Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen

Regesten der Landgrafen von Hessen

1296 (um August 18)

Heinrich I. teilt Hessen in zwei Teile

Regest-Nr. 387

Überlieferung | Regest | Originaltext | Nachweise | Textgrundlage | Zitierweise
Überlieferung
Abschriften: Abschrift [14. Jahrhundert]: zwei[mal] im Hauptstaatsarchiv München, Mainz, Erzstift, VII fasc. 67; Datum: d. Ameneburg 1324 an S. Martins Tage; zehn Siegel. Eingefügt in eine Urkunde verschiedener Ritter und Mannen wegen einer Streitfrage zwischen Erzbischof Matthias von Mainz und Landgraf Otto von Hessen.
Drucke: Wenck, Hessische Landesgeschichte 2, UB, S. 294 Nr. 296;
Regesten: Regesten der Landgrafen von Hessen 1 Nachdr., S. 133/134 Nr. 365; Regesten der Erzbischöfe von Mainz 1,1, S. 81 Nr. 462; Reg. Erzb. Köln 3, S. 224 Nr. 3490.
Literatur: Rommel, Geschichte von Hessen 2, S. 94; Landau, Theilingsstreit?, S. 42; Landau, Ritterburgen 2, S. 352; Böhmer, Regesten des Kaiserreichs 1246 - 1313, S. 185 Nr. 326; Weidemann, Landgraf Heinrich I., S. 456 und S. 463 f.; Dietrich, …, S. 2 f.; Regesten der Erzbischöfe von Mainz 1,1, S. 81 Nr. 462; Diemar, Chroniken Wigand Gerstenberg, S. 232 f.
Regest
Staufenberg. - Vor König Adolf, dem Erzbischof Gerhard von Mainz (Menze), dem Erzbischof Siegfried von Köln (Kolne), dem Herzog Rudolf von Bayern (Beyern), dem Abte Heinrich von Fulda (Fůlde), genannt von Weilnau (Wilnowe), und andern Herren und Rittern teilt Landgraf Heinrich das Land zu Hessen in zwei Teile: Landgraf Johann und seine Vollgeschwister erhalten als Totteil Niederhessen (das "nider lant" zu Hessen) mit Gudensberg (Gůdensperg) und andern Gütern und Festen, Landgraf Otto hingegen und seine Vollgeschwister Oberhessen (das "ober lant" zu Hessen) mit Marburg (Marpurg). Nach dieser Teilung führte Landgraf Heinrich seinen Sohn Johann und dessen Vollgeschwister in ihren Anteil und befahl den Einwohnern, ihnen zu huldigen und zu schwören, daß sie nach seinem, Landgraf Heinrichs, Tode jenen als den rechten Herren des Niederlandes gehorchen wollen; das gleiche tat Landgraf Heinrich auch mit Landgraf Otto und dessen Geschwistern im Oberland. Der Vollzug dieser Teilung wurde in Städten und Festen verkündigt. Landgraf Johann und seine Geschwister verzichteten auf das Oberland, Landgraf Otto und dessen Geschwister auf das Niederland. Landgraf Johann lebte ungestört bis zu seinem Tode in seinem Gebiet und starb ohne Hinterlassung von Leibeserben. Diese Teilung war Rittern, Knechten und manchen ehrbaren Mannen in Hessen bekannt und wurde vor dem Hause Staufenberg (Stoyffenberg) vor König Adolf abgeredet.
Nachweise

Weitere Personen

Adolf von Nassau, König · Mainz, Erzbischöfe, Gerhard II. von Eppstein · Köln, Erzbischöfe, Siegfried von Westerburg · Pfalz, Kurfürsten, Rudolf I., der Stammler · Fulda, Fürstäbte, Heinrich V. Graf von Weilnau · Hessen, Landgrafen, Johann · Hessen, Landgrafen, Otto I.

Weitere Orte

Staufenberg · Oberhessen · Niederhessen · Marburg · Köln, Erzbischöfe · Mainz, Erzbischöfe · Bayern, Herzöge · Fulda, Fürstäbte · Gudensberg

Sachbegriffe

Könige · Landgrafenitinerar · Erzbischöfe · Herzöge · Äbte · Ritter · Landesteilungen · Erbteilungen · Geschwister · Totteile · Erbe, Teilen von · Huldigungen · Städte · Burgen · Teilungen, Verkündung von · Leibeserben · Knechte

Textgrundlage

Stückangaben, Regest

Grotefend-Rosenfeld, Landgrafenregesten 1

Zitierweise
Landgrafen-Regesten online Nr. 387 <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/lgr/id/387> (Stand: 17.12.2018)
 
Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde