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Kurfürstentum Hessen 1840-1861 – 36. Wanfried

Weitere Informationen

Heldra

Stadtteil · 173 m über NN
Gemeinde Wanfried, Werra-Meißner-Kreis 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf

Lagebezug:

11,5 km südsüdöstlich von Eschwege gelegen

Lage und Verkehrslage:

Wenige Kilometer westsüdwestlich von Treffurt in einem Zipfel des Altkreises Eschwege nahe der alten hessisch-thüringischen Grenze gelegen.

Bahnhof der Eisenbahnlinie Meinhard/Schwebda – Treffurt ("Werratalbahn II") (Inbetriebnahme der Strecke 1.5.1902) (Strecke zwischen 1945 und 1958 stillgelegt).

Ersterwähnung:

876

Siedlungsentwicklung:

Nach einer Angabe von 1600 (Adelsrep. v. Schwebda) lag Heldra sehr lange wüst und war kurz zuvor erst wieder neu besiedelt worden.

Historische Namensformen:

  • Heldron, zu (11. Jahrhundert gefälscht zu 874)
  • Helder (14. Jahrhundert)
  • Untermühle
  • Unter-Mühle
  • Mühle, Unter- [mitten im Dorf]

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:

Burgen und Befestigungen:

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3583909, 5666540
UTM: 32 U 583802 5664713
WGS84: 51.12774383° N, 10.19758226° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

636013030

Flächennutzungsstatistik:

  • 1885 (Hektar): 530, davon 294 Acker (= 55.47 %), 58 Wiesen (= 10.94 %), 138 Holzungen (= 26.04 %)
  • 1961 (Hektar): 500, davon 114 Wald (= 22.80 %)

Einwohnerstatistik:

Diagramme:

Heldra: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • undatiert: Amt Wanfried
  • 1627-1834: Landgrafschaft Hessen-Rotenburg (sogenannte Rotenburger Quart), teilsouveränes Fürstentum unter reichsrechtlicher Oberhoheit der Landgrafschaft Hessen-Kassel bzw. des Kurfürstentums Hessen
  • 1787: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Niederhessen, Amt Wanfried
  • 1803-1806: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Wanfried
  • 1807-1813: Königreich Westphalen, Harz-Departement, Distrikt Heiligenstadt, Kanton Treffurt
  • 1814-1821: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Wanfried
  • 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Eschwege
  • 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Eschwege
  • 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Eschwege
  • 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Eschwege
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Eschwege
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Eschwege
  • 1974: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Werra-Meißner-Kreis

Altkreis:

Eschwege

Gericht:

  • Burschla (14. Jahrhundert)
  • 1821-1834: Fürstlich Rotenburgisches Justizamt Wanfried
  • 1834: Kurfürstliches Justizamt Wanfried
  • 1867: Amtsgericht Wanfried
  • 1879: Amtsgericht Wanfried
  • 1932: Amtsgericht Eschwege

Gemeindeentwicklung:

Am 1.4.1972 im Zuge der hessischen Gebietsreform als Stadtteil nach Wanfried eingegliedert.

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • Nach einem Weistum des 14. Jahrhunderts besaßen die von Völkershausen die Obrigkeit über die zum Gericht Burschla gehörenden Dörfer "Helderbeche" und "Helder" [ZHG 2, 240].
  • 1365 verkauften sie ihre ererbten Rechte auf das Dorf Heldra an Hessen.

Zehntverhältnisse:

"Zu Heldron" nahm Kloster Fulda mit einer im 11. Jahrhundert gefälschten Urkunde von 874 den Zehnten in Anspruch [Dobenecker 1, 246].

Ortsadel:

1337 wurde ein Dietrich von Heldirsteyn urkundlich genannt, der ein Gut in Heldra besaß. Vielleicht handelte es sich dabei um den späteren Burgsitz (Knappe).

Kirche und Religion

Pfarrzugehörigkeit:

Vikariat von Altenburschla

1574 bis 1682 war die Kirche Filial von Großburschla.

Patronat:

Das Pfarrpatronat besaßen 1574 die von Erfa (Wanfrieder Salbuch), später die Besitzer ihres Rittergutes.

Bekenntniswechsel:

Einführung der Reformation vermutlich um 1527.

Erster nachweisbarer evangelischer Pfarrer: N. Leimbach ca. 1580

Wirtschaft

Mühlen:

Mitten im Dorf gegenüber der Kirche liegt die Untermühle, die sich seit 1570 im Besitz der Familie von Steuben befindet.

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Heldra, Werra-Meißner-Kreis“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/5967> (Stand: 16.10.2018)
 
Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde