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5816 Königstein (Taunus)
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Herzogtum Nassau 1819 – 42. Königstein

Hof Häusel

250 m über NN
Gemarkung Vockenhausen, Gemeinde Eppstein, Main-Taunus-Kreis 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Lagebezug:

8 km nordwestlich von Hofheim am Taunus

Lage und Verkehrslage:

1 km nordwestlich von Eppstein an der B 455

Ersterwähnung:

um 1226-1239

Siedlungsentwicklung:

Der Hof fällt in der Zeit um 1688 wüst und wird kurz danach wieder neu besiedelt. Ab 1812 war Häusel eine eigenständige Hofgemarkung im Amt Wallau. Der Hof wurde 1818 nach Vockenhausen eingemeindet.

Historische Namensformen:

Bezeichnung der Siedlung:

  • curthim in Husels (um 1280-1285) (EL 121)
  • Hoiff zum Heusels obig Eppstein (1592) (SalBu 1592 f.70)
  • Der Name soll sich vom Personennamen Huso/Husilo oder von husili, huselin für Häuschen ableiten, so dass der Hof seinen Namen wahrscheinlich in Anlehnung an einen benachbarte Stelle erhalten hat.

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3455515, 5556428
UTM: 32 U 455458 5554645
WGS84: 50.14236234° N, 8.376640703° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

43600205003

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • In Früh- und Hochmittelalter Maingau
  • In der Eichelberger Mark berechtigt
  • Ende 12.Jahrhundert: Herrschaft Eppstein, Amt Eppstein
  • 1492: Landgrafschaft Hessen, Amt Eppstein
  • 1643: Landgrafschaft Hessen, Amt Wallau
  • 1787: Kurfürstentum Mainz, Unteres Erzstift, Oberamt Höchst und Königstein, Amtsvogtei Eppstein
  • 1803: Fürstentum Nassau-Usingen, Oberamt Höchst und Königstein, Amtsvogtei Eppstein
  • 1806: Herzogtum Nassau, Amt Königstein
  • 1816: Herzogtum Nassau, Amt Idstein (zu Vockenhausen)

Altkreis:

Main-Taunus-Kreis

Gericht:

  • In einem Vergleich zwischen Gottfried und Eberhard von Eppstein wird Häusel erstmals als Gerichtsort erwähnt.
  • Nach dem Weistum des Landgerichts aus dem Jahre 1491 gehörten neben dem Hof Häusel Eppstein, Bremthal, Niederjosbach, Oberjosbach, Schloßborn, Kröftel, Ehlhaten, Ruppertshain, Vockenhausen, Eppenhain, Fischbach, Retters, Hornau, Kelkheim, Gimbacher Hof, Oberliederbach, Unterliederbach, Hof Hausen vor der Sonne und Lorsbach zum Amtsbezirk des Gerichtes.
  • 1492 verkauft Gottfried von Eppstein das halbe Gericht an Hessen, so dass die Stadtherren von Eppstein gleichzeitig als Gerichtsherren fungieren.
  • Seit 1688 wird die Gerichtsbarkeit nicht mehr ausgeübt und das Gericht 1720 offiziell aufgehoben.

Herrschaft:

Herrschaft:

1280/1285: St. Stephansstift in Mainz

1285: Herrschaft Eppstein

1433: Herrschaft Eppstein-Königstein

1492: Landgrafschaft Hessen

1565: Stolberg-Königstein

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • Der Hof gehörte ursprünglich dem Mainzer St. Stephan-Stift.
  • Um 1280-1285 ist der Hof in das Eigentum der Herren von Eppstein übergegangen.
  • 1492 ist Häusel zur Hälfte und wenig später vollkommen im Besitz der Landgrafen von Hessen.
  • 1573 ist der Hof zunächst an zwei später an vier Erbständer verpachtet.
  • Nach der Wüstwerdung 1688 wird Häusel wieder an zwei Erbständer verpachtet.
  • 1729-1840 wird die Pacht auf vier Erbständer verteilt.
  • 1858 kaufen zwei Erbständer die Hälfte des Hofes vom Herzog von Nassau.
  • Heute befindet sich die Hälfte des Hofes in Staatsbeistz.

Zehntverhältnisse:

Um 1226-1239 hatte St. Stephan den Zehnten inne.

1592 wird der Hof als zehntfrei bezeichnet.

Kirche und Religion

Pfarrzugehörigkeit:

Zum Pfarrbezirk Schloßborn gehörig

Nachweise

Quellen:

  • Ersterwähnung (um 1226-1239): HStAD A 2 Nr. 165/6 (Mainz, St. Stephan); Kopialbuch von St. Stephan, Mainz: Rotulus iurium et bonorum ecclesiae Sancti Stephani Moguntinae/Cartulaire de St. Etienne de Mayence. Nationalbibliothek Paris, Fonds Latin Nr. 17 794, S. 183-185)

Literatur:

Zitierweise
„Hof Häusel, Main-Taunus-Kreis“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/11269> (Stand: 8.5.2018)
 
Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde