Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen

Hessische Quellen zum Ersten Weltkrieg

↑ Rudolf Hoffmann, Briefe aus dem Weltkrieg 1914-1918

Abschnitt 41: 20.9.1918: Brief des Adolf Proplesch aus dem Lazarett

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Erläuterung:
Die Herkunft des Briefschreibers Adolf Proplesch ist nicht bekannt. Am 1. April 1918 schrieb er aus dem Westen, den hier vorliegenden Brief vom 20. September 1918 jedoch nach einer schweren Verwundung aus Frankfurt am Main.


Frankfurt a. M., den 20. September 1918.

. . . ich bin am 15. Juli an der Marne durch einen Kopfschuß schwär verwundet wurde, es ist mier dabei das linke Auge verlohren gegangen. Aber man mus sich im Schicksal fügen, den was Gott tuht ist wohlgetahen. Am 23. August wurde Ich Operiert, und lag acht Tage in schwährem Fieber. In diesem Fieber sah Ich nachts eine Schaurige Gestalt zu mier kommen. Da fing Ich im Traum an Vatter unser zu betten, und die Gestalt floh von mier. Seit der Zeit wahr es mier immer, ob einer bei mier wahr, der mier behütet, und ich mier dabei sehr gut fühlte.

Jetzt die Besten Grüße.


Personen: Propleschm, Adolf
Orte: Frankfurt · Marne
Sachbegriffe: Feldpost · Feldpostbriefe · Westfront · Verwundete
Empfohlene Zitierweise: „Rudolf Hoffmann, Briefe aus dem Weltkrieg 1914-1918, Abschnitt 41: 20.9.1918: Brief des Adolf Proplesch aus dem Lazarett“, in: Hessische Quellen zum Ersten Weltkrieg <https://www.lagis-hessen.de/de/purl/resolve/subject/qhg/id/173-41> (aufgerufen am 21.05.2019)
 
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