Hessische Quellen zum Ersten Weltkrieg

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↑ Kochbüchlein für die Kriegszeit. Eine Sammlung bewährter und erprobter Rezepte, von Meli Nefflen, 1915
Abschnitt 13: Verschiedene Gerichte (31-33)
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31. Granatsplitter.
Bei dem Mangel an Hülsenfrüchten und der teuren Preise derselben wegen macht man diese nahrhafte Speise mit Suppenwürfeln.
Dazu nimmt man 2 Würfel Erbs mit Speck oder Erbs mit Schinken, zerdrückt sie fein, mischt sie mit einem schwachen viertel Liter Gries und rührt mit Wasser einen dicken Brei an.
Diesen Brei läßt man in ¾ Liter Milch unter beständigem Rühren dick kochen und dann auskühlen. Ist der Brei kalt geworden, rührt man noch 1-2 ganze Eier hinein.
Von der Masse sticht man mit dem Löffel kleine Küchel heraus und bäckt sie in heißem Zeit schön gelb. Beim Hineingeben in das Fett drückt man die Küchel etwas flach auseinander. Dazu patzt jeder Salat.
32. Heringsauflauf mit Nudeln.
Man kocht ½ Pfund breite Nudeln in schwach gesalzenem Wasser nicht zu weich, läßt sie im Nudelseiher abtropfen und auskühlen, vorher hat man 2 geputzte Heringe (Milchner) entgrätet und in kleine Würfelchen geschnitten. Die Heringe gibt man in eine Schüssel, gibt einen viertel Liter sauren Rahm und drei ganze Eier dazu [S. 20] und verrührt dies tüchtig mit den zuletzt hinzugegebenen, ausgekühlten Nudeln.
Die Masse füllt man in eine gutgeschmierte Auflaufform, obenauf kommen Butterflocken und bäckt sie eine Stunde zu schöner Farbe.
NB. Salzheringe soll man nicht stundenlang wässern, sondern schnell durch ein Wasser ziehen. Das lange Auswässern nimmt den Heringen den Geschmack, sie schmecken dann öde.
33. Leberauflauf.
Drei Kriegswecken à 5 Pfg. (6 Kaisersemmel) werden in halb Milch, halb Wasser eingeweicht und dann fest ausgedrückt. ½ Pfd. Kalbsleber wird enthäutet mit Zwiebel und etwas Petersilie durch die Hackmaschine gegeben und dies mit dem ausgedrückten Brot gut vermengt. Dann gibt man das nötige Salz, eine Messerspitze Pfeffer, 3 Eigelb, 3 Löffel zerlassenes Fett oder Butter-Ersatz, 3 Eßlöffel Weckbrösel und den Schnee der drei Eiweiße dazu. Die Masse wird in einer geschmierten Kasserole oder Auflaufform gebacken, wo kein Bratrohr vorhanden, kann man auch kleine Küchelchen ganz langsam in der Flädlpfanne backen. Sehr gut zu grünem Salat.
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| Personen: | Nefflen, Meli |
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| Sachbegriffe: | Kochbücher · Kriegskochbücher · Granatsplitter (Speise) · Kriegswecken (Speise) · Suppenwürfel |
| Empfohlene Zitierweise: | „Kochbüchlein für die Kriegszeit. Eine Sammlung bewährter und erprobter Rezepte, von Meli Nefflen, 1915, Abschnitt 13: Verschiedene Gerichte (31-33)“, in: Hessische Quellen zum Ersten Weltkrieg <https://www.lagis-hessen.de/index.php/de/purl/resolve/subject/qhg/id/169-13> (aufgerufen am 14.05.2026) |


