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5121 Schrecksbach
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Kurfürstentum Hessen 1840-1861 – 63. Schrecksbach

Ransbach

Ortsteil · 230 m über NN
Gemeinde Willingshausen, Schwalm-Eder-Kreis 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Burg; Dorf; Sonstiges

Lagebezug:

3 km südlich von Ziegenhain.

Lage und Verkehrslage:

Geschlossenes Dorf mit regellosem Grundriss. Die aus 6 stattlichen Gehöften bestehende Siedlung erstreckt sich über den Wiesengrund des Wälzebachtals.

Straße Wasenberg - Loshausen wird in Ortsmitte gekreuzt von Straße Leimbach - Ziegenhain.

Durch den Ort führte ehemals ein Zweig der alten Landstraße durch die Langen Hessen, der von Willingshausen östlich an Leimbach vorbei Richtung Ziegenhain verlief.

Ersterwähnung:

1168

Historische Namensformen:

Bezeichnung der Siedlung:

  • curia 1228;
  • grangia 1231 (Klosterarchiv V Nr. 46, 68).

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:

Umlegung der Flur:

1868/1932

Älteste Gemarkungskarte:

1775

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3516192, 5639138
UTM: 32 U 516111 5637322
WGS84: 50.88734306° N, 9.229051353° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

634026050

Flächennutzungsstatistik:

  • 1787 umfasste der gesamte Güterbesitz (Kasseler Acker): ca. 430 Ackerland, ca. 170 Wiesen, ca. 10 Garten und ca. 86 Wüstenei (damals an 6 Beständer zu Erblehen ausgetan).
  • 1838 (Kasseler Acker): 453 stellbares Land, 184 Wiesen, 14 Gärten, 69 Triesche.
  • 1885 (Hektar): 311, davon 253 Acker (= 81.35 %), 38 Wiesen (= 12.22 %), 0 Holzungen
  • 1961 (Hektar): 317, davon 1 Wald (= 0.32 %)
  • Gemarkung Ransbach:
  • Hof (Grangie) Ransbach:

Einwohnerstatistik:

  • 1585: 3 Hausgesesse.
  • 1681: 1 Hausgesesse.
  • 1787: 1 Schmied genannt.
  • 1787: 6 Hausgesesse, 68 Einwohner.
  • 1834: 75, 1885: 59 Einwohner.
  • 1838 (Familien): 6 Ackerbau, 1 Gewerbe.
  • 1861: 74 evangelisch-reformierte Einwohner.
  • 1885: 59, davon 59 evangelisch (= 100.00 %), 0 katholisch
  • 1925: 66, 1939: 57, 1950: 100, 1961: 63 Einwohner.
  • 1961 (Erwerbspersonen): 29 Land- und Forstwirtschaft, 3 produzierendes Gewerbe, 1 Dienstleistungen und Sonstiges.
  • 1961: 63, davon 51 evangelisch (= 80.95 %), 12 katholisch (= 19.05 %)

Diagramme:

Ransbach: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • 1360/67 und später: Gericht auf den Wasen (Amt Ziegenhain)
  • 1807-1813: Königreich Westfalen, Departement der Werra, Distrikt Marburg, Kanton Treysa
  • 1814-1821: Kurfürstentum Hessen, Grafschaft Ziegenhain, Amt Ziegenhain
  • 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Ziegenhain
  • 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Fritzlar
  • 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Oberhessen, Landkreis Ziegenhain
  • 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Ziegenhain
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Ziegenhain
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Ziegenhain
  • 1974: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Schwalm-Eder-Kreis

Altkreis:

Ziegenhain

Gericht:

Gemeindeentwicklung:

Am 1.1.1974 im Zuge der hessischen Gebietsreform mit anderen Gemeinden zur Gemeinde Willingshausen zusammengeschlossen, deren Ortsteil Ransbach seitdem ist.

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • 1215 bestätigt Erzbischof Siegfried von Mainz Kloster Haina unter anderem den Besitz zu Ransbach.
  • 1228 trägt das Kloster das Mühlengrundstück an der Antreff bei seinem Hof Ransbach von Kloster Hersfeld zu Lehen.
  • 1231 besteht das ehemalige Dorf Ransbach offenbar nur noch aus dem Hof (Grangie) des Klosters Haina (Historisches Ortslexikon Kurhessen, S. 373), das diesen in der Folgezeit durch zahlreiche Erwerbungen weiter ausbaut.
  • 1240 vertauschen die Grafen von Ziegenhain dem Kloster und den Insassen des Hofes Ransbach die sogenannte Abtswiese, die Haina von Hersfeld zu Lehen trug, gegen andere Wiesen, die die Grafen ersatzweise Hersfeld aufzutragen versprechen. Dazu erhält Haina von den Grafen aus allodialem Besitz einen Acker im Gehölz Sporcheich.
  • 1254 erwirbt Haina Güter zu Ransbach von Kloster Weißenstein.
  • 1278 verzichten Ritter Konrad von Leimbach und seine Familie auf ihre Rechte an einigen Gütern zu Ransbach zugunsten Hainas.
  • 1282 verkaufen die Buchsorge die ihnen zustehende Jahresrente aus dem Hof Ransbach an Kloster Haina.
  • 1308 übertragen Ritter Ludwig Waltvogel und seine Familie dem Kloster zwei Äcker in der Feldmark des Hofes Ransbach.

Zehntverhältnisse:

1254 erhält Haina von den Grafen von Ziegenhain den halben Zehnten zu Ransbach, den diese von Hersfeld zu Lehen trugen.

1259: Bestätigung der Schenkung.

1298 überträgt der Wäppner Ludwig Schleier mit Erlaubnis seines Lehnsherrn, Heinrichs von Itter, Kloster Haina ein Viertel des Zehnten zu Ransbach.

1303 überträgt Ludwig Schleier ein weiteres Viertel des Zehnten an Haina.

1308 verkauft der Edle Heinrich von Itter Haina die ihm mit dem Tod des Wäppners Wigand von Lindenborn heimgefallene Hälfte des Zehnten zu Ransbach.

Kirche und Religion

Pfarrzugehörigkeit:

1231 bekundet der Pleban von Wiera, Ransbach sei als Dorf bei Wiera eingepfarrt (Klosterarchiv V Nr. 68).

1569 und später ist Ransbach bei Loshausen,

1747 und später bei Zella eingepfarrt.

Klöster:

  • Hof (Grangie) Ransbach:
  • 1254 stand der in Eigenwirtschaft des Klosters Haina betriebene Hof Ransbach unter Leitung eines Konversen (magister grangie);
  • 1285 wurde der Klosterhof von einem rector geleitet.
  • 1360 erhält Haina von Graf Gottfried VII. von Ziegenhain die Erlaubnis, den Hof Ransbach mit 4 Landsiedeln zu besetzen.
  • 1374 befreien die Grafen von Ziegenhain den Klosterhof samt Zubehör, der durch Krieg und Unglück des Landes (Sternerkrieg) verwüstet ist, auf 6 Jahre von den Grafschaftspflichten. Frei sind auch die Brüder oder armen Landleute, mit denen das Kloster den Hof besetzt, sofern es sich dabei nicht um Eigenleute der Grafen handelt. Frevel und Bußen werden von der Freiung nicht berührt.
  • 1381 wird Ransbach als Gegenleistung für ein Darlehen des Klosters wiederum von den gräflichen Abgaben befreit, auch deren Landsiedel, falls das Kloster die Höfe verlandsiedelt.
  • Mit der Reformation und Säkularisierung Hainas wird Ransbach zum landgräflich-herrschftlichen Hof:
  • 1527: an 1 Meier verpachtet,
  • 1544: an 2 Meier verpachtet;
  • 1585: 3 Hofmänner,
  • 1681: 1 Hofmann.
  • Danach fortschreitende Vermehrung der Bauernstellen durch Aufteilung der Güter (vgl. Einwohnerstatistik).
  • 1787 umfasste der gesamte Güterbesitz (Kasseler Acker): ca. 430 Ackerland, ca. 170 Wiesen, ca. 10 Garten und ca. 86 Wüstenei (damals an 6 Beständer zu Erblehen ausgetan).

Bekenntniswechsel:

Da zu Loshausen gehörig, das von Zella versehen wurde, Einführung der Reformation vermutlich unter dem Zellaer Pfarrer Johannes Fritsch um 1527.

Wirtschaft

Mühlen:

1228 trägt das Kloster das Mühlengrundstück an der Antreff bei seinem Hof Ransbach von Kloster Hersfeld zu Lehen.

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Ransbach, Schwalm-Eder-Kreis“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/4699> (Stand: 16.10.2018)
 
Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde