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Fürstentum Waldeck und Pyrmont 1866

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Helmighausen

Ortsteil · 290 m über NN
Gemeinde Diemelstadt, Landkreis Waldeck-Frankenberg 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf

Lagebezug:

11,5 km nordwestlich von Bad Arolsen

Lage und Verkehrslage:

Zweigeteiltes Dorf mit regellosen Grundrissmerkmalen in einem Talkessel. Kirche in der nördlichen Hälfte auf einem kleinen Hügel. Durch den Ort verläuft die L 3198, die Verbindungen zur B 7 (Marsberg-Rhoden) und zur B 252 (Rhoden-Korbach) herstellt.

Vorbemerkung Historische Namensformen:

Die nur abschriftlich überlieferten Namensformen des 11. Jahrhunderts lassen sich nicht eindeutig zuweisen. In Frage kommt neben Hesperinghausen auch Helmeringhausen bei Olsberg im Hochsauerlandkreis. Vgl. zu letzterem den Artikel Helmeringhausen, in: Ortsnamen Hochsauerlandkreis, S. 227-228

Historische Namensformen:

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:

Burgen und Befestigungen:

Umlegung der Flur:

1871-1875

Älteste Gemarkungskarte:

1858

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3495043, 5704116
UTM: 32 U 494971 5702274
WGS84: 51.47161146° N, 8.927597015° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

635008030

Flächennutzungsstatistik:

  • 1895 (Hektar): 1027
  • 1961 (Hektar): 1024, davon 457 Wald (= 44.63 %)

Einwohnerstatistik:

  • 1541: 29 Häuser
  • 1620: 32 Häuser
  • 1650: 24 Häuser
  • 1738: 35 Häuser
  • 1770: 55 Häuser, 261 Einwohner
  • 1895: 453, davon 442 evangelisch (= 97.57 %), 11 katholisch (= 2.43 %)
  • 1961: 377, davon 341 evangelisch (= 90.45 %), 22 katholisch (= 5.84 %)

Diagramme:

Helmighausen: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • 1495: Grafschaft Waldeck, Amt Rhoden
  • 1537: Grafschaft Waldeck, Amt Eilhausen
  • 1688/89: Grafschaft Waldeck, Amt Eilhausen
  • 1712: Fürstentum Waldeck, Amt Eilhausen
  • 1755/57: Fürstentum Waldeck, Amt Rhoden
  • bis 1814: Fürstentum Waldeck-Pyrmont, Amt Eilhausen
  • 1814: Fürstentum Waldeck-Pyrmont, Oberamt der Diemel (Sitz in Arolsen)
  • 1816: Fürstentum Waldeck-Pyrmont, Oberjustizamt der Diemel (Sitz in Rhoden)
  • 1850: Fürstentum Waldeck-Pyrmont, Kreis der Twiste (Sitz bis 1857 in Mengeringhausen, dann in Arolsen)
  • 1919-1929: Freistaat Waldeck, Kreis der Twiste
  • 1929: Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Kreis der Twiste
  • 1942: Deutsches Reich, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Waldeck
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Waldeck
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Waldeck
  • 1974: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Waldeck-Frankenberg

Altkreis:

Waldeck

Gericht:

  • 1537: Freistuhl Mengeringhausen
  • 1816: Oberjustizamt der Diemel (Sitz in der Stadt Rhoden)
  • 1850: Kreisgericht Arolsen
  • 1868/69: Amtsgericht Arolsen

Herrschaft:

1304 belehnt Graf Otto von Waldeck Johann und Hermann von Billinchusen und Albert von Mühlhausen und ihre Söhne und Töchter mit allen Gütern zu Hesperingshausen, Helmshausen, Riklingshausen, Swibrechtshausen und Sike, die ihnen durch die inserierte Urkunde des Abtes Heinrich und des Priors Florentin von Corvey 1298 zugesprochen sind. Um 1500 gehört Helmighausen den Grafen mit aller Obrigkeit, Eigentum, Jurisdiktion und Wildbann, ausgeschieden der von Horhusische Bauhof und der halbe Zehnte mit etlichen Güter des Schwicker von Thülen.

Gemeindeentwicklung:

Am 1.11.1970 schlossen sich die bis dahin selbstständigen Gemeinden Rhoden und Wrexen zur Stadt Diemelstadt zusammen.

Am 31.12.1970 schlossen sich die Gemeinden Ammenhausen, Dehausen, Helmighausen, Neudorf und Wethen der Stadt Diemelstadt an.

Ab 31.12.1971 wurden die Gemeinden Hesperinghausen und Orphetal Stadtteile von Diemelstadt.

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • 1298 geben Abt Heinrich und der Konvent des Stifts Corvey ihre Zustimmung zu der Schlichtung des Streites zwischen den Ministerialen des Klosters Albert von Mühlhausen und seinen Schwestersöhnen Hermann von Hesperinghausen und Hugo von Allenhausen um Besitzungen in Hesperinghausen, Helmighausen, Swibrechtshausen, Recklinghausen und auf dem Sike.

Zehntverhältnisse:

1326 ist der Zehnte im Besitz der Grafen von Waldeck, danach jedoch auch bei den Klöstern Corvey und Dalheim. 1485 gehörte der halbe Zehnt zum Schloss Rhoden.

Kirche und Religion

Ortskirchen:

  • Um 1300: einschiffige romanische Kirche mit quadratischem eingezogenen Chor errichtet. Westturm von 1925

Patrozinien:

  • Magnus; Maria (?)

Pfarrzugehörigkeit:

Ob Helmighausen 1046 in die Kirche St. Magnus zu Niedermarsberg eingepfarrt ist, muss offen bleiben (s. Vorbemerkung Namensformen). 1565 und später bildet Helmighausen ein Kirchspiel, dessen Pfarrsitz zwischen Hesperinghausen und Helmighausen wechselt. Zum Kirchspiel Helmighausen gehören seitdem als Filialgemeinden die Orte des Amtes Eilhausen, nämlich Hesperinghausen, Kohlgrund und Neudorf.

Bekenntniswechsel:

Einführung der Reformation in der Grafschaft Waldeck ab 1526.

Erster evangelischer Pfarrer: Werner Loesken 1533-1536

Kirchliche Mittelbehörden:

15. Jahrhundert: Mainzer Kirchenprovinz, Diözese Paderborn, Archidiakonat Horhausen (Niedermarsberg)

Juden:

1826: 1 Familie (8 Personen); 1847: 1 Familie (3 Personen)

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Helmighausen, Landkreis Waldeck-Frankenberg“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/1567> (Stand: 16.10.2018)
 
Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde