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Hessische Biografie

Portrait

Adam von Trott zu Solz
(1909–1944)

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Trott zu Solz, Adam von [ID = 3182]

* 9.8.1909 Potsdam, † 26.8.1944 Berlin-Plötzensee (hingerichtet), evangelisch
Dr. phil. – Jurist, Diplomat, Widerstandskämpfer
Andere Namen | Wirken | Familie | Nachweise | Leben | Zitierweise
Wirken

Werdegang:

  • Zunächst Privatunterricht auf dem Stammsitz der Familie in Imshausen (Schloss Solz).
  • Seit 1921 Besuch des Gymnasiums in Kassel, seit 1923 weiterer Gymnasien in Hannoversch Münden und Kloster Loccum. 1927 Abitur am Städtischen Gymnasium in Hannoversch Münden.
  • Studium der Rechts- und Staatswissenschaften in Göttingen.
  • Studiensemester in Berlin und München, Trimester als Gaststudent am Oxforder Mansfield College.
  • 1930 erstes juristisches Staatsexamen in Göttingen.
  • 1930-1931 Referendariat am Amtsgericht Nentershausen (nordöstlich von Imshausen).
  • 1931 Promotion in Göttingen mit einer Dissertation zu „Hegels Staatsphilosophie und das internationale Recht“.
  • Seit Ende 1931 Stipendiat der Rhodes-Stiftung Politik, Philosophie und Ökonomie am Oxforder Balliol College. 1933 Examen als Bachelor of Arts.
  • Seit 1933 Referendariat in Rotenburg an der Fulda, Hanau, Kassel, Berlin, Hamburg und Jüterbog.
  • 1936 zweites juristisches Staatsexamen
  • 1937 Stipendium der Rhodes-Stiftung zu einem Studienaufenthalt in China. Reise über Paris, England, USA und Kanada durch diverse chinesische Provinzen nach Peking.
  • 1938 Abbruch der Reise und Rückkehr nach Imshausen.
  • 1939 mehrfach Reisen nach England, Nutzung der Kontakte zu einflussreichen britischen Politikern und Wissenschaftlern, um den drohenden Ausbruch des Krieges zu verhindern und um Unterstützung für die innerdeutsche Hitler-Opposition zu gewinnen.
  • Oktober 1939 bis Januar 1940 Aufenthalt in den USA, um Gesprächspartner von der Existenz einer deutschen Opposition zu überzeugen
  • Anfang 1940 über Japan, China und Russland Rückkehr nach Deutschland.
  • Frühjahr 1940 Diplomat im Dienst des Auswärtigen Amts in Berlin, dazu gleichzeitig Eintritt in die NSDAP.
  • 1941 Wissenschaftlicher Hilfsarbeiter in der Informationsabteilung des Amtes und Referent für Ostasien und Amerika und Leiter des Sonderreferats Indien.
  • 1943 Beförderung zum Legationssekretär, im November zum Legationsrat im Auswärtigen Amt.
  • Schon bald nach dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs Knüpfung von Kontakten zu oppositionellen Kreisen (Kreisauer Kreis, Graf von Stauffenberg).
  • Mitarbeit im Kreisauer Kreis an konkreten Plänen für eine umfassende Neuordnung Deutschlands nach dem Nationalsozialismus.
  • 1944 Freundschaft mit Claus Schenk Graf von Stauffenberg. Nach der Verhaftung von Moltkes und Lebers aus dem „Kreisauer Kreis“ Beteiligung an den Vorbereitungen für ein Attentat auf Hitler.
  • Nach dessen Misslingen am 20. Juli 1944 Aufdeckung der Verbindung zu Graf Stauffenberg und Verhaftung am 25. Juli 1944.
  • Am 15. August 1944 vom Volksgerichtshof unter Vorsitz von Roland Freisler zum Tode verurteilt.
  • Am 26. August 1944 in Berlin-Plötzensee hingerichtet.

Werke:

  • „Hegels Staatsphilosophie und das internationale Recht“, Phil. Diss. Göttingen 1931, erschienen 1932.
Familie

Partner:

  • Tiefenbacher, Clarita, Heirat 1940.

Verwandte:

  • Trott zu Solz, Verena von <Tochter>, geb. 1942.
  • Trott zu Solz, Clarita von <Tochter>, geb. 1943.
Nachweise

Literatur:

Bildquelle:

Stiftung Adam von Trott.

Zitierweise
„Trott zu Solz, Adam von“, in: Hessische Biografie <https://www.lagis-hessen.de/pnd/118802798> (Stand: 17.11.2016)
 
Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde