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Wahlmaschinen und Stimmengewinne der SPD bei Kommunalwahlen in Hessen, 25. Oktober 1964

Bei den hessischen Kommunalwahlen werden in Frankfurt am Main, Darmstadt und Hanau erstmals Wahlmaschinen eingesetzt. Trotz mehrerer Bemühungen und Anträge der Oppositionsparteien gibt es jedoch weiterhin keine Möglichkeit der Briefwahl. Die SPD, die gegen die Einführung der Briefwahl ist, begründet dies unter anderem mit der Würde der Wahl und dem Wahlgeheimnis. Die Union vermutet hinter diesen Argumenten handfeste parteipolitische Aspekte, hat doch die CDU bei der letzten Bundestagswahl unter den Briefwählern acht Prozentpunkte mehr Stimmen erhalten als bei den Urnenwählern, während die SPD bei den Briefwählern um zehn Prozentpunkte schlechter lag.

Die Auszählung der Stimmen der jetzigen Kommunalwahl ergibt, dass sowohl die SPD als auch CDU und FDP Gewinne verbuchen können. Die SPD erreicht mit 51,7 Prozent der Stimmen die absolute Mehrheit und kann ihren Stimmenanteil gegenüber der Kommunalwahl von 1960 um 3,9 Prozentpunkte steigern. Die CDU erreicht im Landesdurchschnitt 28,9 Prozent der Stimmen und verbucht damit einen Gewinn von 1,8 Prozentpunkten, die FDP kommt bei einem Gewinn von 0,6 Prozentpunkten auf insgesamt 11,1 Prozent der Stimmen. Zu den Verlierern der Wahl gehören die GDP/BHE, deren Anteil von 7,5 Prozent auf 5,6 Prozent zurückgeht, und vor allem Wählergemeinschaften und sonstige Parteien, die 4,4 Prozentpunkte verlieren und mit 2,7 Prozent im Landesdurchschnitt unbedeutend bleiben. Die Wahlbeteiligung steigt leicht von 80,0 Prozent auf 80,8 Prozent.
(OV/LV)

Belege
Empfohlene Zitierweise
„Wahlmaschinen und Stimmengewinne der SPD bei Kommunalwahlen in Hessen, 25. Oktober 1964“, in: Zeitgeschichte in Hessen <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/edb/id/1195> (Stand: 7.9.2020)
Ereignisse im September 1964 | Oktober 1964 | November 1964
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