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5119 Kirchhain
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Kurfürstentum Hessen 1840-1861 – 61. Kirchhain

Langenstein

Stadtteil · 250 m über NN
Gemeinde Kirchhain, Landkreis Marburg-Biedenkopf 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf

Lagebezug:

3 km östlich von Kirchhain

Lage und Verkehrslage:

Geschlossenes Dorf mit regellosem Grundriss auf nach Süden abfallendem Felsrücken Kirche mit stark ummauertem Wehrkirchhof (2 Tore) am Südwest-Rand des Ortes "Männerstatt" neben dem Ost-Tor beim Langen Stein (Menhir) Straßenspinne mit linearer Bebauung im südlich Ortsbereich.

Verbindungsstraße von der südlich am Ort vorbeiführenden B 454 nach Erksdorf bzw. Emsdorf.

Durch den oberen Ortsbereich führte wahrscheinlich die alte Niederrheinische Straße (hier zugleich der nördliche Zweig der Köln-Leipziger Messestraße) von Stausebach nach Allendorf bzw. Erksdorf

Über die Wegespinne am südöstlichen Ortsende lief der nördlich Zweig der alten Landstraße durch die Langen Hessen von Kirchhain nach Allendorf bzw. Erksdorf entsprechend dem Verlauf der Niederrheinischen Straße

Beide nach der Stadtgründung über Kirchhain geleitet

Ersterwähnung:

1223

Siedlungsentwicklung:

Flurnamen auf der Burg 0,5 km westlich Langenstein

Flurnamen am Steinhausen 1 km nordöstlich Langenstein

1928: Eingemeindung von Teilen des aufgelösten Gutsbezirks Staatsforst Neustadt

Historische Namensformen:

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:

Burgen und Befestigungen:

  • Flurnamen auf der Burg 0,5 km westlich Langenstein
  • Flurnamen am Steinhausen 1 km nordöstlich Langenstein
  • 1928: Eingemeindung von Teilen des aufgelösten Gutsbezirks Staatsforst Neustadt

Umlegung der Flur:

1918/1921; 1924/1927

Älteste Gemarkungskarte:

1751

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3497198, 5632909
UTM: 32 U 497125 5631096
WGS84: 50.83156849° N, 8.959173069° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

534011090

Flächennutzungsstatistik:

  • 1838 (Kasseler Acker): 2000 stellbares Land, 360 Wiesen, 80 Gärten, 20 Triesche, 490 Wald
  • 1885 (Hektar): 625, davon 384 Acker (= 61.44 %), 101 Wiesen (= 16.16 %), 65 Holzungen (= 10.40 %)
  • 1961 (Hektar): 814, davon 200 Wald (= 24.57 %)

Einwohnerstatistik:

  • 1504: 24 wehrfähige Männer
  • 1577: 57
  • 1592: 17 vierspänninge Ackerleute, 33 Einläuftige
  • 1629: 1 fünfspännige, 6 vierspännige, 2 dreispännige, 6 zweispännige, 3 einspännige Ackerleute, 21 Einläuftige 1782: 3 Schmiede, 4 Schneider, 1 Wagner, 2 Leineweber, 1 Weißbinder, 5 Schäfer, 13 Tagelöhner, 14 Tagelöhner
  • 1629: 43
  • 1697: 41 hausgesessene
  • 1747: 74 Haushalte
  • 1782: 403
  • 1838 (Familien): 50 Ackerbau, 10 Gewerbe, 21 Tagelöhner 61 nutzungsberechtigte, 24 nicht nutzungsberechtigte Ortsbürger, 21 Beisitzer
  • 1861: 613 evangelisch -lutheranische Einwohner, 5 evangelisch-reformierte, 20 römisch-katholisch Einwohner
  • 1885: 617, davon 613 evangelisch (= 99.35 %), 4 katholisch (= 0.65 %)
  • 1961 (Erwerbspersonen): 253 Land- und Forstwirtschaft, 191 Produzierendes Gewerbe, 33 Handel und Verkehr, 26 Dienstleistungen und Sonstiges
  • 1961: 875, davon 827 evangelisch (= 94.51 %), 29 katholisch (= 3.31 %)

Diagramme:

Langenstein: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • Um 1390 als Ort des Gericht Bilstein bezeichnet
  • Das Gericht Langenstein war 1351 zur Hälfte Teil des Erbes Friedrichs von Langenstein
  • 1357 vom Deutsche Orden Marburg erworben
  • Die andere Hälfte vielleicht schon damals im Besitz des Deutsche Orden
  • Zubehör war 1357: (Wüstung) Bechtmannshausen
  • 1403 wird das Dorf Langenstein vom Landgraf beansprucht
  • 1351 und 1357: Gericht Langenstein
  • 1502 und später: Gericht Kirchhain
  • 1807-1813: Königreich Westphalen, Departement der Werra, Distrikt Marburg, Kanton Kirchhain
  • 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Kirchhain
  • 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Marburg
  • 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Kirchhain
  • 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Kirchhain
  • 1932: Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Marburg
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Marburg
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Marburg
  • 1974: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Marburg-Biedenkopf

Altkreis:

Marburg

Gericht:

  • 1821: Justizamt Kirchhain
  • 1867: Amtsgericht Kirchhain

Gemeindeentwicklung:

1.4.1952: Umgemeindung des ehem. DAG-Geländes (192 Einw.) nach Stadt Allendorf, Stadt.

Am 31.12.1971 wurde Langenstein im Zuge der hessischen Gebietsreform als Stadtteil der neu gebildeten Stadtgemeinde Kirchhain eingegliedert.

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • 1256 erwirbt der Deutsche Orden Marburg von dem Hersfelder Bürger Gerlach Schmied Güterbesitz.
  • 1269/1272 verkauft der Ritter Friedrich von Langenstein dem Deutsche Orden seinen Güterbesitz mit Wald.
  • 1358 verfügt der Deutsche Orden über 6 Höfe mit 265 1/2 Morgen Ackerland und 271/2 Morgen Wiesen.
  • 1273 erwirbt Kloster Haina Güterbesitz.
  • Um 1400 und später besitzt der Landgraf ein Gut in Langenstein.

Zehntverhältnisse:

1240/50, vermutlich aber schon um 1220 hat der Amöneburger Schultheiß den Zehnten in Langenstein von den Dynasten von Eppetein zu Lehen.

Um 1248 ist der Zehnte im Besitz des Erzstifts Mainz.

Ortsadel:

1223-1357

Kirche und Religion

Ortskirchen:

Patrozinien:

  • Jakob

Pfarrzugehörigkeit:

Pfarrkirche

nach der Reformation zu Kirchhain

1700-1789 von Rauschenberg versehen, seither Vikariat von Kirchhain

Patronat:

1320 vergleicht sich der Deutsche Orden Marburg mit den von Langenstein, abwechselnd zu präsentieren.

1329 verzichten die von Langenstein auf ihre Hälfte, 1357 ist der Patronat endgültig im Besitz des Deutsche Ordens.

1476 präsentiert das Erzstift Mainz, 1577 der Landgraf.

Bekenntniswechsel:

Erster evangelischer Pfarrer: Johannes Gernand 1526

Reformierter Bekenntniswechsel: 1606, 1624 wieder lutherisch.

Kirchliche Mittelbehörden:

Im 15. Jahrhundert zum Sendbezirk Amöneburg

Dekanat Amöneburg gehörend

Kultur

Historische Ereignisse:

Heinrich von Langenstein (von Hessen) (um 1325-1397) lehrte 1363 als Professor an der Philosophischen Fakultät in Paris, seit 1383 an der Wiener Universität.

Aus Langenstein stammt vermutlich auch Heinrich von Hessen.

Der Junge, der 1386 am Aufbau der Heidelberger Universität beteiligt und 1410 und 1417 deren Rektor war.

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Langenstein, Landkreis Marburg-Biedenkopf“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/9207> (Stand: 16.10.2018)
 
Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde