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Fürstentum Waldeck und Pyrmont 1866

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Hesperinghausen

Ortsteil · 335 m über NN
Gemeinde Diemelstadt, Landkreis Waldeck-Frankenberg 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf

Lagebezug:

12,5 km nordwestlich von Bad Arolsen

Lage und Verkehrslage:

Geschlossenes Dorf mit einfachen, regelhaften Grundrissmerkmalen in ebenem Gelände südöstlich eines Bogens der Diemel, unmittelbar an der nordrhein-westfälischen Landesgrenze (Hochsauerlandkreis). Kirche in zentraler Lage. Im Nordosten verläuft die L 3198, die Verbindungen B 7 (Marsberg-Rhoden) und zu B 252 (Rhoden-Korbach) herstellt.

Ersterwähnung:

1246

Siedlungsentwicklung:

1492 wird das als wüst bezeichnete Hesperinghausen den Antonitern in Grünberg zur Neubesiedlung übergeben, die in der Folge auch stattfindet.

Historische Namensformen:

  • Die nur abschriftlich überlieferten Namensformen des 11. Jahrhunderts lassen sich nicht eindeutig zuweisen. In Frage kommt neben Helmighausen auch Helmeringhausen bei Olsberg im Hochsauerlandkreis. Vgl. zu letzterem den Artikel Helmeringhausen, in: Ortsnamen Hochsauerlandkreis, S. 227-228

Bezeichnung der Siedlung:

Älteste Gemarkungskarte:

1858

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3493670, 5704407
UTM: 32 U 493599 5702565
WGS84: 51.47421325° N, 8.907831692° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

635008040

Flächennutzungsstatistik:

  • 1895 (Hektar): 474
  • 1961 (Hektar): 474, davon 10 Wald (= 2.11 %)

Einwohnerstatistik:

  • 1541: 19 Häuser
  • 1620: 28 Häuser
  • 1650: 16 Häuser
  • 1738: 28 Häuser
  • 1770: 33 Häuser, 185 Einwohner
  • 1895: 472, davon 467 evangelisch (= 98.94 %), 5 katholisch (= 1.06 %)
  • 1961: 440, davon 397 evangelisch (= 90.23 %), 35 katholisch (= 7.95 %)

Diagramme:

Hesperinghausen: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • 1537: Grafschaft Waldeck, Amt Eilhausen
  • 1688/89: Grafschaft Waldeck, Amt Eilhausen
  • 1712: Fürstentum Waldeck, Amt Eilhausen
  • 1755/57: Fürstentum Waldeck, Amt Rhoden
  • bis 1814: Fürstentum Waldeck-Pyrmont, Amt Eilhausen
  • 1814: Fürstentum Waldeck-Pyrmont, Oberamt der Diemel (Sitz in Arolsen)
  • 1816: Fürstentum Waldeck-Pyrmont, Oberjustizamt der Diemel (Sitz in Rhoden)
  • 1850: Fürstentum Waldeck-Pyrmont, Kreis der Twiste (Sitz bis 1857 in Mengeringhausen, dann in Arolsen)
  • 1919-1929: Freistaat Waldeck, Kreis der Twiste
  • 1929: Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Kreis der Twiste
  • 1942: Deutsches Reich, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Waldeck
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Waldeck
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Waldeck
  • 1974: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Waldeck-Frankenberg

Altkreis:

Waldeck

Gericht:

  • 1537: Freistuhl Mengeringhausen
  • 1816: Oberjustizamt der Diemel (Sitz in der Stadt Rhoden)
  • 1850: Kreisgericht Arolsen
  • 1868/69: Amtsgericht Arolsen

Herrschaft:

1304 belehnt Graf Otto von Waldeck Johann und Hermann von Billinchusen und Albert von Mühlhausen und ihre Söhne und Töchter mit allen Gütern zu Hesperingshausen, Helmshausen, Riklingshausen, Swibrechtshausen und Sike, die ihnen durch die inserierte Urkunde des Abtes Heinrich und des Priors Florentin von Corvey 1298 zugesprochen sind. Um 1500 gehört Hesperinghausen den Grafen mit aller Obrigkeit, Eigentum und Jurisdiktion, ausgeschieden die Rechte der Antoniter aus Grünberg.

Gemeindeentwicklung:

Am 1.11.1970 schlossen sich die bis dahin selbstständigen Gemeinden Rhoden und Wrexen zur Stadt Diemelstadt zusammen.

Am 31.12.1970 schlossen sich die Gemeinden Ammenhausen, Dehausen, Helmighausen, Neudorf und Wethen der Stadt Diemelstadt an.

Ab 31.12.1971 sind die Gemeinden Hesperinghausen und Orphetal Stadtteile von Diemelstadt.

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • 1298 geben Abt Heinrich und der Konvent des Stifts Corvey ihre Zustimmung zu der Schlichtung des Streites zwischen den Ministerialen des Klosters Albert von Mühlhausen und seinen Schwestersöhnen Hermann von Hesperinghausen und Hugo von Allenhausen um Besitzungen in Hesperinghausen, Helmighausen, Swibrechtshausen, Recklinghausen und auf dem Sike.
  • 1492 übereignet Otto Graf von Waldeck dem Antoniterorden zu Grünberg seine Kotenstätte in den Wüstungen zu Ammenhausen, Dehausen und Hesperinghausen.

Zehntverhältnisse:

1515 verzichten die Grafen von Waldeck ausdrücklich auf den Zehnten und Zehntscheune in Hesperinghausen zugunsten des Klosters Marsberg. 1537 gehörte der Zehnt zur Propstei Marsberg.

Ortsadel:

1246

Kirche und Religion

Ortskirchen:

  • 1246: Pleban
  • 1250: ecclesia
  • Vom mittelalterlichen Kirchbau nur noch Reste im Turm und in der Westwand des Langhauses. An den Turm wurde 1761 ein neues Schiff aus Fachwerk angebaut und vermutlich um 1840 umgebaut. Gesamtrestaurierung 1900, weitere 1933 und 1997.

Pfarrzugehörigkeit:

1304 umfasst das Kirchspiel Hesperinghausen den Ort Heimighaussen sowie die Wüstungen Recklinghausen, Swicbrachtinghausen und Sieke. Im 16. Jahrhundert ist der Sitz des Pfarrers in Helmighausen, zeitweise in Hesperinghausen. 1565 und später gehören zum Kirchspiel Eilhausen, Kohlgrund, Neudorf und Helmighausen.

Patronat:

1305 erhalten die Grafen von Waldeck den Patronat von Kloster Corvey als Lehen.

Bekenntniswechsel:

Einführung der Reformation in der Grafschaft Waldeck ab 1526.

Da zum Kirchspiel Helmighausen gehörend, erster evangelischer Pfarrer vermutlich Werner Loesken 1533-1536, Pfarrer in Helmighausen.

Kirchliche Mittelbehörden:

15. Jahrhundert: Mainzer Kirchenprovinz, Diözese Paderborn, Archidiakonat Horhausen (Niedermarsberg)

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Hesperinghausen, Landkreis Waldeck-Frankenberg“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/1576> (Stand: 16.10.2018)
 
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