Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen

Historisches Ortslexikon

Ruppertsburg

Stadtteil · 175 m über NN
Gemeinde Laubach, Landkreis Gießen 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf

Lagebezug:

8,5 km südwestlich von Grünberg

Lage und Verkehrslage:

Dorf mit komplexem Grundriß beiders. der Horloff. Kernbereich der Siedlung mit regellosem Grundriß und dichter Gehöftanordnung auf einem nach Westen in das Horlofftal vorspringenden Bergsporn. Kleiner Siedlungskomplex auf dem rechts Horloffufer; nach Nordosten schließt eine moderne Wohnsiedlung an.

Straßenverbindung nach Wetterfeld, Laubach, Gonterskirchen und Villingen.

Endbahnhof der Eisenbahnlinie Hungen/Villingen – Laubach/Ruppertsburg (Inbetriebnahme der Strecke 1.4.1899) bis zur Stilllegung der Strecke am 31.5.1959.

Ersterwähnung:

1183

Siedlungsentwicklung:

Die Siedlung Ruppertsburg wurde 1183 von Abt Siegfried von Hersfeld und seinem Vogt Kuno von Münzenberg auf einem bis dahin unbewohnten Landrücken mit Steilabfall nach drei Seiten angelegt.

Historische Namensformen:

Bezeichnung der Siedlung:

  • Dorf 1432

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:

Älteste Gemarkungskarte:

1860

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3497272, 5597920
UTM: 32 U 497199 5596121
WGS84: 50.51703761° N, 8.960485006° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

531010080

Flächennutzungsstatistik:

  • 1854 (Morgen): 3897, davon 1826 Acker, 478 Wiesen, 1593 Wald
  • 1961 (Hektar): 1302, davon 699 Wald

Einwohnerstatistik:

  • 1631: 60 Untert., 9 Witwen
  • 1834: 594
  • 1885: 623
  • 1925: 691
  • 1939: 678
  • 1950: 1089
  • 1961: 898 Einwohner
  • 1830: 541 evangelische, 18 römisch-katholische Einwohner, 11 Juden. 1961: 748 evangelische, 136 römisch-katholische Einwohner
  • 1961 (Erwerbspers.): 163 Land- und Forstwirtsch., 181 Prod. Gewerbe, 34 Handel, Verkehr und Nachrichtenübermittlung, 30 Dienstleistung(en) und Sonstige

Diagramme:

Ruppertsburg: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • 1341, 1432 und später: Gericht Laubach
  • 1787: Grafschaft Solms-Laubach (Anteil an der Herrschaft Münzenberg), Amt Laubach
  • 1806: Großherzogtum Hessen, Souveränitätslande, Provinz Oberhessen, Amt Laubach (zur Standesherrschaft Solms gehörig)
  • 1820: Großherzogtum Hessen, Souveränitätslande, Provinz Oberhessen, Amt Laubach (zur Standesherrschaft Solms gehörig)
  • 1822: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Landratsbezirk Hungen
  • 1837: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Grünberg
  • 1848: Großherzogtum Hessen, Regierungsbezirk Gießen
  • 1852: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Schotten
  • 1918/19-1934: Volksstaat Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Schotten
  • 1938: Deutsches Reich, Land Hessen, Landkreis Gießen
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Kreis Gießen
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Kreis Gießen
  • 1968: Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Gießen

Altkreis:

Gießen

Gericht:

  • 1397 erlaubt König Wenzel, daß Philipp von Falkenstein zu Ziegenberg, Grüningen, Laubach, Ruppertsburg und Petterweil Halsgericht, Stöcke und Galgen haben kann und damit nach Landesbrauch zu richten (Solmser Urkunden 1 Nr. 587, vgl. Nr. 601).
  • 1822: Landgericht, seit 1879: Amtsgericht Laubach

Herrschaft:

Im Zuge des solmsischen Teilungsvertrages des Jahres 1432 kommt Ruppertsburg als Zubehör von Laubach an Graf Johann von Solms (Solmser Urkunden 1 Nr. 996).

Gemeindeentwicklung:

Am 31.12.1970 Eingliederung in die Stadt Laubach

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • 1183 bekundet Kloster Hersfeld, daß es den bislang unbesiedelten Berg Ruppertsburg ohne Hilfe des dortigen Vogtes Kuno von Münzenberg nicht urbar machen kann. Daher belehnt Hersfeld ihn mit der Hälfte der jetzigen und künftigen Erträge von gen. Berg. Von dieser Belehnung ausgenommen ist die Hersfeld gehörende Kapelle mit ihren Gebäuden (Keunecke, Münzenberger, Nr. 61).
  • 1409 kauft Philipp von Falkenstein von den Brüdern Bilgeram zu Ruppertsburg 3 Viertel ihres Landes bei der Mühle zu Ruppertsburg (Solmser Urkunden 1 Nr. 734).
  • 1489 verkauft Kloster Arnsburg den Grünberger Antonitern seinen Besitz zu Ruppertsburg (6 Beständer) (Eckhardt, Die oberhessischen Klöster 3, 2 S. 48).
  • 1450 überträgt Graf Johann von Solms den zwischen Ruppertsburg und Horloff gelegenen Wald, gen. Horloffer Steinbühl auf die Bürger zu Ruppertsburg, die ihm dafür jährl. 2 fl. zu ihrer Bede von jährl. 40 Gulden zahlen sollen. Falls das Dorf Horloff wieder besetzt wird, behält sich Graf Johann die Rückgabe vor (Solmser Urkunden 1 Nr. 1272)
Kirche und Religion

Pfarrzugehörigkeit:

Bis 1548: nach Laubach eingepfarrt mit eigenem Priester, der vom Pastor von Laubach bestellt wurde. Bis 1702: Filiale von Gonterskirchen, danach selbstständig.

Patronat:

1702 Graf von Solms-Laubach

Bekenntniswechsel:

Einführung der Reformation in der Grafschaft Solms-Laubach ab 1544.

Erster eigener evangelischer Pfarrer: Johann Theodor Seiler 1702-1725

Juden:

1830: 11 Juden, 1932: 2 jüdische Familien

Wirtschaft

Wirtschaft:

Vgl. Friedrichshütte,

Mühlen:

Solms. Mühle zu Ruppertsburg 1557 u.1631 ff. gen. (Solmser Urkunden 3 Nr. 3038 f, Solmser Urkunden 4 Nr. 3938, 3968, 4122).

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Ruppertsburg, Landkreis Gießen“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/10446> (Stand: 16.10.2018)
 
Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde