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Kurfürstentum Hessen 1840-1861 – 14. Zierenberg

Niederelsungen

Stadtteil · 240 m über NN
Gemeinde Wolfhagen, Landkreis Kassel 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf

Lagebezug:

7 km nordnordöstlich von Wolfhagen

Ersterwähnung:

(775-786)

Vorbemerkung Historische Namensformen:

Bei den frühen Namensformen ohne differenzierenden Zusatz muss offen bleiben, ob sie auf Nieder- oder auf Oberelsungen zu beziehen sind

Historische Namensformen:

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3513295, 5694937
UTM: 32 U 513216 5693099
WGS84: 51.3889754° N, 9.18993447° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

633028060

Frühere Ortskennziffer:

633028050

Flächennutzungsstatistik:

  • 1885 (Hektar): 1092, davon 776 Acker (= 71.06 %), 67 Wiesen (= 6.14 %), 171 Holzungen (= 15.66 %)
  • 1961 (Hektar): 1090, davon 182 Wald (= 16.70 %)

Einwohnerstatistik:

Diagramme:

Niederelsungen: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • a) Elsungen (= Niederelsungen oder Oberelsungen):
  • 9. Jh.: Hessengau (in pago Hassorum) [Breviarium sancti Lulli, S. 18]
  • b) Niederelsungen:
  • Gericht Schartenberg.
  • 965: Hessengau, Grafschaft des Grafen Elli (in pago Hassonum in comitatu Elli comitis; gilt zumindest für Rösebeck, vgl. Besitz)
  • 973: in pago Hassim (MG DD 2, 37)
  • 1572: Landgrafschaft Hessen, Amt Zierenberg
  • 1787: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Niederhessen, Amt Zierenberg
  • 1803-1806: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Zierenberg
  • 1807-1813: Königreich Westphalen, Departement der Fulda, Distrikt Kassel, Kanton Wolfhagen
  • 1814-1821: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Zierenberg
  • 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Wolfhagen
  • 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Kassel
  • 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Wolfhagen
  • 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Wolfhagen
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Wolfhagen
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Wolfhagen
  • 1971: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Kassel, Stadt Wolfhagen (s. Gemeindeentwicklung)

Altkreis:

Wolfhagen

Gericht:

  • Frühzeit siehe unter Besitz
  • Gericht Schartenberg
  • 1787 wurde auch die andere Hälfte des Gerichts von Hessen an die von Malsburg abgetreten
  • 1821: Justizamt Volkmarsen
  • 1833: Justizamt Zierenberg
  • 1867: Amtsgericht Zierenberg
  • 1879: Amtsgericht Volkmarsen
  • 1945: Amtsgericht Wolfhagen

Gemeindeentwicklung:

Am 1.2.1971 erfolgte im Zuge der hessischen Gebietsreform die Eingliederung in die Stadt Wolfhagen, deren Stadtteil Niederelsungen seitdem ist.

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • a) Elsungen (= Niederelsungen und Oberelsungen):
  • Die Klöster Hersfeld und Fulda hatten früh Besitz in Elsungen.
  • 965 erhielt das Magdeburger Moritzstift den Königshof Rösebeck, zu dessen Zubehör Elsungen zählte.
  • Die Dörfer und Gerichte Oberelsungen und Niederelsungen gehörten zur Burg Schartenberg und teilten ihre Schicksale.
  • So erhielt Hessen im Anschluss an den nach 1306 erfolgten Tod Elisabeths, der Tochter Landgraf Heinrichs I. und Gemahlin Gerhards von Eppstein, die Hälfte beider Orte als mainzisches Lehen und belehnte damit weiter die von Calenberg (Rev. von 1341).
  • 1457 ging diese Hälfte durch Tausch auf die von Gudenberg über (GR von Calenberg).
  • 1464 belehnte Hessen allerdings zuerst die von Stockhausen.
  • 1471 erst belehnte es die von Gudenberg.
  • 1534 erlosch das Geschlecht der von Gudenberg und die von der Malsfeld wurden im Folgejahr mit dieser Hälfte belehnt (Reverse bis 1824).
  • Die andere Hälfte besaßen die von Schartenberg.
  • 1294 erwarb Hessen von ihr drei Viertel, während das letzte Viertel (also 1/8 des Ganzen) auf die von der Malsburg vererbte.
  • 1787 erwarben die von der Malsburg auch die landgräflichen 3/8 durch Tausch (GR von der Malsburg).
  • b) Niederelsungen:
  • Die von der Malsburg erbauten einen adligen Hof in Niederelsungen, der früher der Karthause gehörte (Hochhuth, Statistik der evangelischen Kirche, S. 258).

Ortsadel:

Adliger von Elsungen 1235 (UA Haina).

Kirche und Religion

Ortskirchen:

  • Anfangs bildeten Niederelsungen und Oberelsungen zusammen eine Pfarrei:
  • 1262: Erste Erwähnung eines Pfarrers.
  • 1284: plebanus in super. et infer. Elsingen (Westf.UB 4, 1806).
  • Kapelle auf dem Kirchberg vielleicht 1350 gestiftet (Hochhuth, Statistik der evangelischen Kirche, S. 262).
  • 1350: Pfarrer der Kirche in Niederelsungen (GR Elsungen).

Patronat:

1296 war Johann von Helfenberg Patron der Kirche von Elsungen (Falckenheiner UB 13).

1872 waren die von der Malsburg Patrone der Kirche in Niederelsungen (Hochhuth, Statistik der evangelischen Kirche, S. 258).

Bekenntniswechsel:

Erster evangelischer Pfarrer: Heinrich Kraft 1541 bis nach 17.11.1559

Kirchliche Mittelbehörden:

15. Jahrhundert: Mainzer Kirchenprovinz, Archidiakonat St. Marien zu Hofgeismar.

Die gemeinsame Pfarrei Elsungen stand vor der Reformation unter dem Dekanat Schützeberg (Würdtwein D. 10, 557).

Die protestantische Pfarrei Niederelsungen gehörte 1872 zur Klasse Zierenberg (Hochhuth, Statistik der evangelischen Kirche, S. 258).

Juden:

Gehört zur Gemeinde Breuna.

1835: 13; 1861: 17; 1905: 19; 1932/33: 10 Juden

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Niederelsungen, Landkreis Kassel“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/2155> (Stand: 12.11.2018)
 
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