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Kurfürstentum Hessen 1840-1861 – 43. Altmorschen

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Beiseförth

Ortsteil · 174 m über NN
Gemeinde Malsfeld, Schwalm-Eder-Kreis 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf

Lagebezug:

5,5 km südlich von Melsungen

Lage und Verkehrslage:

An der Fulda.

Bahnhof der Eisenbahnlinie Bebra – Kassel (Inbetriebnahme der Strecke 29.8.1848).

Ersterwähnung:

1348

Historische Namensformen:

  • Beysenvorte (1348) [GR Beiseförth]
  • Beysefurte (1411) [Depos. v. Boyneburg]
  • Beyßfordt (1485) [Lehenrev. v. Holzheim]
  • Beiseförth

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3538514, 5660833
UTM: 32 U 538425 5659008
WGS84: 51.08129455° N, 9.548557153° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

634013010

Flächennutzungsstatistik:

  • 1885 (Hektar): 511, davon 201 Acker (= 39.33 %), 72 Wiesen (= 14.09 %), 187 Holzungen (= 36.59 %)
  • 1961 (Hektar): 511, davon 93 Wald (= 18.20 %)

Einwohnerstatistik:

Diagramme:

Beiseförth: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • 1427: Landgrafschaft Hessen, Amt Spangenberg, Niedergericht verlehnt (s. Gericht)
  • 1585: Landgrafschaft Hessen, Niederhessen, Amt Spangenberg
  • 1747: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Niederhessen, Amt Spangenberg
  • 1807-1813: Königreich Westphalen, Departement der Werra, Distrikt Hersfeld, Kanton Neumorschen
  • 1814-1821: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Spangenberg
  • 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Melsungen
  • 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Hersfeld
  • 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Melsungen
  • 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Melsungen
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Melsungen
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Melsungen
  • 1974: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Schwalm-Eder-Kreis

Altkreis:

Melsungen

Gericht:

  • a) Gericht Beiseförth:
  • Das Gericht Beiseförth besaßen die von Rotenburg, vielleicht als hessisches Lehen (Landau, Beschreibung des Hessengaues, S. 169).
  • 1411 hatten auch die von Holzheim wie früher die von Reichenbach Anteil (Depos. v. Boyneburg).
  • 1/4 besaßen 1452 und 1471 die von Alnhusen, nach ihnen 1490 die von Hundelshausen und 1492-1495 die Spede.
  • 1/4 besaßen 1484 die von Holzheim.
  • Alle genannten Anteile waren hessische Lehen (Reverse).
  • 1603 erwarben die von Scholley Dorf und Gericht Beiseförth als hessisches Lehen.
  • b) Moderne Gerichtszugehörigkeit Beiseförths:
  • vor 1822: Amt Spangenberg
  • 1822: Justizamt Melsungen
  • 1867: Amtsgericht Melsungen
  • 1879: Amtsgericht Melsungen

Herrschaft:

Vgl. Gericht

Gemeindeentwicklung:

Am 1.1.1974 erfolgte im Zuge der hessischen Gebietsreform der Zusammenschluss mit der Gemeinde Malsfeld, deren Ortsteil Beiseförth wurde.

Kirche und Religion

Pfarrzugehörigkeit:

Beiseförth war schon 1585 (OSt) Filial von Malsfeld, ebenso 1872 (Hochhuth, Statistik der evangelischen Kirche, S. 338).

Bekenntniswechsel:

Einführung der Reformation in der Landgrafschaft Hessen ab 1526.

Juden:

Statistik: 1835: 20; 1861: 78; 1905: 21 Juden; 1932/33: 21 Juden (2,62% der Gesamtbevölkerung)

Binsförth, Rengshausen, Neumorschen und Malsfeld gehören zur jüd. Gemeinde Beiseförth.

Ersmtals werden Juden 1542 in Beiseförth genannt; auch Mitte des 18. Jhs. Juden urkundlich erwähnt;

Synagoge 1853, liegt am Ortsausgang; (Wiedereinweihung nach Renovierung 1928), 1945 wurde Gebäude zu einem Wohnhaus umgebaut

bis 1884 bestand jüdische Konfessionsschule; rituelles Bad

Friedhof liegt in Binsförth. (alemannia-judaica)

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Beiseförth, Schwalm-Eder-Kreis“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/4867> (Stand: 16.10.2018)
 
Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde