Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen

Regesta of the Landgraves of Hessen

1499 April 9

Zunftordnung für die Wollweber in Alsfeld

Regest-Nr. 6410

Tradition | Regestum | Original Text | References | Text Basis | Citation
Tradition
Copies: Staatsarchiv Marburg, Kopiar 15, Nr. 178, Bl. 108v.
Regesta: Demandt, Regesten 2, S. 735 Nr. 1962; Becker, Alsfelder Urkunden des Staatsarchivs zu Darmstadt, S. 160 f. Nr. 70.
Regestum
[Marburg]. - Landgraf Wilhelm [III.] gibt den Meistern des Wollenweberhandwerks zu Alsfeld eine Zunft und Bruderschaft. Wer der Zunft angehören will, muß eingesessener Bürger zu Alsfeld sein oder werden und von ehelicher Geburt sein. Zur Aufnahme sind 4 rheinische Gulden halb an den Landgrafen und halb an die Bruderschaft zu entrichten und für das Handwerk 2 Viertel Wein und 2 Pfund Wachs zu den Kerzen zum Gottesdienst und den elenden Leuten zu geben. Darüber hinaus darf niemand mit Kost oder anderem beschwert werden. Es darf keiner zu Alsfeld schmale oder inländische Tuche verschneiden und zu Kleidern machen oder damit zu Markte stehen, der nicht ihrer Zunft ist, ausgenommen die drei freien Jahrmärkte, von denen der eine auf den Sonntag nach Walpurgis (Mai 1), der zweite auf den Pfingstmontag und der dritte auf den Sonntag nach Kreuzerhöhung (September 14) fällt. An diesen Tagen kann jedermann Tuche jeder Art verschneiden und verkaufen. Sie sollen jährlich 4 Handwerksmeister kiesen und zwei Meister bestimmen, die die Tücher besehen und prüfen und dann mit einem Bleisiegel versehen sollen. Für das Besiegeln jeden Tuches bekommen sie 4 HeIler. Tücher, die dieses Siegel nicht haben, sollen nicht mit den anderen Tuchen, die gesiegelt sind, im gleichen Hause verkauft werden; das darf nur in einem anderen Hause geschehen. Jedermann in Alsfeld darf jedoch Londoner Tuche und gutes Gewand verschneiden. Die Gebote, die sie sich untereinander setzen und die nicht wider das Fürstentum und das alte Herkommen der Stadt Alsfeld gerichtet sind, müssen sie untereinander halten. Wer dagegen verstößt, büßt das mit der jeweils darauf gesetzten Strafe, die halb an den Landgrafen und halb an die Bruderschaft fällt. Bei ihrer Beitreibung sollen ihnen die Amtleute zu Alsfeld durch Pfändungen helfen. Wer die Tochter eines Meisters heiratet und noch nicht Mitglied der Zunft ist, erhält sie zu der halben Gebühr. Das gleiche gilt für denjenigen, der eines Meisters Witwe heiratet. Der Landgraf behält sich die Änderung dieser Satzung vor und siegelt.

Datum Wording

Marburg dinstags nach Quasimodogeniti a. d. 1499.

References

Place of Issue

Marburg

Granter

Hessen, Landgrafen, Wilhelm III.

Recipient

Alsfeld, Wollweber

Name of Seal's Owner

Hessen, Landgrafen, Wilhelm III.

Other Places

Alsfeld (Vogelsbergkreis)

Keywords

Handwerker, Wollweber · Zünfte · Zunftordnungen · Bürger · Wein · Wachs · Almosen · Tuche, Londoner · Handwerker, Schneider · Märkte · Bleisiegel · Herkommen, altes · Strafen · Amtleute · Pfändungen · Zünfte, Aufnahme in · Witwen · Meisterswitwen

Text Basis

Document Particulars, Regestum

Demandt, Regesten 2.2

Citation
Landgrafen-Regesten online Nr. 6410 <https://www.lagis-hessen.de/en/subjects/idrec/sn/lgr/id/6410> (Stand: 06.05.2024)