Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen

Historisches Ortslexikon

Reichensachsen

Ortsteil · 179 m über NN
Gemeinde Wehretal, Werra-Meißner-Kreis 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf; Hof

Lagebezug:

6 km südwestlich der Stadtmitte von Eschwege gelegen

Lage und Verkehrslage:

An den Niederungen des Leimbachs und der Wehre sowie an der alten Nord-Süd-Straße gelegen

Ersterwähnung:

1253

Historische Namensformen:

Ortsteile:

  • Reichensachsen und Vierbach (01.10.1971 - 27.01.1976)

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:

Burgen und Befestigungen:

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3569935, 5669003
UTM: 32 U 569833 5667175
WGS84: 51.1517551° N, 9.998477018° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

636014040

Flächennutzungsstatistik:

  • 1885 (Hektar): 1362, davon 890 Acker (= 65.35 %), 84 Wiesen (= 6.17 %), 287 Holzungen (= 21.07 %)
  • 1961 (Hektar): 1371, davon 396 Wald (= 28.88 %)

Einwohnerstatistik:

Diagramme:

Reichensachsen: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • 1787: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Niederhessen, Amt Bischhausen
  • 1803-1806: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Bischhausen
  • 1807-1813: Königreich Westphalen, Departement der Werra, Distrikt Eschwege, Kanton Reichensachsen
  • 1814-1821: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Bischhausen
  • 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Eschwege
  • 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Eschwege
  • 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Eschwege
  • 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Eschwege
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Eschwege
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Eschwege
  • 1974: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Werra-Meißner-Kreis

Altkreis:

Eschwege

Gericht:

  • Das Dorf gehörte zum Gericht Boyneburg.
  • 1822: Justizamt Eschwege
  • 1834: Justizamt Eschwege II
  • 1867: Amtsgericht Eschwege
  • 1879: Amtsgericht Eschwege

Gemeindeentwicklung:

Am 1.10.1971 erfolgte im Zuge der hessischen Gebietsreform die Eingliederung der Gemeinde Vierbach in die Gemeinde Reichensachsen bei. Dieses wurde am 31.12.1971 Ortsteil und Gemeindeverwaltungssitz der Gemeinde Wehretal, allerdings ab 28.1.1976 ohne Vierbach, das den Status eines eigenen Ortsteils erhielt.

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • Das Dorf gehörte den von Boyneburg und zum Gericht Boyneburg. Hessen hatte genauso wie die von Eschwege und das Kloster Germerode einen Anteil.
Kirche und Religion

Ortskirchen:

  • Plebanus (1253)

Pfarrzugehörigkeit:

Zur protestantischen Pfarrei der Klasse Eschwege zählte 1872 Langenhain als beständiges Vikariat (Hochhuth 306).

Patronat:

Das Patronat gehörte den von Boyneburg, ab 1650 jedoch gemeinsam mit Hessen.

Bekenntniswechsel:

Erster nachweisbarer evangelischer Pfarrer: Johannes Schade bis 1562

Reformierter Bekenntniswechsel, unter hessen-darmstädtischer Herrschaft 1627-1635 lutherisch, nach 1635 wieder reformiert.

Kirchliche Mittelbehörden:

Die alte Pfarrei stand unter dem Archidiakonat Heiligenstadt (GR Reichensachsen 1427).

Die protestantische Pfarrei gehörte dann 1872 zur Klasse Eschwege.

Juden:

Provinzial Rabbinat Kassel, seit 1905 Wichmannshausen angeschlossen.

1835: 141; 1861: 236; 1905: 106; 1932/33: 86 Juden. Nach 1933 wanderten 48 Juden aus, 14 verstarben und 33 wurden deportiert.

Seit dem 18. Jahrhundert nahmen die Herren von Boyneburg Schutzjuden auf. 1729 wohl die Ersterwähnung.

Die Synagoge befand sich in der Herrengasse 142.

Eine Israelitische Elementarschule bestand bis 1933. Sie bestand mindestens seit 1868.

Die meisten Juden waren im örtlichen Handwerk und Viehhandel tätig.

Im Ort gab es einen jüdischen Friedhof. Er liegt schwer erreichbar 2 Kilometer außerhalb des Ortes. ()

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Reichensachsen, Werra-Meißner-Kreis“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/6714> (Stand: 16.10.2018)
 
Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde