Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen

Regesten der Landgrafen von Hessen

1338 Dezember 8

Übereinkunft zwischen Erzbischof Walram von Köln und Landgraf Heinrich II.

Regest-Nr. 3576

Überlieferung | Regest | Originaltext | Nachweise | Textgrundlage | Zitierweise
Überlieferung
Ausfertigung: Ausfertigung (D): Staatsarchiv Marburg, Landgrafschaft Hessen, Urkunden, A I d, Verträge mit Kurköln 7. Kleines Siegel, gut erhalten. Revers (14. Jahrhundert): Litere confederacionis domini Coloniensis.
Regesten: Regesten der Erzbischöfe von Köln 5, S. 168f., Nr. 617.
Regest
Erzbischof Walram bekundet, daß er mit dem Landgrafen Heinrich (II.) von Hessen (Hessin), seinem Verwandten und Lehnsmann, eine Übereinkunft getroffen hat, die vom kommenden Weihnachtsfest an auf 4 Jahre dauern soll und folgenden Inhalt hat:
1. Die Parteien setzen ein fünfköpfiges Schiedsgericht ein, das alle Friedensverletzungen (brugche) und anderen Streitfragen zwischen ihnen nach Minne oder - wenn dies nicht möglich ist - nach Recht schlichten und entscheiden soll (tzu scheydene und zu richtene mid unser beyder wissene mid frundschaf oder mid rechte, of man dy frundschaf nicht geragchin mach). In dieses Schiedsgericht entsendet der Erzbischof als ratlude die Ritter Hermann von Scharfenberg (Scharpenbergh) und Stefan von Horhausen (Horhusin), der Landgraf die Ritter Johann von Itter (Ittere) und Simon von Hohenberg (Hohinberch). Gemeinsam erkorener Obermann ist der Ritter Johann von Padberg (-berch).
2. Die vier Ratleute sollen ihr Urteil binnen 14 Tagen fällen, nachdem eine Sache vor sie gebracht worden ist. Können sie sich nicht einigen, dann gilt der Spruch derjenigen Partei, der der Obermann beipflichtet; er hat sein Votum ebenfalls binnen 14 Tagen nach Aufforderung abzugeben. Beide Parteien sind gehalten, das von Ratleuten und Obermann gegen sie gefällte Urteil ohne Verzug innerhalb eines Monats auszuführen.
3. Ein durch Tod oder aus anderen Gründen abgehender Ratmann ist binnen Monatsfrist von der betreffenden Partei zu ersetzen. Das gleiche gilt für die gemeinsame Wahl eines neuen Obermannes, wenn der jetzige ausfallen sollte.
4. Wenn dem Landgrafen von seinen Feinden Schaden aus den Landen und Festungen (vesten) des Erzbischofs zugefügt wird und er sie mit seinen Freunden verfolgt, dann soll ihm der Erzbischof Hilfe leisten, als wenn er selbst betroffen wäre. Das gleiche gilt im umgekehrten Fall.
5. Keine der beiden Parteien wird mit einem Dritten ein Bündnis wider die andere abschließen.
Siegelankündigung.
Gegebin 1338 des nehsten dynstages nach sand Nycolays dage des hiligen byschofs.
Nachweise

Weitere Personen

Köln, Erzbischöfe, Walram von Jülich · Hessen, Landgrafen, Heinrich II. · Scharfenberg, Hermann von · Horthusen, Stefan von · Itter, Johann von · Hohenberg, Simon von · Padberg, Johann [III.] von

Weitere Orte

Köln, Erzbischöfe

Sachbegriffe

Erzbischöfe · Verwandte · Lehensmänner · Übereinkünfte · Verträge · Fristen · Bündnisse, zeitlich begrenzte · Weihnachtsfeste · Parteien · Schiedsgerichte · Friedensverletzungen · Streitfragen · Minne · Rechte · Entscheidungen, nach Minne und Rechte · Ritter · Obmänner · Schiedsrichter · Ratleute · Urteile · Sprüche · Voten · Urteile, Ausführung von · Ratmänner · Wahlen · Feinde · Festungen · Hilfe, militärische · Bündnisse, Ausnahme von

Textgrundlage

Stückangaben, Regest

Reg. Erzb. Köln 5

Zitierweise
Landgrafen-Regesten online Nr. 3576 <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/lgr/id/3576> (Stand: 01.12.2020)
 
Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde