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Fürstentum Waldeck und Pyrmont 1866

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Dehausen

Ortsteil · 256 m über NN
Gemeinde Diemelstadt, Landkreis Waldeck-Frankenberg 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf

Lagebezug:

8,5 km nordöstlich von Bad Arolsen

Lage und Verkehrslage:

Geschlossenes Dorf mit zentralem Baublock an der Welda in ebenem Gelände zwischen bewaldeten Höhenzügen. Südwestlich des Ortes verläuft die Verbindungsstraße Volkmarsen-Rhoden (L 3081).

Ersterwähnung:

(973-975)

Siedlungsentwicklung:

In der Gemarkung wurde im Bereich des plateauartigen Waldstücks "Der Stock" eine aus 41 Hügeln bestehende Gruppe von Hügelgräbern der Bronzezeit gefunden.

1492 wird das als wüst bezeichnete Dehausen den Antonitern in Grünberg zur Neubesiedlung übergeben, die in der Folge auch stattfindet.

Historische Namensformen:

Älteste Gemarkungskarte:

1858

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3502965, 5702343
UTM: 32 U 502890 5700502
WGS84: 51.45568982° N, 9.041595118° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

635008020

Flächennutzungsstatistik:

  • 1895 (Hektar): 396
  • 1961 (Hektar): 397, davon 124 Wald (= 31.23 %)

Einwohnerstatistik:

  • 1541: 8 Häuser
  • 1620: 13 Häuser
  • 1650: 9 Häuser
  • 1738: 20 Häuser
  • 1770: 22 Häuser, 118 Einwohner
  • 1895: 158, davon 157 evangelisch (= 99.37 %), 1 katholisch (= 0.63 %)
  • 1961: 154, davon 143 evangelisch (= 92.86 %), 10 katholisch (= 6.49 %)

Diagramme:

Dehausen: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • 1390: Grafschaft Waldeck, Amt Rhoden
  • 1537: Grafschaft Waldeck, Amt Rhoden
  • 1712: Fürstentum Waldeck, Amt Rhoden
  • 1755/57: Fürstentum Waldeck, Amt Rhoden
  • bis 1814: Fürstentum Waldeck-Pyrmont, Amt Rhoden
  • 1814: Fürstentum Waldeck-Pyrmont, Oberamt der Diemel (Sitz in Arolsen)
  • 1816: Fürstentum Waldeck-Pyrmont, Oberjustizamt der Diemel (Sitz in Rhoden)
  • 1850: Fürstentum Waldeck-Pyrmont, Kreis der Twiste (Sitz bis 1857 in Mengeringhausen, dann in Arolsen)
  • 1919-1929: Freistaat Waldeck, Kreis der Twiste
  • 1929: Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Kreis der Twiste
  • 1942: Deutsches Reich, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Waldeck
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Waldeck
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Waldeck
  • 1974: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Waldeck-Frankenberg

Altkreis:

Waldeck

Gericht:

  • 1537: Freistuhl Mengeringhausen
  • 1816: Oberjustizamt der Diemel (Sitz in der Stadt Rhoden)
  • 1850: Kreisgericht Arolsen
  • 1868/69: Amtsgericht Arolsen

Herrschaft:

1390 verpfändet Graf Heinrich von Waldeck Schloß und Stadt Rhoden mit Gütern u.a. zu Dehausen an Kurt Spiegel vom Desenberg. 1492 verkauft Graf Otto IV. dem Kloster Arolsen das wüste Dorf Dehausen. Mit der Aufhebung der Klöster fielen alle Rechte an die Grafen von Waldeck zurück.

Gemeindeentwicklung:

Am 1.11.1970 schlossen sich die bis dahin selbstständigen Gemeinden Rhoden und Wrexen zur Stadt Diemelstadt zusammen.

Am 31.12.1970 schlossen sich die Gemeinden Ammenhausen, Dehausen, Helmighausen, Neudorf und Wethen der Stadt Diemelstadt an.

Ab 31.12.1971 wurden die Gemeinden Hesperinghausen und Orphetal Stadtteile von Diemelstadt.

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • Im 10. Jahrhundert hat Kloster Corvey Besitz in Dehausen. 1141 bestätigt der Mainzer Erzbischof Markolf dem Kloster Northeim seinen Besitz, u.a. in 6 Hufen in Dehausen. 1155 gehört Besitz in Dehausen dem Bischof von Paderborn. Das Kloster Hardehausen gibt 1360 seinen Hof Dehausen nebst dem halben Wald Stock im Tausch an Graf Otto II. von Waldeck.

Zehntverhältnisse:

1243 trat der Paderborner Domdechant den Zehnten in Dehausen und Ammenhausen dem Kloster Hardehausen gegen eine Kornrente ab. 1537 gehört der Zehnte den Grafen von Waldeck.

Kirche und Religion

Pfarrzugehörigkeit:

1243 zur Kirche in Welda und dem dortigen Dekanat gehörig, später Filial von Rhoden, von 1660-1906 von der dortigen Diakonatpfarrstelle versehen.

Bekenntniswechsel:

Da Filial von Rhoden, Einführung der Reformation vermutlich in den 1540er Jahren.

Juden:

1847: 1 Familie (6 Personen)

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Dehausen, Landkreis Waldeck-Frankenberg“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/1266> (Stand: 16.10.2018)
 
Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde