Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen
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Hessische Quellen zum Ersten Weltkrieg

↑ Kochbüchlein für die Kriegszeit. Eine Sammlung bewährter und erprobter Rezepte, von Meli Nefflen, 1915

Abschnitt 16: Verschiedene Gerichte (39-40)

[22-23]
39. Reis mit Käse.

Man läßt in einer mehr hohen als flachen Kasserole ein Stückchen Butter oder Fett heiß werden, gibt eine ganz kleine Zwiebel, in die man 6 Nelken gesteckt hat, und einen schwachen halben Liter gewaschenen Reis hinein.
Diesen läßt man nun unter ständigem Rühren 5 Minuten rösten (nicht auf offenem Feuer) und gießt dann einen schwachen Liter gesalzenes Wasser oder Fleischbrühe an den Reis, deckt ihn zu und läßt ihn ganz langsam etwa eine Stunde dämpfen bis er weich ist, oder stellt ihn in die Kochkiste. Er soll, wenn er fertig ist, weich und körnig, aber nicht breiig sein. Dieser Reis soll während dem Dämpfen nicht umgerührt werden, und darf deshalb auf kein offenes Feuer kommen.
Vor dem Anrichten entfernt man die Zwiebel und mischt für 15 Pfg. geriebenen Emmentalerkäse darunter. Ist der Käse darinnen, darf der Reis nicht mehr kochen. Dieser Reis ist ein nahrhaftes Gericht für sich, man kann ihn aber auch zu saurer Leber u. dergl. geben.
Will man ihn mühelos recht nett anrichten, so drückt man ihn in eine mit Wasser ausgeschwenkte Gugelhopfform und stürzt ihn heraus, oder in einen naßgemachten Schöpflöffel, dies gibt dann nette kleine Kuchen; letztere Art ist für Gasthöfe empfehlenswert. [S. 23]


40. Apfelmännle.

Ein bei Kindern recht beliebtes Abendgericht.

Hiezu schneidet man in einen Topf Schwarzbrot feinblätterig (jeder kleinste Rest wird dazu verwendet), etwa einen Teller voll, ebenso 5-6 saure Aepfel, 4-5 Eßlöffel Zucker, eine Messerspitze Zimmt und so viel Wasser, daß man es oben ein wenig sieht.
Das ganze kocht man so lange bis Alles ein weicher Brei ist, rührt aber fleißig um, da das Brot leicht anbrennt. Ist Alles weich, schmälzt man ein Stückchen Butter recht heiß hinein, verquirlt nochmal gut und läßt das Gericht etwas auskühlen, es wird lauwarm oder kalt genossen, niemals heiß. Zum Schmälzen soll man Butter nehmen, kein Kunstfett, man braucht ja nicht viel.


Personen: Nefflen, Meli
Sachbegriffe: Kochbücher · Kriegskochbücher
Empfohlene Zitierweise: „Kochbüchlein für die Kriegszeit. Eine Sammlung bewährter und erprobter Rezepte, von Meli Nefflen, 1915, Abschnitt 16: Verschiedene Gerichte (39-40)“, in: Hessische Quellen zum Ersten Weltkrieg <https://www.lagis-hessen.de/index.php/de/purl/resolve/subject/qhg/id/169-16> (aufgerufen am 15.05.2026)