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5119 Kirchhain
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Kurfürstentum Hessen 1840-1861 – 61. Kirchhain

Burgholz

Stadtteil · 365 m über NN
Gemeinde Kirchhain, Landkreis Marburg-Biedenkopf 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf

Lagebezug:

5,5 km nordöstlich von Kirchhain

Lage und Verkehrslage:

Geschlossenes Dorf mit regellosem Grundriss am oberen Ost-Hang einer leichten Kuppe über dem Talschluß des nach Südosten entwässernden Sittelborn-Tälchens. Kirche am West-Rand des Ortes. Moderne Bebauung im Osten am Verbindungsweg zur Straße Rauschenberg - Emsdorf (alte Amtsstraße Rauschenberg - Treysa bzw. Neustadt)

Ersterwähnung:

1317

Historische Namensformen:

Bezeichnung der Siedlung:

  • villa 1317

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:

Umlegung der Flur:

1907/1908

Älteste Gemarkungskarte:

1837/1844

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3496570, 5637530
UTM: 32 U 496497 5635715
WGS84: 50.87310398° N, 8.950215365° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

534011030

Flächennutzungsstatistik:

  • 1838 (Kasseler Acker): 215 stellbares Land, 30 Wiesen, 8 Gärten, 5 Triesche.
  • 1885 (Hektar): 776, davon 81 Acker (= 10.44 %), 9 Wiesen (= 1.16 %), 666 Holzungen (= 85.82 %)
  • 1961 (Hektar): 652, davon 527 Wald (= 80.83 %)

Einwohnerstatistik:

  • 1577: 16 Hausgesessene; 1592: 16 Familien.
  • 1592: 5 Ackerleute, 11 Einläuftige.
  • 1629: 14, 1681: 8 hausgesessene Mannschaften.
  • 1629: 2 zweispännige, 7 einspännige Ackerleute 3 (?) Einläuftige.
  • 1747: 19 Haushalte.
  • 1787: 17 Ackerleute, darunter 2 Wagner, welche ihr Gewerbe aber kaum betreiben; 1 Schäfer, 2 Tagelöhner, 2 Spinnerinnen, 1 Wirt.
  • 1787: 98, 1838: 302, 1885: 224, 1925: 246, 1939: 294, 1950: 395, 1961: 327 Einwohner.
  • 1838 (Familien): 21 Ackerbau, 2 Gewerbe, 22 Tagelöhner 24 nutzungsberechtigte, 17 nicht nutzungsberechtigte Ortsbürger, 4 Beisitzer.
  • 1861: 244 evangelisch-lutherische, 26 evangelisch -reformierte, 13 römisch-katholische Einwohner.
  • 1885: 224, davon 219 evangelisch (= 97.77 %), 5 katholisch (= 2.23 %)
  • 1961 (Erwerbspersonen): 63 Land- und Forstwirtschaft, 68 Produzierendes Gewerbe, 26 Handel und Verkehr, 16 Dienstleistungen und Sonstiges.
  • 1961: 327, davon 309 evangelisch (= 94.50 %), 12 katholisch (= 3.67 %)

Diagramme:

Burgholz: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • 1498 und später: Gericht Kirchhain
  • 1807-1813: Königreich Westphalen, Departement der Werra, Distrikt Marburg, Kanton Rauschenberg
  • 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Kirchhain
  • 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Marburg
  • 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Kirchhain
  • 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Kirchhain
  • 1932: Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Marburg
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Marburg
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Marburg
  • 1974: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Marburg-Biedenkopf

Altkreis:

Marburg

Gericht:

  • 1821: Justizamt Rauschenberg
  • 1867: Amtsgericht Rauschenberg
  • 1932: Amtsgericht Kirchhain

Herrschaft:

1317: Dorf der Riedesel. Bis 1401 fuldisches Lehen der Riedesel einschließlich der hohen Gericht barkeit; trotz des Verkaufs von Burgholz an die Landgrafen (1401) offenbar nur zu Teilen von diesen erworben. 1406 verkaufen die Riedesel dem Landgrafen ein Viertel an Dorf und Gericht Burgholz.

Gemeindeentwicklung:

Am 1.2.1971 wurde Burgholz im Zuge der hessischen Gebietsreform als Stadtteil der neu gebildeten Stadtgemeinde Kirchhain eingegliedert.

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • 1317 kauft Ritter Johann Riedesel das Dorf Burgholz mit Wald und allem Zubehör; 1401 fuldisches Lehen der Riedesel.
  • 1360 hat das Erzstift Mainz einen Hörigen und Einkünfte aus Güterbesitz in Burgholz.
Kirche und Religion

Ortskirchen:

Patrozinien:

  • Katharina

Pfarrzugehörigkeit:

1527 wird dem evangelischen Pfarrer in Burgholz die Pfarrei Himmelsberg beigegeben, die jedoch in der Folgezeit bis zur Wiedereinführung des katholischen Bekenntnisses in Himmelsberg zumeist von Rauschenberger Geistlichen versehen wird (Hartmann Brocher, Johannes Kessler).

1577 wird Burgholz vom Pfarrer in Halsdorf versehen.

1613 und später: Filiale von Halsdorf.

Patronat:

1577 landgräflich, wahrscheinlich schon 1449.

Bekenntniswechsel:

Erster evangelischer Pfarrer: N.N. 1527

Reformierter Bekenntniswechsel: 1607(?), 1624 wieder lutherisch.

Kirchliche Mittelbehörden:

15. Jahrhundert: Sendbezirk Amöneburg. Dekanat Amöneburg.

Wirtschaft

Mühlen:

Mühle zu Burgholz 1361 zu erschließen.

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Burgholz, Landkreis Marburg-Biedenkopf“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/9018> (Stand: 16.10.2018)
 
Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde