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4322 Bad Karlshafen
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Bad Karlshafen

Stadtteil · 101 m über NN
Gemeinde Bad Karlshafen, Landkreis Kassel 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Gerichtsplatz; Stadt

Lagebezug:

17 km nordöstlich von Hofgeismar

Lage und Verkehrslage:

An der Mündung der Diemel in die Weser liegt die nördlichste Stadt des Bundeslandes Hessen, deren Gebiet sich entlang der Diemel und der Weserschleife erstreckt.

Chaussee von Bad Karlshafen nach Hofgeismar. In Bad Karlshafen treffen die Bundesstraßen B80 (hier beginnend) und B83 aufeinander.

Endbahnhof der Eisenbahnlinie Bad Karlshafen – Kassel ("Carlsbahn"; "Diemeltalbahn (II)") (Inbetriebnahme der Strecke 30.3.1848) bis Stilllegung der Strecke 1970.

Ersterwähnung:

1699

Siedlungsentwicklung:

1699 wurde Si(e)burg als französische Kolonie von Landgraf Karl als Stadt mit 66 Familien gegründet.

Ab 1717 wurde die Stadt zu Ehren des Gründers Carlshafen genannt.

Historische Namensformen:

Bezeichnung der Siedlung:

  • 1977 erhielt die Stadt Karlshafen das Prädikat "Bad" und heißt seitdem Bad Karlshafen.

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3531503, 5723376
UTM: 32 U 531417 5721527
WGS84: 51.64386381° N, 9.454041323° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

633002010

Flächennutzungsstatistik:

  • 1961 (ha): 405, davon 27 Wald

Einwohnerstatistik:

Diagramme:

Bad Karlshafen: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • 1787: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Niederhessen, Amt Trendelburg
  • 1803-1806: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Trendelburg
  • 1807-1813: Königreich Westphalen, Departement der Fulda, Distrikt Kassel, Kanton Carlshaven
  • 1814-1821: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Stadt und Amt Carlshafen
  • 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Hofgeismar
  • 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Kassel
  • 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Hofgeismar
  • 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Hofgeismar
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Hofgeismar
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Hofgeismar
  • 1972: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Kassel

Altkreis:

Hofgeismar

Gericht:

  • 1821: Justizamt Karlhafen
  • 1822: Justizamt Karlshafen
  • 1867: Amtsgericht Karlshafen
  • 1879: Amtsgericht Karlshafen
  • um 1900: Amtsgerichtsort (Historisches Ortslexikon Kurhessen, S. 271)
  • 1943: Amtsgericht Hofgeismar (Zweigstelle Karlshafen)
  • 1949: Amtsgericht Karlshafen
  • 1968: Amtsgericht Hofgeismar (Zweigstelle Karlshafen)
  • 1969: Amtsgericht Hofgeismar

Herrschaft:

1700 erließ Landgraf Karl von Hessen die Freyheiten, welche denen, so auf dem Flecken an der Sieburg sich häußlich niederlassen und bauen wollen, versprochen worden [Sammlung kurhessischer Landes-Ordnungen, Bd. 3.: 1671/1729 (1777), Nr. 127, S. 451f.]

Gemeindeentwicklung:

Am 1.8.1972 erfolgte im Zuge der hessischen Gebietsreform der Zusammenschluss der Stadt Karlshafen mit der Stadt Helmarshausen zur neu gebildeten Stadtgemeinde Karlshafen. Zu deren Entwicklung s. Bad Karlshafen, Stadtgemeinde. Sitz der Gemeindeverwaltung ist Bad Karlshafen.

Kirche und Religion

Ortskirchen:

Bekenntniswechsel:

1700 französisch-reformierte Gemeinde, erster Pfarrer: Guillaume Barjon 1699-1712

1707 deutsch-reformierte Gemeinde, erster Pfarrer: Johann George Bitter 1707-1712

1717 deutsch-lutherische Gemeinde, erster Pfarrer: Johannes Raßmann 1717-1719

1792/93 kurzzeitig französisch-katholische Flüchtlingsgemeinde

1825 Vereinigung der französisch-reformierten Gemeinde mit der deutsch-reformierten

Kirchliche Mittelbehörden:

die deutsch-reformierte und lutherische Gemeinde gehörte zur Klasse Trendelburg, die französische Gemeinde zur französischen Inspektur

Juden:

Der Ort gehört zur Gemeinde Helmarshausen

1835: 16; 1861: 43; 1905: 30 Juden

Vermutlich lebten einzelne jüdische Familien seit dem Mittelalter hier.

Sie waren Handel und Metzgerwesen tätig.

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Bad Karlshafen, Landkreis Kassel“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/2077> (Stand: 16.10.2018)
 
Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde