Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen

Regesten der Landgrafen von Hessen

1262 Juni 2

Bündnis Heinrich I. mit Graf Gottfried von Ziegenhain

Regest-Nr. 81

Überlieferung | Regest | Originaltext | Nachweise | Textgrundlage | Zitierweise
Überlieferung
Ausfertigung: Staatsarchiv Marburg, Grafschaft Ziegenhain.
Stückbeschreibung: Pergament.
Siegel: Das Siegel (Löwensiegel) ist schwer beschädigt. Eine Abbildung des von einer Gemme stammenden landgräflichen Löwensiegels befindet sich bei Wyß, Urkundenbuch 1, Siegeltafel Nr. 11; die Umschrift lautet (aufgelöst): + S[IGILLUM] • SEC[RE]TV[M] • HEN[RIC]I • DE • TORI[N]GIA • P[RAT]RIS • DVC[IS] • B[RA]BA[N]TIE.
Drucke: Ledderhose, Kleine Schriften 4, S. 279.
Regesten: Duysing, Versuch 1, S. 175 Nr. 516; Böhmer-Will, Regesta 2, S. 358 Nr. 73; Regesten der Landgrafen von Hessen 1 Nachdr.,S. 24/25 Nr. 70.
Literatur: Rommel, Geschichte von Hessen 2, S. 28 und Anm. S. 20 Nr. 54, S. 37 Nr. 3; Ilgen, Geschichte des thüringisch-hessischen Erbfolgekrieges, S. 343;
Regest
Marburg. - Landgraf Heinrich verspricht seinem Verwandten, dem Grafen Gottfried von Ziegenhain (Cygenhayn), wie einem Burgmanne Hilfe gegen jedermann, außer gegen seinen Schwager, den Herzog (Albrecht) von Braunschweig (Brunswich), und öffnet ihm und seinen Freunden alle seine Burgen. Ferner gelobt der Landgraf, dem Grafen Ludwig von Ziegenhain (Cyginhayn) von den Burgen Graf Gottfrieds aus keinen Abbruch zu tun, falls nicht Ludwig den Erzbischof (von Mainz) oder dessen Helfer in Ziegenhain oder Nidda (Nidehe) einläßt; flüchten sich Anhänger des Landgrafen in eine dieser Festen (munitiones), so muß Gottfried sie dort ebenso wie in seinen übrigen Burgen aufnehmen. Ferner: sobald die Grafen von Waldeck (Waldeken) dem Erzbischof von Mainz gegen den Landgrafen beistehen, ist Gottfried dem Landgrafen zu Kriegshilfe verpflichtet, ebenso wenn die Grafen selbständig Hessen (terram nostram) mit Krieg überziehen, wobei jedoch Gottfried das Land der Grafen nicht zu betreten braucht. Bei einem Angriff des Erzbischofs wird der Landgraf Heinrich dem Grafen Gottfried seinen Beistand gewähren. Der Hilfeheischende trägt die Kriegskosten und muß dem Verbündeten jeden Schaden ersetzen, erhält dafür aber die Gefangenen. Schließlich verschreibt der Landgraf dem Grafen für dieses Hilfeversprechen 400 Mark, die nach dem Belieben des Grafen 14 Tage nach Johannis in den landgräflichen Städten Marburg (Martburg), Grünberg (Gruninberg) oder Alsfeld (Aylsfeld) niederzulegen (deponere) sind. Zur Schlichtung von Streitigkeiten zwischen ihren Freunden sollen Landgraf und Graf je zwei ihrer Anhänger zu Schiedsrichtern bestellen.
Siegler: Landgraf Heinrich.

Wortlaut der Datierung

d. Martburg 1262 IIII Nonas Junii.

Nachweise

Ausstellungsort

Marburg

Aussteller

Hessen, Landgrafen, Heinrich I.

Empfänger

Ziegenhain, Grafen, Gottfried VI.

Siegler

Hessen, Landgrafen, Heinrich I.

Weitere Personen

Braunschweig, Herzöge, Albrecht I. · Ziegenhain, Grafen, Ludwig II. · Waldeck, Grafen, Adolf I. · Mainz, Erzbischöfe · Waldeck, Grafen, Heinrich III.

Weitere Orte

Ziegenhain, Grafen · Braunschweig, Herzöge · Mainz, Erzbischöfe · Nidda · Waldeck, Grafen · Grünberg · Alsfeld

Sachbegriffe

Verwandte · Grafen · Burgmannen · Bündnisse · Bündnisse, Ausnahme von · Hilfe, militärische · Schwäger · Öffnungsverträge · Burgen · Erzbischöfe · Kriegshilfen · Kriegskosten · Verbündete · Schadensersatzleistungen · Zahltermine · Streitigkeiten · Schiedsgerichte · Schiedsrichter

Textgrundlage

Stückangaben, Regest

Grotefend-Rosenfeld, Landgrafenregesten 1

Zitierweise
Landgrafen-Regesten online Nr. 81 <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/lgr/id/81> (Stand: 17.2.2014)
 
Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde