Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen

Regesten der Landgrafen von Hessen

1328 Ende - 1329 Sommer

Streit zwischen Mainz und Hessen um Lehen

Regest-Nr. 11881

Überlieferung | Regest | Originaltext | Nachweise | Textgrundlage | Zitierweise
Überlieferung
Drucke: Stengel, Nova Alamanniae 1, S. 118-120 Nr. 213.
Regesten: Stengel, Nova Alamanniae 1, S. 118 Nr. 213.
Regest
Einwürfe des Erzbischofs Baldewien [von Mainz] gegen die Auffassung des Landgrafen Heinrich von Hessen im Streit um die Mainzer Lehen.
Originaltext
1. In der sache, die der erwerdege herre her Mathias selege erczbischof zů Mencze von sines stiftes wegen gegen dem edeln herren lantgreven Otten selegen von Hessen umme alle bruche und ansprache hette und fůrte vor den schydeluden, die dar uber waren genomen von en beydenthalb, und darnach vor des stiftes zů Mencze mannen, da sprichz der edel herre lantgreve Henrich von Hessen, des vorgenanten lantgreven Otten selegen sun, daz die scheydunge, die von den selben schydelu^eten gesprogen wart, nicht macht hat noch haben sal und daz sie ieme nicht geschaden moge.
2. Von ersten dar umb, wan der selbe lantgreve Otte gab deme selben sinem sunde die lehen und die gu^et, die deme vorgenanten bischof Mathies und deme stifte zů Mentze wurden erteilet von des stiftes mannen noch der scheydůnge, die dar uber von den schydeluten gesprachen wart, und daz der lantgreve Otte en da mitte erbete, als er sprichet.
3. Da wider sprichet der erwerdege herre bischof Baldewin von des stiftes wegen von Mencze, daz das nicht geschehen ist noch daz iz dem egenanten bischove Mathiez, noch ieme selben nye kůnt wart getan. Were ouch, daz iz gesche(h)en were und dez iz kůnt were getan bischove Mathiez oder ieme, so mochte iz doch von rechtes weyn keyne craft noch macht han. Wan were iz geschehen, ee danne bischof Mathies lantgreven Otten ansprach umbe die lehen und gu^et, so mochte iz von rechtes unt ouch von gewonheit wegen nicht macht haben, wan iz sprichet konnich Conrad und keyser Friderich der iůngste in iren geseczen in libro feudorum de prohibita feudi alienatione per Fred(ericum) lege Imperialem et de capitulis Conr(adi) capitulo I, daz keyn man sine lehen gar oder ein teil des lehenes mag enphremeden oder veruszern in keyner hande wiis in eynes anderen mannes hant ane sines lehen herren willen und wort; geschehe iz dar uber, so sal daz lehen vervallen sin deme herren, von deme i(z) ruret, und daz da wider keyn gewer hilfet noch fromet.
4. Und nemelichen mochte daz der lantgreve Otte nicht getu^en mit rechte nach der ziit, als yn bischof Mathies umb die lehen vor des stiftes zů Mencze mannen ansprach, wan daz sůnderlich in der keyser recht, ut Codicis De litigiosis lege ultima et autentica ibi posita vorboten ist, daz nyeman keyn gůt moge verkoyfen oder hingeben in keynerleye wiis noch deme, als man en dar umme an sprechet vor gerichte, uber die lehen und gůt gesprochen wurden, und was darzů trouwelos und emynedig und behaft der burgschaft und der penen, wan er urteil nicht enhilt noch deme, das en der sůnebrief besaget; und were, daz er iz wider rufen hette, daz iz nicht vor den richter oder vor den, den die sache rurte, offenbar komen were, so hette iz keyne macht, also sprechen die keysers recht dar uber und ist ouch des landes gewonheit.
5. Ouch sprichet unser herre bischof Baldewin: were, daz lantgreve Otte nicht schuldig noch vervallen were, wan umbe die pene von der richtunge vegen die die sůnelu^ete sprachen, daz doch nicht en ist, als hie vor geschrieben stet, noch dan so was er und sint ouch sine erben schuldig zu halden die urteil, die die man des stiftes zů Mencze sprachen uber die lehen und die gůt, dar umb en bischof Mathias an sprach, wan sie daz mochten tůn nicht alleyne von der scheydunge und richtunge der sunelute, sůndern sie mochten iz ouch tůn von gemeynem geschrieben keysers rechte, daz keyser Friderich der iu^engeste gemachet hat und ouch gewonlich ist: wan eyn herre und sine man sweyen umb lehen gůt, daz uber die zweyunge sullen teilen des herren man, und da vone, wanne sich der selbe lantgreve Otte nicht berufen hait, als recht ist, so was er und ouch sine erbe nnemelichen von des selben urteiles wegen schuldig zů tůne und zu haldene, was die man des stiftes zů Mencze dar uber geurtelt hant, beyde von keyser recht und ouch gewonheit des landes.
6. Were ouch, daz der vorgenante lantgreve Otte sich hette berůten von deme urteile der manne des stiftes zů Mencze recht und redelichen, des doch nicht geschah, noch dan so hait er noch sine .. Erben die berufůnge nicht volfurt vor konigen noch vor keysern, die doch binnen den ziiten und ouch sieder gewesen sint und nocht sont, daz er doch solde han gedan binnen eynem iare nach deme urteyle oder in zweyn iaren.

Sprache des Originaltextes

deutsch

Nachweise

Weitere Personen

Mainz, Erzbischöfe, Balduin von Luxemburg · Hessen, Landgrafen, Heinrich II. · Mainz, Erzbischöfe, Matthias von Bucheck · Hessen, Landgrafen, Otto I. · Friedrich III., Kaiser

Weitere Orte

Mainz, Erzbischöfe · Mainz, Stift

Sachbegriffe

Lehen, Streit um · Besitzstreitigkeiten · Erzbischöfe · Auseinandersetzungen, mit Mainz · Schiedsgerichte · Stifte · Schiedsrichter · Reichsgesetze · Lehen, gesetzliche Regeln für · Könige · Kaiser · Berufungen

Textgrundlage

Regest

Stengel, Nova Alamannia

Stückangaben

Stengel, Nova Alamannia 1

Original

Stengel, Nova Alamannia 1

Zitierweise
Landgrafen-Regesten online Nr. 11881 <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/lgr/id/11881> (Stand: 06.12.2019)
 
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