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Historisches Ortslexikon

Übersichtskarte Hessen
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4725 Bad Sooden-Allendorf
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KDR 100, TK25 1900 ff.
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Kurfürstentum Hessen 1840-1861 – 25. Allendorf
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Gerichtsplatz in Kleinvach

Weitere Informationen

Kleinvach

Stadtteil · 154 m über NN
Gemeinde Bad Sooden-Allendorf, Werra-Meißner-Kreis 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf

Lagebezug:

14 km südöstlich von Witzenhausen, 3 km südöstlich von Bad Sooden-Allendorf

Lage und Verkehrslage:

Kleines Dorf an der ehemaligen Werrafähre südlich des Flusses. Gutsanlage in zentraler Lage mit Kirche westlich daneben, östlich davon auf ebenso leichter Geländewelle dünne Bebauung einer west-östlichen Rechteckangeranlage. Brückenverbindung zur in Nord-Süd-Richtung links der Werra verlaufenden B 27.

Ersterwähnung:

1291

Siedlungsentwicklung:

1928 erfolgt die Eingemeindung des aufgelösten Gutsbezirks Kleinvach und von Teilen des aufgelösten Gutsbezirks Forst Allendorf.

Vorbemerkung Historische Namensformen:

Der Sifridus de Uachen, der in einer Urkunde von Landgraf Hermann I. von Thüringen von 1196 in der Zeugenreihe genannt wird, war Bürger der Stadt Eisenach und nannte sich nach der Stadt Vacha / Werra im Wartburgkreis [Posse, Urkunden der Markgrafen von Meissen 3, S. 2, Nr. 2 Digitalisat]

Historische Namensformen:

Bezeichnung der Siedlung:

  • villa (1291)
  • Dorf (1370)
  • ville (um 1376)

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:

Burgen und Befestigungen:

Umlegung der Flur:

1934/35

Älteste Gemarkungskarte:

1790

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3569515, 5679688
UTM: 32 U 569414 5677856
WGS84: 51.247836° N, 9.994543° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

636001070

Flächennutzungsstatistik:

  • 1587: 111 Acker "erbeigen"
  • 1743: 598 Acker, davon hatten die Familie Hombergk zu Vach 373 Acker Land und 59 Acker Wiese; die Kirche 25 Acker; das Dorf 122 Acker Land, 19 Acker Wiese, 60 Acker Gehölz
  • 1961 (Hektar): 432, davon 202 Wald (= 46.76 %)

Einwohnerstatistik:

  • 1575/85: 11 Hausgesesse
  • 1681: 15
  • 1743: 117 Einwohner (1 Mühle, 20 Häuser)
  • 1747: 20 Hausgesesse mit 21 Feuerstätten (Dorfbuch der Landgrafschaft Hessen-Cassel HStAM Bestand S Nr. 105)
  • 1961: 266, davon 244 evangelisch (= 91.73 %), 21 katholisch (= 7.89 %)
  • 1970: 246 Einwohner

Diagramme:

Kleinvach: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • 1575/85 und 1747: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Niederhessen, Amt Allendorf
  • 1787: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Niederhessen, Amt Allendorf
  • 1803-1806: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Allendorf
  • 1807-1813: Königreich Westphalen, Harz-Departement, Distrikt Heiligenstadt, Kanton Allendorf
  • 1814-1821: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Allendorf
  • 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Witzenhausen
  • 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Eschwege
  • 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Witzenhausen
  • 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Witzenhausen
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Witzenhausen
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Witzenhausen
  • 1974: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Werra-Meißner-Kreis

Altkreis:

Witzenhausen

Gericht:

  • 1747: Niederes und peinliches Gericht der Hombergk zu Vach
  • 1821: Kurfürstliches Justizamt Allendorf
  • 1879: Amtsgericht Allendorf
  • 1945: Amtsgericht Witzenhausen

Herrschaft:

1300 überlassen die Brüder Konrad und Arnold genannt Arnolds Söhne alle ihre Güter in Otterbach und in Kleinvach dem Landgrafen Heinrich von Hessen, seinem Sohne Johann und ihren Erben gegen das Gericht und Zubehör in Wickershausen und in Betzhausen. 1370: Landgraf Heinrich hat seine Rechte zu Vach an die Gebrüder von Netra versetzt. Um 1376: Landgraf Hermann belehnt die Gebrüder von Netra mit der Hälfte des Dorfes. 1410: Landgraf Hermann bestätigt als Lehnsherr die Versetzung des Dorfes Vach durch die von Netra.

1424: Die von Netra versetzen ihrem Schwager Bodo von Wickershausen 1/4 ihres Dorfes Vach.

1441: Landgraf Ludwig belehnt Reinhard von Netra mit Dorf Vach.

1558: Nach Aussterben der von Netra Rückfall von Vach an Hessen

1595: Landgraf Moritz belehnt Joh. Barß mit Einkünften zu Vach.

1596: Derselbe belehnt Tobias Hombergk mit Vach. Dessen Familien hat das Lehen bis 1835 inne und benennt sich nach dem dort errichteten Gutshof.

Gemeindeentwicklung:

Am 31.12.1971 im Zuge der hessischen Gebietsreform der Stadt Bad Sooden-Allendorf als Stadtteil eingegliedert.

Besitz

Zehntverhältnisse:

1411: Thilo von Netra versetzt 1 Viertel des halben Zehnten zu Vach.

Ortsadel:

1338 nennt sich eine Linie der von Netra "zu Vach".

Kirche und Religion

Ortskirchen:

  • Kirche als bescheidener Saalbau 1598 unter Tobias von Hombergk errichtet, 1903 Erweiterung nach Osten

Patrozinien:

  • Michael

Pfarrzugehörigkeit:

Mutterkirche war bis zum 16. Jahrhundert die Andreaskirche des später wüsten Dorfes Wettigendorf.

1575/85: mit Allendorf

1579: mit Filiale Albungen, eingepfarrt ist Hof Weiden

1637: mit Diakonat Sooden

1781: mit Diakonat Allendorf

1808: mit Pfarrei Albungen

1825: mit Diakonat Allendorf

1828: mit Pfarrei Sooden

1780: eingepfarrt Hof Weiden

1872: Vikariat mit Dohlsmühle, Weiden und Letzter Heller

1925: Vikariat von Sooden, eingepfarrt Weiden und Dohlsmühle, 1994 Filale von Bad Sooden-Allendorf

Patronat:

1579: Landgraf

1747 und 1929: Hombergk zu Vach

Klöster:

  • 1291 wird in einem Vertrag zwischen dem Eisenacher und dem erst fünf Jahre zuvor gegründeten Mühlhäuser Predigerkonvent festgehalten, dass es dem ersteren untersagt ist, über die Werra zwischen Treffurt und Allendorf hinaus in Richtung Mühlhausen vorzurücken. Unter weiteren genannten Orten befindet sich Vacha.

Bekenntniswechsel:

Einführung der Reformation in der Landgrafschaft Hessen ab 1526.

Kirchliche Mittelbehörden:

Archpresbytariat vielleicht Geismar

Archdiakonat Heiligenstadt

Kultur

Schulen:

1910 einklassige Volksschule

Sprachgeschichte (Quellenfaksimiles):

Wirtschaft

Zoll:

1575/85: Schiffszoll 18 1/2 Gulden

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Kleinvach, Werra-Meißner-Kreis“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/6203> (Stand: 6.12.2024)