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Kurfürstentum Hessen 1840-1861 – 21. Niedenstein

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Merxhausen

Ortsteil · 240 m über NN
Gemeinde Bad Emstal, Landkreis Kassel 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf; Kloster

Lagebezug:

12,5 km südöstlich von Wolfhagen

Lage und Verkehrslage:

Siedlung zunächst um die hufeisenförmige dreiflügelige Klosteranlage. Heute weitläufiges Kliniksgelände an der Ems. Jüngere Wohnsiedlung im Südosten.

Merxhausen ist über die Bundesstraße B450, die Landesstraße L3220 und die Kreisstraße K112 an das Straßenverkehrsnetz angebunden.

Ersterwähnung:

1151

Siedlungsentwicklung:

Am Anfang der Siedlung steht das 1213 dem Kloster zur Verfügung gestellte Gut. Nach Aufhebung des Klosters und Umwandlung in ein Hospital war die Entwicklung auf dieses ausgerichtet. 1907 Ausbau als Landeshospital.

1928 erfolgt die Eingemeindung von Teilen des aufgelösten Gutsbezirks Forst Sand.

Vorbemerkung Historische Namensformen:

Nach Eckhardt, Ersterwähnungen, S. 18-19, ist der Beleg zu 973 mit Wahrscheinlichkeit auf Marzhausen (Gemeinde Neu-Eichenberg, Werra-Meißner-Kreis) und nicht auf Merxhausen zu beziehen.

Historische Namensformen:

Bezeichnung der Siedlung:

  • Hospital

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3518418, 5676913
UTM: 32 U 518337 5675082
WGS84: 51.22682649° N, 9.262602528° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

633006020

Flächennutzungsstatistik:

  • 1885 (Hektar): 828, davon 191 Acker (= 23,07 %), 28 Wiesen (= 3,38 %), 571 Holzungen (= 68,96 %) [Gutsbezirk Merxhausen]
  • 1961 (Hektar): 672, davon 440 Wald (= 65.48 %)

Einwohnerstatistik:

  • 1885: 639, davon 573 evangelisch (= 89,67 %), 56 katholisch (= 8,76 %), 10 Juden (= 1,56 %)
  • 1961: 1351, davon 909 evangelisch (= 67.28 %), 363 katholisch (= 26.87 %)
  • 1970: 1826

Diagramme:

Merxhausen: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • undatiert: Landgrafschaft Hessen, Amt Gudensberg
  • 1787: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Niederhessen, Amt Gudensberg
  • 1803-1806: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Gudensberg
  • 1807-1813: Königreich Westphalen, Departement der Fulda, Distrikt Kassel, Kanton Niedenstein
  • 1814-1819: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Gudensberg
  • 1819-1821: Kurfürstentum Hessen, Fürstentum Fritzlar, Amt Naumburg (zu Sand gehörig)
  • 1929: Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Wolfhagen (als neugebildete Gemeinde)
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Wolfhagen
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Wolfhagen
  • 1967: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Wolfhagen
  • 1972: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Kassel

Altkreis:

Wolfhagen

Gericht:

  • bis 1822: Amt Naumburg
  • 1822: Justizamt Naumburg
  • 1867: Amtsgericht Naumburg
  • 1879: Amtsgericht Naumburg
  • um 1900: Amtsgericht Naumburg
  • 1945: Amtsgericht Wolfhagen

Gemeindeentwicklung:

15.1.1929: Neubildung aus dem Restgutsbezirk Merxhausen.

Am 1.1.1967 erfolgte im Zuge der hessischen Gebietsreform der Zusammenschluss der Gemeinden Merxhausen und Sand zur neu gebildeten Gemeinde Emstal, die seit 1992 Bad Emstal heißt.

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • Zunächst im Besitz der von Blumenstein, welche ihren Besitz 1213 auf das neu gegründete Kloster übertrugen.

Ortsadel:

1151 Adliger

Kirche und Religion

Patrozinien:

  • Johannes

Pfarrzugehörigkeit:

Das Hospital wird 1871 von Sand aus betreut. 1994 ist für die Betreuung der Anstalt ein landeskirchlicher Klinikpfarrer mit Sitz iin Bad-Emstal-Merxhausen zuständig.

Klöster:

Diakonische Einrichtung:

1907 - 1912 Diakoniestation (Landeskirchliches Archiv Kassel, Findbuch G 2.6. Kurhessisches Diakonissenhaus)

Bekenntniswechsel:

Erster evangelischer Pfarrer: Caspar Volckmar 1523-1529, unbekannt, seit wann evangelisch

Kultur

Hospitäler:

1533 Hospital für weibliche Kranke

Ende des 19. Jahrhunderts Hospital für weibliche Geisteskranke. 1885 lebten hier 280 Personen

1929 Umbennenung in Landesheilanstalt

1942 Militärlazarett

seit 1953 Nutzung als Psychiatrische Klinik

Historische Ereignisse:

Brand 1489

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Merxhausen, Landkreis Kassel“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/2133> (Stand: 5.11.2021)
 
Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde