zur Antwort und zur Wiederklage senden. Der Richter darf niemandem Recht sprechen, der nicht zu einer Zeit, ehe die Tat geschah, worauf die Klage sich bezieht, den Frieden wie die verbündeten Fürsten beschworen hat. Nur Pfaffen, geistliche Leute, Kaufleute und Pilger aus des Reichs oder anderer Herren Landen, die also nicht Untertanen der verbündeten Fürsten sind, machen hier eine Ausnahme. Sie sollen dieses Friedens teilhaftig und auf den Straßen der genannten Fürsten sicher sein. Wer sonst das Recht dieses Friedens in Anspruch nimmt, soll von seinem Richter oder seinem Amtmann oder von seinem Bürgermeister und seiner Stadt den Beweis beibringen, daß er den Frieden beschworen hat, ehe die Tat geschah, um derentwillen man ihm Recht sprechen soll. Dem Vorzuladenden soll vierzehn Tage vor dem Gerichtstage eröffnet werden, um welche Sache man ihn verklagen will; sowohl ihm als auch dem Kläger und ihren Begleitern, deren sie bedürfen, sollen auf ihrer Reise hin und zurück, auch drei Tage vorher und drei Tage nachher vor allen Mitgliedern des Friedens Sicherheit gewährt sein, mag der Angeklagte überführt werden oder nicht. Der Richter des einen Herrn soll es den Landrichtern der übrigen anzeigen, wenn jemand vor ihm überführt ist, und diese sollen es, jeder den Untertanen seines Herrn, unverzüglich verkündigen. Die Herren sollen alsdann ohne Verzug, getreu dazu tun und nach den Bestimmungen des Landfriedens den Friedensbrecher verfolgen. Derselbe soll in ihrer aller Lande ein Gebannter sein. Wenn einer der Herren wegen Sachen, die den Landfrieden betreffen, eine gemeinsame Beratung für nötig hält, soll ein Landrichter die Landrichter der übrigen Herren zu einer Zusammenkunft nach Fritzlar oder Northeim, je nach Gelegenheit der Sache, berufen und ihnen die Einladung dazu drei Wochen vorher zustellen. Alle Landrichter sollen dort erscheinen; nur eidlich bezeugte Leibesnot kann den Ausbleibenden entschuldigen. Sie mit den Ihrigen und diejenigen, deren sie dort in dieser und in anderer Angelegenheiten bedürfen, sind, wohin sie dieses Friedens wegen reiten oder wandern, auf dem Wege hin und zurück stets und selbst in Kriegszeiten sicher. Wenn jemand, der ein Schloß in der genannten Herren Landen zu eigen oder ein Schloß darin oder in der Umgegend als Pfand besitzt, überführt wird oder wenn jemand einen solchen behauset und hält, so soll er auf Verlangen eines der Herren jeder von ihnen einen oder mehre seiner Freunde mit seinem Landrichter nach Fritzlar oder Northeim senden, um über die zu ergreifenden Maßregeln einig zu werden. Es soll daselbst Stimmenmehrheit entscheiden. Sind die Stimmen gleich geteilt, so sollen alle, die dorthin gesandt sind, auf ihren Eid einen, der die Entscheidung abgibt, wählen. Erobern die Herren das Schloß eines Überführten, welches derselbe von einem unter ihnen als Pfand erhalten hat, so wollen sie ihm die Summe Geldes, wofür er ihm verpfändet ist, aber nicht dem Herrn sein Erbrecht abgewonnen haben. Die Herren dürfen andere Fürsten, Grafen, Herren, Ritter, Knappen oder Städte, die benachbart oder in ihrem Gebiet sind, in den Landfrieden aufnehmen, sie ihn beschwören lassen und sollen mit den Aufgenommenen Urkunden wechseln, worin man sich gegenseitig gelobt, den Landfrieden zu halten. Wenn eine Verbesserung des Landfriedens erforderlich wird, sollen sämtliche Landrichter in einer Zusammenkunft darüber beraten und jeder von ihnen seinem Herrn darüber berichten. Alsdann sollen die Herren selber eine Zusammenkunft deshalb halten oder ihre Bevollmächtigten dazu schicken. Daselbst entscheidet Einstimmigkeit namentlich ob der Landfriede verlängert oder verkürzt werden soll. In Sachen, die vor der Zeit dieses Landfriedens vorgefallen sind, entscheidet kein Landrichter dieses Landfriedens wegen. Niemand soll das Recht dieses Friedens für sich in Anspruch nehmen und niemandem braucht man ihn zu halten, der ihn nicht beschworen hat; Ausnahme hievon machen Pfaffen und geistliche Leute. Die oben genannten Herren beschwören diesen Landfrieden.

Wortlaut der Datierung

Der gegebin ist ztu Frydeberg uff den Frytag nehist nach dem Suntage Reminiscere Sub Anno dominij Millesimo quadringentesimo quinto.

Originaltext
Wir von gots gnaden Johan des heilgen stuls zu Mencze Erczebischoff, des heyligen Romischen Riches in Dutschen landen Erczecanceller Bernhard und heinrich Herczogen ztu Brunswich unde zu Luneborg gebrudere, Herman Lantgraffe zu Hessen unde Otte Herczoge ztu Brunswich herczogen Otten seligen son Bekennen uffentlich vor uns unser nachkummen unde erben an dissem briffe vor allen den, die en sehen horen adir lesen, daz wir dem heilgen Romischen Riche zu eren unde ouch umbe nucczes willen, unser allen lant unde lute, unser manne borgmanne unde undirsasze geistlich unde wertlich eyntrechtlich ubirkummen, unde zu Rade worden sin, eyns gemeynen lantfrides in der masze als hir nach geschreben stet, Zum ersten sollen alle kirchen unde kirchobe, dy da gewihet sin edir bynnen cziten disses lantfrides gewihet werden, unde ouch waz dat uff inne ist sicher unde selich sin uzgescheiden Reisener unde reisigehaue ane geverde. Auch sollen alle phaffen unde geistliche lude, dy sich phefflich unde geistlich halden, ir lyb unde ir gut sicher unde selig sin uff der strasze unde anders wor sy ryden adir wandern, unde sollen auch ir huse und hoffe darinne sy wanhafftig sin mit irem gute daz darinne ist unde andirst daz dar zu unde in get unde ir eygen ist an fehe unde an noszern als gewontlich ist an geverde selig unde sicher sin. Auch sullen alle closter unde Spital mit allen iren guten dy dar zu unde dar in gen unde it eygen sint, unde ir gebrote gesinde mit iren guten als gewontlich ist, unde ouch ir eygen hoffe dy sy mit irme gebroten gesinde arbeyden, unde waz dar zu unde dar in get daz ir unde irs gesindes eygen ist als ouch gewontlich ist sicher unde selig sin ane geverde. Auch sollen alle pylgerymme ir leyb unde ir gut uff der straszen selig sin, dy irs heren adir syns Amptmannes adir des Rades der in eynir stad geseszen were, und synes pherners briffe haben, unde dy selben Pilgerymme sullen zu den heilgen auch sweren, daz sy uffe dem wege zu unde heym keyne bosheit adir ungerichte tryben adir werben wullen ane geverde. Auch sal der plug unde de Egede mit den pherden adir Offen mit den undirspennen unde den fuln dy en nach lauffen, unde mit czwen menschen ztu iglichem pluge, unde czwen ztu der egeden, der eyner Sehe unde der andir egede, unde anders alle dy, dy arbeyden nach fruchten, wynwas adir an hopenbergen von dem huse zu biz uff daz felt, unde von dannen widdir heym, unde dy wyle sy den agker buwen, unde dy wynberge unde hopphenberge arbeyden selig sin ane geverde. Auch sollen alle Tungwagen Ernewagen unde wynwagen, dy den wyn zu dem wyngarten tragen, unde waz den wyn von dem felde zu der kelter bringet, mit pherden Ossen unde luden dy czu allen egenanten wagen gehornde sin, unde anders alle medere snedere unde fruchtbendere sicher sin ane geverde. Auch sollen alle kaufflute dy kaufflute sin unde uberlant plegen zu wandern dy irs heren darunder sy geseszen sin adir des heren lantrichters uffen vorsegelte briffe han, unde ir geleyde adir czol geben ir lybe unde gude sicher sin in unsern vorgenanten heren landen unde gebyten, unde sullen auch dy selben kaufflute solliche briffe alle iar nehmen, unde sal auch nyemant dy kaufflute adir ir gude kummern behindern adir uffhalden mit gerichte adir ane gerichte, her en sy den eyn selbschuldiger, adir hette daz vorbrochen adir vorwocht mit ungerichte ane geverde. Weriz auch daz ymant so ubel tede der sich vorgriffe an dem pluge egeden Tungwagen Ernewagen, wynwagen adir an den luden dy dar czu horten, adir an den kouffluden adir pylgerymen also daz der pherde adir offen dar zu neme, adir an dem kauffmanne adir pylgeryme eynig ungerichte beginge adir tede, dy ensolten nach en mochte der vorsasz nicht geledigen, Sundern der clegir mocht zu yme nehmen czwene bederbe unvorlumunte manne dy den frydde gesworen hetten, unde ztu den sweren unde behalden daz en der schade adir der smercze von den also geschen sy, so solde der antworter den schaden adir smerczen bynnen virczen tagen unvorczoglich richten unde keren, enthede her des nicht so mochte en der clegir darumbe von stunt vorwisen laszen. Auch sal nymant ztu dem andern griffen adir en beschedigen, er were danne sin fygent, unde beware sich des von eynir sonnen ztu der andern kuntlich unde uffinbar also daz ein tag unde eyn nacht vor deme zugriffe vorgangen sy ane geverde. Weriz auch daz ymant fygintschaff hette daz er abeclage thun wolde adir yme not were zu thunde dy mag er thun zu dren tagen unde Ses wochen alse von alder gewonlich gewest ist, unde sal doch der da bynnen an des gut adir dy sin an dem sollich abeclage geschen ist nicht griffen adir en dar an beschedigen dy czijt sy danne vor vorgangen alse vorgeschreben stet. Auch wer nicht zu dem wapen geborn ist der sal keyne eygen pherde haebne nach roubige zu riden nach keyne eygene rydde adir fede haben, zu gescheiden dy stede dy in dissen lantfredde kommen. So sal ouch nymant nach struderige gen, adir strudere halden husen hegen nach en keynerley fordernisse thun ane geverde. Auch sal nymant kouffen nach ztu sich nehmen sollich gut daz genommen adir geroubt were, unde in dissen lantfridde gehorte adir darvon selig adir sicher sin solde. Tede daz ymant da ubir mit vorsasze adir ane vorsasze, der solde daz dem ihenen dem daz genommen were unvorczogelich widdir geben unde keren, wan er sich darztu czoge mit rechte, unde sich ouch der vorsasze ledigen, enthede er des denne nicht so mag man en dar umbe ztu stund vorwisen unvorfolget, Auch waz lehen adir eygen unde erbe an triffet da sal keyn lantrichter ubirwisen adir richten sundir daz wissen da daz hene gehoret. Auch wer ztu dem wapen adir sust zu dem lande umbe ritterschafft ridet der sal frydde han zu unde heym mit allen synen knechten habe unde geczuge die ztu dem wapen gehoren. Auch sollen alle rechte weydelude fryddehan mit iren pherden hunden veddirspel unde anderm geczuge der zu dem weydewerkgehoret, wanne sy nach weydewerke in ihres heren gebite usze sin ane geverde uzgescheiden nachtlufzer, dy sullen freddehaben. Weriz abir sache daz ymant so ubel thede, unde dissen frydde mir vorsasze vorbreche, den adir dy sal men von stunt mit der tad in des richtes unde auch des landes da daz geschen ist achte unde feme thun, unde sollen auch rechtelos unde von allen rechten ubirwunnen sin heymelich unde uffintlich, unde den ader dy mag man frilichen ane griffen in allen stedden unde straszen unde der adir dy sollen ouch nirgen sicher adir fredelich sin, unde dy den ader die angriffen wolden sal aller menlich helffen, die da by sin adir geeischet werden by des Riches adir des konyges banne, hetten der adir dy auch lehen adir gute von heren adir ymande, dy solden vorfallen sin an syne erben, adir uff dy an dy es von rechte falle nsal. Weriz auch daz den adir dy ymant mit vorsasze adir wiszentlich husete hegete adir keynerley vordernisse thede, der adir dy sollen in allen rechten ubirwunnen sin alse der hanttedige man. Wer iz auch daz wir fursten graven heren adir stede dy in dissem lantfredde weren uzczogen adir ztu felde legen, unde daz von uns, den unsern adir den eren disser fredde vorbrochen wurde mit vorsasze wer daz thede der mit uns were, mochte man den gehaben, dem solde man sin recht thun, wan wir aber von dem czoge widdir heym qwemen, so solden wir adir sye bynnen den nehisten mande daz richten unde widdirthun mit fruntschaff adir mit rechte, uzgenommen hals unde hant. Weriz auch daz dissen fredde anders ymant vorbreche ane vorsasze, daz her war machen wolde uff den heilgen, daz he daz ane vorsasze unde ane geverde gethan hette, der sal daz widder thun mit fruntschaff adir mit rechte alse vorgeschreben stet, wan er darumbe angesprochen adir gemanet wirt bin den nehisten virczehen tagen nach der ansproche ane verczog. Thede er denne des nicht, waz danne der klegir mit czwen umbesprochen bidderben mannen mit den heilgen behilde, daz salde yme der hant tediger widdir geben unde gelden unvorczoglich ane geverde. Wer iz auch daz ymant beschuldiget worde umbe daz, daz er dissen fredde vorbrochen solde han, unde sin unscholt darvor bode adir sich des entschuldigen wolde, der solde czwene unbesprochen biderbe mann ztu yme nehmen, die dissen fredde geswaren haben, die mit yme zu den heilgen sweren sollen, daz er des nicht getan habe unde unschuldig sy. Auch weriz sache, daz ein Rat unde gemeynde geladen wurden vor dem lantfrydde, dy solde der borgermeystir mit czwen unbesprochen biderben manne zu dem Rade derselben stad dy dissen fredde gesworn hetten vorantwurten mit iren eyden in derselben wise. Worden auch eyn burgir adir me bisundern zu eynir stat gelaten der adir dy sollen czwene unbesprochen byderbe manne ire middeburgere der stat dar sy inne geseszen weren ztu in nehmen dy auch dissen fridde gesworn hetten mit den si sich mit iren eyden entschuldigen solden alse vorgeschreben stet, unde solde man der auch nicht mer eischen zu eynem male danne sesse. Theden sy des nicht wer danne der klegir ein guter manne adir eyn Reysener der solde ztu eme han czwene erbir manne, wer iz abir ein Rat unde ein gemeynde in eynir stad so solde der burgermeistir mit czwen erbir manne zu dem Rade, wer iz abir me burgir zu eynir stad, der adir dye solden igliche czwene erbir manne syner myddeborger zu der stad da er inne geseszen were z uyme haben, dy alle unbesprochen lude weren, unde waz ir iglicher sagete tede unde behilde als vorgeschreben stet, daz solde yme der hanttediger gelden unde beczalen bynnen virczehen tagen nehist darnach unde wilche also geladen werden, dy sollen zu unde heym selig sin dry tage vor unde dry tage nach sy werden irwonnen adir nicht, unde dy selben sollen ouch selikeit widder umbe halden an argelist. Es sal auch unser iglicher undir uns obegenanten heren eynen richter ubir dissen fridde in syme lande haben, der sal ouch anders nicht richten dan alse dissir briff uzwiset, unde sal daz der richter ouch globen unde sweren daz also ztu halden. Gesche abir anders dar ubir dan disser brif uzwiset so sal ez keyne macht haben. Geborete sich ez auch daz man ymant laden wolde den sal men an daz nehiste lantgerichte laden des heren undir dem der clegir geseszen ist, unde da dy sgeschicht geschen ist unde anders nyrgen, worde abir eynir uff czwey ende geladen zu eynir czijd der adir dy sollen nicht antwurten danne an deme ende dar sy erst hin geschichet adir geladen wurden, unde dy en nehist gelegen weren als vor ist gerurt. Wer iz auch daz unsir vorgenanten fursten dy iczund in dissem landfredde sin adir nach dar inkummen eynir adir me geladen wurden, der adir dy mogen eynen eren man adir Amptmanne der eyn byderbe manne unde ztu dem wapen geborn sy an syn stad senden unde yme gancze macht geben vor en ztu antwurtende unde ztu thunde, unde auch widdirumbe ztu schuldigende wy sich daz gehoret ane geverde alse vorgeschreben stet. Auch endarff der ergenante richter nymande richten her habe den dissen frydde vor gelobt unde geswaren ztu halden in der masze alse wer vorgenante fursten daz gethan han e der czijt daz dy geschichte geschen sin, da er den andern umbe beclagen will ader beclagende wert uzgescheiden phaffen unde geistliche lude kauffman kaufflude unde pilgeryme zu des riches adir andir heren lande dy undir uns nicht sicczen, dy sollen dysses freddes unde unsir strasze gebruchen alse disser briff uzwiset. Wer ouch disses frydes gebruchen wolde der sal daz bewisen mit dem richter adir mit dem Amptmanne adir mit dem burgermeistir unde stad da her inngeseszen ist, daz er dissen fredde intruwen globet unde ztu den heilgen gesworen habe ztu halden er der cziet daz dy geschichte geschen ist da me yme umbe richten sal. Wanne man auch von disses fryddes unde gerichtes wegen ymandes laden manen adir eischen will dem sal men dy sache virczehen tage vor vorkundigen darumbe men den beclagen will, unde sal ouch der unde der clegir unde wer mit eme ridet der sy dartzu bedorffen uff beyden syden anegeverde selig sin uff dy stat, da hen sy werden geladen unde geeischet unde widder von der stede dry tage vor unde dry tage nach vor allen den dy in dissem fredde begreffen sint, er werde erwunnen adir nicht. Vortmer were daz ymant ubirwunnen wurde vor der vorgenanten unser richter eyme, daz sal der vor dem daz geschen ist unvorczoglich ztu wiszen thun den andern unsern vorgenanten hern lantrichtern allen dy in dissen fredde geseszen weren, unde dy lantrichter sollen daz danne vorder unvorczoglich vorkundigen allen ihres heren undirsaszen, unde wir sollen getruwelichen ane vorczog dar ztu thun unde dem fredebrecher folgen nach uzwisunge disses freddes, unde der adir dy sollen danne