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5816 Königstein (Taunus)
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Herzogtum Nassau 1819 – 42. Königstein

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Vockenhausen

Stadtteil · 211 m über NN
Gemeinde Eppstein, Main-Taunus-Kreis 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf

Lagebezug:

8,5 km nordwestlich von Hofheim am Taunus

Lage und Verkehrslage:

1,5 km nordwestlich von Eppstein, im Eppsteiner Horst des Vortaunus in einer Tallage am linken Ufer des unteren Dattenbachs

An der B 455 und der L 3011 gelegen

Ersterwähnung:

um 1226-1239

Siedlungsentwicklung:

Die Siedlung entwickelte sich aus der Existenz mehrerer Mühlen am Dattenbach heraus, wobei sich hier 1470 eine Mühle, eine Pfannenschmiede, eine Schleifmühle befanden. Im Jahre 1539 gab es neben 4 Wohnhäusern 2 Schleifmühlen und eine Ölmühle.

Die heutige Bebauung ertsreckt sich zwischen dem Dattenbach und dem Schulungsheim.

Historische Namensformen:

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3455824, 5557093
UTM: 32 U 455767 5555310
WGS84: 50.14836361° N, 8.380886004° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

436002050

Flächennutzungsstatistik:

  • 1843: 1233 Morgen
  • 1885 (Hektar): 313, davon 150 Acker (= 47.92 %), 40 Wiesen (= 12.78 %), 98 Holzungen (= 31.31 %)
  • 1895: 312,7 ha
  • 1961 (Hektar): 313, davon 100 Wald (= 31.95 %)

Einwohnerstatistik:

  • 1539: 4 Häuser
  • 1581: 6 Herdtsellen
  • 1586: 8 Herdstellen
  • 1592: 9 Häuser
  • 1612: 7 Häuser
  • 1648: 4 Häuser
  • 1668: 8 Häuser mit 33 Einwohner
  • 1700: 42 Einwohner
  • 1725: 65 Einwohner
  • 1750: 109 Einwohner
  • 1784: 36 Haushalte mit 158 Einwohner
  • 1817: 254 Einwohner
  • 1885: 490, davon 30 evangelisch (= 6.12 %), 460 katholisch (= 93.88 %)
  • 1961: 1544, davon 673 evangelisch (= 43.59 %), 807 katholisch (= 52.27 %)
  • 1970: 1750 Einwohner
  • 1987: 3273 Einwohner
  • 1992: 3706 Einwohner

Diagramme:

Vockenhausen: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • undatiert: Pfarrbezirk Schlosborn
  • 1507: Kellerei Eppstein
  • 1581: Oberamt Königstein
  • 1787: Kurfürstentum Mainz, Unteres Erzstift, Oberamt Höchst und Königstein, Amtsvogtei Eppstein
  • 1803: Fürstentum Nassau-Usingen, Oberamt Höchst und Königstein, Amtsvogtei Eppstein
  • 1806: Herzogtum Nassau, Amt Königstein
  • 1816: Herzogtum Nassau, Amt Idstein
  • 1849: Herzogtum Nassau, Verwaltungsbezirk VII (Kreisamt Idstein)
  • 1854: Herzogtum Nassau, Amt Königstein
  • 1867: Preußen Provinz Hessen-Nassau, Untertaunuskreis
  • 1928: Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Main-Taunus-Kreis
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Wiesbaden, Main-Taunus-Kreis
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Wiesbaden, Main-Taunus-Kreis
  • 1977: Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Main-Taunus-Kreis

Altkreis:

Main-Taunus-Kreis

Gericht:

  • Ab 1491 zum Landgericht Hof Häusel gehörig
  • 1539: Schulte
  • 1668 zum Gericht Fischbach gehörig.
  • bis 1816: Oberamt Idstein
  • 1816: Amt Idstein
  • 1849: Justizamt Idstein
  • 1854: Justiz- und Verwaltungsamt Idstein
  • 1867: Amtsgericht Idstein

Herrschaft:

1433: Herrschaft Eppstein-Münzenberg

1507: Herrschaft Eppstein-Königstein

1581: Kurfürstentum Mainz

1803: Nassau-Usingen

Gemeindeentwicklung:

Am 01.01.1977 schlossen sich Vockenhausen, Ehlhalten, Bremthal, Niederjosbach und Eppstein zur Stadt Eppstein zusammen.

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • Um 1250-1260 bezieht Heinrich von Kloppenheim von hier Grundzinsen als Teil seines eppsteinischen Burglehens.

Zehntverhältnisse:

Um 1226-1239 bezieht das Mainzer Stift St. Stephan den Zehnten von dem Teil des Ortes, welcher dem Pfarrbezirk Schloßborn angehört.

1290 haben die Herren von Eppstein Bede, Grundzinsen und Zehnten von St. Stephan inne.

1539 besitzt die Kellerei Eppstein Bede, Korn- und Haferzehnt.

Kirche und Religion

Ortskirchen:

  • 1704: Kapelle am Friedhof
  • 1785: Kirchenbau an der Stelle der ehemaligen Kapelle
  • 1930: Kirchenerweiterung

Patrozinien:

  • Jakobus

Pfarrzugehörigkeit:

1465-1668 gehört Vockenhausen zur Pfarrei Fischbach.

1755 wird der Ort Filial von Oberjosbach.

Ab 1884 zur Kuratie Bremthal-Vockenhausen gehörig.

1918 zur Pfarrei Bremthal-Vockenhausen gehörig.

1955 Auspfarrung von Vockenhausen nach St. Laurentius in Eppstein.

Ab 1956 ist Vockenhausen eine eigenständige Pfarrei.

Seit 1983 mit Niederjosbach, Vockenhausen und Eppstein zum Pfarrverband Eppstein gehörig.

Bekenntniswechsel:

Einführung der Reformation in der Grafschaft Königstein durch Ludwig von Stolberg ab 1536.

Katholischer Bekenntniswechsel: ab 1604

Kirchliche Mittelbehörden:

Seit 1107 zum Dekanat Eschborn, Archidiakonat St. Peter in Mainz gehörig.

1884 zur Kuratie Bremthal-Vockenhausen gehörig.

Kultur

Schulen:

1735: Lehrer

1750: Schulhaus

1831: Schulhaus in der Weingasse

1902: Schulneubau in der Hauptstraße

1963-1965: Bau der Freiherr-vom-Stein-Schule

1971/76: Erweiterung der Freiherr-vom-Stein-Schule

1978: Umwandlung der Freiherr-vom-Stein-Schule in eine Gesamtschule mit Gymnasialzweig

1979: Abtrennung der Grundschule (Burg-Schule)

1982: Neubau der Freiherr-vom-Stein-Schule

Wirtschaft

Wirtschaft:

1859: Kunstwollfabrik

1872-1962: 2 Farbfabriken

Mühlen:

1290: 1 Mühle

1470: Mühle, pfannsmytten, Schleifmühle

1539: 2 Schleifmühlen, 1 Ölmühle

1581-1722: Schmelzmühle

1581-1743: Eisenhammer (Abriss 1765)

1599/1600: 1 Schleifmühle

1668: Lohmühle, Eisenhammer, Pulvermühle

1717-19: Errichtung eines Eisen- und Kupferhammers am jenseitigen Bachufer (1784 Umwandlung in Lohmühle und Gerberei)

1802: Walk- und Mehlmühle (an Stelle der Schmelzmühle)

1815: Abbau der Mehlmühle

1830: Schwärzmühle (Herstellung dunkler Farben)

1848: Mohrsmühle als Walk- und Mehlmühle

1855/1856: Loh- und Walkmühle

1859: Umwandlung der Walkmühle in eine Kunstwollfabrik

1860: Embsmühle

Zoll:

Um 1470 gehören der Herrschaft Eppstein hier Bede und Dienste.

Nachweise

Quellen:

  • Ersterwähnung (um 1226-1239): HStAD A 2 Nr. 165/6 (Mainz, St. Stephan); Kopialbuch von St. Stephan, Mainz: Rotulus iurium et bonorum ecclesiae Sancti Stephani Moguntinae/Cartulaire de St. Etienne de Mayence. Nationalbibliothek Paris, Fonds Latin Nr. 17 794, S. 183-185)

Literatur:

Zitierweise
„Vockenhausen, Main-Taunus-Kreis“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/11297> (Stand: 18.10.2018)
 
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