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Zeitgeschichte in Hessen - Daten · Fakten · Hintergründe

Gründung des Kreisverbands der „Christlich-Demokratischen Partei“ (CDP) in Frankfurt, 15. September 1945

In Frankfurt am Main gründet ein zwanzigköpfiger „Vorbereitender Ausschuss“, dem Mitglieder der ehemaligen Deutschen Zentrumspartei und der Deutschen Demokratischen Partei (DDP) sowie einige Gewerkschafter und Parteilose angehören, die „Christlich-Demokratische Partei“ (CDP) Frankfurt am Main, die sich im darauffolgenden November nach dem Vorbild der Berliner Parteiorganisation in „Christlich-Demokratische Union“ (CDU) umbenennt. Zu den an der Parteigründung beteiligten Personen zählen der spätere hessische CDU-Vorsitzende Werner Hilpert (1897–1957), der spätere Generalsekretär der Arbeitsgemeinschaft der CDU/CSU Deutschlands Bruno Dörpinghaus (1903–1995), die Journalisten Marcel Schulte, Karl-Heinrich Knappstein (1906–1989) und Erich Dombrowski (1882–1972; letzterer ist 1949 einer der Gründungsherausgeber der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“), die Juristen Wilhelm Fay (1911–1980; 1952-1967 als Nachfolger Hilperts Landesvorsitzender der CDU Hessen) und Hans Wilhelmi (1899–1970; 1960-1961 Bundesminister für den wirtschaftlichen Besitz des Bundes im Kabinett Adenauer III), die „Linkskatholiken“ und Publizisten Eugen Kogon (1903–1987) und Walter Dirks (1901–1991; ab 1946 gemeinsam Herausgeber der kulturpolitischen Zeitschrift „Frankfurter Hefte“), der Schriftsteller August Kober, der Mediziner Hermann Frühauf, die Pfarrer und Gründer der „Katholischen Volksarbeit“ Alois Eckert (1890–1969; ab 1950 Bischöflicher Kommissar und Stadtpfarrer von Frankfurt am Main) und Jakob Herr, der Unternehmer Ludwig Jost, die christlichen Gewerkschafter und ehemaligen Zentrumspolitiker Josef Arndgen (1894–1966; 1958–1965 stellvertretender Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion) und Adolf Leweke (1892–1970). Zum ersten Parteivorsitzenden des Kreisverbandes wird der Postinspektor Jakob Husch (1875–1950), vor 1933 Vorsitzender des Frankfurter Zentrums, gewählt. Die Erlaubnis zur Bildung von Parteigruppierungen auf Kreisebene war am 27. August 1945 von der Militärregierung erteilt worden.
Am 23. November 1945 erfolgt auch die Zulassung politischer Parteien auf Landesebene. Daraufhin wird 25. November 1945 schließlich auch der CDU-Landesverband gegründet (die eigentliche Lizenzierung der Landespartei durch die US-Militärregierung erfolgt am 18. Dezember 1945). Werner Hilpert, der sich im Juli 1945 dem Initiatorenkreis der „CDP“ Frankfurt noch vor der offiziellen Lizenzierung durch die Militärregierung angeschlossen hatte, und im Sommer 1945 auch vorübergehend die Führung dieses Kreises übernahm, wird der erste Landesvorsitzende der Hessen-CDU.
(KU)

Belege
Weiterführende Informationen
Hebis-Klassifikation
406120, Partei
Hebis-Schlagwort
Christlich-Demokratische Union; Frankfurt am Main; Geschichte 1945-1946
Empfohlene Zitierweise
„Gründung des Kreisverbands der „Christlich-Demokratischen Partei“ (CDP) in Frankfurt, 15. September 1945“, in: Zeitgeschichte in Hessen <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/edb/id/4733> (Stand: 12.11.2020)
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