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Kurfürstentum Hessen 1840-1861 – 17. Ermschwerd

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Ellingerode

Stadtteil · 195 m über NN
Gemeinde Witzenhausen, Werra-Meißner-Kreis 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf

Lagebezug:

3 km südwestlich von Witzenhausen gelegen

Lage und Verkehrslage:

Geschlossenes Dorf mit regellosem Grundriß beiderseits des Wilhelmshäuser Baches mit durchlaufender Straße; daran die Kirche

Ersterwähnung:

1352

Historische Namensformen:

  • Elgerode, desolationem nostram (1352) [StA Marburg Kl Nr. 132]
  • Elgerode, zcu (1369)
  • Elgerade (1371)
  • Ellingerode, in (kurz nach 1376)
  • Elgerade, zu (1405)
  • Elkerade, zu (1439)
  • Eigenrode, zu (1445)
  • Elegerode, in der wosteninge to (1449)
  • wustenung genant Elkerait (1478)
  • Ellegerode, gelegen to (1496)
  • Eigenrade, zcu (1517)
  • Eilligenrode, zue (1536)
  • Ellingerode, zu (1571)
  • Elckenrod, das (1583)
  • Ellingenrodt, zu (1575/1585)
  • Ellingenroda (1588)
  • Elgeroda (1681)

Bezeichnung der Siedlung:

  • 1352: desolatio
  • Noch kurz nach 1376: desertum
  • 1387: Dorf
  • 1415 und noch 1478: Wüstung
  • 1496: nicht mehr wüst
  • 1509 und 1527: Vorwerk
  • 1537: neu erbautes Dorf
  • 1575/85 und später: Dorf

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:

  • In der Gemeinde die Wüstung Elende

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3557318, 5688786
UTM: 32 U 557221 5686950
WGS84: 51.33095898° N, 9.821335011° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

636016050

Flächennutzungsstatistik:

  • 1745: 1106 Acker
  • 1885 (Hektar): 302, davon 214 Acker (= 70.86 %), 20 Wiesen (= 6.62 %), 6 Holzungen (= 1.99 %)
  • 1961 (Hektar): 301, davon 7 Wald (= 2.33 %)
  • Gehörte mit Kleinalmerode und Roßbach bis ins vorige Jahrhundert zu den Interessendörfern des Kaufunger Waldes

Einwohnerstatistik:

  • 1543: 10 Hausgesesse
  • 1575/85: 16 Hausgesessene
  • 1681: 20 Hausgesessene
  • 1745: 200 Einwohner
  • 1747: 27 Mannschaften mit 36 Feuerstellen
  • 1885: 312, davon 312 evangelisch (= 100.00 %), 0 katholisch
  • 1925: 299 (294 evangelisch, 5 Bapt.)
  • 1961: 355, davon 314 evangelisch (= 88.45 %), 31 katholisch (= 8.73 %)
  • 1970: 299 Einwohner

Diagramme:

Ellingerode: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • 1537: nach Wiederbesiedlung zum Amt Ludwigstein, vorher Amt Bilstein (?)
  • 1627-1834: Landgrafschaft Hessen-Rotenburg (sogenannte Rotenburger Quart), teilsouveränes Fürstentum unter reichsrechtlicher Oberhoheit der Landgrafschaft Hessen-Kassel bzw. des Kurfürstentums Hessen
  • 1747: Amt Ludwigstein
  • 1787: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Niederhessen, Amt Ludwigstein
  • 1803-1806: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Ludwigstein, Klostergericht Wilhelmi
  • 1807-1813: Königreich Westphalen, Departement der Werra, Distrikt Eschwege, Kanton Witzenhausen
  • 1814-1821: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Ludwigstein
  • 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Witzenhausen
  • 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Eschwege
  • 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Witzenhausen
  • 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Witzenhausen
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Witzenhausen
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Witzenhausen
  • 1974: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Werra-Meißner-Kreis

Altkreis:

Witzenhausen

Gericht:

  • um 1570: Niederes und peinliches Gericht Hülsing (auf dem Ludwigstein)
  • 1735: Gerichtsbarkeit dem Reservatenkommissar Witzenhausen übertragen
  • 1807: Friedensgericht Witzenhausen
  • 1834: Justizamt Witzenhausen I
  • 1837: Justizamt Witzenhausen
  • 1867: Amtsgericht Witzenhausen
  • 1879: Amtsgericht Witzenhausen

Gemeindeentwicklung:

Am 1.1.1974 erfolgte im Zuge der hessischen Gebietsreform die Eingemeindung in die Stadtgemeinde Witzenhausen, deren Stadtteil Ellingerode wurde.

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • 1352: Landgraf Heinrich verpfändet dem Berthold Spanseil die Wüstung Ellingerode.
  • 1368 - 70 verkaufen die von Berlepsch ihre Hubenanteile zu Ellingerode an Hans von Hundelshausen.
  • 1371: Hans von Hundelshausen hat von den von Berlepsch 6 1/2 Huben zu Ellingerode gekauft, hat dort ein Haus erbaut und wird von Landgraf Heinrich damit belehnt; dieser erlaubt ihm, dort einen Bergfried zu errichten.
  • 1373: Hans von Hundelshausen schenkt dem Wilhelmitenkloster Witzenhausen einen Zins zu Ellingerode.
  • 1387: Lutz von Almenhausen und Helwig von Dörnberg erwerben vom Landgraf 1/4 des Dorfes Ellingerode.
  • 1405: Burghard von Ziegenberg verpfändet seinem Onkel Hans von Atzenhausen unter anderem eine halbe Hufe zu Ellingerode.
  • 1414: Die Witwe des Hans von Hundelhausen hat ihre Leibzucht vom landgräflich Gut zu Ellingerode.
  • 1421: Kloster Mariengarten verleiht eine Hufe zu Ellingerode.
  • 1445: Der Priester Hermann von Heiligenstadt ertauscht eine Wiese zu Ellingerode vom Landgrafen.
  • 1477: Heimbrod von Rengelrode verkauft dem Georg von Buttlar die Wüstung Ellingerode.
  • 1478: Landgraf Hermann belehnt Georg von Buttlar mit der Wüstung Ellingerode.
  • Ab 1496 erfolgen Belehnungen zu Ellingerode durch die Herren von Plesse.
  • 1509: Die von Grone verkaufen dem Wilhelmitenkloster Witzenhausen ihr von einem Göttinger Bürger abgelöstes, vom Landgraf zu Lehen gehendes Vorwerk zu Ellingerode.
  • 1517: Die von Berlepsch verpfänden Zins zu Ellingerode.
  • 1527: Das Vorwerk zu Ellingerode ist im Besitz des Wilheminerkloster Witzenhausen.
  • 1536: Halber Zehnt zu Ellingerode ist hansteinisch.
  • 1561: Dietrich von Plesse belehnt Lupold von Hanstein mit dem Sadelhof zu Ellingerode.
  • 1571: Landgraf Wilhelm belehnt Philipp von Hanstein mit Gütern zu Ellingerode.
  • 1575/85: Der Sedelhof zu Ellingerode ist hessisches Lehen der von Hanstein.
  • 1768: Der Hof zu Ellingerode, vormals im Besitz Bernold, dann von Ratzenberg, dann der Witwe von Frankenberg an Rat Schmerfeld (bis 1830) als hessisches Lehen
Kirche und Religion

Ortskirchen:

  • 1561: kleine Kirche erbaut
  • Saalkirche von 1743 mit Taufstein des 17. Jahrhundert

Pfarrzugehörigkeit:

Um 1570 und jetzt Filial von Kleinalmerode

Patronat:

Landgraf von Hessen

Bekenntniswechsel:

Da Filial von Kleinalmerode, Einführung der Reformation vermutlich unter dem Kleinalmeroder Pfarrer Johannes Motz um 1529.

Kirchliche Mittelbehörden:

Archdiakonat Heiligenstadt

Nachweise

Quellen:

  • Cal. Or. 100 Mariengarten Nr. 207
  • Cal. Or. 81h, alle Staatsarchiv Hannover
  • Kopiar Mariengarten Nr. 299 Landesbibliothek Hannover

Literatur:

Zitierweise
„Ellingerode, Werra-Meißner-Kreis“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/5591> (Stand: 16.10.2018)
 
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