Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen
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Hessen im 19. und 20. Jahrhundert

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  1. 2.-3. März 1950: Diskussion über die Räumung von Kasernen in Hessen
    Zwischen der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes (VVN) und dem Hessischen Innenministerium entsteht eine öffentliche Diskussion über die Räumung und Remilitarisierung von Kasernen. Der Landesvorsitzende der der VVN, August Küper, erklärt am 2. März bei einer Versammlung in Frankfurt, auch in Hessen seien die Pläne fertig, Kasernen zu räumen, um Soldaten hineinzulegen. Da aber von ... »Details
  2. 8. März 1950: Proteste der Vertriebenen gegen Sperrung der Zonengrenze für Ausgewiesene
    Der Landesverband der Ausgewiesenen ruft in Wiesbaden zu einer Protestaktion auf, um damit gegen die Sperrung der „Zonengrenze“ (zur DDR) für die aus Polen ausgewiesenen Deutschen zu protestieren.(OV) ... »Details
  3. 8. März 1950: Hessische Landesregierung beschließt Einführung der Sommerzeit
    Die Hessische Landesregierung in Wiesbaden beschließt, vom 15. April bis 15. September die Sommerzeit einzuführen.(OV) ... »Details
  4. 15. März 1950: Gewerkschaften drohen mit Generalstreik gegen Rechts
    Das hessische Innenministerium teilt mit, dass die hessischen Gewerkschaften mit einem Generalstreik gedroht haben für den Fall, dass der Vorsitzende der Nationaldemokratischen Partei Deutschlands (Nationale Reichspartei), Karl-Heinz Priester (1912–1960), entsprechend seiner Ankündigung mit bewaffnetem Saalschutz auftritt. ... »Details
  5. 23. März 1950: Amerikanischer Landeskommissar wehrt sich gegen Kritik an hohen Besatzungskosten
    Der amerikanische Landeskommissar für Hessen, James R. Newman (1902–1964), kritisiert in einem Schreiben an Ministerpräsident Christian Stock (1884–1967; SPD) die Angriffe, die im Hessischen Landtag gegen die Höhe der amerikanischen Besatzungskosten gerichtet worden sind. Dabei seien die Besatzungskosten der deutschen Armee in den Jahren 1938 und 1939 zweieinhalb mal höher als die jetzigen ... »Details
  6. 26. März 1950: Weiterhin Anspruch Hessens auf die Exklave Bad Wimpfen
    Der Darmstädter Regierungspräsident Wilhelm Arnoul (1893–1964; SPD) macht bei einem Besuch in Bad Wimpfen, das jetzt zum württembergischen Kreis Sinsheim gehört, die Mitteilung, dass Hessen auf seine frühere Exklave Bad Wimpfen nicht verzichten werde. Während die Kleinstadt bereits weitgehend in die württembergische Verwaltung einbezogen ist, werden Forst- und Grundbuchangelegenheiten ... »Details
  7. 1. April 1950: SPD kritisiert Veröffentlichung einer Liste von angeblichen Gestapo-Spitzeln
    Der Vorstand des Bezirks Hessen-Süd der SPD befasst sich in seiner Sitzung in Frankfurt mit Pressemeldungen über die Namensliste von angeblichen Gestapo-Spitzeln, die der angeklagte ehemalige Gestapo-Beamte Baab einem Frankfurter Journalisten übergeben hat. Er wendet sich scharf dagegen, dass von den 26 Namen auf dieser Liste bisher nur die zweier Frankfurter Bundestagsabgeordneten und der ... »Details
  8. 5. April 1950: Verhandlungen über Fragen des Mitbestimmungsrechts in Hattenheim
    Der Vertreter des Gemeinschaftsausschusses der gewerblichen Wirtschaft und Vorsitzende der Arbeitgebervereinigung, Dr. Walter Raymond (1886–1972), berichtet in einer Pressekonferenz über Verhandlungen, die seit Beginn des Jahres zwischen Vertretern der Arbeitgeber und Arbeitnehmer zu Fragen der Mitbestimmung der Arbeitnehmer in Hattenheim geführt worden sind.(OV) ... »Details
  9. 9. April 1950: Suspendierung des Mitbestimmungsartikel in der Verfassung wird aufgehoben
    Der amerikanische Hohe Kommissar John Jay McCloy (1895–1989) teilt den Landesregierungen von Hessen und Württemberg-Baden mit, dass die Suspendierung der Artikel in den Betriebsrätegesetzen dieser Länder, die das wirtschaftliche Mitbestimmungsrecht der Arbeitnehmer betreffen, aufgehoben wird, sodass die Gesetze in ihrer ursprünglichen Form in Kraft gesetzt werden können. Die Suspendierung ... »Details
  10. 10. April 1950: Freie Demokraten für Einschränkung des Rederechts von Kommunisten
    Die Bundestags- und Landtagsabgeordneten der hessischen FDP beschließen in Marburg darauf hin zu arbeiten, dass Politiker aus der DDR solange nicht in der Bundesrepublik reden dürfen, bis dies umgekehrt auch westdeutschen Politikern ohne Gefahr für Leib und Leben möglich sei. Mitglieder der FDP in den hessischen Frauenorganisationen, den Jugendringen und anderen überparteilichen Vereinigungen ... »Details
  11. 23. April 1950: Gedenkstein für die Opfer des NS-Regimes in Offenbach
    In Offenbach am Main wird ein Gedenkstein für die Opfer des NS-Regimes enthüllt. Der Landes-Oberrabbiner Dr. Wilhelm Weinberg (1901–1976) hält dabei eine Ansprache.(OV) ... »Details
  12. 25. April 1950: Erster Katalog des Versandhauses Neckermann verschickt
    Mit rund 100.000 Verbraucheradressen und einem am Frankfurter Ostbahnhof gelegenen Firmengebäude im Rücken, verschickt das in Frankfurt am Main ansässige Versandunternehmen Neckermann seinen ersten Katalog. Das zwölfseitiges Heft mit dem Titel „Preisliste 119“ enthält 133 Textilartikel und erscheint in einer Auflage von 100.000 Stück. Die Nummer 119 trägt der Katalog, um eine lange ... »Details
  13. 16. Juni 1950: Neugründung der „Deutschen Burschenschaft“ in Marburg
    In der Universitätsstadt Marburg wird die „Deutsche Burschenschaft“ neu gegründet. Nach dem Zweiten Weltkrieg war es im Mai 1949 in Gießen zu einem ersten überregionalen Kontakt von 19 burschenschaftlichen Vereinigungen gekommen. Auf Einladung des Bundes Marburger Studenten gründeten die Vertreter von 68 burschenschaftlichen Verbindungen am 26. und 27. November 1949 auf dem Haus der ... »Details
  14. 25. Juni 1950: Kickers Offenbach unterliegen im Endspiel um die deutsche Fußballmeisterschaft
    Die Mannschaft von Kickers Offenbach unterliegt im Berliner Olympiastadion vor 95.000 Zuschauern dem VfB Stuttgart im Endspiel um die deutsche Fußballmeisterschaft 1950 mit 1:2. Bereits in der ersten Halbzeit erzielt der VfB Stuttgart zwei Treffer durch die Spieler Erwin Läpple (geb. 1925) und Walter Bühler (1926–2012). Das Tor für die Kickers erzielt wenige Minuten nach dem Wiederanpfiff ... »Details
  15. 9. Juli 1950: Änderung der Landesverfassung nach Volksabstimmung
    In Hessen findet eine Volksabstimmung über eine Änderung der Hessischen Verfassung statt. Bei einer Wahlbeteiligung von 33,8 Prozent der Wahlberechtigten stimmen 739.947 mit Ja und 203.804 mit Nein. Dadurch werden folgende Änderungen der Verfassung wirksam:Die Bestimmung, nach der die Mitglieder des Hessischen Landtags nach dem Verhältniswahlrecht zu wählen sind, wird gestrichen. Dadurch wird ... »Details
  16. 9. Juli 1950: Das Magazin „Stern“ berichtet über Missstände in der Landesheilanstalt Eichberg
    Im Magazin „Stern“ erscheinen die Artikel, die über Misshandlungen in der Landesheilanstalt Eichberg berichten.(MB) ... »Details
  17. 13. Juli 1950: Land sagt Aufklärung und Erziehung gegen alltäglichen Antisemitismus zu
    Ministerpräsident Christian Stock (1884–1967; SPD) antwortet dem amerikanischen Landeskommissar für Hessen, James R. Newman (1902–1964), zu den Schändungen jüdischer Friedhöfe, die hessische Landesregierung wolle „einen Plan zur Rehabilitierung jüdischer Friedhöfe“ vorlegen. Die Schändungen von Friedhöfen habe im letzten und vorletzten Jahr nachgelassen. Da Schulkinder die ... »Details
  18. 14. Juli 1950: Entwurf eines neuen hessischen Wahlgesetzes
    Das hessische Kabinett nimmt in seiner Sitzung einen Referentenentwurf des Innenministeriums für ein neues Wahlgesetz an. Nach dem Entwurf müssen für die Aufstellung eines Kandidaten ein halbes Prozent der Wahlberechtigten eines Wahlkreises, mindestens aber 250 Unterschriften erreicht werden. Bei der Wahl eines Kandidaten werden die überschüssigen Stimmen nicht auf die Landesliste ... »Details
  19. 15.-17. Juli 1950: „Darmstädter Gespräch“ über moderne Kunst
    Anlässlich des „Darmstädter Kunstsommers“ und der seit 1946 jährlich durchgeführten Ausstellung der „Neuen Darmstädter Sezession“ findet erstmals auch ein „Darmstädter Gespräch“ über moderne Kunst statt.(OV) ... »Details
  20. 20. Juli 1950: Ministerpräsident Stock sagt Toleranz und Bekämpfung des Antisemitismus zu
    Der hessische Ministerpräsident Christian Stock (1884–1967) schreibt an den amerikanischen Landeskommissar von Hessen, James R. Newman (1902–1964), von seiner Regierung werde alles zur Förderung der Toleranz und zur Bekämpfung antisemitischer Ausschreitungen getan. Seit Januar 1947 habe es in Hessen 35 Schändungen jüdischer Friedhöfe gegeben. In 17 Fällen seien Kinder unter 14 Jahren ... »Details
  21. 27. Juli 1950: Hessische Landesregierung lehnt Zustimmung zur Luxussteuer ab
    Die Hessische Landesregierung lehnt den von der Bundesregierung vorgelegten Entwurf des Gesetzes für eine Luxussteuer ab. Staatssekretär Dr. Hermann Bach (1897–1966) erläutert dazu, dass mit dem Gesetz die Offenbacher Lederindustrie, die Hanauer Schmuckindustrie und der Verkauf der hessischen Spitzenweine besonders betroffen sein würden.(OV) ... »Details
  22. 5. August 1950: Staatsgerichtshof erklärt Verbot einer NDP-Veranstaltung am Niederwalddenkmal für rechtmäßig
    Der Hessische Staatsgerichtshof in Wiesbaden verkündet in der Klage der National-Demokratischen Partei in Hessen gegen das Land Hessen sein Urteil. Die NDP hatte wegen der Verletzung der Versammlungsfreiheit geklagt, weil das Land eine Veranstaltung der Partei am Niederwalddenkmal bei Rüdesheim verboten hatte. Das Gericht weist die Klage der NDP ab und begründet dies damit, dass das ... »Details
  23. 13. August 1950: Steuerzahlerbund kritisiert Kabinettssitzung in Bad Wiessee
    Der geschäftsführende Vorsitzende des Steuerzahlerbundes in Hessen, Dr. Henning, kritisiert die Sitzung des hessischen Kabinetts in Bad Wiessee als unglaubliche Verschwendung von Steuergeldern. Nachdem Ministerpräsident Christian Stock (1884–1967) nach einem Empfang des amerikanischen Landeskommissars in Wiesbaden (am Freitag, dem 11. August) am folgenden Tag wieder zu seinem Urlaubsort Bad ... »Details
  24. 28. August-9. September 1950: Erfolgreicher Streik der Bauarbeiter in Hessen
    Nach Aufruf der Gewerkschaft „Bau, Steine, Erden“ streiken tausende Bauarbeiter0=Nach Angaben der Frankfurter Allgemeinen Zeitung beteiligten sich am ersten Streiktag, dem 28. August, gegen Mittag etwa 18.000 Bauarbeiter allein in Frankfurt am Main an dem Arbeitskampf. Vgl. Frankfurter Allgemeine Zeitung, 29.8.1950, S. 1: Bauarbeiterstreik in Frankfurt. Die Arbeitgeber erklären den Ausstand ... »Details
  25. 29. August 1950: Übergabe des Marburger Schlosses an die Philipps-Universität
    Das Marburger Schloss wird aus ehemals preußischem Besitz an die Philipps-Universität Marburg übergeben.(OV) ... »Details
  26. September 1950: Volkszählung belegt Bevölkerungszuwachs und Zahl der Heimatvertriebenen in Hessen
    Im September 1950 beläuft sich die hessische Bevölkerung laut Volkszählung auf 4,32 Millionen Menschen. Dies bedeutet eine Zunahme von 825.000 gegenüber dem Jahr 1939. Ein Großteil hiervon ist auf die Zuwanderung aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten zurückzuführen, nach deren Einsetzen am 4. Februar 1946 rasch erste Leitsätze zur Eingliederung der Flüchtlinge ergangen waren. So leben ... »Details
  27. 1. September 1950: Hessischer Innenminister verbietet Großkundgebung der KPD
    Der hessische Innenminister Heinrich Zinnkann (1885–1973; SPD) verbietet eine für Freitag, den 1. September 1950, von der KPD angekündigte Großkundgebung der Partei in Wiesbaden. Auf der Veranstaltung sollte der Bundestagsabgeordnete Oskar Müller (1896–1970; KPD) zum Thema „Der Weg der Deutschen Demokratischen Republik, der einzige Ausweg für die deutsche Nation“ sprechen. Der ... »Details
  28. 6. September 1950: Wiederhergestellte Westend-Synagoge in Frankfurt
    Die jüdische Gemeinde in Frankfurt am Main kann in einer feierlichen Zeremonie die Westend-Synagoge wieder einweihen. Die aus dem Jahr 1910 stammende große Synagoge war während der Reichspogromnacht von 1938 nicht vollständig zerstört worden, sodass sie seit 1948 im Rahmen der „Wiedergutmachung“ wiederhergestellt werden konnte. Die Festansprache hält der Rabbiner Georg Salzberger ... »Details
  29. 18. September 1950: Neues hessisches Landtagswahlgesetz
    Die Landesregierung unter Ministerpräsident Christian Stock (1884–1967; SPD) verkündet das am 14. September beschlossene neue Landtagswahlgesetz (LWG). Das neue Gesetz gilt erstmals für die Landtagswahlen vom 19. November dieses Jahres und löst das bisherige Landtagswahlgesetz von 1946 ab. Dieses von der damaligen Allparteienregierung unter amerikanischer Besatzung beschlossene Gesetz war ... »Details
  30. 27. September 1950: Umtausch von Anteilscheinen der I.G. Farben in Aktien
    Die Liquidatoren der I.G. Farben in Frankfurt am Main bieten den bisherigen Aktionären die Möglichkeit an, ihre alten Anteilscheine in Aktien der Nachfolgegesellschaften umzutauschen.(OV) ... »Details