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Kurfürstentum Hessen 1840-1861 – 17. Ermschwerd

Weitere Informationen

Kleinalmerode

Stadtteil · 250 m über NN
Gemeinde Witzenhausen, Werra-Meißner-Kreis 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf

Lagebezug:

5 km westlich von Witzenhausen

Lage und Verkehrslage:

Lage nördlich über dem Krummbach

Gschlossenes Dorf mit regellosem Grundriß und rundummauerter Kirche mit umlaufender Gasse, westlich anschließend Rechteckplatz, davon abführend zwei Gassen nach Nordwesten und Westen

Ersterwähnung:

1150

Siedlungsentwicklung:

Gehörte mit Ellingerode und Roßbach zu den Interessendörfern des Kaufunger Waldes

Historische Namensformen:

  • Burchalmerod, in Villa (vor 1150) [Posse, Urkunden der Markgrafen von Meissen 2 Nr. 216]
  • Almarrot, in (1227)
  • Almerot, in (1228)
  • Almunderode, in (1303)
  • Amolderode, zu (1329)
  • Almoderode, zu (1331)
  • Almederode, zu (1361
  • Almerode, czö (1373)
  • Almederade, in (1385
  • Almerodde (1385)
  • Almerade, zu (1405)
  • Almeraide, zcu (1457)
  • Almerode minor, in (1516)
  • Almenrade vor dem walde, zcu (1517)
  • Almenrode (1527)
  • Kleinn Almerode, zue (1536)
  • Almeroda, von (1561)
  • Klein Almerode (1580/82)
  • Klain Almenroda, Almerodt (1575/85)
  • Kleinen Almenroda, Almerodt (1575/85)
  • Klein Almenroda, Almerodt (1575/85)
  • Almerode, Klein-

Bezeichnung der Siedlung:

  • vor 1150: villa
  • 1337 und 1361: Dorf
  • bald nach 1376: desertum
  • 1398: Dorf

Ortsteile:

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:

Burgen und Befestigungen:

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3554996, 5688762
UTM: 32 U 554900 5686926
WGS84: 51.33097235° N, 9.788018848° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

636016100

Flächennutzungsstatistik:

  • 1569: 299 Acker Land und Wiesen
  • 1747: 1551 Acker
  • 1961 (Hektar): 438, davon 11 Wald (= 2.51 %)
  • In der Gemarkung Wüstung Hungershausen

Einwohnerstatistik:

  • 1575/85: 67 Hausgesesse
  • 1681: 54 zusammen mit Fahrenbach
  • 1747: 83 Mannschaften mit 90 Feuerstellen; 398 Einwohner
  • 1961: 899, davon 781 evangelisch (= 86.87 %), 115 katholisch (= 12.79 %)
  • 1970: 979 Einwohner

Diagramme:

Kleinalmerode: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • 1569: Amt Witzenhausen
  • 1575/85: Amt Ludwigstein
  • 1588: Amt Witzenhausen
  • 1627-1834: Landgrafschaft Hessen-Rotenburg (sogenannte Rotenburger Quart), teilsouveränes Fürstentum unter reichsrechtlicher Oberhoheit der Landgrafschaft Hessen-Kassel bzw. des Kurfürstentums Hessen
  • 1746: Klostergericht St. Wilhelmi unter Reservatenkommisar
  • 1747: Amt Rückerode
  • 1787: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Niederhessen, Amt Witzenhausen
  • 1803-1806: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Witzenhausen
  • 1807-1813: Königreich Westphalen, Departement der Werra, Distrikt Eschwege, Kanton Witzenhausen
  • 1814-1817: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Rückerode
  • 1817-1821: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Witzenhausen, Klostergericht St. Wilhelmi
  • 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Witzenhausen
  • 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Eschwege
  • 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Witzenhausen
  • 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Witzenhausen
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Witzenhausen
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Witzenhausen
  • 1974: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Werra-Meißner-Kreis

Altkreis:

Witzenhausen

Gericht:

  • 1361: Hessen belehnt die von Berlepsch mit dem halben Gericht zu Almerode.
  • Mitte 14. Jahrhundert: die andere, dem Kloster Mariengarten gehörende Hälfte geht von dessen Vögten, den Herren von Uslar, an das Wilhelmitenkloster Witzenhausen.
  • 1527: Mit der Säkularisierung gelangt diese Hälfte an Hessen. Die andere wird 1746 von Hessen bei den von Berlepsch eingelöst. Die hessische Hälfte des Gericht Almerode seit 1627/28 beim Amt Kassel-Neustadt, seit 1735 : Reservatenkommission Witzenhausen
  • 1807: Friedensgericht Witzenhausen
  • 1814-1834: Fürstlich Rotenburgisches Oberschultheißenamt mit Justizamt Ludwigstein
  • 1834: Justizamt Witzenhausen I
  • 1837: Justizamt Witzenhausen
  • 1867: Amtsgericht Witzenhausen
  • 1879: Amtsgericht Witzenhausen

Gemeindeentwicklung:

Am 1.1.1974 erfolgte im Zuge der hessischen Gebietsreform die Eingemeindung in die Stadtgemeinde Witzenhausen, deren Stadtteil Kleinalmerode wurde.

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • Vor 1150: Kloster Hasungen besitzt 7 Mansen zu Burgalmerode.
  • 1227/8: Stift Heiligenstadt erwirbt 2 1/2 Mansen zu Almerode.
  • 1275: Die von Ziegenberg verkaufen Almerode an Kloster Mariengarten.
  • 1329: Die von Hanstein verkaufen den halben Zehnten zu Almerode an Henning von Ziegenberg.
  • Seit 1337 erwirbt das Wilhelmitenkloster Witzenhausen Güter zu Almerode, die 1340 von Landgraf Heinrich von Abgaben befreit werden.
  • 1525: Besitz der Hälfte von Dorf und Zehnt Almerode durch Wilhelmitenkloster Witzenhausen
  • 1353: Die von Bischoffshausen geben dem Landgraf einen Revers über die Wiedereinlösbarkeit des Dorfes Almerode, desgleichen 1361 Konrad von Berlepsch für die Hälfte von Dorf und Gericht Almerode, die 1746 durch Hessen eingelöst werden.
  • 1398: Ditmar Furboum genannt Digkershusen verzichtet gegenüber dem Landgrafen auf seine verjährten Belehnungsansprüche auf Dorf, Gericht und Güter zu Almerode.
  • 1405: Burghard von Ziegenberg verpfändet seinem Onkel Hans von Atzenhausen den halben Zehnten zu Almerode.
  • 1528: Landgraf Philipp verschreibt dem Christian von Hanstein den halben Zehnten zu Almerode.
  • 1533: Landgraf Philipp versetzt dem Kraft von Bodenhausen das halbe Dorf und den halben Zehnten zu Almerode.
  • 1536: Die von Hanstein im Besitz des Zehnten zu Almerode.
  • 1537: Ditmar von Hanstein belehnt einen Witzenhausener Bürger mit dem halben Zehnten zu Almerode.
  • 1562: Genannter Bürger verkauft den halben Zehnten zu Almerode den von Hanstein.
  • 1570: Aufkündigung des Pfandschillings von Almerode durch Landgraf Philipp bei den von Berlepsch
Kirche und Religion

Ortskirchen:

  • 1385: ecclesia parrochialis et cimiterium
  • 1626: Kirche durch Kaiserliche verbrannt, Wandmalereien von Anfang 16. Jahrhundert im ehemaligen Chor erhalten

Patrozinien:

  • Martin (1427)

Pfarrzugehörigkeit:

Um 1570 und später: Dohrenbach Filiale

Seit 1585 bis heute: Roßbach, Ellingerode

Patronat:

1303: Kirche durch die von Uslar dem Wilhelmitenkloster Witzenhausen geschenkt, 1518 diesem inkorporiert, vorbehaltlich der Zustimmung des Patrons Wittekind von Uslar.

1527: Landgraf

1627 - 1834: Hessen-Rotenburg, dann Hessen (-Kassel)

Bekenntniswechsel:

Erster evangelischer Pfarrer: Johannes Motz nach 1529(?)-26.2.1549, ehemaliger Wilhelmitermönch in Witzenhausen

Kirchliche Mittelbehörden:

Archpresbytariat vielleicht Witzenhausen

Archdiakonat Heiligenstadt

1585: Superintendentur Rotenburg-Allendorf

1780 und noch 1872: Klasse Witzenhausen

Seit 1923: Kirchenkreis Witzenhausen

Juden:

1583: Juden

Wirtschaft

Wirtschaft:

1530: Gläserei

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Kleinalmerode, Werra-Meißner-Kreis“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/6194> (Stand: 16.10.2018)
 
Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde