Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen

Regesten der Landgrafen von Hessen

1384 Dezember 19

Gerichtliche Bestätigung des Nutzgeweres der von Ochsenstein

Regest-Nr. 11045

Überlieferung | Regest | Originaltext | Nachweise | Textgrundlage | Zitierweise
Überlieferung
Drucke: Gudenus, Sylloge, S. 649-654 Nr. 31.
Regesten: Regesten der Pfalzgrafen am Rhein 2, S. 495 Nr. 6525 Anm.; Scriba, Regesten Urkunden Hessen 2, Nr. 1769; Georgisch, Regesta 2, Sp. 707 Nr. 51; Urkundenregesten des Hofgerichts 11, S. 198 Nr. 276 f.
Regest
Frankfurt. - Graf Gunther von Schwarzburg saß anstatt König Wenzels zu Frankfurt zu Gericht (saszen zu Gericht zu Frankenfurt an stad des (...) hern Wenczlaws Romischen Kunigis) und bekundet: Vor ihm kam im Gericht mit Fürsprecher (fur uns qwamen in Gericht mit Furspruchen) Konrad Bissinger an Stelle und mit Vollmacht des Johann von Ochsenstein, Dompropst in Straßburg, und wies einen mit dem Siegel des Hofgerichts Kaiser Karls (IV.) versehenen Brief vor (zeugt eynen guden gerechten redtlichen Brieff) (Es folgt inseriert Hofgerichtsbrief von 1373 Januar 1, gemäß welchem Johann und Rudolf von Ochsenstein zu 40000 Mark in Nutzgewere von Besitz des Landgrafen Hermann von Hessen gesetzt wurden.)
Nach Verlesung und Anhörung des Briefs vor Graf Gunther im Gericht, bat diesen Konrad Bissinger, ein Urteil darüber zu erfragen (da derselbe Brieff also vor uns in Gericht gelesen und verhort ward, do bad uns der obgen. (...) fragend einer urteil), ob er den Brief zur dauernden Gültigkeit nicht mit Brief und Siegel des Hofgerichts bestätigen wollte (ernuwern confirmiren und bestetigen wollten mit des Hofgerichts Brieff und ingesigel also daz er furbas ewiclichen stet beleiben und crafft und macht haben solt). Graf Gunther fragte die Ritter auf ihre Eide nach ihrer Rechtsauffassung (frageten wir die Ritter uff ire eide waz sy recht deucht); diese urteilten auf ihre Eide, daß er dies nach Billigkeit und Recht tun sollte (Die orteilten uff ir eide wir sollten es billich und zu rechte thun).
Graf Gunther bestätigt den Brief, damit er künftig an allen geistlichen und weltlichen Städten innerhalb und außerhalb des Gerichts Kraft und Macht besitzt (crafft und macht haben sal an allen steten inwendig und ußwendig Gerichts sy sint geistlich oder werntlich), und gibt denen von Ochsenstein von Gerichts wegen und mit königlicher Gewalt (gebieten von Gerichts wegen und von des (...) Kuniges gewalt) die in dem (inserierten) Hofgerichtsbrief genannten Herren zu Schirmern. Falls diese jenen nicht beholfen sind, wenn sie dies fordern, werden sie gerichtlich verfolgt (zu dem oder dy wollten wir richten als recht were).
Ankündigung des anhängenden Hofgerichtssiegels.
geben (...) mit urteil (...) Am Montag vor sante Thomas tag zu Frankenfurt, 1384.
Bereits 1367 März 14 (RI 8 Nr. 4509) erging durch Kaiser Karl IV. die Aufforderung an den Landgrafen Hermann von Hessen, sich aufgrund der Klage des Johann von Ochsenstein zu verantworten.
Nachweise

Weitere Personen

Schwarzburg, Grafen, Günther [I.] · Wenzel, König · Bissinger, Konrad · Ochsenstein, Freiherren, Johann · Karl IV., Kaiser · Ochsenstein, Freiherren, Rudolf · Hessen, Landgrafen, Hermann II.

Weitere Orte

Frankfurt · Straßburg, Dompröpste

Sachbegriffe

Hofgerichte · Urkunden, gerichtliche Bestätigung von · Besitzansprüche, gerichtliche Durchsetzung · Könige · Kaiser · Dompröpste · Nutzgewere · Besitz, Nutzgewere an · Ritter · Schöffen · Gerichte, Ablauf der Verhandlung · Eide

Textgrundlage

Stückangaben, Regest

Urkundenregesten Königs- und Hofgericht 11

Zitierweise
Landgrafen-Regesten online Nr. 11045 <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/lgr/id/11045> (Stand: 01.04.2020)
 
Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde