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Hessische Biografie

Portrait

Paul Martin Rade
(1857–1940)

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GND-Nummer

118597612

Rade, Paul Martin [ID = 7664]

* 4.4.1857 Rennersdorf bei Herrnhut, † 9.4.1940 Frankfurt am Main, evangelisch
Prof. lic. theol.; Dr. theol. h.c. – Theologe, Pfarrer, Professor, Abgeordneter, Publizist
Andere Namen | Wirken | Familie | Nachweise | Leben | Zitierweise
Wirken

Werdegang:

  • Volksschule in Berthelsdorf bei Herrnhut
  • 1869-1875 Besuch des Gymnasiums Zittau
  • 1875-1878 Studium der Theologie in Leipzig
  • 1878 erstes, 1880 zweites theologisches Examen
  • 1879-1881 Hauslehrer bei Prof. Czermak in Leipzig
  • 4.1881 Promotion zum Lizenziat der Theologie in Leipzig
  • 1881-1882 Militärpflicht in Berlin beim 3. Garderegiment zu Fuß
  • 1882 Pfarrer in Schönbach bei Löbau, Gründung der Zeitschrift Die Christliche Welt
  • 1892 Pfarrer an der Paulskirche in Frankfurt am Main
  • 1892-1893 Apostolikumstreit
  • 1892 Doktor der Theologie h. c. der Universität Gießen
  • 1899 aus dem Pfarramt in Frankfurt/Main ausgeschieden, Leitung der Zeitschrift Die Christliche Welt; das Blatt entwickelte sich unter Rades Herausgeberschaft bis 1931 zu einem Hauptorgan des „Kulturprotestantismus“, in dem aktuelle Fragen in Theologie, Kultur und Politik kontrovers erörtert wurden
  • 14.12.1899 Habilitation in Marburg für Systematische Theologie
  • 3.12.1904 Ernennung zum außerordentlichen Professor in Marburg
  • WS 1912/13 beurlaubt
  • SS 1916 Vertretung der Kirchengeschichte in Marburg
  • SS 1917 Vertretung des Lehrstuhls von Professor Hermann in Marburg
  • 16.8.1921 Ernennung zum ordentlichen Professor in Marburg
  • SS 1923 Vertretung des Dozenten Faber
  • 1.10.1924 emeritiert
  • Übersiedlung nach Hohemark, Taunus
  • 24.11.1933 auf Grund von § 4 des Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums aus dem Staatsdienst entlassen; später Wohnsitz in Frankfurt/Main
  • 1934 versammelte er seine Marburger Kollegen in Hohemark, um das Verhältnis der Kirche zum Nationalsozialismus zu erörtern und zum Kirchenkampf Stellung zu nehmen
  • Mitbegründer des "Evangelischen Bundes" und des "Evangelischen sozialen Kongresses", Mitbegründer der ökumenischen Bewegung

Funktion:

  • Marburg, Universität, Theologische Fakultät, Dekan, 1923

Studium:

  • 1875-1878 Studium der Theologie an der Universität Leipzig

Akademische Qualifikation:

  • 4.1881 Promotion zum Lizenziat der Theologie an der Universität Leipzig, mit der Dissertation „Damasus von Rom, Bischof von Rom, Ein Beitrag zur Geschichte der Anfänge des römischen Primats“
  • 14.12.1899 Habilitation für Systematische Theologie an der Universität Marburg

Akademische Vita:

  • Marburg, Universität / Theologische Fakultät / Systematische Theologie / Privatdozent / 1900-1904
  • Marburg, Universität / Theologische Fakultät / Systematische Theologie / außerordentlicher Professor / 1904-1921
  • Marburg, Universität / Theologische Fakultät // ordentlicher Professor / 1921-1924

Akademische Ämter:

  • 1922/23 Dekan der Theologischen Fakultät

Mitgliedschaften:

  • ab 1904 Mitglied der „Freisinnigen Vereinigung“
  • ab 1910 Mitglied der „Fortschrittlichen Volkspartei“
  • ab 1918 Mitglied der Deutschen Demokratischen Partei, deren Abgeordneter er in der preußischen Nationalversammlung 1919-21 war

Werke:

  • Die Stellung des Christentums zum Geschlechtsleben (1910)
  • Dieser Krieg und das Christentum (1915)
  • Die Kirche nach dem Kriege (1915)
  • Luthers Rechtfertigungsglaube, seine Bedeutung für die 95 Thesen und für uns (1917)
  • Luther und die communio sanctorum (1917)
  • Das königliche Priestertum der Gläubigen und seine Forderung an die evang. Kirche unserer Zeit (1918)
  • Erinnerungen eines alten Gesangbuchchristen (1935)

Lebensorte:

  • Berthelsdorf; Zittau; Leipzig; Schönbach bei Löbau; Frankfurt am Main; Gießen; Marburg; Hohemark/Ts.
Familie

Vater:

Rade, Moritz Leberecht, 1815-1892, Pfarrer in Berthelsdorf bei Herrnhut, Sohn des Johann Gottfried Rade, 1781–1855, Lehrer

Mutter:

Glöckner, Karoline Thekla, Tochter des Christoph Gottlob Glöckner, 1794–1881, Landwirt

Partner:

  • Naumann, Dora, (⚭ Callnberg (Sachsen) 1889) 1868–1945, Tochter des Friedrich Hugo Naumann, 1826–1890, Oberpfarrer, und der Agathe Marie Ahlfeld, 1836–1908

Verwandte:

  • Rade, Martin Gottfried* <Sohn>, 1891–1987, Pfarrer in Steinbach, Hallenberg und Chur
  • Barth, Helene, geb. Rade <Tochter>, 1895–1985, verheiratet mit Peter Barth, 1888–1940, Pfarrer, Bruder des Karl Barth, 1886–1968, Professor für systematische Theologie in Basel
  • Naumann, Friedrich <Schwager>, 1860-1919, Pfarrer, Theologe, Politiker
Nachweise

Literatur:

Bildquelle:

Fotosammlung der Universitätsbibliothek Marburg

Zitierweise
„Rade, Paul Martin“, in: Hessische Biografie <https://www.lagis-hessen.de/pnd/118597612> (Stand: 28.9.2018)
 
Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde