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Zeitgeschichte in Hessen - Daten · Fakten · Hintergründe

Ergebnisse der vorgezogenen Bundestagswahl in Hessen, 6. März 1983

Die vorgezogenen Wahlen zum 10. Deutschen Bundestag bringen ein eindeutiges Votum für die schwarz-gelbe Koalition, die sich im Bund vor der Amtsenthebung des SPD-Kanzlers Helmut Schmidt (1918–2015) am 1. Oktober 1982 und der Wahl Helmut Kohls (1930–2017) zu seinem Nachfolger formiert hatte (»Wende 1982«), und mit einem inszenierten Misstrauensvotum gegen den neuen Kanzler im Dezember des Vorjahres die Auflösung des Bundestages erwirkte, um Neuwahlen zu ermöglichen. Bundesweit entscheiden sich 18.998.545 oder 48,8 Prozent der Wählerinnen und Wähler für die Unionsparteien (davon 4.140.865 für die bayerische CSU). Damit legt die CDU/CSU gegenüber dem Ergebnis der vorangegangenen Bundestagswahl im Oktober 1980 um 4,3 Prozentpunkte zu; die Sozialdemokraten dagegen verlieren in vergleichbarer Höhe an Zustimmung und kommen im Bund nur noch auf ein Gesamtergebnis von 38,2 Prozent. Gleichfalls im Bundestag vertreten ist die FDP mit einem Stimmenanteil von 7,0 Prozent, sowie erstmals auch DIE GRÜNEN, die bereits zum zweiten Mal bei einer Bundestagswahl antreten und mit 5,6 Prozent der abgegebenen Wählerstimmen die Hürde der Sperrklausel knapp hinter sich lassen.

In Hessen legt die CDU im Vergleich zu ihrem hessischen Bundestagswahlergebnis aus dem Jahre 1980 um 3,7 Prozentpunkte zu und erreicht ein Ergebnis von 44,3 Prozent. Die Sozialdemokraten dagegen verlieren und rutschen von vormals 46,4 Prozent auf nunmehr 41,6 Prozent. Die Freien Demokraten müssen ebenfalls einen Schwund des Wählerzuspruchs verkraften und kommen nur noch auf einen Anteil von 7,6 Prozent (vormals 10,6 Prozent). DIE GRÜNEN liegen in Hessen leicht über ihrem Bundes-Gesamtergebnis und erzielen 6,0 Prozent der 3.641.509 abgegebenen (gültigen) Zweitstimmen.

Das Land Hessen vertreten künftig folgende Abgeordnete (in alphabetischer Reihenfolge):

Richard Bayha (1929–1993; CDU; Wahlkreis Hanau)

Karl Becker (1923–2002; CDU; Wahlkreis Frankfurt am Main II)

Friedrich Bohl (geb. 1945; CDU; Wahlkreis Marburg)

Wilfried Böhm (geb. 1934; CDU; Wahlkreis Hersfeld)

Walter Buckpesch (1924–2018; SPD; Landesliste)

Christa Czempiel (1925–2007; SPD; Landesliste)1

Klaus Daubertshäuser (1943–2008; SPD; Landesliste)

Alfred Dregger (1920–2002; CDU; Wahlkreis Fulda)

Wendelin Enders (geb. 1922; SPD; Landesliste)

Benno Erhard (1923–2011; CDU; Wahlkreis Rheingau-Taunus – Limburg)

Joschka Fischer (geb. 1948; Die Grünen; Landesliste)2

Lothar Haase (1923–2013; CDU; Landesliste)3

Klaus Hecker (geb. 1929; Die Grünen; Landesliste)4

Klaus-Jürgen Hoffie (geb. 1936; FDP; Landesliste)

Erwin Horn (1929–2006; SPD; Landesliste)

Bernhard Jagoda (1940–2015; CDU; Landesliste)

Gerhard Jahn (1927–1998; SPD; Landesliste)

Heinrich Klein (1932–1989; SPD; Landesliste)

Hubert Kleinert (geb. 1954; Die Grünen; Landesliste)5

Klaus Kübler (1936–2007; SPD; Landesliste)

Manfred Langner (geb. 1941; CDU; Wahlkreis Hochtaunus)

Carl Otto Lenz (geb. 1930; CDU; Wahlkreis Bergstraße)6

Christian Lenzer (geb. 1933; CDU; Wahlkreis Lahn-Dill)

Helmut Link (1927–2009; CDU; Wahlkreis Frankfurt am Main III)

Klaus Lippold (geb. 1943; CDU; Wahlkreis Offenbach)

Hans Matthöfer (1925–2009; SPD; Landesliste)

Wolfgang Mischnick (1921–2002; FDP; Landesliste)

Albert Nehm (1932–2012; SPD; Wahlkreis Werra-Meißner)

Horst Peter (1937–2012; SPD; Wahlkreis Kassel)

Gerhard O. Pfeffermann (geb. 1936; CDU; Landesliste)

Albert Pfuhl (1929–2005; SPD; Wahlkreis Schwalm-Eder)

Bernd Reuter (geb. 1940; SPD; Landesliste)

Heinz Riesenhuber (geb. 1935; CDU; Wahlkreis Frankfurt am Main I – Main-Taunus)

Hannelore Rönsch (geb. 1942; CDU; Wahlkreis Wiesbaden)

Adolf Roth (geb. 1937; CDU; Wahlkreis Gießen)

Georg Schlaga (1924–2018; SPD; Landesliste)

Rudi Schmitt (geb. 1928; SPD; Landesliste)

Christian Schwarz-Schilling (geb. 1930; CDU; Wahlkreis Wetterau)

Hermann Otto Solms (geb. 1940; FDP; Landesliste)

Dietrich Sperling (geb. 1933; SPD; Landesliste)

Helga Timm (1924–2014; SPD; Wahlkreis Darmstadt)

Karsten Voigt (geb. 1941; SPD; Landesliste)

Rudi Walther (1928–2010; SPD; Wahlkreis Waldeck)

Alexander Warrikoff (geb. 1934; CDU; Wahlkreis Odenwald)

Dieter Weirich (geb. 1944; CDU; Landesliste)

Richard Wurbs (1920–2018; FDP; Landesliste)7

Fred Zander (1935–2012; SPD; Landesliste)

Otto Zink (1925–2008; CDU; Wahlkreis Groß-Gerau)
(KU)


  1. Czempiel schied am 5. Juli 1984 aus dem Bundestag aus, für sie rückte Norbert Wieczorek (geb. 1940) am 11. Juli 1984 nach.
  2. Mandatsniederlegung nach dem Rotationsprinzip zum 31. März 1985, für ihn rückte am 1. April 1985 Heinz Suhr (geb. 1951) nach.
  3. Hasse schied am 5. Dezember 1983 aus dem Bundestag aus. Für ihn rückte am 6. Dezember 1983 Karl Stockhausen (1928–2002) nach.
  4. Hecker schied am 31. August 1983 aus dem Bundestag aus. Für ihn trat am 2. September 1983 Milan Horácek (geb. 1946) ein, der wiederum am 3. Oktober 1985 sein Mandat niederlegte. Für ihn trat Herbert Rusche (geb. 1952) am 4. Oktober 1985 in den Bundestag ein.
  5. Kleinert schied am 19. Januar 1986 aus dem Bundestag aus. Für ihn rückte am 20. Januar 1986 Ulrich Fischer (geb. 1942) nach.
  6. Lenz schied am 13. Januar 1984 aus dem Bundestag aus. Für ihn rückte am selben Tag Anneliese Augustin (geb. 1930) nach.
  7. Wurbs schied am 13. Dezember 1984 aus dem Bundestag aus. Für ihn rückte am selben Tag Inge Segall (geb. 1930) nach.
Belege
Weiterführende Informationen
Hebis-Klassifikation
406320 ,Bundestagswahl
Hebis-Schlagwort
Hessen
Empfohlene Zitierweise
„Ergebnisse der vorgezogenen Bundestagswahl in Hessen, 6. März 1983“, in: Zeitgeschichte in Hessen <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/edb/id/1470> (Stand: 6.3.2019)
Ereignisse im Februar 1983 | März 1983 | April 1983
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Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde