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Stimmen hessischer Politiker zur Moskaureise Niemöllers, 3. Januar 1952

Zur Moskaureise des evangelischen Theologen Martin Niemöller (1892–1984) äußern sich verschiedene Abgeordnete der im Hessischen Landtag vertretenen Parteien. Der Minister für Arbeit, Wirtschaft und Verkehr, Heinrich Fischer (1895–1973; SPD), äußert, dass die Reise für die Sowjetunion ein Propaganda-Erfolg sei, aber für den Westen und die Kirche ohne Nutzen bleiben werde. Die CDU kritisiert besonders den Zeitpunkt der Reise. Da zur Zeit in Paris die Verhandlungen über den Schuman-Plan laufen, sei die Reise Niemöllers für die deutsche Seite schlecht terminiert, und falle zudem auch zeitlich mit den Aktionen des Altreichskanzlers Joseph Wirth (1879–1956) gegen den europäischen Plan zusammen. Die FDP spricht Niemöller jegliches politischen Geschick ab. der südhessische Arbeitskreis des Bundes der Heimatvertriebenen und Entrechteten, betont hingegen, dass die Reise Niemöllers eine reine kirchenpolitische Angelegenheit war, wie der Theologe auch selbst geäußert hat. Ferner verleiht der Vorsitzende des Arbeitskreises seiner Hoffnung Ausdruck, dass die Reise helfen könne, die noch immer in sowjetischer Kriegsgefangenschaft befindlichen deutschen Soldaten nach Hause zu bringen.
(MB)

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„Stimmen hessischer Politiker zur Moskaureise Niemöllers, 3. Januar 1952“, in: Zeitgeschichte in Hessen <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/edb/id/3976> (Stand: 10.7.2020)
Ereignisse im Dezember 1951 | Januar 1952 | Februar 1952
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