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Hessian Biography

Portrait

Friedrich Landgraf von Hessen-Kassel
(1747–1837)

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Hessen-Kassel, Friedrich Landgraf von [ID = 6356]

* 11.9.1747 Kassel, † 20.5.1837 Frankfurt am Main, Begräbnisort: Rumpenheim, evangelisch
General, Landgraf
Other Names | Activity | Family Members | References | Life | Citation
Activity

Career:

  • Niederländischer General der Kavallerie
  • Gouverneur von Maastricht
Family Members

Father:

Hessen-Kassel, Friedrich II. Landgraf von, 1720–1785

Mother:

Großbritannien, Marie Prinzessin von, 1723–1772

Partner(s):

Relatives:

References

Bibliography:

Image Source:

Landgraf Friedrich, Ölbild von J. H. Tischbein, Hessische Hausstiftung, Schloss Fasanerie B 1163 (beschnitten), in: Franz, Das Haus Hessen, Darmstadt 2012, S. 145

Life

Der jüngste Sohn Landgraf Friedrichs II. sollte zum Stammvater der jüngeren, nicht regierenden Linie des nachmaligen Kurfürstenhauses werden. Friedrich wuchs wie seine Brüder fern der hessischen Heimat auf. Landgräfin Maria, die nach der Trennung die Verantwortung für die drei Söhne übernommen hatte, schickte sie zunächst an den Hof der dänischen Verwandten nach Kopenhagen, wo sich auch Friedrich in den 1760er Jahren seine ersten militärischen Sporen verdiente. Die Mutter organisierte auch den 1768 vollzogenen Wechsel des inzwischen zum Generalmajor avancierten Jüngsten in die Niederlande zum gleichaltrigen Sohn ihrer älteren Schwester, Statthalter Wilhelm V. von Oranien (1748–1806). 1772 Generalleutnant der Kavallerie, wurde Friedrich 1776 Kommandant der Stadt Grave und 1784 Gouverneur von Maastricht. Aus einer außerehelichen Liaison mit Maria Elisabeth Storchenfeld (1755–1820) stammten zwei 1779/81 geborene Kinder, die den Namen „von Fels“ erhielten. Friedrichs 1786 geschlossene Ehe mit Prinzessin Karoline Polyxena von Nassau-Usingen war zwar standesgemäß, wurde aber vom kurz zuvor in Kassel zur Regierung gekommenen älteren Bruder Landgraf Wilhelm IX. gleichwohl missbilligt, da er zu hohe Ansprüche fürchtete; er zeigte sich hinsichtlich der Apanage des Bruders zeitlebens ausgesprochen knauserig.

Im Koalitionskrieg 1793 gelang es Friedrich zwar, dem ersten Ansturm der französischen Revolutionstruppen in Maastricht stand zu halten. Doch bei der zweiten Belagerung durch General Jean Baptiste Kléber im Herbst 1794 musste der Prinz die Festung schließlich unter der Bedingung des freien Abzugs übergeben. Nach mehr als 26 Jahren verließ er den Militärdienst der Vereinigten Niederlande, die für ein Jahrzehnt zur „Batavischen Republik“ wurden, und zog sich mit seiner Frau und mittlerweile sechs Kindern ins Privatleben zurück. Im Winter lebte man in Frankfurt am Main und während der Sommermonate auf Schloss Rumpenheim am Main unweit Offenbach am Main, das er schon 1781 von seinem Bruder Karl erworben hatte.

Nach der Erhebung Landgraf Wilhelms IX. zum Kurfürsten Wilhelm I. (1803) verlieh dieser seinen jüngeren Brüdern den erblichen Landgrafentitel. Doch als Friedrich und seine Frau nach dem Regierungsantritt des Neffen, Kurfürst Wilhelms II., 1821 dessen soeben zur Gräfin Reichenbach beförderter Mätresse den geforderten Respekt verweigerten, wurde dem inzwischen 74-jährigen Onkel und seiner Familie der Zugang zum Kasseler Hof entzogen. Zwei Jahre darauf starb Landgräfin Karoline und hinterließ den Witwer in dem größten Schmerz. Durch die Heiratsverbindungen seiner Kinder und Enkel mit Königs und Kaiserhäusern gewann seine Familie an dynastischer Bedeutung. Landgraf Friedrich war Mittelpunkt der regelmäßigen Zusammenkünfte in Rumpenheim. In seinem Testament verfügte er, dass das Schloss gemeinschaftlicher Besitz seiner Kinder bleiben und nach seinem Tod an den Enkel Friedrich Wilhelm fallen solle. Nach Friedrichs Tod nahmen zunächst seine unverheirateten Söhne Friedrich und Georg dort Wohnung. Sie verabredeten mit ihren Schwestern, dass man sich im Sommer jedes zweiten Jahres mit den Familien in Rumpenheim treffen wollte. In dem wohl 1801 errichteten Mausoleum im Rumpenheimer Park wurde Landgraf Friedrich 1837 neben seiner Frau Karoline beigesetzt.

Christine Klössel

(Text identisch mit: Franz, Das Haus Hessen, S. 145 f.)

Citation
„Hessen-Kassel, Friedrich Landgraf von“, in: Hessische Biografie <https://www.lagis-hessen.de/pnd/136025552> (Stand: 15.4.2021)
 
Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde