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Synagogen in Hessen

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Mensfelden

Gemeinde Hünfelden, Landkreis Limburg-Weilburg — Von Carina Schmidt
Basic Data | History | Betsaal / Synagoge | Weitere Einrichtungen | References | Indices | Recommended Citation
Basic Data

Juden belegt seit

um 1670

Location

65597 Hünfelden, Stadtteil Mensfelden, Ecke Sonntagsstraße/Fahlerstraße

preserved

nein

Gedenktafel vorhanden

nein

Weitere Informationen zum Standort

Historical Gazetteer

History

Zur Geschichte der Kultusgemeinde siehe den Ortsartikel zu Kirberg

Betsaal / Synagoge

Die Juden von Mensfelden sollen seit etwa 1800 eine eigene kleine Privatsynagoge unterhalten haben, die 1938 zerstört wurde.1 Schriftlich nachgewiesen ist die Existenz eines Betraums im Dorf für 1844, als der Vorsteher der Kultusgemeinde, Moses Strauss von Heringen, in einem Schreiben Bezug nimmt auf eine Bestimmung der Landesregierung, dass „die in Mensfelden bestehende Winkelsynagoge“2 geschlossen werden sollte. Zu Lage und Ausstattung der Synagoge in Mensfelden oder die Dauer der Nutzung lassen sich aber keine näheren Angaben machen.

Weitere Einrichtungen

Schule

In Mensfelden scheint eine separate Judenschule existiert zu haben, u.a. war dort 1830 der Lehrer Joseph Muhr aus Fürth tätig. Als Anfang der 1840er Jahre auch in Kirberg wieder Schulkinder lebten, kam es zu einer langjährigen Auseinandersetzung zwischen den Juden von Kirberg und Dauborn einerseits und denjenigen von Heringen andererseits um die Verlegung des Lehrerwohnsitzes von Heringen nach Kirberg.3 Schließlich schloss die Kultusgemeinde Kirberg einen Vertrag mit dem aus Polen stammenden Lehrer Abraham Levi Dickstein von Heringen, der bereits seit Mitte der 1830er Jahre Privatlehrer in Heringen war. Demnach durfte Levi in Heringen wohnen bleiben, wurde jedoch verpflichtet, alle Filialorte der Gemeinde einschließlich Mensfelden im Sommer zweimal, im Winter einmal pro Woche zu besuchen, um den Unterricht zu halten. Für die Einrichtung eines Schullokals in dem jeweiligen Ort mussten die dort wohnhaften Juden selbst Sorge tragen. Zudem sollten die Prüfungen abwechselnd in den verschiedenen Ortschaften stattfinden.4 Trotz anhaltender Streitigkeiten zwischen den Gemeindegliedern blieb Lehrer Dickstein jahrzehntelang in der Kultusgemeinde Kirberg tätig; er starb 1887 im Alter von 107 Jahren als Ehrenbürger der Gemeinde Heringen.5

Cemetery

Alle Juden aus der Kultusgemeinde wurden auf dem jüdischen Friedhof in Kirberg beigesetzt.

Vgl. hierzu den Abschnitt „Friedhof“ im Ortsartikel Kirberg

Kirberg, Jüdischer Friedhof: Datensatz anzeigen

References

Weblinks

Sources

Bibliography

Illustrations

Fußnoten
  1. Nigratschka, Kirberg einst und jetzt, S. 287; Altaras, Synagogen, S. 425
  2. Gesuch des Vorstehers Moses Strauss von Heringen um Erlaubnis zum Bau einer neuen Synagoge in Heringen anstatt in Kirberg, 1844. In: HHStAW 211, 11569
  3. Die israelitische Kultusgemeinde Kirberg und die Besetzung der Religionslehrerstelle, 1841-1856, und Annahme ausländischer Judenlehrer zu Mensfelden und Heringen, 1816-1831. In: HHStAW 211, 11569
  4. Dienstvertrag des Lehrers Abraham Levi Dickstein von Heringen, 1848, und Gesuch des Lehrers Dickstein um Verlängerung seiner bisherigen Anstellung, 1855. In: HHStAW 211, 11569
  5. Die israelitische Kultusgemeinde Kirberg und die Besetzung der Religionslehrerstelle, 1841-1856. In: HHStAW 211, 11569
Recommended Citation
„Mensfelden (Landkreis Limburg-Weilburg)“, in: Synagogen in Hessen <https://www.lagis-hessen.de/en/purl/resolve/subject/syn/id/505> (Stand: 29.5.2025)