auch in allen unser heren landen erwunnen unde vorwiset sin. Weriz auch daz uns vorgenanten heren notwere ztu samen ztu schicken von sache wegen dy dissen lantfrede antreffen, wilchem undir uns heren des not were, des lantrichter solde unsir egenanten hern lantrichtere alle vorboden, daz sy kegen friczlar adir kegen Northeim komen wo daz bequemlichest hene were nach gelegenheit der sache, unde erkentnisse der lantrichter da zu abirkummende waz daz beste sy in den sachen ztu thunde unde sal daz derselbe lantrichter den andern lantrichtern allen, unde irme iglichen bisundern vorkundigen dry wochen vor, unde sollen auch alle lantrichter den daz also geschreben unde vorkundiget wirt an intracht darkommen ez beneme eme dan lybes nod daz der bewisen sal mit syme eyde, unde sollen ouch mit den yren unde mit den der sy darztu bedorffen in den unde in andern sachen, wo sy hen ryden adir wandern von disses frydes wegen zu unde heim selig sin ez sy orlouge adir nicht ane geverde. Wercz ouch daz ymant obirwunnen wurde der eigen sloz hette in unsern landen adir sloz innehette in phandes wise darinne adir daby adir wer den husete adir hilde so sollen wy willich unser deme adir den andern daz abe eischet unser iglicher eynen synen frund adir me ab des not ist mit syme lantrichter dar ztu schicken an der obegenanten stede eyne friczlar adir Northeim, die zusamen riden unde ubirkomen sollen waz daz beste sy daz man dar Inne thun solle. Wurden abir dy dy wer also ztusamen sentten nicht eintrechtig wor danne der meistedeil undir en hene bestet unde uff ir eyne erkennen dem solle wir getruwelich folgen. Weriz abir daz sich dy dy wer also sentten czweiten daz ir gliche vile weren dy sollen uff iren eynen kysen, wo der hene villet da by solde daz bliben unde deme sollen wir ouch also volgen. Weriz auch daz ymant ubirwunnen wurde der der heren slosz in phands wise Inne hette unde gewunnen wir daz slosz so solden wir deme der daz inne gehabt hette sin gelt anesgewunnen han unde dem hern syn erbeschaff nicht. Werez ouch sache daz uns ymand von forsten graffen heren Rittern knechten adir steden dy by uns adir in uns geseszen sin duchte Nuccze unde gut sin den adir dy mochten wir semptlich adir unser iglich bisundern ztu uns nehmen unde laszen sy dissen fridde auch globen unde ztu dem heilgen sweren ztu halden in der masze alse disse briff uzwiset unde Inne heldet, unde solde auch derselbe den wir also in nehmen uns des sin ussen vorgesegelten briff geben dissen lantfredde ztu halden nach uzwisunge disses briffes, unde wir sollen dem adir den wifferumbe vorbunden sin dissen fredde ztu halden ane geverde. Weriz auch sache daz ez notwere dissen lantfredde ztu beszern so sollen unser lantrichtere alle darumbe by eyn kommen unde davon redden unde dan ir iglicher daz an syn hern brengen, so sollen wir hern selbes da by kommen adir unser erbenanten frunde mit fuller macht dartzu schicken, unde wes wy adir sy danne semptlich unde eintrechtlich ubirkommen unde nemelich dissen fredde ztu lengen adir ztu korczen dem sole wer also folgen unde nachgen an argelist. Auch was vor dissem lantfridde sich verlouffen hette unde geschen were da sal kein lantrichter von disses freds wegen ubir richten. Auch sal disses freds nymant gebruchen unde men darff den auch nymande halden her habe den danne vor gelobet unde ztu den heilgen geswarn den ztu halden nach uzwisunge disses briffes uzgescheiden phaffen unde geistliche lude unde disser egenante lantfridde sal anegen uff datum disses briffes unde sal weren unde gehalden werden Sehs gancze Jar nach gifft disses briffes nehist nach eynander folgen in alle der masze alse da vor geschreben stet unde begreffen ist. Alle unde iglichen Artikel unde puntte disses lantfredes vorgeschreben unde ir iglichen bisundern haben wir vorgenantin fursten unsir eynir dem andern in truwen gelobet unde dy darnach mit uffgeruchten singern lyblichen ztu den heilgen geswaren stede gancz unde unvorbrochen ztu halden an alle argelist unde ane geverde. Disses ztu orkunde geben wir fursten obegenante dissen briff vorsegelt mit unsern Ingesegeln vestlich hir angehangen. Der gegebin ist ztu Frydeberg uff den Frytag nehist nach dem Suntage Reminiscere Sub Anno dominij Millesimo quadringentesimo quinto.

Sprache des Originaltextes

deutsch

Nachweise

Ausstellungsort

Friedberg

Aussteller

Mainz, Erzbischöfe, Johann II. von Nassau · Braunschweig-Lüneburg, Herzöge, Bernhard I. · Braunschweig-Lüneburg, Herzöge, Heinrich der Milde · Hessen, Landgrafen, Hermann II. · Braunschweig-Göttingen, Herzöge, Otto der Einäugige

Empfänger

Mainz, Erzbischöfe, Johann II. von Nassau · Braunschweig-Lüneburg, Herzöge, Bernhard I. · Braunschweig-Lüneburg, Herzöge, Heinrich

Siegler

Mainz, Erzbischöfe, Johann II. von Nassau · Braunschweig-Lüneburg, Herzöge, Bernhard I. · Braunschweig-Lüneburg, Herzöge, Heinrich der Milde · Hessen, Landgrafen, Hermann II. · Braunschweig-Göttingen, Herzöge, Otto der Einäugige

Weitere Personen

Braunschweig-Göttingen, Herzöge, Otto der Quade

Weitere Orte

Mainz, Erzbischöfe · Braunschweig, Herzöge · Göttingen, Herzöge · Lüneburg, Herzöge · Fritzlar · Northeim · Friedberg, Friede

Sachbegriffe

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Textgrundlage

Regest

Sudendorf, UB Braunschweig 10

Stückangaben

Demandt, Quellen Fritzlar

Original

Sudendorf, UB Braunschweig 10

Zitierweise
Landgrafen-Regesten online Nr. 11275 <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/lgr/id/11275> (Stand: 21.10.2020)
 
Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde