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Historisches Ortslexikon

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5119 Kirchhain
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KDR 100, TK25 1900 ff.
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Kurfürstentum Hessen 1840-1861 – 61. Kirchhain
Gerichtsstätten
Lindenplatz in Emsdorf

Weitere Informationen

Emsdorf

Stadtteil · 290 m über NN
Gemeinde Kirchhain, Landkreis Marburg-Biedenkopf 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf

Lagebezug:

6 km nordöstlich von Kirchhain

Lage und Verkehrslage:

Geschlossenes Dorf mit regellosem Grundriss auf einem nach Süden ziehenden Feldrücken sowie teilweise hangabwärts nach Westen bis an den Talgrund.

Kirche etwa in Ortsmitte

Geleitete Linde auf Dorfplatz am Nordost-Rand von Emsdorf

Straße Kirchhain-Hatzbach, in Ortsmitte gekreuzt von der Straße Burgholz-Stadtallendorf, bis südöstlich Emsdorf im Zuge der alten Amtsstraße Rauschenberg-Treysa bzw. Neustadt

Ersterwähnung:

1295

Siedlungsentwicklung:

Auf eine wüste Siedlung 0,8 km südwestlich Emsdorf am Rande des Staatsforsts Rauschenberg beim Teich deutet der Flurname Wickersdorf. Desgleichen vielleicht der Flurname Deckensbach 0,8 km südlich Emsdorf.

Historische Namensformen:

Bezeichnung der Siedlung:

  • villa (1295)

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:

Umlegung der Flur:

1927/1930

Älteste Gemarkungskarte:

1811/1812

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3499070, 5636850
UTM: 32 U 498996 5635035
WGS84: 50.867001° N, 8.985734° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

534011040

Flächennutzungsstatistik:

  • 1838: keine Angaben vorliegend
  • 1885 (Hektar): 803, davon 376 Acker (= 46.82 %), 53 Wiesen (= 6.60 %), 256 Holzungen (= 31.88 %)
  • 1961 (Hektar): 923, davon 348 Wald (= 37.70 %)

Einwohnerstatistik:

  • 1582: 43 Haushalte
  • 1624: 20 Ackerleute, 24 Einläuftige; 10 "wollten Freie sein"
  • 1670: 34 Haushalte
  • 1747: 337 Einwohner
  • 1812: 431 Einwohner
  • 1838 (Familien): 49 Ackerbau, 23 Gewerbe, 14 Tagelöhner, 79 nutzungsberechtigte Ortsbürger, 7 nicht nutzungsberechtigte Ortsbürger, 2 Beisitzer.
  • 1861: 449 römisch-katholische, 11 evangelisch-lutherische Einwohner
  • 1885: 403, davon 1 evangelisch (= 0.25 %), 402 katholisch (= 99.75 %)
  • 1961 (Erwerbspersonen): 209 Land- und Forstwirtschaft 149 Produzierendes Gewerbe, 11 Handel und Verkehr, 17 Dienstleistungen und Sonstiges
  • 1961: 699, davon 23 evangelisch (= 3.29 %), 674 katholisch (= 96.42 %)

Diagramme:

Emsdorf: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • 1477: Amt Neustadt
  • 1807-1813: Königreich Westphalen, Departement der Werra, Distrikt Marburg, Kanton Kirchhain
  • 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Kirchhain
  • 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Marburg
  • 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Kirchhain
  • 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Kirchhain
  • 1932: Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Marburg
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Marburg
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Marburg
  • 1974: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Marburg-Biedenkopf

Altkreis:

Marburg

Gericht:

Gemeindeentwicklung:

Am 1.7.1974 wurden die bis dahin selbstständigen Gemeinden Emsdorf und Großseelheim im Rahmen der hessischen Gebietsreform in die Stadt Kirchhain eingemeindet.

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • 1295 erwirbt Kloster Haina Güterbesitz in Emsdorf
  • 1324 bezieht das Erzstift Mainz Einkünfte aus 1 Hufe
  • 1380 verschreiben die Grafen von Ziegenhain den Riedeseln eine Gülte aus ihrem Gut in Emsdorf
  • Mitte 14./Anfang 15. Jahrhundert ist Kloster Arnsburg mit einer Hofstatt in Emsdorf begütert
  • Um 1437 erwerben die von Hohenfels einen halben Hof

Zehntverhältnisse:

1459 belehnen die Landgraf die Schenken zu Schweinsberg

1462-1611 die von Weitershausen mit dem Zehnten zu Emsdorf

Kirche und Religion

Ortskirchen:

  • Ursprünglich wohl nach (Wüstung) Elmsdorf eingepfarrt
  • Seit 1701 und noch 1790 Filiale von Stadtallendorf
  • Seit 1967: katholische Pfarrkuratie, Filialkirche in Halsdorf

Bekenntniswechsel:

Der Ort war im 16. Jahrhundert zeitweise evangelisch, vor 1556 wieder katholisch.

Kirchliche Mittelbehörden:

15. Jahrhundert: Sendbezirk Amöneburg

Kultur

Schulen:

1910 einklassige Volksschule

Sprachgeschichte (Quellenfaksimiles):

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Emsdorf, Landkreis Marburg-Biedenkopf“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/9050> (Stand: 29.4.2024)