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Kurfürstentum Hessen 1840-1861 – 1. Carlshafen

Weitere Informationen

Helmarshausen

Stadtteil · 108 m über NN
Gemeinde Bad Karlshafen, Landkreis Kassel 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Kloster; Stadt

Lagebezug:

15,5 km nordöstlich von Hofgeismar

Ersterwähnung:

944

Siedlungsentwicklung:

944: Erwähnung eines Königshofes in Helmarshausen. Vor 997: Gründung eines Klosters in Helmarshausen, das 997 als Reichsabtei bestätigt wurde. Um 1230 wurde Helmarshausen Stadt. 1240: Erstmals Ratleute genannt. 1254: Helmarshausen erhielt das Stadtrecht. Eine Neustadt wurde gegen 1200 angelegt, war aber vielleicht schon im 14. Jahrhundert wieder wüst. Ihre spätere Bezeichnung Altköln kam 1524 zuerst vor, vetus Colonia (UA Helmarshausen). Sie hatte eine Kirche s. Marie et s. Crucis nach 1202 erbaut und um 1250 wie noch 1380 einen Pfarrer.

Historische Namensformen:

Bezeichnung der Siedlung:

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:

Burgen und Befestigungen:

  • 944: Erwähnung eines Königshofes in Helmarshausen. Vor 997: Gründung eines Klosters in Helmarshausen, das 997 als Reichsabtei bestätigt wurde. Um 1230 wurde Helmarshausen Stadt. 1240: Erstmals Ratleute genannt. 1254: Helmarshausen erhielt das Stadtrecht. Eine Neustadt wurde gegen 1200 angelegt, war aber vielleicht schon im 14. Jahrhundert wieder wüst. Ihre spätere Bezeichnung Altköln kam 1524 zuerst vor, vetus Colonia (UA Helmarshausen). Sie hatte eine Kirche s. Marie et s. Crucis nach 1202 erbaut und um 1250 wie noch 1380 einen Pfarrer.

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3531539, 5721848
UTM: 32 U 531453 5719999
WGS84: 51.63012865° N, 9.454423949° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

633002020

Flächennutzungsstatistik:

  • 1961 (Hektar): 1078, davon 120 Wald (= 11.13 %)

Einwohnerstatistik:

Diagramme:

Helmarshausen: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • Um 1000: in Saxonia
  • 1033: in comitatu Bennonis comitis et in pago Angera
  • 1585: Landgrafschaft Hessen, Amt Helmarshausen
  • 1742: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Amt Helmarshausen
  • 1787: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Niederhessen, Amt Trendelburg
  • 1803-1806: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Trendelburg
  • 1807-1813: Königreich Westphalen, Departement der Fulda, Distrikt Kassel, Kanton Trendelburg
  • 1814-1821: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Stadt und Amt Carlshafen
  • 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Hofgeismar
  • 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Kassel
  • 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Hofgeismar
  • 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Hofgeismar
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Hofgeismar
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Hofgeismar
  • 1972: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Kassel

Altkreis:

Hofgeismar

Gericht:

  • 1821: Justizamt Karlshafen
  • 1822: Justizamt Karlshafen
  • 1867: Amtsgericht Karlshafen
  • 1879: Amtsgericht Karlshafen
  • um 1900: Amtsgericht Karlshafen (Historisches Ortslexikon Kurhessen, S. 221)
  • 1943: Amtsgericht Hofgeismar (Zweigstelle Karlshafen)
  • 1949: Amtsgericht Karlshafen
  • 1968: Amtsgericht Hofgeismar (Zweigstelle Karlshafen)
  • 1969: Amtsgericht Hofgeismar

Herrschaft:

1220 bekundet der Kölner Erzbischof Engelbert von der Mark, dass ihm der Abt von Helmarshausen mit Zustimmung des Konvents und der Kölner Kirche die Hälfte der gleichnamigen Stadt mit Münze, Zoll, Gericht, Zinsen und anderen Einkünften mit Ausnahme des abteilichen Grundbesitzes für immer übertragen habe [Regesten der Erzbischöfe von Köln 3,1, S. 52 Nr. 287].

1240: Ratsleute. 1254 erhielt Helmarshausen das Stadtrecht.

Gemeindeentwicklung:

Am 1.8.1972 erfolgte im Zuge der hessischen Gebietsreform der Zusammenschluss der Stadt Karlshafen mit der Stadt Helmarshausen zur neu gebildeten Stadtgemeinde Karlshafen, deren Stadtteil sie wurde.

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • 944 besaß König Otto I. in Helmarshausen einen Hof. Im 10. Jahrhundert war Helmarshausen Eigentum des Grafen Eckard (vermutlich von Reinhausen), der hier vor 997 ein Kloster stiftete, welches 997 von Otto III. als Reichsabtei bestätigt wurde (siehe Klöster). Dem Kloster gehörte dann auch die Stadt Helmarshausen. Sie wurde aber 1220 vom Kloster zur Hälfte dem Erzbischof von Köln übergeben. 1336 kam diese Hälfte an Paderborn. 1338 erhielten von der dem Kloster Helmarshausen noch zustehenden Hälfte je 1/3 Paderborn, Mainz und das Kloster selbst. 1479 stellten sich Stift und Stadt unter hessischen Schutz. 1540 wurde die Klosterhälfte der Stadt ganz an Hessen abgetreten. 1597 verzichtete dann auch Paderborn auf seinen Anteil.
Kirche und Religion

Ortskirchen:

  • In Helmarshausen wurde ein Stadtpleban zuerst 1202 mit einer Kapelle genannt, da die Stiftskirche die eigentliche Pfarrkirche war. Die Neustadt Altköln hatte eine eigene Kirche s. Marie et s. Crucis, die nach 1202 erbaut wurde und um 1250 wie noch 1380 einen Pfarrer besaß.

Patrozinien:

  • Petrus und Salvator und Maria und Modoaldus (Kloster Helmarshausen)

Klöster:

Bekenntniswechsel:

Erster evangelischer Pfarrer: Heinrich Meierhoff ca. 1537-1540, ehemaliger Konventual im Kloster Helmarshausen.

Kirchliche Mittelbehörden:

1231 wurde Helmarshausen mit den dazu gehörigen Kirchen dem Archidiakonat Iburg zugeteilt (Schaten, Ann. Paderb. 2,15). Bessen führte Helmarshausen mit seinen Kirchen gesondert neben den Archidiakonaten auf (Geschichte von Paderborn 1, 294), Wigand aber als Zubehör des Archidiakonats Höxter: Helmershusen, Desele, Dreverborch (statt Drenderborch), Silen, Everschutte und Mederke (Der Corveysche Güterbesitz 227). 1872 gehörte die protestantische Pfarre zur Klasse Trendelburg (Hochhuth, Statistik der evangelischen Kirche, S. 211).

Juden:

Provinzial Rabbinat Kassel; Karlshafen angeschlossen

1729: 2 Familien (11 Personen): 1835: 26; 1858: 50 (8 Familien); 1861: 55; 1905: 12; 1932/33: 10 Juden

Seit dem Mittelalter waren vermutlich einzelne jüdische Familien im Ort. Die Synagogengemeinde bestand seit Mitte des 19. Jahrhunderts. Um 1850 werden Synagoge und Schule erwähnt. Um 1900 kommt es zur Auflösung der Schule aufgrund geringer Kinderzahl.

Berufe: Handel und Metzgerei

Alter Friedhof an der Poststraße 13-21, wegen Hanglage allerdings ungeeignet und daher wird 1876 neuer Friedhof an der Gottsbürener Straße angelegt. (alemannia-judaica)

Kultur

Schulen:

Schulmeister: Heinrich Helle vor 1570

Wirtschaft

Mittelpunktfunktion:

Das Amt Helmarshausen bestand aus der Stadt Helmarsghausen, dem Hof Krukenberg und dem Dorf Langenthal.

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Helmarshausen, Landkreis Kassel“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/2070> (Stand: 16.10.2018)
 
Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde