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Fürstentum Waldeck und Pyrmont 1866

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Neudorf

Ortsteil · 270 m über NN
Gemeinde Diemelstadt, Landkreis Waldeck-Frankenberg 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf

Lagebezug:

9 km nordwestlich von Bad Arolsen

Lage und Verkehrslage:

Geschlossenes Dorf mit einfachem Grundriss in weiter Tallage am Zusammenfluss von Harensbicke und Heckerbicke westlich des Rhodener Forstes. Kirche am Westrand. Durch den Ort verläuft die L 3198, die Verbindungen zur B 7 (Marsberg-Rhoden) und zur B 252 (Rhoden-Korbach) herstellt.

Ersterwähnung:

1537

Siedlungsentwicklung:

1537 heißt es das nygge Dorf so nigge gebuwet

Historische Namensformen:

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3496316, 5702032
UTM: 32 U 496244 5700191
WGS84: 51.45288982° N, 8.945939828° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

635008050

Flächennutzungsstatistik:

  • 1895 (Hektar): 752
  • 1961 (Hektar): 755, davon 284 Wald (= 37.62 %)

Einwohnerstatistik:

  • 1541: 9 Häuser
  • 1620: 28 Häuser
  • 1650: 22 Häuser
  • 1738: 31 Häuser
  • 1770: 86 Häuser, 269 Einwohner
  • 1895: 426, davon 425 evangelisch (= 99.77 %), 1 katholisch (= 0.23 %)
  • 1961: 330, davon 316 evangelisch (= 95.76 %), 14 katholisch (= 4.24 %)

Diagramme:

Neudorf: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • 1537: Grafschaft Waldeck, Amt Eilhausen
  • 1688/89: Grafschaft Waldeck, Amt Eilhausen
  • 1712: Fürstentum Waldeck, Amt Eilhausen
  • 1755/57: Fürstentum Waldeck, Amt Rhoden
  • bis 1814: Fürstentum Waldeck-Pyrmont, Amt Eilhausen
  • 1814: Fürstentum Waldeck-Pyrmont, Oberamt der Diemel (Sitz in Arolsen)
  • 1816: Fürstentum Waldeck-Pyrmont, Oberjustizamt der Diemel (Sitz in Rhoden)
  • 1850: Fürstentum Waldeck-Pyrmont, Kreis der Twiste (Sitz bis 1857 in Mengeringhausen, dann in Arolsen)
  • 1919-1929: Freistaat Waldeck, Kreis der Twiste
  • 1929: Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Kreis der Twiste
  • 1942: Deutsches Reich, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Waldeck
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Waldeck
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Waldeck
  • 1974: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Waldeck-Frankenberg

Altkreis:

Waldeck

Gericht:

  • 1537: Freistuhl Mengeringhausen
  • 1816: Oberjustizamt der Diemel (Sitz in der Stadt Rhoden)
  • 1850: Kreisgericht Arolsen
  • 1868/69: Amtsgericht Arolsen

Herrschaft:

1537 gehört das Dorf mit aller Obrigkeit, Straße, Geleit, Landsteuer, Ge- und Verbot, Halsgericht, nichts ausgeschlossen, den Grafen von Waldeck.

Gemeindeentwicklung:

Am 1.11.1970 schlossen sich die bis dahin selbstständigen Gemeinden Rhoden und Wrexen zur Stadt Diemelstadt zusammen.

Am 31.12.1970 schlossen sich die Gemeinden Ammenhausen, Dehausen, Helmighausen, Neudorf und Wethen der Stadt Diemelstadt an.

Ab 31.12.1971 wurden die Gemeinden Hesperinghausen und Orphetal Stadtteile von Diemelstadt.

Besitz

Zehntverhältnisse:

1537 haben die Grafen von Waldeck den Zehnten in Neudorf inne.

Kirche und Religion

Ortskirchen:

  • 1723: Kapelle als rechteckige Saalkirche aus Fachwerk errichtet. Diese wird 1878 wegen Baufälligkeit geschlossen
  • 1883: Einweihung des Kirchneubaus, eines einfachen Fachwerkbaus mit Satteldach und hohem Dachreiter im Westen. 1934 Anbau im Westen und Vergrößerung, 2008/9 umfangreiche Sanierungsmaßnahmen

Pfarrzugehörigkeit:

1565 und später gehört Neudorf als Filial zum Kirchspiel Hesperinghausen-Helmighausen.

Bekenntniswechsel:

Einführung der Reformation in der Grafschaft Waldeck ab 1526.

Da zum Kirchspiel Helmighausen gehörend, erster evangelischer Pfarrer vermutlich Werner Loesken 1533-1536, Pfarrer in Helmighausen.

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Neudorf, Landkreis Waldeck-Frankenberg“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/1659> (Stand: 16.10.2018)
 
Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde